RUNKENSTEIN.DE - Neues aus Absurdistan

Literatur aus den unbekannten Gefilden des Verstands:
lustig und absurd, surreal und ungewohnt






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HvR#65
Herr von Runkenstein hat Gehirnmaden

Es war irgendwann zwischen 12 Uhr morgens
und 23 Uhr nachmittags
als Herr von Runkenstein das seltsame Gefühl beschlich
nicht alleine zu sein
worauf er zunächst den ihn umgebenden Mikrokosmos verdächtigte
mal wieder mit Makrokosmos-beeinflussenden Strahlen herumzuspielen
was er jedoch erst vor kurzer Zeit
nach einem Zwischenfall
in welchen ein Ring und mehrere Hobbits verwickelt waren
allen anwesenden Mikrovölkern untersagt hatte
Eine eingehende Untersuchung stellte jedoch fest
dass sämtliche Personen
mit einer Körpergröße von unter zehn Zentimetern
entweder Verwandte in Lilliput besuchten
oder sich dem Kreuzzug gegen Autoreifen
und Hauskatzen angeschlossen hatten
oder einfach tot waren
was bei dieser Körpergröße
ein völlig normaler Zustand sein konnte
Weil diese Tatsache bedeutete
dass Herr von Runkenstein entweder paranoid
oder nicht allein war
machte er die Probe aufs Exempel
und fragte "Ist da wer?"
worauf eine leise Stimme mit "Sag ich dir nicht." antwortete
und sich anschließend wieder
im Inneren seines Kopfes verbarg
was Herr von Runkenstein der Lösung
um ein gutes Stück näher brachte
da es sich jetzt nur noch
um eine gespaltene Persönlichkeit
oder eine Gehirnmade handeln konnte
Da Herr von Runkenstein bereits schon einmal schizophren war
konnte er eben diese Möglichkeit ausschließen
; da er aus eigener Erfahrung wusste
dass eine weitere Persönlichkeit meist der Meinung war
dass sein Gastkörper ihm rechtlich zustehe
und er nur genügend aus seinem körperlosen Leben erzählen muss
um sein Opfer in den Wahnsinn zu treiben
und dessen Organismus zu übernehmen
Weil es sich somit zweifellos um eine Gehirnmade handelte
welche naturgemäß Gedanken und Erinnerungen auf dem Weg
in die Denkeinheit abfangen
um sich davon zu ernähren
schritt Herr von Runkenstein umgehend zur Tat
und steckte sich einen Zahnstocher tief in die Nase
um die Made mit einem leichten Piekser wieder aufzuwecken
und sie freundlich zu bitten
sein Gehirn zu verlassen beziehungsweise tot umzufallen
Die Made hingegen
biss die Spitze des Zahnstochers ab
und flüchtete in Richtung linkes Ohr
wo bereits ein tief in den Gehörgang
eingeführter Greifhaken darauf wartete
sich den Störenfried zu schnappen
und ihn an die frische Luft zu zerren
Anschließend genügte ein wenig Gewalt
um die Gehirnmade dazu zu bringen
ihre gesamte Beute in den Äther zu erbrechen
von wo sie den direkten Weg
an ihren eigentlichen Bestimmungsort fanden
was bei Herrn von Runkenstein dazu führte
dass er sich urplötzlich daran erinnerte
was er letzten Dienstag zwischen 20:59 Uhr
und 20:61 Uhr gemacht hatte
nämlich eine Gehirnmade diagnostiziert


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