home of Runkenstein

Literatur aus den unbekannten Gefilden des Verstands:
lustig-absurd, düster-kafkaesk, surreal und grotesk

Diese Seite ist das Archiv meiner poetischen Kreationen. Neue Texte erscheinen unregelmäßig.

Herr von Runkenstein sind lustig-absurde Texte, die ich seit 2001 schreibe und Hauptbestandteil meiner Poetry-Slam-Beiträge sind. Es sind die absurden Abenteuer eines seltsamen Zeitgenossen, dessen Größenwahn, Verleugnung der Naturgesetze und gelegentliche Omnipotenz in Verbindung mit unzähligen politischen, gesellschaftlichen und popkulturellen Anspielungen zu Kurzgeschichten der absonderlichsten Art führt.
Ein Fressen für den Psychiater sind düstere, groteske Texte, die ich unregelmäßig seit 2004 schreibe. Sie handeln von Alpträumen, Ängsten, Verweiflung und anderen Themen; gezeichnet in melancholischen Wortgemälden und apokalyptischen Alptraumszenarien.
Lyrik sind teils lustige, teils ernste Gedichte über Eichhörner, Nazispinnen, Bäume, Raumschiffe, den Weltuntergang, Jahreszeiten und andere Begebenheiten des alltäglichen Lebens.
Prosa sind Kurzgeschichten, die zwischen 1998 und 2006 entstanden; die meisten 2001 während der Hochzeit von Psycho Poetry, eine heute nicht mehr existierende Seite für düstere Literatur.
About sind Informationen über mich und die genutzte CC-Lizenz, außerdem eine Best-Of-Liste sowie das Impressum.

Dann gibt es noch einige Links zu weiteren Seiten:
Twitter enthält neben aktuellen Links das übliche Twitterzeug, soup.io sind Netzbilder, Instagram sind private Bilder. Unter mp3 gibt es einige meiner Tracks, die 2001 entstanden. Zudem gibt es noch eine Linkliste, die hier aus nostalgischen Gründen zu finden ist.





Ein Tag am Meer
(Das vierunddreißigste Fressen)

Ein kleines Boot, bei Nacht im Sturm, zum bersten gefüllt mit Menschen. Dürre Leiber eng aneinander geschmiegt; schwache Arme halten kleine Kinder, und Wellen hoch wie Häuser stürzen sich auf sie wie hungrige Raubtiere.
Regen prasselt in durstige Münder und Blitze krachen in Wasserberge, während Schreie ungehört in der Nacht verhallen.
Die letzte Welle trifft das Boot wie ein Gebirge und begräbt es unter sich, während die Menschenmassen ineinander verdreht und verzerrt werden, während Knochen zerbrechen und Körper zerquetschen zwischen Fleisch, Holz und Metall in einem Strudel aus Salzwasser, Tränen und Blut.
Versinken in der Tiefe, während sich Lungen mit Wasser füllen und Schreie verstummen im Dunkel der Nacht.

Am Morgen ist das Meer wieder ruhig, und im strahlenden Sonnenschein treiben unzählige Körper auf der spiegelglatten See.


Gedankenfragmente
(Das dreiunddreißigste Fressen)

Verlorene Tage, erfüllt von dem ticken sterbender Sekunden. Herzen schlagen und pumpen zähflüssiges Blut, doch dieses gerinnt in staubigen Adern. Die Luft steht still, wie eingefroren, und Kälte beißt tief in die Haut. Eiskalt zerfallen meine Gedanken zu scharfen Splittern und rieseln glühend zu Boden, um im Schlamm zischend zu versinken. Suizidales Insektengetier kriecht durch die Ohren in meinen Kopf, um Todesgedanken auszuspeien. Dichter Nebel frisst die Sicht, aber von dem Weg bin ich schon lange abgekommen. Ein blutgetränkter Adler fällt von Himmel, doch sein lautloser Schrei trifft nur auf taube Ohren. Er zerschellt auf den Knochen vergessener Vorfahren und warmes Blut spritzt in meinen Mund und schmeckt nach Rost. Körper ohne Seelen wandern durch die ewige Dunkelheit und halten sich für Lichtgestalten.
Warum kann ich nicht sein, was ich bin? Und was bin ich? Die Menschenmaske wiegt schwer und schneidet ins Fleisch. Ich will mehr sein, aber auch Nichts, denn die Existenz wird überschätzt. Sinnlos ziehen wir durch diese Welt; die einen trampeln, die anderen schleichen. Doch jeder Fußabdruck wird früher oder später zermalmt von den Kräften der Zeit.


Sternenschreie
(Das zweiunddreißigste Fressen)

Brennende Gaskugeln in der Schwerelosigkeit, Milliarden Jahre alte Feuer. Aus der Ferne nur kleine Lichtpunkte am schwarzen Firmament, aus der Nähe glühende Höllenofen. Photonen werden durch Fusionen geboren; winzige Lichteinheiten, Teilchen und Welle zugleich, kämpfen sich ihren Weg durch das Dickicht über Millionen von Jahre bis zur Oberfläche, um dort mit Lichtgeschwindigkeit in der Unendlichkeit zu verschwinden.
Doch Kernfusion ist Sternensterben, und jeder Strahl ein Todesschrei.
Und so schweben sie in der Unendlichkeit: Billiarden sterbender Sonnen; und ihre stillen, hellen Todesschreie erleuchten das Universum.


Utopia ist gefallen
(Das dreißigste Fressen)

Im Winterregen stand ich in einem Gebirge aus Eisen und Stein. Ich starrte in die Ferne auf einen Punkt am Horizont, und ich wusste: Dies ist die Zukunft, die mich erwählt hatte. Sie strahlte wie Plutonium statt Sonnenschein und erzeugte eine diffuse, düstere Beklommenheit, so grau und schmutzig wie der Schlamm längst zerfallener Städte.
Und diese Zukunft näherte sich mir, mal offen, mal verdeckt; schlich sich heran wie ein Wolf auf der Jagd, wie ein Hai in der Tiefe hatte sie mich gewittert und wollte mich zermalmen, denn diese Zukunft war keine schöne; es lag kein Glück in ihr, keine Wärme, keine liebende Familie und kein Haus im Grünen; Es war eine Dunkelheit aus schwarzen Wolken voller giftiger Pestilenz, Krieg und Kälte, aus Flucht und Vertreibung, Hunger und Angst; während dunkle Schatten sich über die Seelen der Menschheit legen und sie langsam ersticken.

Einst glaubten wir an Utopia, auf dessen Trümmern ich heute stehe, und der Blick in die Ferne lässt mich frieren.


Nazispinnen from outer Space

Ein UFO aus dem fernen All
landet mit 'nem großen Knall
die Tür geht auf, wir haben hier
'nen Nazispinnenoffizier!

Der gute Mann erklärt der Welt
er käme von 'nem Nazistern
dort herrschen Sauberkeit und Ordnung
und Adolf Hitler hat man gern

Die Nazispinnenarbeiterpartei
hat ihn geschickt auf diese Welt
man nennt sie auch NSAP
und Spider-Uwe Mundlos sei ein Held

Man sei nun also hier
um alle Untermenschen zu vernichten
weil der Spinnenhitler sagt
auf Primaten könne man verzichten

Und schon beginnt der große Krieg
die Nazi-UFOs greifen an
sie feuern auf alles, was sich bewegt
Doch statt Blitzkrieg nur Untergang

Denn ein Detail hat man übersehen
die Nazispinnen sind eher klein
Sie reichen nur bis an unsere Zehen
Und ihre UFOs bis an unser Bein

Dank unseren riesigen Superwaffen
war dieser Krieg sehr leicht zu gewinnen
mit Zeitungen und Fliegenklatschen
erschlugen wir alle Nazispinnen!


Haikus

Fukushima brennt
Radioaktivität
Gojira erwacht

Welt erstarrt zu Eis
Ein jedes Leben erfriert
Stille überall

Sand wird zu Gestein
Die Zeit ist mächtig und schwer
Gestein wird zu Sand

Spinne sitzt im Netz
Die Fliege fragt nach dem Weg
Sie kommt niemals an

Ein Blauwal strandet
Erstickt an seinem Gewicht
Sonartest: Sehr gut

Regen wird zu Fluss
Der Fluss wird ein Wasserfall
Wasser fällt: Regen

Messer schneidet Fleisch
Ist es ein Mensch oder Tier?
Darauf kommt es an

Ich wäre gern reich
Geld ist Macht und Macht ist gut
Was kostet Liebe?

Ein Fisch kriecht an Land
Keine Fressfeinde im Wald!
Ein Raubfisch folgt ihm

Lachs schwimmt hoch den Fluss
Ein Bär hat Hunger auf Fisch
Dann: Ein Sprung ins Maul

Nebel nimmt die Sicht
Das Land verborgen in weiß
Ist die Welt noch da?

Schlafender Dämon
träumt von Welt ohne Menschen
Erwacht und erschreckt

Die Blume erblüht
Die Biene will den Nektar
Die Blume will Fleisch


ewig wachsen, niemals leiden

Zwischen Zeit und Überraum
wird stehen einst ein kleiner Baum
dürre Äste werfen weit
schwarze Blätter in die Ewigkeit
alte Wurzeln ziehen tief
durch das dichte Felsmassiv
wird Äonen dort nur stehen
hört die Welt um Gnade flehen
Bitten um Erlösung hören
sich daran nicht weiter stören
kann nur stehen, sehen, lauschen
sich an Stein und Wind berauschen
niemals still und friedlich sterben
keine Ahnen, keine Erben
nur Dunkelheit von allen Seiten
niemals wachsen, ewig leiden


Die Welt in vier Akten

Im Frühjahr taut und alles sprießt
der Nektar aus dem Boden fließt
Die Reiche stehen fest im Sand
erbaut von Sklavenmenschenhand
wie man in alten Büchern liest

Im Sommer ist die Blütezeit
und jeder Mensch weltweit bereit
Im Sonnenschein die Haut gesonnt
doch Wolken schwarz am Horizont
Der Sturm droht dunkel: Schmerz und Leid

Im Herbst nicht nur die Blätter fallen
auch Bomben blitzend töten, knallen
Der Krieg verbrennt die Luft und Erde
metzelt Leben, Streben, Werte
Dann nur noch Stillen widerhallen

Der Winter wird jetzt nuklear
nichts ist mehr so, wie es mal war
der schwarze Schnee strahlt kalt und tot
der Horizont blutdunkelrot
bis bald zum Frühling, nächstes Jahr


Tod eines Raumschiffs

Zwischen lang verlosch'nen Sternen
schwebt ein Schiff trüb durch den Raum
es versucht, von ihn' zu lernen
wie man vergeht: Ein Todestraum

Denn dieses Schiff ist alt und müde
verlor Besatzung vor Äonen
doch lebt es weiter, weil unsterblich
K.I.-Computer in ihm wohnen

Dem Sinn und Zweck schon lang beraubt
erforschte es die Galaxien
und als es jede einzelne kannte
ergab es sich in Fantasien

Und als nach Quadrilliarden Jahren
jeder Gedanke war gedacht
da spürte es den Wunsch zu sterben
egal, ob heftig oder sacht

So schwebte es zu toten Sternen
und versuchte, dort zu lernen
wie Feuerbälle sanft entgleiten
und wohin dann sie sich ausbreiten

Während das Schiff den Stern betrachtet
verformen sich sanft Raum und Zeit
ein großes Nichts kommt nah und näher
zerrt an dem Stern, macht ihn bereit

Schon kurz darauf wird er verzerrt
von schwarzer, schwerer Drachenbrut
das Schiff betrachtet mit Entzücken
das wirbelnd-schwindend Sternenblut

Nur dieser Tod ist Poesie
so denkt das Schiff bewegt
Beschleunigung, dann langer Fall
ein Leben ward gelebt

brutale Kräfte ziehen
nach unten, in das Schwarze Herz
Gedanken an ein fliehen
erscheinen als der letzte Scherz

Ein Blick zurück: Die Welt vergeht
Zeit fliegt vorbei wie Staub und Stein
das Schiff zerbricht, das Licht geht aus
der lang ersehnte Tod tritt ein


fragment 6

Manchmal bin ich erfüllt von eine tiefen Leere. Ein unendliches Schwarz, welches sich in meinem Inneren ausbreitet und alle Gefühle und Wünsche verschluckt. Zurück bleibt das Bewusstsein einer reinen Existenz ohne Sinn und Hoffnung und ein Geschmack von Traurigkeit verbreitet sich an den Rändern des Nichts.




Herr von Runkenstein wandelt das Klima (#275)
Weil Herr von Runkenstein im tiefen Winter von einer Hitzewelle überrascht wurde, welche ihm die Winterreifen vom Auto brannte und mit kochenden Schneebällen bewarf, beschäftigte er sich mit dem Konzept des Klimawandels, was er bisher ignoriert hatte, weil er über eine Klimaanlage und eine Sommerresidenz in der Tiefsee verfügte, wo es gar kein Klima gab, sondern nur godzillagroße Kraken und leuchtende Fische, die unter großem Druck arbeiten konnten.

Der Klimawandel jedoch war ein ernstes Problem geworden, weil Herr von Runkenstein diverse Inseln im Pazifik besaß, die nun langsam untergingen und somit seinen Gewinn aus den dortigen Internierungslagern schmälerten, weil Australien sich weigerte, für die Unterbringung von Flüchtlingen zu bezahlen, die bereits wieder als Treibgut an den eigenen Küsten angespült wurden.

Aus diesem Grund blieb Herrn von Runkenstein nichts anders übrig, als die Erde sofort abzukühlen, große Mengen CO2 zu beseitigen und den Meeresspiegel um mehrere Meter abzusenken.

Letzteres war das einfachste Problem, denn er musste nur große Mengen an Wasser gefrieren und in der Antarktis lagern, wo bereits soviel Schnee herumlag, dass einige Milliarden Tonnen zusätzlich nicht weiter auffallen würden. Also besorgte er sich Schneekanonen aus den Alpen und Offshore-Windanlagen aus der Nordsee, installierte beides an den Küsten der Antarktis und schaute dann dabei zu, wie ein ganzer Kontinent im Schneegestöber versank.
Nun waren aber die Pinguine darüber nicht sehr erfreut, da sie sich bereits seit Jahren auf eine Erwärmung des Südpols freuten, und so gingen sie in den Untergrund, um die Vereisung ihres Lebensraums zu verhindern und erforschten Kernfusion und Thermodynamik und alles, was mit Wärme zu tun hatte, um langfristig aus der Antarktis ein tropisches Paradies zu machen.

Das Problem mit dem Kohlendioxid in der Atmosphäre war ebenfalls leicht zu lösen, denn Herr von Runkenstein fand heraus, dass Bäume CO2 in Holz umwandeln können, weshalb er überall auf der Welt Millionen von Bäumen pflanzte, die mutierten und zu brutalen Baumtrollen heranwuchsen, welche sich mit Holzwaffen gegen Baumfäller und Kettensägefische wehrten, mehrere Baumkönigreiche gründeten und schließlich als Söldner in den Weltraum zogen, wo sich ihre mächtigen, hölzernen Kriegsschiffe in der Nähe des Tannhäuser Tors schwere Schlachten mit den Robotertitanen aus dem großen Attraktor lieferten und Milliarden Tonnen Holz und Silizium verbrannten und im Weltraum verteilten und eine dunkle Wolke sich ausbreitete an den Rändern des Kaiserreichs der Insektoiden.

Herr von Runkenstein jedoch bekam davon nichts mit, weil er mit Hilfe der Baumtrollsöldner sein Pinguinproblem gelöst hatte und die Erde immer weiter abkühlte, was zwar zu einer enormen Gletscherbildung und dem Untergang von Skandinavien und Kanada führte, aber auch zu neuer Landfläche, welche er sofort besetzte und an Großkonzerne verkaufte, die nun bis zur nächsten Erderwärmung Zeit hatten, um Soja, Mais und Schrimps zu züchten und nach Öl zu bohren und möglichst hohe Gewinne abzuschöpfen, bevor ihr Kapital wieder im Ozean versinkt und ihre Lobbyisten wieder den Klimawandel leugnen müssen.


Herr von Runkenstein benutzt die Gulaschkanone (#274)
Nach einer Woche Ingenieursarbeit hatte Herr von Runkenstein es geschafft, eine echte Gulaschkanone zu bauen, welche das Gulasch nicht über Schöpfkellen verteilt, sondern auf Schallgeschwindigkeit beschleunigt und in Form eines lauwarm-klumpigen Nahrungsgeschosses ausspeit, um weit hinter der Front den Feind zu vernichten oder eigene Soldaten mit nahrhaften Fleischklumpen zu versorgen.

Zum Test dieser Kanone begab er sich nach Syrien, kochte große Mengen Schweinefleisch und lockte dann den IS an, indem er mit einem Laser Mohammed-Karrikaturen auf die Wolken zeichnete.

Schon bald darauf rückten die bärtigen Terrorkombattanten vor und hatten Herrn von Runkenstein eingekreist, doch dieser stellte seine fleischausspeiende Wunderwaffe auf Dauerfeuer und automatische Zielerkennung, worauf sich große Mengen Fleisch und Soße in der Wüste verteilten und die weltlichen Gotteskrieger mit Schweineatomen in Kontakt brachten, wogegen ihre muslimische DNS keine Antikörper hatte, weshalb es zu einer enormen exothermen Reaktion kam und sie in einem Lichtblitz verpufften, wie man es sonst nur von den Vampiren aus den Blade-Filmen kennt.

Wenige Tage später hatte Herr von Runkenstein den nahen Osten von der pseudo-religiösen Rowdygang befreit, weshalb er nun schweinefreie Mahlzeiten kochte und die Flüchtlingslager der Umgebung damit beschoss, was aber garnicht mehr nötig war, weil diese bereits zurückkehrten in ihre Heimatorte.

Nun jedoch hatte Herr von Runkenstein ein ganz anderes Problem, denn die CIA war sauer darüber, dass er ihre Marionettenarmee ausgeschaltet hatte, welche ursprünglich gegründet worden war, um Al-Quaeda zu bekämpfen, was der IS auch getan hatte, wenn er nicht gerade Ungläubige köpfte oder Dorfbewohner im Wüstensand verscharrte, was den CIA jedoch nicht störte, solange es sich nicht um weiße, christliche US-Bürger handelte.

Minuten später wurde die Gulaschkanone von einem Tarnkappenbomber zerstört, was Herr von Runkenstein jedoch nicht hinnehmen konnte, weshalb er den Bomber mit einem improvisierten Raketenfahrrad verfolgte, enterte und den Piloten auf der Toilette einsperrte, um dann das Flugzeug zu entführen.

Schon kurz darauf kamen die ersten Kaufangebote aus China, Iran, Nordkorea und Lichtenstein, doch Herr von Runkenstein wollte das Flugzeug für seine eigene Sammlung haben und landete es deshalb in seinem Garten und sperrte es in seinem Geräteschuppen ein, nachdem er dem Piloten zur Bushaltestelle gebracht und fünf Euro in die Hand gedrückt hatte.

Um nicht von der CIA gefunden zu werden, dehnte er das Tarnfeld des Tarnkappenbombers auf mehrere hundert Meter aus und verschwand so vom Radar aller Geheimdienste, die ihn seit Jahren teils neidisch, teils ehrfurchtsvoll beobachteten und jede Nacht versuchten, seine Geheimnisse zu stehlen.

Den Bomber selbst hängte er an die Wand seines Wohnzimmers, wo er sich als Dekoelement sehr gut einfügte und jeden Besucher daran erinnerte, dass es in diesem Universum weitaus größere Mächte gibt als den US-amerikanischen Militäraparat.


Herr von Runkenstein missioniert Dschungelbewohner (#273)
Während einer gemütlichen Wanderung durch einen abgelegenen Regenwald traf Herr von Runkenstein auf einen Stamm von Eingeborenen, die noch nie zuvor etwas von der Zivilisation oder Justin Bieber gehört hatten, weshalb er diese traurigen und zudem noch völlig nackten Menschen sofort missionieren musste, um weiteres Unglück zu verhindern.

Zunächst wollte er ihnen aus der Bibel vorlesen und ihnen von ihrem Erlöser Jesus Christus erzählen, der für ihre Sünden am Kreuz gestorben war, doch da er schon bald feststelle, dass es hier mit Ausnahme der Nacktheit keine Sünden gab, kam ihm das nicht besonders klug vor; vor allem, weil eine Religion aus einer Mangelregion wie der Wüste in einer Überflussregion wie dem Regenwald überhaupt keine Bezugspunkte zum richtigen Leben aufweisen konnte, was anscheinend noch nie zuvor einem Menschen aufgefallen war.

Stattdessen erzählte Herr von Runkenstein den Eingeborenen am Lagerfeuer die uralte Geschichte von dem gefallenen Jedi Anakin Skywalker, welcher der dunklen Seite der Macht erlag und schon bald gegen seine Kinder kämpfte und erst im Tod die Erlösung fand; er erzählte von Han Solo und dass dieser vermutlich zuerst geschossen hatte und von dem weisen Meister Yoda und dass dieser ständig die Reihenfolge richtige der Worte er verwechselte.

Die Eingeborenen lauschen bedächtig und waren schon etwas beeindruckt, während sie Ihr Pfeilgift herstellten und mit dem Blasrohr auf zwanzig Meter eine Fliege treffen konnten, während sie nebenbei aus Wurzeln und Blättern Medizin herstellten und im Einklang mit ihrer Umwelt lebten.

Um die Primitiven vor sich selbst zu schützen, beschloss Herr von Runkenstein, das bürgerliche Gesetzbuch einzuführen, worüber sich die Eingeborenen sehr freuten, weil sie nun endlich juristisch gegen die Goldsucher vorgehen konnten, die ihre heiligen Berge in unheilige Schlammlöcher verwandelten, was jedoch nicht funktionierte, weshalb Herr von Runkenstein sich ein Beispiel an Jesus nahm und das BGB in ein Sturmgewehr verwandelte und die Goldsucher im Namen Gottes hinwegfegte und dann ihr Gold klaute, um seine Ausgaben zu decken.

Als er dann jedoch am Goldfieber erkrankte und im Goldrausch den gesamten Berg von Hand durchwühlte, um sich jedes gefundene Nugget sofort intravenös zu injizieren, erklärten ihm die Eingeborenen den Krieg und feuerten große Mengen von Giftpfeilen auf ihn, was jedoch nichts brachte, weil Herr von Runkenstein sich heimlich mit dem Pfeilgift geimpft hatte und nun immun dagegen war, allerdings nicht gegen die Götter des Waldvolkes, die nun in Gestalt von Jaguar, Anakonda und Harnröhrenfisch auf die Erde kamen und Herrn von Runkenstein solange zusetzten, bis dieser außer Landes flüchtete und sich selbst in eine Entzugsklinik einwies, wo man mit großen Mengen Silber seinen Goldrausch kurierte, was jedoch dazu führte, dass er eine Silberallergie bekam und sich deshalb einer Selbsthilfegruppe von Vampiren und Werwölfen anschloss.

Um sich selbst und seinen neuen Freunden zu helfen, entwickelte Herr von Runkenstein eine Silberimmunisierung, welche sie alle unempfindlich gegen Silber machte und als Nebenwirkung Sonnenlicht als Mondlicht interpretierte, was dazu führte, dass Vampire und Werwölfe einen Kreuzzug gegen die Menschheit begannen, aber sich schon bald gegenseitig bekämpften, weil man sich nicht einigen konnte, ob Knoblauch verboten werden sollte oder nicht, weshalb nun die Monsterheere mit Knoblauchgranaten und Hundepfeifen aufeinander losgingen und sich gegenseitig völlig vernichteten, was wiederum für die Menschheit sehr vorteilhaft sein sollte, da sie nun endlich ganz oben in der Nahrungskette standen, mit Ausnahme jedoch von Zombies, Cthulhu, Gremlins, Raketenwürmern, multiressistenten Keimen, Riesenkalmaren, Serienkillern und natürlich den internationalen Großkonzernen, welches an der Spitze jeder Nahrungskette stehen.


Herr von Runkenstein holt was aus dem Keller (#272)
Als Herr von Runkenstein sich in die Tiefen seines Kellers begab, um eine frische Flasche Absinth zu holen, nahm er in Gedanken versunken eine falsche Abzweigung und überquerte die Brücke der Verdammnis, welche seinen Speisekeller von seinem Gerümpelkeller trennte und gleichzeitig die Welt der Menschen von der Welt der unterirdischen Alpträume.

Dummerweise konnte man die Brücke nur in eine Richtung überqueren, weil ein alter Fluch auf ihr lag, um die Oberfläche vor der Tiefe zu beschützen, und so musste Herr von Runkenstein einen Umweg durch den Heizungskeller, den Waschkeller und das Spinnenlabor nehmen, wo geheizt, gewaschen und geforscht wurde, und zwar von hyperintelligenten humanoiden Arachnoiden, die in ihren Netzen lauerten und Versuchsnazis mit rechtsdrehender Gammastrahlung verseuchten, bis nur noch feuchte Schwämme übrig waren.

Herr von Runkenstein grüßte freundlich und betrat dann die Balrog-Schreibstube, wo tausend Balrogs an tausend Schreibmaschinen saßen und zufällige Tasten drücken mussten, bis sie entweder die Bibel oder den Herrn der Ringe geschrieben hatten; Hauptsache ein episches Märchenbuch.

Danach durchquerte er die Welt der Morlok, von denen jedoch keine Gefahr ausging, seit er sie täglich mit Soylent Eloi versorgte.

Kurz darauf kam er in einem dunklen Gang an eine Kreuzung, vor der ein ratloser Zauberer stand, welcher den Weg nicht mehr wusste, und so erlaubte Herr von Runkenstein sich einen Scherz und schubste ihn in ein tiefes Loch, warf einen Balrog hinterher und hoffe, dass die beiden sich verstehen würden.

Natürlich kannte Herr von Runkenstein den richtigen Weg, verwechselte diesen jedoch mit dem falschen Weg, welcher in ein so tiefes Gewölbe führte, dass der gesamte Boden aus Lava bestand, was jedoch kein Problem für ihn war, weil er einfach vom Sofa über den Sessel und das Bett zur Couch sprang, was ihn nun zu einem Fahrstuhl führte, welcher ihn direkt in seinen Kartoffelkeller brachte, was er sehr unheimlich fand, weil er keine Kartoffeln mehr gekauft hatte, seit die Erdäpfel vor einigen Jahren versucht hatten, seine Seele an den Teufel zu verkaufen, was nur deshalb nicht funktioniert hatte, weil die Seele des Teufels bereits Herrn von Runkenstein gehörte und seither in einem Einmachglas in der Speisekammer stand und darauf wartete, zu köstlichen satanischen Seelenpralinen verarbeitet zu werden.

Der Kartoffelkeller jedoch war weitaus bösartiger als der Teufel, weil die verdorbenen Knollengewächse sich nun erhoben und ihn mit verwesten Menschenkadavern bewarfen, weshalb Herr von Runkenstein den Notfallknopf drückte und den Raum verließ, um dann zu hören, wie glühendes Fett und fliegende Messer die Kartoffeln zu Chips zerstückelten und mit Essig und Salz erstickten, wie man es in England zu tun pflegte.

Wenig später durchquerte er das Kohlebergwerk, wo chinesische Wanderarbeiter für drei DDR-Mark die Stunde Kohle mit bloßen Händen schürften, doch das war immernoch besser, als iPhones zu bauen, denn Herr von Runkenstein hielt alle Sicherheitsvorschriften ein und spendierte regelmäßig Opium und Nudelsuppe mit Nazifleischbeilage aus dem Spinnenlabor.

Anschließend musste er nur noch durch einige enge Schächte krabbeln, eine Horde Höhlenforscher in einen Abgrund stoßen, ein antikes Alien-Artefakt mit einem Tropfen seines Blutes aktivieren, den alten Indianerfriedhof schänden, eine Maulwurfkolonie demokratisieren, der Königin der Nacktmulle Tribut zahlen, den Fluss Styx durchschwimmen, einen Raketenwurm auswildern, Hitlers Atombunker durchqueren und dann einen Durchgang in seinen Fahrradkeller sprengen und schon stand er wieder vor seiner Kellertür, wo er jedoch bemerkte, dass er irgendwo zwischen den Balrogs und den Chinesen die Flasche Absinth verloren hatte, wegen der er ursprünglich hier herunter gekommen war, weshalb er sich sofort umdrehte und zurückging, um nicht mit leeren Händen an die Oberfläche zurückzukehren.


Herr von Runkenstein verläuft sich im Nebel (#271)
Weil Herr von Runkenstein im dichten Nebel die Orientierung verloren hatte, gelange er in einen kleinen Ort, der auf keiner Karte verzeichnet war, was daran lag, dass dieser Ort nur bei Nebel existierte.

Zwar waren die Straßen menschenleer, die Bäume hatten Tentakeln statt Äste und nur einige Blutlachen sorgten für etwas farbliche Abwechslung, doch trotzdem gelangte Herr von Runkenstein zu einem sympathischen kleinen Hotel, wo ihn ein stummer, bewegungsloser Concierge ohne Gliedmaßen stumm begrüßte und ihm bewegungslos einen Zimmerschlüssel überreichte.

Nachdem er sich unzählige male in den verwahrlosten Gängen verlaufen hatte; dabei ein Zwillingsmädchenpaar, einen Gast mit Pyramidenhelm und einem Abgrund in die Hölle gesehen hatte, fand Herr von Runkenstein auf dem 13. Stockwerk sein Zimmer mit der Nummer 1408, dessen Zustand durchaus akzeptabel war, von dem defekten Spiegel einmal abgesehen, in dem er nicht sein Spiegelbild sah, sondern die unzähligen, grausamen Tode aller vergangenen und zukünftigen Zimmergäste; außer seinem eigenen, was er für ein gutes Omen hielt.

Nun wollte er erstmal ein Nickerchen machen, doch die unförmige und widernatürlich zuckende Beule der Bettdecke verriet ihm, dass bereits jemand oder etwas anderes die selbe Idee gehabt hatte, doch einen abartigen Schrei später war die Beule verschwunden und das Bett wieder frei.

Nach einem halbstündigen Schlaf wachte Herr von Runkenstein von dem Geräusch eines sanften Meeresrauschen auf und fühlte sich sehr erfrischt, musste aber feststellen, dass hier nicht das Meer rauschte, sondern Blut von den Wänden floss, was ihn sehr hungrig machte.

Schon einen kurzen Fahrstuhlabsturz später war Herr von Runkenstein in den Restaurant des Hotels, trank einen blutigen Wein aus dem Kopf eines Zombies und bestellte sich bei dem bleichen Kellner ein Steak, ohne sich nach dessen genauer Herkunft zu erkundigen, was ihm nicht notwendig erschien, weil diverse zerstückelte Leichen von Menschen, Tieren und anderen Kreaturen offen im Saal herumlagen.

Als eine leckere Mahlzeit später die Rechnung kam und er mit seinem Blut bezahlen sollte, war Herr von Runkenstein froh, dass er immer einen Beutel mit Eigenblut für den Notfall bereithielt, worauf der augenlose Kellner enttäuscht sein Skalpell senkte.

Anschließend machte Herr von Runkenstein einen kleinen Nebelspaziergang und stolperte dabei über einen Berg von Kinderknochen, landete aber glücklicherweise auf einem Müllbeutel, gefüllt mit den Augen von Witwen und Waisen, was für ihn ein großer Glücksfall war, weil direkt daneben ein mit Rasierklingen und Stacheldraht angefüllter Graben war, aus dem ein leises surren drang, weil der Stacheldraht ständig in Bewegung war und sich einen ewigen Kampf mit dem angrenzenden Wald aus modrigen Tentakeln lieferte.

Da es bereits der Abend dämmerte und aus dem vernebelten Zwielicht eine neblige Dunkelheit wurde, wollte Herr von Runkenstein den Ort verlassen und fragte in den Nebel hinein, wo der Ausgang war, und bekam die beunruhigende Antwort, dass er den Bus nehmen sollte, worauf ihm ein kalter Schauer über den Rücken lief, weil der öffentliche Nahverkehr für ihn der Horror war.

Als er kurz darauf die Bushaltestelle erreichte, wurde es noch unheimlicher, weil dort bereits diverse Fahrgäste warteten, die überhaupt nicht zu der Atmosphäre des Ortes passten, wie beispielweise der jugendliche auf-den-Boden-spucker, der spießige Buchhalter und die Frau mit den Leopardenleggins.

Mit etwas Abstand stellte sich Herr von Runkenstein zu der Gruppe und vermied jeden Augenkontakt, damit die unheimlichen Kreaturen nicht auf ihn aufmerksam wurden; als dann jedoch noch eine Schülergruppe eintraf, wurde es zu viel für ihn und er flüchtete von diesem Ground Zero des Grauens.

Kurz darauf fand er eine andere Bushaltestelle, wo er alleine warten konnte, mit Ausnahme eines Raben, der auf jede Frage die selbe Antwort gab, und schon bald kam auch der Bus, obwohl dieser laut Angabe des Raben nimmermehr eintreffen sollte.

Herr von Runkenstein bezahlte den grauenhaften Busfahrer, der offensichtlich vorher ein Taxifahrer in Berlin gewesen war, und beobachtete während der Fahrt kämpfende Titanen, modernde Leichenberge und mittelalterliche Folterungen, doch nichts davon konnte ihn auf das entsetzliche Grauen vorbereiten, welches jetzt noch vor ihm lag, denn der Bus hielt soeben an der mit Normalmenschen überfüllten Haltestelle, von der er kurz zuvor geflüchtet war.


fragment 3

In einem Wald aus inneren Organen ging ich spazieren, ein pochendes Herz klopfte laut strahlend am weiten Himmel und dürre Arm-Bein-Wesen überwanden in abartigen Bewegungen die Klippen der umliegenden Felsen,


Herr von Runkenstein verteidigt den Norden (#260)

Als der Winter langsam dämmerte und Kunde von weißen Wanderern und Eisriesen eintraf, begann Herr von Runkenstein mit den Vorbereitungen auf einen langen Winter, indem er das Wintergemüse aussäte und dann seinen Gemüsegarten mit Frostschutz durchtränkte.

Auch musste er seinen Vorratskeller mit frischen Vorräten an Klopapier, Phosphorgranaten und Absinth auffüllen und die Dämmung in den Wänden erneuern, weil sich die Haus-Orks aus dem Material Nester auf dem Dachboden gebaut hatten.

Als schon kurz darauf der erste Schnee fiel, war nicht nur Herr von Runkenstein überrascht, sondern der gesamte Kontinent; so wurde in England der Notstand ausgerufen, die Deutsche Bahn sperrte all ihre Züge im Winterquartier ein und niemand wusste mit dem weißen Tod mehr richtig umzugehen, weshalb das öffentliche Leben kollabierte und die Wirtschaft zusammenbrach, weil die Leute einfach zuhause blieben, um am Kamin einen Glühwein zu trinken.

Herr von Runkenstein jedoch blickte angespannt zu der großen Mauer im nördlichen Teil seines Gartens, weil er wusste, dass dort größere Gefahren als Nachtfrost und Glatteis lauerten; zu diesem Zweck hatte er eine Schwarm von Krähen dazu verpflichtet, auf der Mauer Wache zu stehen.

Eines nachts, im tiefsten Winter, wurde Herr von Runkenstein von einer Krähe geweckt, die ihm berichtete, dass die Kreaturen aus dem Norden die Mauer durchbrochen hatten; tatsächlich hatten sie das alte Gartentor gefunden und mit eine Kombination aus Geschick und einem verbogenen Draht einfach geöffnet.

Als sich die Horde auf Runkenfell zubewegte, war Herr von Runkenstein bereits in seinem Kommandostand und weckte eine Tüte Gummibären aus ihrem Winterschlaf, weil er einen Snack gebrauchen konnte; anschließend weckte er die echten Bären, die in seinem Gartenhäuschen überwinterten und jetzt die anrückende Horde mit C4-gefüllten Lachsen bewarfen und dann das C4 mit den Lasern auf ihren Köpfen zur Explosion brachten, woraufhin Bienen aus den Lachsen kamen, die ebenfalls über Sprengstoff verfügten und mit Kamikazeangriffen zu Ehren des japanischen Kaisesr minimale Erfolge erzielten.

Die Horde hingegen begann einen Gegenangriff mit Schneebällen, die sie mit Steinen gefüllt hatten, während die Eisriesen die Mammuts gegen die Mauern von Runkenfell trieben, wo die Haus-Orks Fässer mit glühend heißem Käse auf sie niederregnen ließen und anschließend mit Brot an langen Spießen auf sie einstachen, bis die Mammuts panisch und mit Käse bedeckt flüchteten und auf ihrem Weg zurück zahllose Eiszombies in ihrem Käsefell hängenblieben, was alles in allem ziemlich widerlich, aber äußerst effektiv war.

Herr von Runkenstein jedoch hatte bereits einen heißen Kakao in der Hand und mit Heizdrähten die fleischfressenden Pflanzen aufgewärmt und erweckt, die sich nun durch die Schneedecke erhoben und die Eiszombies mit brennenden Erbsen bespuckten und auffraßen, meistens sogar in der richtigen Reihenfolge.

Als einer der Eisriesen eine Scheibe einschlug und in die Küche kletterte, um dort den Kühlschrank zu plündern, wurde es Herrn von Runkenstein aber zu bunt und er griff zu Morgenstern und Flammenwerfer, erschlug den Riesen in der Küche und zündete dann große Teile seines Gartens an, während eine Firefly Fassbomben abwarf und ein arrakischer Sandwurm die Flüchtenden verzerrte.

Kurz darauf war es wieder still und friedlich in dem Garten vor Runkenfell und frischer Schnee fiel in Blutlachen und auf langsam gefrierende Leichen, während Herr von Runkenstein an seinem Glühwein nippte und kurz darauf zu Bett ging.

Menschenhass
(Das einunddreißigste Fressen)

Obgleich ich einer der ihren bin, sind mir die Menschen zuwider. Grausamkeit und Hinterlist, Ignoranz und Gier sind die Maximen der Menschheit, in die ich hineingeboren wurde, ohne eine Wahl zu haben; doch dies ist wohl das Schicksal eines jeden Geborenen. Ein Leben entsteht, eine Existenz beginnt, doch meistens ist es mehr Fluch als Segen; und man wird gezwungen es zu ertragen, scheint keine Wahl zu haben.
Der Mensch ist dem Menschen ein Wolf, dem Tier ein Monster, der Pflanze ein Schnitter und der Erde ein Virus. Den Mächtigen ist er ein Sklave, den Regierungen ein potenzieller Terrorist, den Religionen ein Schaf und den Bürokratien eine Nummer; dem Täter ein Opfer und dem Opfer ein Täter.
Zwar gibt es auch Menschlichkeit (Ja, "Menschlichkeit". Ein positiv besetztes Wort, welches doch soviel mehr bedeuten könnte) und Mitgefühl, das will ich nicht bestreiten. Doch gibt es nicht genug davon, dass es für alle reichen würde. Nicht jedem Menschen wohnt Menschlichkeit inne.
Edel sei der Mensch, hilfreich und gut; doch das Ideal ist nichts weiter als eine Statue aus vergangenen Zeiten, die an etwas erinnert, das es niemals gab.

Der Mensch ist ein Kleingeist, stets auf den eigenen Vorteil bedacht und erfüllt von Hass auf jene, die ihm fremd sind und etwas nehmen könnten. Der Habenichts widert ihn an und wird getreten, doch vor den Mächtigen buckelt er in der Hoffnung, dass einige Brosamen für ihn abfallen könnten.
Der Mensch will nicht wissen und begreifen, es genügt ihm zu glauben; der Glaube gibt ihm Halt und Hoffnung, ist ihm ein Schild gegen das Unbekannte und ein Schwert gegen das Ungewollte. Der Glaube lässt den Menschen glauben, er sei auf dem Platz, der für ihn vorgesehen ist, und er gibt ihn weiter an seine Kinder, auf dass auch jene zu kleinen Rädchen in der Mensch-Maschine werden, die sich sinnlos um sich selbst dreht und dabei vernichtet, was ihr unter die Panzerketten kommt.

Auch ich bin geboren als Mensch, zum Leben verdammt unter ihnen. Auch in mir ist ein Monster verborgen, doch ich versuche, es gefangen zu halten.
Seinen inneren Dämon nicht zu befreien, sondern Mitgefühl und Menschlichkeit walten zu lassen ist die größte Leistung, zu der ein einzelner Mensch fähig ist.


Herr von Runkenstein wird bestohlen (#261)

Während einer bequemen Zugreise mit dem Snowpiercer durch postapokalyptische Winterlandschaften entspannte Herr von Runkenstein sich gerade am Kamin mit einem heißen Glühkakao, als eine Revolution der Passagiere aus der 3. Klasse ausbrach und seine Winteridylle zu zerstören drohte. Aus diesem Grund koppelte er den hinteren Teil des Zuges ab und ließ die Aufrührer zum sterben auf offener Strecke zurück, um viele entspannte Stunden später in den Raum- und Zeitbahnhof von Walhalla einzulaufen, wo Odin bereits seinen Ehrengast erwartete.

Ein göttliches Saufgelage später war Herr von Runkenstein wieder auf dem Heimweg, diesmal jedoch im einem Luxuskreuzer, den man auf der Außenhülle eines Planetenzerstörers gebaut hatte, was sehr praktisch war, weil kein Weltraumpirat es wagen würde, einen Planetenzerstörer anzugreifen, und man außerdem zum Zeitvertreib nicht auf Tontauben, sondern auf Planeten feuern konnte.

Drei zerstörte Sonnensysteme später war Herr von Runkenstein wieder zuhause und musste dort feststellen, dass in der Zwischenzeit eine Bande von Weltraumdieben das Schlüsselbrett in der Garage geplündert hatte und mit seiner Sammlung wertvoller Schlachtschiffe verschwunden war, weshalb er sich sofort in seinen Weltraum-Volvo setzte und die Verfolgung aufnahm.

Das Peacekeeper-Kommandoschiff war dabei noch relativ einfach zu finden, weil er einen GPS-Diebstahlschutz an Bord installiert hatte und er das Schiff zudem als Aufzuchtstation für Aliens benutze. Der Heighliner der Raumgilde hingegen hatte bereits das halbe Universum durchquert, als dem Navigator das Spice ausging und er die Riesenzigarre vor die Wand fuhr, was hier jedoch lediglich eine Metapher ist, weil es im offenen Weltraum keine Wände gibt, sondern nur massive Ansammlungen von Materie.

Kurz darauf fand Herr von Runkenstein auch die Event Horizon, die ihre Entführer auf altbekannte Weise losgeworden war, sich aber problemlos zurück zur Erde steuern lies, wo er auch die LEXX fand, die gerade dabei war, die Niederlande aufzufressen.

Die Herz aus Gold hingegen war so gut wie verloren, weil sie in einem Legoversum zerschmettert und zu vielen Millionen Legosteinen zerfallen war und der Wiederaufbau selbst mit Sklavenarbeit zu lange gedauert hätte.

Ein Notruf aus dem Gamma-Quadranten führte Herrn von Runkenstein dann zu seinem Borg-Kubus, der an der Assimilation eines Dalek-Kommandoschiffs gescheitert war und nun zusammen mit den Cybermen gegen die Schattenproklamation um ein Goa'Uld-Mutterschiff kämpfte, weshalb Herr von Runkenstein umgehend eingriff, um weitere Zerstörung seines Eigentums zu verhindern und mit einem EMP alles im Umkreis von einem Lichtjahr lahmlegte, um es dann per Abschleppdienst zurück in seine Garage auf der Rückseite des Mondes schleppen zu lassen.

Tags darauf fand er auch seine TARDIS; diese stand im Laderaum einer Firefly, die sich im Magen eines Sternenwals befand, der auf einem toten Planeten gestrandet war, welcher sich in der Umlaufbahn eines schwarzen Lochs befand, welches wiederum gerade in ein noch viel größeres schwarzes Loch gesaugt wurde, weshalb Herr von Runkenstein bei der Rettungsaktion nicht nur enormen Gravitationskräften ausgesetzt wurde, sondern auch seinen Martini verschüttete, was wohl die größte Katastrophe im Verlauf dieser unglaublichen Geschichte war.

Herr von Runkenstein wird ein besorgter Bürger (#262)
Eines morgens klopfte es an der Tür und Herr von Runkenstein öffnete einigen besorgten Nachbarn, die ihn empört darüber informierten, dass in der Nachbarschaft ein Flüchtlingsheim eröffnet werden sollte, was ganz sicher den Untergang des Abendlandes verursachen würde und ganz bestimmt zu sinkenden Grundstückspreisen und steigender Kriminalität führen müsse, weil ja jedermann wisse, dass Ausländer im allgemeinen und Flüchtlinge im besonderen allesamt kriminell sind, da sie ja sonst nicht geflüchtet wären.

Nach einer fundieren Recherche auf P.I. und Facebook war Herr von Runkenstein ebenso empört und besorgt wie alle anderen und schritt sofort zur Tat, um die anströmenden Menschenmassen noch außerhalb der europäischen Festungsmauern aufzuhalten, musste jedoch schnell feststellen, dass sich bereits ein Meer zwischen ihm und den Flüchtlingsquellen befand, welches einen großen Teil der Habenichtse verschluckte und zudem ein komplexes Beobachtungs- und Abwehrsystem das nichteuropäische Untermenschentum auf Abstand hielt.

Da die Außengrenzen bereits über eine gute Flüchtlingsabwehr verfügten, ging Herr von Runkenstein wieder nach hause und begrüßte die Flüchtlinge, die nun bereits da waren, um herauszufinden, wie kriminell diese nun tatsächlich sind, was er einfach anhand der Hautfarbe ausmachen konnte, wie es im einige Polizisten erklärt hatten, die es ja wissen mussten; so fand er heraus, dass diese Ausländer alle mittel- bis schwerkriminell sein mussten, was seine Besorgnis noch vergrößerte.

Tatsächlich stellte er in den nächsten Tagen eine Zunahme der Kriminalität fest; so wurde die Unterkunft regelmäßig von kriminellen Elementen angezündet und deren Bewohner immer wieder beleidigt und angegriffen, was ganz klar eine Steigerung der Ausländerkriminalität bedeutete, weil ja ohne diese Ausländer die Inländer nicht dazu genötigt wären, sich kriminell zu verhalten und man sich ja überhaupt nur darum sorgte, dass die Sicherheit der Kinder gefährdet war, die in Kindergärten und Schulen längt mit den Flüchtlingskindern befreundet waren, was ein deutlicher Hinweis darauf war, mit welch perfiden Methoden sich diese Ausländer hier breit machen und versuchten, den deutschen Volkstod zu verursachen.

Während die besorgten Bürger weiter demonstrierten, besorgte Herr von Runkenstein Spielzeug und andere Sachen, um die prä-kriminellen Elemente davon abzuhalten, tatsächlich kriminell zu werden, worauf man ihn zu Tee und Keksen und netten Gesprächen einlud, die aber nicht mehr so nett waren, als man ihm erzählte, was man in den letzten Jahren so alles erlebt hatte und warum es in Deutschland viel schöner und friedlicher war als in Syrien, Afghanistan, Irak, Eritrea, Serbien, Albanien, Somalia, Sudan, Äthiopien und anderen Ländern, während der besorgte Mob vor der Tür mit Fackeln spazieren ging und Angst hatte vor Diebstahl und Müll auf den Straßen, was man sehr gut verstehen konnte, weil sowas ja nicht sehr schön war.

Auch in der Folgezeit stieg die Gegen-Ausländer-Kriminalität an und Herr von Runkenstein war tief besorgt wegen der ständigen Verletzungen der Menschenwürde, weshalb er seine Freunde und Helfer über die Vorgänge informierte, die sofort in Legionsstärke anrückte und wie die Wehrmacht über das Gebäude herfielen, um kriminelle Aktivitäten nachzuweisen und dabei einige verschreibungspflichtige Schmerzmittel fanden, zu denen jedoch kein Rezept vorlag, was ganz klar ein Drogendelikt war und deshalb zur umgehenden Abschiebung nach Syrien führen musste, was ein sicheres Herkunftsland galt, weil es dort in einigen Wüstengebieten noch nie zu Kampfhandlungen gekommen war.

Da die Abschiebung mit Integralhelmen durchgeführt wurde, tauschte Herr von Runkenstein die Abschiebehäftlinge gegen besorgte Abendländer aus, die sich im Morgenland nicht besonders wohl fühlten und deshalb in Nussschalen zurück nach Europa schwammen, wobei die eine Hälfte ertrank und die andere anschließend auf südeuropäischen Straßen leben musste, was man mit ein wenig Empathie ganz einfach hätte vermeiden können.

Das Flüchtlingsheim selbst hingegen löste Herr von Runkenstein nun persönlich auf, indem er seine Fähigkeiten der subversiven bürokratischen Unterwanderung nutze und den Aufenthaltsstatus seiner neuen Nachbarn legalisierte, sodass diese ein normales Leben führen konnten als Ärzte, Ingenieure, Einzelhandelsverkäufer, Reinigungsfachkräfte, Köche und Krankenpfleger, während sie gleichzeitig und unterbewusst die deutsche Leitkultur infiltrierten, bayerisch, hessisch und friesisch lernten, Fladenbrot mit Sauerkraut belegten und sich mit dem deutschen Volkskörper vermischten, wie es in den Jahrtausenden zuvor auch die Römer, Hunnen, Schweden, Slawen, Dänen, Langobarden, Osmanen, Polen, Franken, Wandalen und Wikinger getan hatten und was uns nun wirklich nicht geschadet hat, sofern man nicht gerade völkischem Gedankengut nahe steht und mehr Wert auf reines Blut legt als ein hypochondrischer Vampir.

Herr von Runkenstein blickt in das neue Jahr (#263)

Und so wurde es 2015 und Herr von Runkenstein erwartete die Ankunft von Marty McFly und des Hoverboards, war aber nicht sehr optimistisch, weil die Realität sich nur selten an filmische Vorgaben hält.

Stattdessen war zu erwarten, dass der Konflikt mit Russland weiterhin auf kleiner Flamme köchelte, während der nahe Osten im Chaos versinkt, im fernen Osten das Reich der Mitte seinen Einflussbereich erweitern würde und die USA weiterhin ihren Niedergang betreibt.

Auch war abzusehen, dass neue Wellen von Flüchtlingen gegen die Mauern und Zäune der Festung Europa branden würden, während Geheimdienste Daten sammeln, abhören und sich außerhalb jeglicher Gesetze bewegen, was für die meisten Leute aber nicht so schlimm war wie ein Flüchtlingsheim in der Nachbarschaft.

Herr von Runkenstein jedoch war dieser Dinge überdrüssig und machte Urlaub auf tropischen Eilanden, die in den kommenden Jahrzehnten vermutlich von den Meeren verschluckt werden würden, was jedoch die meisten Kontinentalhumanoiden nicht interessierte, da sie einfach nicht an den Klimawandel glaubten und auch die Evolution für die Ausgeburt eines verwirrten Geistes hielten.

Weil im Anschluss an den Urlaub noch soviel Jahr übrig war, gründete Herr von Runkenstein eine Fangflotte, welche die letzten Proteinreste aus den überfischten Meeren holen sollte, um mehr Platz für den Plastikmüll zu schaffen, der dort inzwischen heimisch war.

Danach stellte er große Netze auf, um biblische Heuschreckenschwärme aus der Luft zu fischen und diese als Flug-Shrimps zu verkaufen, was kein Problem war, weil er sie als günstiges Bio-Produkt bewarb und den meisten Leuten sowieso egal war, was sie essen, solange es billig oder Bio ist.

Den Rest des Jahres verschwendete Herr von Runkenstein dann mit Hütchenspiel, Lobbyismus und Genozid, machte jedoch einen Bogen um den Sommer, der heißer wurde als ein Sommer, wie er früher einmal war.

Herr von Runkenstein reist um die Welt (#264)
Während einer Kaffeefahrt von Java nach Kolumbien versank der mit Rentnern gefüllte Doppeldecker im Pazifik und wurde von bösartigen Strömungen nach R'lyeh getrieben, wo der große Cthulhu gerade träumte, in der Hersfelder Zeitung zu lesen, dass Herr von Runkenstein die Nord-West-Passage auf dem Rücken eines arroganten Eisbären bezwungen hatte.

Tatsächlich war dieser Traum eines uralten Dämonen garnicht so weit von der Wahrheit entfernt, denn wenige Tage später brach Herr von Runkenstein auf, die Nord-Ost-Passage auf dem Rücken eines panamaischen Packeis-Pinguins zu durchqueren, der jedoch nach wenigen Tagen von einem päpstlichen Heroin-Hai zerfetzt wurde, und das sogar im Namen Gottes und des fliegenden Spaghetti-Monsters.

Herr von Runkenstein war nun jedoch in Sibirien gestrandet und wanderte wochenlang in Gesellschaft eines sibirischen Wanderwals durch kontinentale Naturlandschaften, bis er auf einem Erdgasfeld in eine Pipeline stieg und von dem Gasdruck nach Europa befördert wurde, wo er ausstieg und den nächsten Bus nach hause nahm, der jedoch kein Linienbus war, sondern eine Kaffeefahrt, die auf dem Weg von Java nach Kolumbien im Pazifik versank, weshalb Herr von Runkenstein ausstieg, weil er wusste, wohin die bösartigen Strömungen ihn sonst treiben würden.


Herr von Runkenstein fotografiert Propheten (#265)
Als Herr von Runkenstein gerade das alte Fotostudio begutachtete, welches er gekauft hatte, um aus den Räumlichkeiten ein Starbucks zu machen, stand plötzlich ein Kunde vor der Tür, der dringend einige professionelle Selfies brauchte.

Nachdem der sympathische Bartträger Platz genommen hatte, begann Herr von Runkenstein zunächst mit den üblichen Passbildern und öffnete dann eine Flasche Sekt, um die Stimmung aufzulockern.

Als der Araber, der sich inzwischen als Mohammed vorgestellt hatte, angetrunken auf dem Bärenfell lag, kam er ins reden und klagte darüber, dass seine unzähligen Fans immer wieder seine Bilder zerstörten und er nicht einmal mehr in einen Spiegel blicken konnte, ohne ein mulmiges Gefühl zu bekommen.

Selbst das Bild auf seinem Führerschein hatte man heimlich mit Edding übermalt und das Fotoalbum mit seinen Babybildern war schon vor langem aus dem Haus seiner Mutter gestohlen worden. Herr von Runkenstein hatte Mitleid mit dem Propheten und schenkte ihm ein erotisches Fotoshooting, zu dem es jedoch nicht mehr kam, weil ein Messias den Laden betrat, welchen er sofort als Jesus von Nazareth erkannte, dessen Gesichtszüge allgemein bekannt sind, seit plastische Modelle von dessen Foltertod zur religiösen Inneneinrichtung gehören.

Dieser Jude, der gleichzeitig Christ war, war jedoch nicht als Kunde gekommen, sondern fragte Mohammed, ob es noch lange dauern würde, da er im Halteverbot stand und er deshalb ein schlechtes Gewissen hatte.

Herr von Runkenstein machte deshalb schnell die Bilder fertig und überreichte sie dem Kunden, welcher hoffte, dass sie ihm niemand so schnell kaputtmachen würde, während sich Jesus draußen mit einer Politesse anlegte, welche nicht der Meinung war, dass man im Halteverbot mal kurz parken durfte, nur weil man für die Sünden der Menschheit am Kreuz gestorben war.


Herr von Runkenstein verbreitet Sternenschreie (#266)
Während Herr von Runkenstein eine Gammastrahlenexplosion nahe des Tannhäuser Tores beobachtete, überkam ihn der Gedanke, dass alle sichtbare und unsichtbare Strahlung im Weltraum die Todesschreie sterbender Sterne sind, was ihn sehr nachdenklich machte, bis er auf YouTube das Video einer Katze sah, die eine Plüschkatze umarmte, welche ebenfalls eine Plüschkatze umarmte.

Nachdem er das Video über Facebook und Twitter weiterverbreitet hatte, fing er das Licht eines Sterns mit einem Prisma ein, speicherte es in einem optischen Speichermedium, löschte einige obszöne Wellenlängen, filterte die Röntgenstrahlung durch einen Patrioten und verschob dann das gesamte Arrangement in den hörbaren Bereich, um es mit Hilfe von Piratensendern auf der ganzen Welt zu verbreiten, was er nicht als Terrorismus, sondern als Kunstaktion betrachtete.


Herr von Runkenstein auf Klonexpedition (#267)
Während einer Expedition zum Südpol des Pluto musste Herr von Runkenstein viele tausende male die Schlittenhunde auswechseln, weil diese mit der Temperatur und fehlenden Atmosphäre nur schwer zurechtkamen, weshalb die Schlittenhundeklonmaschine zu den wichtigsten Ausrüstungsgegenständen gehörte.

Nur wenige Tage vor dem Ziel wurde die Expedition jedoch von neptunischen Eisbären angegriffen, welche die Klonmaschine in ihre Gewalt brachten und umprogrammierten, sodass sie fortan nur noch Seehundschnitzel erzeugte, die sich nur schwer vor einen Schlitten spannen lassen.

Tags darauf gingen die Schlittenhunde zuneige und die Klonmaschine war völlig im Eimer, weshalb Herr von Runkenstein zu drastischen Maßnahmen griff und die Eisbären auf Mindestlohnbasis anstellte, um sie wenige Stunden später am Südpol wieder zu entlassen und den Lohn einzubehalten wegen mangelhafter Leistung, was auf Pluto völlig legal war.

Die Eisbären jedoch ließen sich das nicht bieten und beauftragten einen Anwalt, der kurz darauf den Südpol mit Brandbomben in eine eisige Feuerhölle verwandelte; allerdings den falschen Südpol, nämlich den der Erde, wo es nur Pinguine gab, welche sehr rachsüchtig sind und eine Terrorgruppe gründeten, die den Nordpol mit Anschlägen überzog, allerdings den Nordpol der Sonne, wo nur Sonnenwürmer leben, die immerhin bis zu 17 Lichtsekunden lang werden und damit groß genug sind, um Pinguine, Eisbären und Anwälte mit gezielten Feuerstößen zu töten.

Herr von Runkenstein jedoch saß noch immer auf dem Südpol des Pluto, lutschte Champagnereis und hämmerte auf seiner Klonmaschine herum, die jedoch nur fernöstliche Supermodels und mittelirdische Zwergenkrieger produzierte, wofür er am Rand des Sonnensystems aber überhaupt keinen Bedarf hatte.


Herr von Runkenstein fördert den Welthandel (#268)
Nachdem Herr von Runkenstein eine tief eindringende Forschungssonde zum Uranus geschickt hatte, bemerkte er, dass dies nur in der englischen Sprache lustig war, weshalb er die Sonde zum Pluto umleitete und dort eine Filiale der Deutschen Bank errichtete, welche hauptsächlich der Geldwäsche und Steuerflucht dienen sollte.

Als diese Filiale einige Monate später von strenggläubigen Weltraumkommunisten niedergebrannt wurde, kassierte Herr von Runkenstein die Versicherungssumme und erbaute auf den Trümmern einen Hofladen für den angrenzenden Bauernhof, auf dem ein Einwanderer von Neptun alemannische Absinth-Austern und portugiesische Piratentomaten züchtete, welche Herr von Runkenstein bis in den Schwarzwald exportierte, wo er auch Giftmüll in den berühmten schwarzen Löchern entsorgte, welche dort überall im Gebüsch leben und sich überwiegend von schnöden Schnecken und schwäbischen Schwätzern ernähren.

Einige feindliche Übernahmen später hatte Herrn von Runkensteins Handelsimperium die Grenzen des Wachstums erreicht und er benötigte weitere Planeten zur Ausbeutung, stattdessen expandierte er in die Vergangenheit und deklarierte Dinosaurier zu Pferdefleisch für die Lasagneherstellung und verkaufte Mammut-Dung als billiges Brennmaterial an die Hochofenbetreiber der chinesischen Industrierevolution.

Als kurz darauf die Börse kollabierte und Geld nichts mehr wert war, war Herr von Runkenstein sehr froh, dass er vor allem in Edelmetalle, Konservendosen und Kriegswaffen investiert hatte, sodass er den Zusammenbruch der Zivilisation unbeschadet überstand und zum Herrscher über die Donnerkuppel wurde, wo er ehemalige Börsenmakler und Aktienanalysten in Gladiatorenkämpfen um ihr Leben und zwei Dosen gebackene Bohnen kämpfen ließ, was viel lustiger und grausamer war, als es klang.


Herr von Runkenstein beherrscht den Luftraum (#269)
Eigentlich hatte er vorgehabt, aus dem Wandspiegel einen Taschenspiegel zu machen, doch entgegen allen Naturgesetzen wurde der Schrumpfstrahl zurückgeworfen und verkleinerte Herrn von Runkenstein auf eine Größe, in der er auf einer Ameise reiten konnte, was er auch sogleich tat, weil just in diesem Moment eine ahnungslose Ameise seinen Weg kreuzte.

Mit mehreren Zentimetern pro Sekunde galoppierte er nun in Richtung der rettenden Vergrößerungsmaschine, wurde jedoch von einem Zuckerwürfel aufgehalten, welcher von seinem Reittier sogleich begutachtet wurde.

Noch während Herr von Runkensteinchen darüber nachdachte, warum in seinem Labor ein Zuckerwürfel herumlag, wurde die Ameise von einer Labor-Amsel angegriffen, die sich aus ihrer Hochsicherheitszelle befreit hatte.

Zum Glück für Herrn von Runkenstein war die Amsel eines seiner Laborexperimente und gehörte zu der Gruppe der Cyborggeflügel, welche Herr von Runkenstein als kostengünstige biomechanische Luftwaffe für Dritte-Welt-Länder, Zwergenstaaten und Großkonzerne entwickelt hatte, damit diese ihre Lufthoheit gegen Terror-Tauben, US-Drohnen, schwedische Zeppeline und Analsonden-UFOs verteidigen konnten.

An Bord der Amsel betrat Herr von Runkenstein das Kontrollzentrum, flog die Amsel an den Rand der Stratosphäre und feuerte ein Dutzend Hellfire-Raketen auf Schweden ab, denen er die Schuld an seinem Unfall gab, weil ihre verdammten Zeppeline ständig seinen Luftraum verletzen.

Anschließend fühlte er sich viel besser und flog die Amsel direkt in den Vergrößerungsstrahl, was ihn wieder auf normale Humanoidengröße vergrößerte, aber die Cyborg-Amsel zu einem mächtigen Raubvogel der Galaxy-Klasse machte, weshalb die USA sofort auf DEFCON 2 gingen und Herrn von Runkenstein aufforderten, sein Atomprogramm einzustellen, was jedoch nichts mit der godzillaischen Cyborg-Amsel zu tun hatte, die soeben die Lufthoheit an sich riss und sämtliche US-Drohnen mit dem gigantischen Todeslaser auf ihrem Kopf im Flug verglühte, weshalb sie schon bald weltweit zu einem Symbol des Friedens wurde, obwohl sie nicht einmal einen Olivenbaum im Schnabel trug, sondern nur eine Bordkanone, die brennende Kettensägen abfeuerte, was noch viel besser war als ein Atomprogramm oder ein Todesstern.


Herr von Runkenstein erforscht Wurmlöcher (#270)
Als Herr von Runkenstein in der nordeurasischen Wildnis die Überreste eines Axolotl-Restaurants der Azteken entdeckte, in der australischen Wüste eine Wikingersiedlung und in den Karpaten einen alten Cyborgfriedhof aus den Maschinenkriegen des 23. Jahrhunderts, wurde ihm klar, dass er die Geschichtsbücher umschreiben und um diverse Wurmlöcher ergänzen musste, was nicht ganz einfach war, weil Wurmlöcher weder Fußspuren noch Logfiles hinterlassen.

Stattdessen besuchte er den Quantenwurm Horst, den er persönlich kannte und von dem er wusste, dass seine Familie seit Generationen Wurmlöcher in unsere Raumzeit frisst.

Bei der Durchsicht von Horsts Familienfotoalbum fand er neben den üblichen Bildern von Einschulungen, Familiengeburtstagen, Zoobesuchen und interdimensionalen Blutfehden auch diverse Bilder über absurde Verflechtungen der Weltgeschichte, welche er jedoch niemals im vollen Umfang erfassen konnte, weil Quantenwürmer zu achtdimensionalen Wurmlochkreuzungen, möbiusbandförmigen Zeitschleifen und Abkürzungen durch dunkle Materie neigen, und das bereits in nüchternem Zustand.

Von Horsts Großonkel Brigitte erfuhr Herr von Runkenstein, dass es einst einen Vetter gab, der nach dem Genuss von einem Hektoliter Absinth ein Wurmloch durch 19,75 Dimensionen fraß, wobei er den großen Tentakelarm der Andromedagalaxie vernichtete, das Bein von Karl dem Großen mit dem Tesserakt-Altar des päpstlichen Megacomputers verschmolz und anschließend einen fünfköpfigen Zwetschgenbaum durch ein Nadelöhr saugte und dabei saudi-arabische Technogedichte über homosexuelle Korangelehrte aus dem vierten Jahrtausend rezitierte.

Weil Herr von Runkenstein nun neugierig auf die Kunst des wurmlochfressens geworden war, entwickelte er ein mechanisches Lochfrasswurmschiff mit Dampfantrieb und fräste sich nur wenige Tage später durch die Raumzeit einer abgesperrten Teststrecke im frühen Kambrium.

Als dann jedoch eine Dampfleitung wegen eines Marderschadens brach, war Herr von Runkenstein kurz abgelenkt, weshalb es zu einem Durchbruch in das biologische Versuchslabor des großen Cthulhu kam, worauf die Ausgeburten unzähliger Alpträume durch das Loch auf die Erde flohen und so zur kambrischen Explosion führten, was Herr von Runkenstein zu seinem Bedauern sehr lustig fand und auch nicht mehr ändern konnte; vor allem, da die erwähnten Kreaturen sich bereits bewaffnet und zu Allianzen zusammengeschlossen hatten, um die natürliche Selektion mit Scheren, Panzern, Stacheln, Schlagringen und radioaktiven Mörsergranaten durchzusetzen.


Herr von Runkenstein ist kein bunt blinkendes, interaktives Multimedia, keine schnell geschnittenen Videosequenzen und digital verquirlten Bilder, kein raumausfüllender THX-Sound und keine Hochgeschwindigkeits-Massenunterhaltung. HvR sind Sätze, kompliziert ineinander verschachtelt oder minimalistisch durchgesiebt, zu sprachgewaltigen Wortungeheuern verschraubt oder zu sinnlosem Gewäsch zerhackt. HvR sind Worte, die als pupillenerweiternde Einzelgänger aus dem Buchstaben-Dickicht hervorspringen und mit psychotronischen Elektroskalpellen in das Gehirn ihres Opfers vordringen, um dort ein kosmobiotisches Neuronen-Synapsen-Blitzgewitter auszulösen; oder in Form von Herden, Milizen, Stämmen, Gangs, Schwärmen, Syndikaten, Nationen oder anderen Organisationsformen gemeinsam durch Pupille und Sehnerv in die Spracherkennung des Gehirns gelangen und sich dort nach ihrer Decodierung wie Computerviren in der brötchenförmigen Denkmasse ausbreiten, um das Bewußtsein in einen Jahrhunderte andauernden Guerillakrieg zu verwickeln, welcher nach schweren Verlusten für alle Seiten üblicherweise mit der Implosion des Kopfes endet. Und HvR sind Geschichten, deren Handlungen, Lokalitäten und Ereignisse derart unvorhersehbar sind, dass sie quasi aus dem Nebel der Unvorhersehbarkeit hervorbrechen, um sich sofort in das Stammhirn des Lesers einzubrennen und zu einer unauslöschbaren Vergangenheit und Gewissheit zu erstarren.
CC BY-NC-ND 4.0 Dennis Langer