RUNKENSTEIN.DE - Neues aus Absurdistan

Literatur aus den unbekannten Gefilden des Verstands:
lustig und absurd, surreal und ungewohnt






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HvR#11
Herr von Runkenstein in Afghanistan

In Afghanistan angekommen
bekam Herr von Runkenstein Zweifel an seiner zweifelhaften Mission
Nicht nur
dass der Begriff schwarzer Afghane bei der einheimischen Bevölkerung
geradezu unbekannt war
auch sollte sich herausstellen
das es in diesem Land nicht so viel Drogendealer befanden
wie anfangs vermutet
Tatsächlich gab es in diesem unscheinbaren Land
neben armen Menschen, bewaffneten Menschen und böse guckenden Menschen
wesentlich größere Probleme als den Anbau und Verkauf von Drogen
was sich insbesondere in der Tatsache bemerkbar mache
dass ein Großteil der verarmten Bevölkerung
zwanghaft damit beschäftigt war
einige wenige Habseligkeiten und Familienmitglieder
in eines der angrenzenden Nachbarländer zu führen
da ein Krieg bevorstand
für deren Gründe die meisten Menschen weder verantwortlich waren
noch Verständnis hatten
insbesondere im Angesicht der Tatsache
das es den zukünftigen Angreifern in erster Linie um Vergeltung ging
und sich ihr Hass gegen einen Mann richtete
der sich vermutlich in demselben Land aufhielt
wie die Menschen
deren nächste Lebensjahre sich mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit
in Flüchtlingslagern abspielen würden
sofern sie nicht versehentlich zu sogenannten Kollateralschäden ernannt wurden
Herr von Runkenstein fragte sich jedoch
ob Vergebung nicht besser sei als Vergeltung
zumindest aber christlicher
worauf Amerikaner ja bekanntlich besonders viel Wert legen
Tatsächlich war Herr von Runkenstein sich aber sicher
dass viele Menschen sterben würden
da  die amerikanische Regierung schon immer die amerikanische Regierung war
und diese den Krieg nicht nur nicht vermieden
sondern ihn geradezu heraufbeschworen
wenn es im Interesse über Leichen gehenden nationalen Interessen lag


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