RUNKENSTEIN.DE - Neues aus Absurdistan

Literatur aus den unbekannten Gefilden des Verstands:
lustig und absurd, surreal und ungewohnt






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HvR#24
Herr von Runkenstein in der hohlen Erde

Als Herr von Runkenstein wieder einmal den Nordpol besuchte
weil er keine Eiswürfel mehr hatte
verlor er leider die Orientierung
da sein einziger Kompass aufgrund eines Polsprunges
einen Defekt aufwies
weshalb Herr von Runkenstein weit in den Norden flog
ohne davon etwas zu bemerken
Als nach einigen Stunden jedoch
das Klima deutlich milder wurde
war Herr von Runkenstein sich sicher
das die Richtung stimmen musste
auch wenn er zeitweilig zwei Sonnen am Himmel sah
was ihn nur ein wenig verwirrte
aber kein Grund zur Sorge sein musste
Wesentlich seltsamer war schon die Mammutherde
welche er im Tiefflug beinahe rammte
und derem Leittier
deutlich erkennbar an einer kleinen Krone
er auf den Kopf spuckte
was Herr von Runkenstein in diesem Moment äußerst erheiternd fand
und sich auch im übrigens Verlauf seines Lebens
niemals als ein Fehler herausstellen sollte
Da kurz darauf eine fliegende Untertasse auftauchte
möglicherweise war es auch eine Reichsflugscheibe
wer konnte das schon so genau wissen
welche ihn zu einer futuristisch anmutenden
und von drogenabhängigen Architekten entworfenen Stadt geleitete
wo Herr von Runkenstein bemerkte
dass die Tankanzeige bereits im Minusbereich stand
und er schon seit geraumer Zeit Hunger verspürte
zudem hoffte er auf die Möglichkeit
zu einem zollfreien Einkauf
Nach der Landung
und einem erfrischenden Desinfektionsbad
konnte Herr von Runkenstein die lokalen Sicherheitskräfte davon überzeugen
dass er lediglich ein Tourist war
und die mitgeführten Massenvernichtungswaffen
alleine der Selbstverteidigung dienten
Nach nur wenigen Minuten in dieser Metropole
war Herr von Runkenstein jedoch davon überzeugt
das die Freisetzung tödlicher Seuchen mehr als berechtigt war
da die hier lebenden Menschen die seltsame Angewohnheit hatten
jeden Neuankömmling überschwänglich zu begrüßen
was nach dem schütteln mehrerer Dutzend Hände
Herrn von Runkenstein gewaltig auf den Sack ging
Allerdings empfand er die Existenz einer inneren Erde
in deren Kern eine große Zentralsonne stand
und auf deren Kontinenten die Angehörigen verschiedenster Rassen
von intelligenten Ameisen über intelligente Menschen bis hin
zu den Vertretern intelligenter nichtirdischer Rassen
in friedlicher Koexistenz zusammenlebten
als befriedigende Erleichterung
da er somit die Gelegenheit hatte
der äußeren Erde den Rücken zu kehren
und ein Leben jenseits aller bisherigen Sorgen und Probleme zu führen
was ihn immerhin zu der Überzeugung brachte
diverse Unsitten ignorieren zu können
Nicht ignorieren konnte Herr von Runkenstein jedoch die Tatsachen
dass sämtliche Drogen mit Knete gestreckt waren
und dass ein Doppel-Whopper nur gegen ein Entgelt
von drei Kilo Gold zu erhalten war
und dass es letzten Endes auch hier erwünscht war
sich bei dem kleinen Geschäft der Urinbeseitigung zu setzen
was darauf hinwies
dass auch hier die Zivilisation nicht wirklich weit entwickelt sein konnte
Somit war der Einsatz von wesentlich höher entwickelten Killerbakterien
vollauf gerechtfertigt
und nach nur wenigen Handgriffen nicht mehr aufzuhalten
Herr von Runkenstein schnappte sich noch einige Postkarten
und verlies die innere Erde wieder durch das große Loch am Nordpol
welches er anschließend mit einem Korken auf ewig versiegelte


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