RUNKENSTEIN.DE - Neues aus Absurdistan

Literatur aus den unbekannten Gefilden des Verstands:
lustig und absurd, surreal und ungewohnt






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HvR#46
Herr von Runkenstein und der Apfel

An einem sauberen
und frisch gebügelten Wochentag
traf Herr von Runkenstein einen Apfel
der nicht weit weg vom Stamm eines Apfelbaumes lag
was sich Herr von Runkenstein mit dem Naturgesetz erklärte
dass Äpfel nun mal nicht sehr weit vom Stamm fallen
mit Ausnahme der Pferdeäpfel
von denen man aber zumindest behaupten konnte
dass sie nicht besonders weit vom Pferd fallen
was ja auch irgendwie logisch
und biologisch leicht erklärbar ist
Eben jener Apfel
der vom Stamm natürlich
rief plötzlich
"Heb mich auf, bevor die Ameisen kommen!"
was Herrn von Runkenstein nicht unbedingt seltsam vorkam
da er bereits mit Gurken
und anderem Gewächs kommunizierte
als besagter Apfel noch ein Kern war
"Ameisen essen keine Äpfel, dafür sind sie zu klein."
versuchte Herr von Runkenstein den Apfel zu beruhigen
doch jenen schien das Argument nicht zu tangieren
"Aber sie werden einen Tunnel durch mich hindurch bauen!"
behauptete der Apfel
ohne seine Vermutung belegen zu können
was sofort ein Apfelhörnchen anlockte
dessen Apfelerntemaschine
aus dem Hause Adolf Bimsstein
den Apfel aus den nuklearen Planspielen
der Satan huldigenden Ameisen entfernte
und ihn in einem Habitat
für zukünftige Apfelbreiriegel aussetzte
"Wünschen sie ein Produkt aus Äpfeln, der Herr?"
fragte das zuvorkommende Apfelhörnchen höflich
und stellte anschließend fest
dass der Verkauf von Bioprodukten sich erst richtig lohnt
wenn der Kunde keine Fragen über die Herkunft
des Produktes stellt
was in diesem Falle auch sinnlos gewesen wäre
da sich Herr von Runkenstein ja noch immer
in dem Schatten des betreffenden Baumes sonnte
und somit die Herkunftsfrage nie zur Diskussion stand


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