Robotic Greetings

Runkensteins Wortkatakomben

Texte aus den tieferen Gefilden des Verstandes
lustig - absurd - düster - kafkaesk - surreal - grotesk

Herr von Runkenstein

ist meine Reihe lustig-absurder Kurztexte, die ich seit 2001 schreibe und die 2007 zur Basis meiner Poetry-Slam-Auftritte wurden.
Es sind die absurden Abenteuer eines seltsamen Zeitgenossen, dessen Größenwahn, Verleugnung der Naturgesetze und zeitweilige Omnipotenz in Verbindung mit unzähligen politischen, gesellschaftlichen und popkulturellen Anspielungen zu Kurzgeschichten der absonderlichsten Art führt.

Nach unten zu den neusten Texten

#1: Herr von Runkenstein und die Gurke
HvR#1
Herr von Runkenstein und die Gurke

Und so begab es sich eines Tages
dass Herr von Runkenstein abends vor dem zubettgehen zum Kühlschrank ging
und sich aus dem Gurkenglas eine Gurke nahm
Als er in die Gurke biss, quietschte sie plötzlich
und öffnete dann einen kleinen Mund
und fragte
"Warum beißt du mich? Ich habe dir nichts getan."
und Herr von Runkenstein antwortete erschrocken
"Ich habe Hunger. Und du bist eine saure Gurke."
aber die Gurke sagte
"O ja, ich bin eine sehr saure Gurke.
Warum isst du nicht ein Stück Fleisch? Das ist schon lange tot."
doch Herr von Runkenstein antwortete
"Aber du warst schon lange in dem Glas eingelegt. Du bist auch schon lange tot."
Dann biss Herr von Runkenstein noch zweimal in die quietschende Gurke
und schluckte sie herunter


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#2: Herr von Runkenstein hört ein Geräusch
HvR#2
Herr von Runkenstein hört ein Geräusch

Herr von Runkenstein saß gerade am Tisch
und las die Fernsehzeitung von vorvorgestern
als er ein Geräusch aus der Nachbarwohnung vernahm
denn die Wände sind relativ gesehen und absolut betrachtet sehr dünn
weshalb er fast alle Geräusche der Nachbarn hören konnte
Diesmal war es Herr Alpenschwarz
der ein Doppelleben führte
Tagsüber war er ein Bahnbeamter im mittleren, nichttechnischen Außendienst
und nachts ein Glühwürmchen, das für Gerechtigkeit und gegen Zahnstein kämpfte
denn es war ein Superglühwürmchen
aber nur nachts
Anscheinend saß dieser besagte Nachbar am heutigen Tage
und vermutlich in seiner menschlichen Gestalt
da es ja helllichter Tag war
auf seinem Wasserklosett
vielleicht stand er auch davor
und produzierte unmenschliche Geräusche
die fast so klangen wie
flüssiger Durchfall
der grün leuchtet


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#3: Herr von Runkenstein feiert Weihnacht
HvR#3
Herr von Runkenstein feiert Weihnacht

Am Abend nach Neujahr bemerkte Herr von Runkenstein
dass es inzwischen Frühling geworden war
der ohne Ankündigung in den Sommer überging
deshalb schwamm er zum Nordpol, um sich etwas abzukühlen
Wieder zurück in der Heimat war es inzwischen Herbst
es wurde also Zeit, im Wald einen Weihnachtsbaum zu fällen
obwohl der des Vorjahres noch stand
nur war dieser nicht mehr grün
sondern eher farblos und ausgebleicht
Als Herr von Runkenstein zwischen Weihnachten und Ostern
sein Geschenk auspackte
handelte es sich um einen Hundertjährigen Kalender
der aber inzwischen abgelaufen war
also öffnete er das Geschenk
welches er sich eigentlich erst im kommenden Jahr schenken wollte
und fand darin ein Paar Socken und einen grünen Pullover
der leider zu klein war
und überhaupt nicht passte


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#4: Herr von Runkenstein und die Drogen
HvR#4
Herr von Runkenstein und die Drogen

Als Herr von Runkenstein sich wieder einmal bei einem Nachbarn
zum Zwecke des Konsums von Drogen einfand
war dieser besagte Herr Nachbar
nennen wir ihn einfach Herrn Stockundstein
weil das sein Name war
bereits damit beschäftigt
die abgezogene und gegerbte Haut
eines am Tage zuvor entführten kleinen, grauen Aliens
dessen sterbliche überreste bereits in einen antiken Kronleuchter
eingearbeitet worden waren
in pulverförmige Kristalle zu zerschneiden
oder zu zerstoßen
das konnte man nicht genau erkennen
Als Herr Stockundstein sich diese Kristalle injizierte
direkt in das Gehirn
war er erst mal platt
Als Herr Stockundstein kurz darauf zum Kühlschrank schwebte
und sich singend mit einem Stück Kalbsleberwurst
über die Fortpflanzungsrituale südfranzösischer Weinbergschnecken unterhielt
packte Herrn von Runkenstein das nackte Grauen
Mit einem Korkenzieher bewaffnet stürmte er durch den Raum
und schnitt das Stück Kalbsleberwurst in drei Hälften
die er Tags darauf auf dem Friedhof an verschiedenen Stellen vergrub
Herr Stockundstein aber brauchte drei Wochen
und mehrere Kilogramm kolumbianischen Schnee
um mit seinen Füssen den Boden wieder zu erreichen
Mit einem satanischen Ritual versuchte er anschließend
die drei Kalbsleberwurststücke wieder zu vereinen
bekam aber nicht mehr als ein einfach "Muh" aus dem Trio heraus
Herr von Runkenstein konsumierte keine Drogen
nahm aber zur Sicherheit das Alienpulver an sich
da Herr Stockundstein es sicher wieder an den örtlichen Kindergarten
als Vitaminmischung verkaufen würde
wie er es in der Vergangenheit bereits mehrere Male tat


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#5: Herr von Runkenstein und der Computer
HvR#5
Herr von Runkenstein und der Computer

Als Herr von Runkenstein seinen Computer anschaltete
stürzte dieser sofort ab
als er ihn noch einmal startete
fuhr Windows 98 ordnungsgemäß hoch
Da Herr von Runkenstein aber die Maus bewegte
war Windows 95 sofort überlastet und zeigte einen Blue Screen
wegen akuter und chronischer Instabilität
Nach einem Neustart lief Windows 2000 jedoch überraschenderweise stabil
Herr von Runkenstein wollte in das als Internet bekannte Internet
und öffnete den Microsoft Internet Explorer, der sofort abstürzte
Windows 3.11 blieb jedoch stabil
Herr von Runkenstein öffnete Opera und eine DFü-Verbindung
das Microsoft Disk Operating System blieb stabil
Als Herr von Runkenstein sich in das als Internet bekannte Internet einwählen wollte
war die Leitung besetzt
Dann stürzte Windows XP ab


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#6: Herr von Runkenstein in der Techno-Disco
HvR#6
Herr von Runkenstein in der Techno-Disco

Am Wochenende verließ Herr von Runkenstein seine Wohnung
um im angrenzenden Industriegebiet etwas Musik zu hören
Er fand zu einem Parkplatz mit vielen Autos
in den meisten von ihnen wurden Drogen konsumiert, kopuliert oder masturbiert
oder einfach nur Musik gehört
und dabei ein Joint gedreht
Am Eingang standen drei brutal aussehende Wachen
mit schweren Waffen
und vom KGB ausgebildet
Sie durchsuchten alle vorbeikommenden Passanten nach Drogen
weil kein Dealer ihnen etwas verkaufte
und nach Waffen
da Munition hierzulande sehr teuer
und manchmal auch nicht so einfach zu bekommen war
Im Eintritt waren ein Getränk oder eine Droge inbegriffen
deshalb bestellte Herr von Runkenstein sich an der Bar
einen zerstoßenen Außerirdischen
bekam aber nur einen schwarzen Kaffee
in einer dreckigen Tasse
Der Lautstärkepegel war geradezu ohrenbetäubend
deshalb beschwerte sich Herr von Runkenstein bei dem jungen Mann
der gerade eine Schallplatte misshandelte
wurde aber nicht verstanden
wegen des extrem hohen Lautstärkepegels
Auf der Tanzfläche zappelten und wuselten viele Menschen
unterschiedlichen Aussehens
durcheinander und bewegten sich zum Takt
des tief dröhnenden Basses
der wieder
und wieder
und immer wieder aus der allgemeinen Geräuschkulisse
hervorbrach und alles unter sich begrub
Ein heftiges flackern mehrerer Dutzend Stroboskope
tauchte den Raum in ein zeitlupenförmiges Licht
das geradezu meschugge machte
Zurück auf dem Parkplatz wurden Herrn von Runkenstein Drogen angeboten
aus Erfahrung kaufte er einige Pillen
Als er kurz darauf von einigen Minderjährigen angesprochen wurde
die auf der Suche nach Drogen waren
verkaufte Herr von Runkenstein ihnen die soeben erst erworbenen Pillen
zum doppelten Preis
Minderjährige waren eben Idioten
Von dem Gewinn kaufte Herr von Runkenstein sich
einen der großen Basslautsprecher in der kunstnebelverseuchten Tanzlokalität
welchen er sofort bezog
Einige Monate später verkaufte er sein neues Eigenheim wieder
wegen der regelmäßig vor seiner Türe eingeschlafenen
oder verstorbenen Freaks
und des teuren Eintrittes
denn leider hatte sein Lautsprecher keinen Eingang zur Straße
und an der Kasse konnte sich nie jemand an sein Gesicht erinnern
obwohl er bereits seit Jahren hier wohnte


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#7: Herr von Runkenstein wird kurzzeitig eine Atommacht
HvR#7
Herr von Runkenstein wird kurzzeitig eine Atommacht

Gestern Nacht um 19:73 Uhr südwestaustralischer Sommerzeit
stürzte ein Meteorit auf Herrn von Runkenstein
Der größte Teil war allerdings in der Atmosphäre verglüht
deshalb traf ihn nur ein fingergroßes Stück
welches durch Regen abgekühlt
und durch Wind gebremst wurde
Aus diesem Grund bekam Herr von Runkenstein nur eine kleine Beule
und leichte Kopfschmerzen wegen der starken Strahlung
Er hob den Stein auf
und nahm ihn mit nach hause
Dort schätzte er dessen Zerstörungskraft auf mehrere Milliarden Tonnen TNT
doch da Herr von Runkenstein den Meteoriten von seiner tödlichen Bahn abgelenkt hatte
wurde die Zerstörung der Erde verhindert
Herr von Runkenstein fühlte sich fast wie Superman
nur das er nicht fliegen konnte
Dann sagte der kleine Meteorit
"Deine blöde Rübe war mir im Weg.
Gott hat mich geschickt, um die Erde zu terminieren."
und hustete er eine kleine Staubwolke aus
"Willst du dich gegen den Plan Gottes stellen? Du musst mein Werk vollenden!"
Herr von Runkenstein fand dass sehr logisch
und machte sich sogleich auf den Weg
um mehrere Milliarden Tonnen TNT zu kaufen
wurde aber wegen eines Lieferengpasses
an den örtlichen Selbstverteidigungsatomwaffeneinzelhandel verwiesen
der ihm kostengünstig eine tolle Atombombe verkaufte
mit Gütesiegel des Pentagon
ein afrikanisches oder asiatisches Land seiner Wahl gab es gegen Aufpreis dazu
aber den zahlte Herr von Runkenstein nicht
weil er die Erde terminieren
und nicht ein afrikanisches oder asiatisches Land seiner Wahl regieren wollte
Gegen 23:23 Uhr hatte Herr von Runkenstein die Bombe
in dem Ordnungsamt eines eurasischen Vorortes
an das örtliche Stromnetz angeschlossen
welches als sehr zuverlässig galt
Dann entschied er sich kurzfristig aber doch noch dafür
ein afrikanisches oder asiatisches Land seiner Wahl zu regieren
und wie alle anderen Diktatoren die restliche Welt mit der Atombombe zu bedrohen
Plötzlich jedoch schwebte der kleine Meteorit neben Herrn von Runkenstein
und redete auf ihn ein
"Was ist los, Feigling? Vollende mein Werk! Es war Gottes Wille!
Ich sollte euch alle vernichten! Ich bin der Meteoriterminator!"
Herr von Runkenstein fing dem Meteoriten und ging zu der Bombe
öffnete eine Klappe und warf den Meteoriten hinein
Dann schaltete Herr von Runkenstein den Explosionshebel auf Implosion
und den Implosionshebel auf "kleine Meteoriten (Im Auftrag Gottes, sprechend)"
Er gab das geheime Passwort "passwort" ein
und drückte auf den roten Knopf
Die Atombombe rumpelte
und stieß eine kleine Rauchwolke aus
Herr von Runkenstein öffnete wieder die Klappe
und betrachtete das Meteoritenpulver
welches er dann in ein Tütchen packte
und es am Abend an seinen Nachbarn Herr Stockundstein verkaufte
der immer Verwendung für pulverförmige Substanzen hatte
besonders für jene
welche durch nukleare Implosionen entstanden waren
Herr von Runkenstein hingegen
war inzwischen anerkannter Diktator von Belgisch-Südost-Afrika
und König eines weltweiten Nuklearimplosionsmeteoritenpulverimperiums
musste aber nach nur wenigen Monaten fliehen
wegen eines Militärputsches
im Auftrag der Thermonuklearmikrowellenjunkfoodmafia
mit der Herr von Runkenstein sich besser nicht hätte anlegen sollen


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#8: Herr von Runkenstein kauft Klopapier
HvR#8
Herr von Runkenstein kauft Klopapier

Da Herrn von Runkenstein in der Vergangenheit
bereits mehrere male das Klopapier zuneige ging
wenn er es gerade am dringensten benötigte
beschloss er
wieder einmal Klopapier zu kaufen
Das war wesentlich bequemer
als es selber herzustellen
Das wusste Herr von Runkenstein aus Erfahrung
Mit Vorliebe verwendete er dreilagiges Klopapier
und feuchtes Klopapier in Kombination
da Juckreiz im Bereich des Enddarms
eine äußerst unangenehme Situation darstellt
In einem Klopapierfachgeschäft
der gehobenen Preisklasse
liess Herr von Runkenstein sich jedoch eine Neuentwicklung
der Klopapierindustrie andrehen
welche sich später jedoch als ein Fehlgriff herausstellen sollte
da das wiederverwendbares Klopapier für die Waschmaschine
zu unangenehm riechender Kleidung
und Hautausschlag mit Juckreiz führte
und sich zudem negativ auf zwischenmenschliche Kontakte auswirkte
Das übliche Klopapier hingegen
wird in Klärwerken aus dem Wasser gefiltert
getrocknet, gereinigt, desinfiziert
und anschließend wieder dem Handel übergeben
Feuchtes Klopapier wird ähnlich behandelt
aber nicht getrocknet
da es ja feucht ist
Herr von Runkenstein bevorzugte jedoch
Klopapier aus südlateinamerikanischen Klopapiermanufakturen
weil südlateinamerikanischen Edelhölzer
angeblich besonders hautfreundlich sind


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#9: Herr von Runkenstein nutzt den XXL-Tarif
HvR#9
Herr von Runkenstein nutzt den XXL-Tarif

Als es versehentlich wieder Sonntag wurde
stand Herr von Runkenstein vor dem Problem
welches ihn alle sieben Tage heimsuchte
nämlich eine plötzliche
und manchmal geradezu unerwartete
freie Zeit
auch Freizeit genannt
Unglaublicherweise ergab sich aus dem
ebenfalls siebentägigen Rythmus
der ganztägig verschlossenen
Konsum- und Erholungsöttlichkeiten
die geradezu groteske Situation
das Herr von Runkenstein über einen Zeitraum
von ungefähr einen üblichen Tag
mit üblicher Tageslänge
zwar sehr viel Zeit hatte
aber keine Möglichkeit
diese Zeit im Sinne einer Konsum- und Erhohlungsgesellschaft
nämlich konsumierend und erhohlend
zu verbringen
Lediglich der Begriff der Freizeitgesellschaft traf hier zu
da Herr von Runkenstein an diesem Tag freie Zeit
zur freien Verfügung stand
Also tat Herr von Runkenstein etwas an diesem Tag
für diverse Menschen
unter denen sich auch Herr von Runkenstein befand
geradezu übliches
das sich förmlich aufdrängte
nämlich das ausnutzen des Telekom-ISDN-XXL-Tarif
welcher es Herrn von Runkenstein erlaubte
sich für nahezu einen vollständigen Tag
in das nationale Kommunikationsnetz einzuwählen
und sich von dort freien und ungehinderten Zugang
zu dem internationalen Kommunikationsnetz
auch bekannt als Internet zu verschaffen
Und für einen unter gewissen Umständen
sehr geringen Preis zu kommunizieren
nämlich kostenlos


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#10: Herr von Runkenstein trifft einen Außerirdischen
HvR#10
Herr von Runkenstein trifft einen Außerirdischen

Am Abend des 35. November landete ein außerirdisches Flugobjekt
in direkter Nähe zu der Stelle
an der Herr von Runkenstein sich zu diesem Moment aufhielt
und welcher sich später als ein Landeplatz für fliegende Objekte
jedweder Abstammung entpuppen sollte
Da Herr von Runkenstein bisher keine Erfahrung
in der ersten Kontaktaufnahme mit nichtirdischen Völkern vorweisen konnte
war er auch dementsprechend nervös
was vielleicht aber auch einfach von gefährlichen
außerirdischen Strahlen herrühren könnte
aber so etwas konnte man ja nie beweisen
Tatsächlich konnte Herr von Runkenstein in direkter Nähe
zu dem Flugkörper keine Strahlen nachweisen
was aber kaum verwunderlich war
aufgrund der Tatsache
das Herr von Runkenstein kein Strahlenmessgerät zur Hand hatte
Die Luke öffnete sich nahezu geräuschlos
von einem leichten knarren einmal abgesehen
aber das war ja keine Schande für eine höher entwickelte Lebensform
denn ölknappheit konnte in den besten Familien vorkommen
Im inneren war nichts zu erkennen
außer etwas Nebel
und etwas Licht
Dann torkelte eine kleine Gestalt aus dem Nebel
stolperte die Treppe hinunter
und landete in einer Pfütze
die sich sofort lila verfärbte
Es richtete sich auf und sah Herrn von Runkenstein
der in unmittelbarer Nähe stand
direkt in die Augen
dann drehte sich das Wesen zur Seite weg
und kotzte an einen Baum
dessen Rinde sofort zu Wackelpudding wurde
Der Außerirdische schien danach kein weiteres Interesse
an seinem Aufenthaltsort zu haben
weil er sofort wieder in sein Raumschiff torkelte
und in Schlangenlinien zurück zu seinem Planeten flog
um sich dort noch mal zu übergeben
Herrn von Runkenstein wurde einige Monate später der Oskar verliehen
für eine Dokumentation über die Kotzgewohnheiten
von weit entwickelten Zivilisationen


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#11: Herr von Runkenstein in Afghanistan
HvR#11
Herr von Runkenstein in Afghanistan

In Afghanistan angekommen
bekam Herr von Runkenstein Zweifel an seiner zweifelhaften Mission
Nicht nur
dass der Begriff schwarzer Afghane bei der einheimischen Bevölkerung
geradezu unbekannt war
auch sollte sich herausstellen
das es in diesem Land nicht so viel Drogendealer befanden
wie anfangs vermutet
Tatsächlich gab es in diesem unscheinbaren Land
neben armen Menschen, bewaffneten Menschen und böse guckenden Menschen
wesentlich größere Probleme als den Anbau und Verkauf von Drogen
was sich insbesondere in der Tatsache bemerkbar mache
dass ein Großteil der verarmten Bevölkerung
zwanghaft damit beschäftigt war
einige wenige Habseligkeiten und Familienmitglieder
in eines der angrenzenden Nachbarländer zu führen
da ein Krieg bevorstand
für deren Gründe die meisten Menschen weder verantwortlich waren
noch Verständnis hatten
insbesondere im Angesicht der Tatsache
das es den zukünftigen Angreifern in erster Linie um Vergeltung ging
und sich ihr Hass gegen einen Mann richtete
der sich vermutlich in demselben Land aufhielt
wie die Menschen
deren nächste Lebensjahre sich mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit
in Flüchtlingslagern abspielen würden
sofern sie nicht versehentlich zu sogenannten Kollateralschäden ernannt wurden
Herr von Runkenstein fragte sich jedoch
ob Vergebung nicht besser sei als Vergeltung
zumindest aber christlicher
worauf Amerikaner ja bekanntlich besonders viel Wert legen
Tatsächlich war Herr von Runkenstein sich aber sicher
dass viele Menschen sterben würden
da  die amerikanische Regierung schon immer die amerikanische Regierung war
und diese den Krieg nicht nur nicht vermieden
sondern ihn geradezu heraufbeschworen
wenn es im Interesse über Leichen gehenden nationalen Interessen lag


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#12: Herr von Runkenstein und der Gemüseaufstand
HvR#12
Herr von Runkenstein und der Gemüseaufstand

Zu Tode erschrocken starrte Herr von Runkenstein
auf das Häufchen kaputter Mensch zu seinen Füssen
welches einmal sein Bekannter Herr Luftikus war
bevor dieser den heimtückischen Kampfkartoffeln zum Opfer fiel
ein extrem gefährliches Gemüse
und schnell dazu
Bekanntermaßen wuchsen die Kampfkartoffeln im Boden heran
um dann ganz plötzlich
und hungrig aus dem Boden zu springen
und nichtsahnende Passanten anzugreifen
nur etwas weniger als ein einhalb mal ein drittel der Menschen
die auf Bodenkampfgemüsegebiet lebten
fielen bereits den heimtückischen Angriffen
von Kampfkartoffeln, Piratentomaten und Terrorzuchinis
besonders aber der von führendem Gemüse
befehligten 82nd Airbean Division zum Opfer
auf Grund ihrer Behinderung
keine Pflanze, Tier oder Mineral zu sein
Nach nur wenigen Vollmonden
waren die meisten Menschen zu Menschensaft verarbeitet
bis dann ganz unerwartet Herr von Runkenstein auf die Idee kam
auf einem Fernsehkanal ein zielgruppengerechtes Programm
für Gemüse zu senden
welches sich verheerend auf die Chlorophyllherrscher auswirkte
da diese sofort süchtig davon wurden
und den Platz vor dem Fernseher nur noch für den Weg
zur Toilette oder zum Kühlschrank verließen
Als kurz darauf Herr von Runkenstein
die Menschen zur dominierenden Spezies ausrief
natürlich von neutralen Beobachtern
einigen Betonklumpen
notariell beglaubigt
kehrte das Gemüse wieder friedlich in die Gärten zurück
und lies sich ohne Widerstand ernten


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#13: Herr von Runkenstein und das Terrorhörnchen
HvR#13
Herr von Runkenstein und das Terrorhörnchen

Im laufe des Tages
erwies sich das Eichhörnchen jedoch
als außergewöhnlich geschickt
beim erkennen und sabotieren
der von Herr von Runkenstein
konstruierten Eichhörnchenfangapparaturen
Nicht nur die in einem Astloch versteckte
und mit allergieauslösenden Pollen versehene Splitterhandgranate
und die aus alten Sowjetdeutschland-Beständen
stammende Selbstschussanlage für antifaschistische Schutzwälle
versagten bei der Gefangennahme
und/oder Liquidierung des Kamikazehörnchens
sondern auch ein lateinamerikanisches Mietkillerschwadron
und ein handelsüblicher Nuklearsprengsatz aus der Drogerie
konnten dem gemeingefährlichen Terrorhörnchen nicht anhaben
Als das hochgiftige Tollwuthörnchen auch noch
mehrere Nuss-Nougat-Cremegläser in Geiselhaft nahm
und unter Zuhilfenahme mehrerer Honigbienen folterte
wurde es Herrn von Runkenstein zu viel
und forderte das Satanshörnchen zum Duell heraus
Beim anschließenden Kokosnussweitspucken
überwältigte Herr von Runkenstein
das Todeshörnchen durch einen gezielten Schlag
auf die Nussvorräte
und sperrte es dann in eine Kokosnuss
um diese per Einschreiben in den nahen Osten zu senden
wo das Raubhörnchen einer Terroristenwohlfahrtsvereinigung gründete
um in den kommenden Jahrzehnten
70 Prozent des Weltnusshandels zu kontrollieren


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#14: Herr von Runkenstein steht im Wald
HvR#14
Herr von Runkenstein steht im Wald

Am gestrigen St. Nimmerleinstag
traf Herr von Runkenstein in den unendlichen Weiten des Universums
genauer gesagt war es ein stinknormaler Wald in der Nähe
auf eine frisch gestrichene Tapete
mit einem roten Hut auf dem Kopf
Herr von Runkenstein begrüßte den Hut mit einem freundlichen
"Hallo Hut, wie geht es deiner Tapete?"
Doch der Hut hatte einen schlechten Tag und entgegnete nur
"Ich habe einen Pickel am Allerwertesten, wie soll es mir wohl gehen?"
Herr von Runkenstein reichte jedoch ein geschickter Blick
um die Situation zu retten
"Das ist nur ein Twix, das ist spätestens 3078 verschwunden"
Leider zeigte sich der Hut nur wenig einsichtig
"Nein, das ist ein echter Pickel, sogar mit eigener Infrastruktur"
Herr von Runkenstein war verwundert
dass ein roter Hut
ein Twix für einen Pickel mit Infrastruktur halten konnte
aber ein unerwartet auftauchender Borg entschärfte die Situation
indem er das Twix als Raider identifizierte
die Infrastruktur assimilierte
und den Pickel ausdrückte
Dann zog er sich den roten Hut auf
und tapezierte einen vorbeilaufenden Gartenzwerg
welchen er anschließend ebenfalls assimilierte
Herr von Runkenstein jedoch verscheuchte den Borg
und trank anschließend einen kühlen Pilz


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#15: Herr von Runkenstein und die Kannibalen
HvR#15
Herr von Runkenstein und die Kannibalen

Auf seinen ausgedehnten Reisen
zu den Kannibalenvölkern der Welt
traf Herr von Runkenstein auch
auf jene Sorte von Feinschmeckern
welches es sich nicht nehmen lies
auch mal einen Mitmenschen in die Pfanne zu hauen
oder zu Hackfleisch zu verarbeiten
wortwörtlich
Obwohl die meisten dieser Menschen
ganz nette Leute waren
stieß Herr von Runkenstein dennoch immer wieder
auch auf unhöfliche Kannibalen
welche ihn sofort fachmännisch verarbeiten wollten
und ihm nicht
wie sonst in diesen Kreisen üblich
zunächst etwas zum Essen anboten
Herr von Runkenstein war auf diese Art
von unsittlichen Begegnungen aber vorbereitet
indem er ständig ein Gemisch aus Corn Flakes
und grüner Farbe bei sich trug
welches im Ernstfall auf die Haut aufgetragen wurde
und einen appetitverderbenden Hautauschlag vortäuschte
Dies war zwar sehr wirkungsvoll
führte aber leider zu Juckreiz
und Hautausschlag
In der Küche einer von Kannibalen betriebenen McDonald's-Filiale
verlor Herr von Runkenstein einen Finger
der leider nicht mehr auffindbar war
und vermutlich von einem Mitarbeiter veruntreut wurde
das aber nur am Rande
Dort traf er auch auf einen der seltenen vegetarischen Kannibalen
die sich nur von Fleischsalat ernährten
und das nahezu rund um die Uhr
Schon bald brach Herr von Runkenstein aber jeglichen Kontakt
zu diversen Kannibalen ab
aufgrund der ständigen Gefahr
mit Kochrezepten überhäuft zu werden
Schließlich gelangte er zu der Erkenntnis
er vertilgte gerade ein Hühnchen
welches nach Mensch schmeckte
das man das weltweite Bevölkerungswachstum
und diverse Hungersnöte sehr einfach unterbinden könnte
indem man einfach ein entsprechendes Gesetz erlässt
welches es jedem Menschen zu Pflicht auferlegt
mindestens einen Mitmenschen zum Essen einzuladen
um ihn dann völlig unerwartet
zu Schaschlik zu verarbeiten


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#16: Herr von Runkenstein probiert SuSEconfig
HvR#16
Herr von Runkenstein probiert SuSEconfig

Herr von Runkenstein fragte sich wieder einmal
gerade machte er sich mit Linux vertraut
welche Drogen bei der Firma SuSE konsumiert wurden
als er feststellen musste
dass Befehle unbedingt case-sensitiv sein mussten
als er den Befehl suseconfig eingab
und nach etlichen Monaten puren Verzweifelns
darauf hingewiesen wurde
das der Befehl SuSEconfig ausreichte
um seine volle Macht zu entfalten
und diverse
nicht näher benannte Hebel im System umlegte
die im Endeffekt leider garnichts bewirkten
da irgendetwas anderes falsch war
wovon Herr von Runkenstein leider nicht die geringste Ahnung hatte
was es denn sein könnte


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#17: Herr von Runkenstein gegen den Knuppel
HvR#17
Herr von Runkenstein gegen den Knuppel

Und der Herr verkündete
"Darum sollen eure Kinder und Enkel und alle euch folgenden Generationen
wenn sie in ferner Zukunft anfangen
Ihre Füße anzuziehen und diese Stoffgebilde Socken nennen
stets in billigen Socken aus der Massenproduktion auf Erden wandeln
welche so geschnitten und genäht sein sollen
dass sich in der Nähe des größten und des kleinsten Zehs
eine unangenehm drückende Stoffansammlung befindet
welche als Knuppel in die Geschichte
der drückenden Schuhbekleidung eingehen soll"
und so geschah es
Mehrere Jahrtausende später dachte Herr von Runkenstein über die Frage nach
weshalb sich wohl in einem Großteil
der in Massenproduktion hergestellten Billigsocken
merkwürdige Knuppel befanden
und vermutete den Fehler darin
das Billigsocken meist in jenen Ländern hergestellt werden
in welchen nur die wenigsten Menschen Socken tragen


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#18: Herr von Runkenstein und die Illuminaten
HvR#18
Herr von Runkenstein und die Illuminaten

Als Herr von Runkenstein wieder einmal von einem Freund
welcher seinen Namen nicht verraten wollte
darauf hingewiesen wurde
das die Illuminaten die gesamte Welt kontrollierten
wurde ihm bewusst
dass möglicherweise auch er beobachtet wurde
Tatsächlich war Herrn von Runkenstein erst gestern
eine Person aufgefallen
welche ihn verdächtig lange angesehen hatte
bevor er sich schnell umdrehte und davon lief
Das wäre kaum verdächtig gewesen
wäre besagte Person nicht in einem
pyramidenförmigen Haus
mit der Hausnummer 23 verschwunden
was ja an und für sich kein Problem darstellen sollte
hätte besagtes Haus nicht auf einem alten Indianerfriedhof gestanden
Von der Neugier getrieben
und vom Hunger
Herr von Runkenstein vermutete eine Kantine in besagtem Haus
betrat er jenes Haus
wurde aber von einer Tür aufgehalten
die sich jedoch geräuschlos öffnete
als er auf einem Ziffernblock die 23 eintippte
was vermutlich ein Passwort war
Ein langer Gang führte zu einem Versammlungsraum
in dem sich zwar keine Essensausgabe befand
aber immerhin ein kaltes Buffet
über dreiundzwanzig Tische verteilt
Da Herrn von Runkenstein die Lachshäppchen schmeckten
und auch das Crack von bester Qualität war
beschloss er
dem hier tagenden Verein beizutreten
was sich jedoch als äußerst schwierig herausstellen sollte
da er keinen führenden Posten in Politik, Wirtschaft oder Militär
vorweisen konnte
Mehrere Jahrhunderte später sollte das kein Problem mehr sein
da Herr von Runkenstein bis dahin aus Protest
jeden Samstag Nachmittag vorbeikam
und die Bowle mit 24 Tropfen Tabasco nachwürzte
was ganz eindeutig ein Tropfen zuviel war


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#19: Herrn von Runkenstein trifft schon wieder auf eine Gurke
HvR#19
Herrn von Runkenstein trifft schon wieder auf eine Gurke

Es war eine jener schlaflosen Nächte
der Vollmond zog am Himmel seine Bahn
und holte Werwölfe und andere Freaks aus ihren Löchern
so auch Herrn von Runkenstein
den es wieder einmal zum Kühlschrank zog
wo er wieder einmal eine Gurke vorfand
"Hallo, liebe Gurke. Du siehst überhaupt nicht sauer aus."
Das war kein Wunder
immerhin handelte es sich um eine Salatgurke
"Das ist auch kein Wunder, immerhin bin ich eine Salatgurke!"
Das freute Herrn von Runkenstein
"Das freut mich. Fröhliche Gurken sind mir viel lieber als saure Gurken.
Besonders in Essig und öl, mit Salz und Pfeffer abgeschmeckt."
Die Salatgurke witterte ihre Chance
"Au ja, ein leckerer Salatgurkensalat! Ich bekomme schon richtigen Hunger!
Aber vorher musst du eine Frage beantworten, erst dann darfst du mich essen."
Das erschien Herrn von Runkenstein sehr fair
"Abgemacht. Wenn ich die Antwort nicht weiß, werde ich dich nicht essen."
Die Gurke freute sich bereits darauf
wieder in der freien Natur zu leben
und probierte es mit der ältesten Gurkenfrage der Welt
"Nun denn: Was muss man machen, um die absolut tödliche Wirkung einer Salatgurke freizusetzen?"
Herr von Runkenstein dachte einige Zeit erfolglos nach
und versuchte es dann mit raten
"Muss man sie vielleicht mit 24 Tropfen Tabasco behandeln?"
Doch diese Antwort war leider falsch
"Diese Antwort ist leider falsch. Die richtige Antwort ist:
Man steckt die Salatgurke in die anale öffnung eines weißen Hais!"
Nun fiel es Herrn von Runkenstein wie Schuppen von den Haaren
"Du hast recht, das kann unter Umständen tödlich enden."
Mit diesen Worten verließ Herr von Runkenstein die Küche
und entfernte nach einigen Monaten
die verfaulten überreste der Gurke aus seinem Kühlschrank


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#20: Herr von Runkenstein macht Geschäfte mit al-Qaida
HvR#20
Herr von Runkenstein macht Geschäfte mit al-Qaida

Auf der Suche nach einer Möglichkeit
auf die schnelle viel Geld zu verdienen
stieß Herr von Runkenstein auf die Information
dass die weltweit operierende Organisation al-Qaida
mit Sitz in Afghanistan
für jeden US-Soldaten ein Kopfgeld von 50.000 U$-Dollar bezahlen will
was eine hohe Summe für einen Amerikaner war
Da besagtes Angebot vermutlich nicht sehr lange gültig war
beschloss Herr von Runkenstein umgehend zur Tat zu schreiten
und entführte eintausend in Usbekistan stationierte Ami-Lümmel
welche rein rechnerisch zu einer stolzen Summe von 50.000.000 U$-Dollar
in Worten Fünfzig Millionen U-Es-Dollar
führen sollten
In Afghanistan angekommen
hatte Herr von Runkenstein zunächst einige Probleme
den Firmensitz der Organisation zu finden
konnte aber schon nach nur wenigen Stunden
dank der Hilfe einiger Taliban-Mitarbeiter
mit mehreren Männern in Verhandlungen treten
die sich als offizielle Verhandlungsbeauftragte
von al-Quaida vorstellten
und sogleich zugeben mussten
dass Fünfzig Millionen U-Es-Dollar zwar eine bezahlbare Summe seien
welche aber leider nicht Bar ausgezahlt werden konnte
Herr von Runkenstein ging auf das Angebot
eines Schweizer Nummernkontos nicht ein
und beschloss
zunächst einmal die Summe von 4.500.000 U$-Dollar
in Worten Vier Komma Fünf Millionen U-Es-Dollar
anzunehmen
welche al-Qaida für Uniformen und Waffen der Soldaten zahlte
und zudem als Bargeld verfügbar war
Da Herr von Runkenstein aber keinen Bedarf
für eintausend nackte unbewaffnete US-Elite-Soldaten hatte
versteigerte er sie über das Internet
für den symbolischen Preis von einem Euro
an die Heilsarmee


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#21: Herr von Runkenstein und das Geheimnis der Fliege
HvR#21
Herr von Runkenstein und das Geheimnis der Fliege

Als Herr von Runkenstein wieder einmal herumsaß
und von einer Fliege belästigt wurde
entdeckte er die Tatsache
dass Fliegen künstliche biologische Organismen sind
welche von einer geheimen Gruppierung
wie beispielsweise den Illuminaten
mit außerirdischer Technologie erschaffen sein könnten
mit dem einzigen Zweck und Existenzinhalt
Menschen und andere Sachen in den Wahnsinn zu treiben
durch ihre Fähigkeit
welche den Hauptteil ihres Namens ausmachten
nämlich zu fliegen
Tatsächlich waren Fliegen zudem ausgezeichnete Spione
mit enormen audiovisuellen Begabungen
und einer Sendeleistung im Megawattbereich
auf einer PGP-verschlüsselten Geheimfrequenz
welche es dem lizenzierten Empfänger
für einen Preis in vergleichbarer Höhe
zu einem Appel und einem Ei erlaubte
sich in die Liveübertragung der fliegenden Sendeeinheit einzuklinken
und das Programm in Farbe
und bunt
zu empfangen
Aus diesen Gründen war Herr von Runkenstein fest davon überzeugt
das der gnadenlose Mord an einer Fliege
in Zukunft für ihn nichts anderes sein könnte
als das deaktivieren einer illuminierten Spionageeinheit
und damit das wiederherstellen seiner eigenen Privatsphäre


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#22: Herr von Runkenstein kauft Milzbrand
HvR#22
Herr von Runkenstein kauft Milzbrand

Als Herr von Runkenstein in einem Supermarkt
vermutlich war es ein Aldi
ein Paket Mehl fallen lies
und kurz darauf ein Regiment Feuerwehrmänner
in ABC-abweisenden Schutzanzügen die Verkaufsräume stürmte
und die Mehlreste in einem Castorbehälter abtransportierte
bekam Herrn von Runkenstein eine Vorstellung davon
wieviel Spaß man wohl mit einer Tonne Mehl haben könnte
Da das auslösen von Fehlalarm jedoch zu einer sofortigen Strafverfolgung
und gesellschaftlichen Ausgrenzung führte
beschloss Herr von Runkenstein
das ebenfalls pulverförmige Original zu verwenden
Sogleich reiste er in die terroristischen Staaten von Amerika
und besuchte eine der weit verbreiteten Milizen
die sich üblicherweise aus etwa
20 Prozent Nazis
15 Prozent Waffenfetischisten
25 Prozent paranoiden Spinnern
30 Prozent Hinterwäldlern
und 20 Prozent Mitläufern und anderen Idioten zusammensetzen
und neben den üblichen Kriegswaffen und leicht entzündbaren Kreuzen
auch Massenvernichtungswaffen im Angebot haben
darunter auch der Anthrax-Erreger
zu Zwanzig Dollar das Kilogramm
Tatsächlich bekam Herr von Runkenstein das Pulver aber zu Sieben Dollar pro Kilo
da er bereits ein Kundenkonto
unter dem Namen "Sir Runkstone" vorweisen konnte
und ihm somit einen ordentlichen Mengenrabatt zustand
Zurück in heimischen Gefilden
testete Herr von Runkenstein die Wirksamkeit seine Neuerwerbung
indem er mehrere Gramm in dem örtlichen Streichelzoo verteilte
Als einige Tage darauf eines der Meerschweinchen einen Schnupfen bekam
und die übrigen Tiere geschlachtet und zu Tiermehl verarbeitet wurden
entwickelte Herr von Runkenstein einen satanischen Plan
um den tödlichen Puderzuckerersatz unter die Leute zu bringen
Leider zeigten die meisten Passanten beachtlich wenig Interesse
für eine Gratisprobe Milzbranderreger
Einige von drohten sogar damit
die Feuerwehr zu informieren
also musste Herr von Runkenstein auf Plan B umsteigen
was bedeutete
eine intelligente Anthraxzivilisation zu züchten
und dieser gleichberechtigt neben Mensch
Tier und Mineral
ein Existenzrecht zu verschaffen
Es dauerte nur wenige Monate
bis die Anthraxianer ein eigenes Raumfahrtprogramm starteten
und schließlich auf dem Mars ihre Hauptstadt Anthraxia erbauten
und die freie Nation Anthraxus gründeten
Zunächst schien es
als könnten Menschen und Athraxianer friedlich in dem selben Sonnensystem leben
dann jedoch erzählte ihnen der anthraxianische Ehrenbürger Herr von Runkenstein
von der Versklavung der primitiven Anthraxstämme durch skrupellose Biowaffenentwickler
und ihrer Verwendung als Massenvernichtungswaffe
was die Anthraxianer gleichzeitig mit Stolz erfüllte und wütend machte
Kurz darauf bildete sich die Bürgerinitiative "Anthrax gegen den Milzbrand"
mit dem Ziel
sämtliche Sporen auf der Erde zu befreien
scheiterte jedoch an der Biowaffenkonvention
Als dann die Terrororganisation "Al-Anthraxia" ihre Exkremente per Post verschickte
drohte die Situation zu eskalieren
Herr von Runkenstein gelang es dann aber
den Frieden zwischen Menschen
und ehemaligen Massenvernichtungswaffen wieder herzustellen
indem er eigenmächtig sämtliche Milzbrandsporen der Erde befreite
und die Terroristen mit zwei Wochen Petrischalenverbot bestrafte
Wenig später wurde die freie Nation Anthraxus in die UNO aufgenommen
und Herr von Runkenstein bezog wieder seine alte Wohnung
weil ihm das ständige tragen einer Gasmaske zuwider wurde
Vorher jedoch musste er in einer feierlichen Zeremonie
das Von-Runkenstein-Denkmal in Anthraxia enthüllen
und einige Milliarden Glückwünsche entgegennehmen
natürlich nur mit Handschuhen


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#23: Herr von Runkenstein schreibt eine Dokumentation
HvR#23
Herr von Runkenstein schreibt eine Dokumentation

Auf dem Weg zu einer anerkannten Berufsausbildung
stand Herrn von Runkenstein nur noch eine Institution im Wege
welche sich inzwischen den wohlverdienten Ruf erworben hatte
ein Saftladen zu sein
Gemeint ist selbstverständlich nicht die internationale Hodenkontrolle
sondern die mehreren Tausend Industrie- und Handelskammern
welche sich wie eine Geschlechtskrankheit
bereits auf bundesdeutschen Gebiet verbreitet hatten
Die fehlende Kompetenz bei der Vorbereitung und Durchführung von Prüfungen
war bereits legendär
und bot genug Stoff für Horrorgeschichten
untern Titeln wie "Wenn der Prüfer dreimal nachschlägt"
oder "Für die Prüfung lernen und sterben"
Schlimmer war jedoch die kaum vorhandene Informationspolitik
über die Vorgaben zur Durchführung und Dokumentation
einer betrieblichen Projektarbeit
was sich letztendlich darin äußerte
dass es zu bestimmten Aspekten der Dokumentation
nur widersprüchliche Angaben zu finden waren
wie beispielsweise die oft gestellte
und bis dato unbeantwortete Frage
ob eine Dokumentation nun Personenneutral
oder in der Ich-Form zu erstellen ist
wesentlich unbequemer war da lediglich die Tatsache
das die betriebliche Dokumentation und die Kundendokumentation
die zwei wichtigsten Bestandteile der Gesamtdokumentation
lediglich Zehn Seiten umfassen durfte
was man getrost als extrem wenig bezeichnen kann
wenn man sich vor Augen führt
das in diesen wenigen Seiten die Funktionsweise des gesamten Projektes
beschrieben werden soll
und zwar in einer firmeninternen Dokumentation
deren Ausführlichkeit jeden Experten zufrieden stellen soll
und in einer Dokumentation für Anwender und/oder Kunden
welche man vielleicht auch als Bedienungsanleitung bezeichnen könnte
Bei dieser Seitenanzahl und einer halbwegs akzeptablen Ausführlichkeit
haben erklärende Bilder natürlich nur im Anhang Platz
Auch die Tatsache
das die verschiedenen Teile der Dokumentation
in nahezu jedem Dokument über Dokumentationen
verschiedene Bezeichnungen haben
machte die Angelegenheit nicht gerade einfacher
tröstlich war nur
dass der Anhang überall als Anhang bezeichnet wurde
während es für die anderen Bestandteile diverse unterschiedliche
Bezeichnungen gab wie
Pflichtenheft Angebot Preiskalkulation Nutzenanalyse
Kundeneinweisung Abnahmeprotokoll Ist- und Sollzustand
Problemstellung Projektplanung Projektphasenplan
Projektdurchführung Pflichtenheft Problemanalyse
Ziele Projektplan Abnahmeerklärung Projektaufgabe
Ist- und Sollanalyse Ausgangslage Aufgabenstellung
Projektumfeld Ist- und Sollkonzept Prozessschnittstellen
Betriebliche Dokumentation Anlagenverzeichnis
Literaturverzeichnis Kundengerechte Dokumentation
zeitlich gegliederter Projektablauf Kosten/Nutzenanalyse
was Herrn von Runkenstein aber nur kurzzeitig verwirrte
da er sich die Bezeichnungen seiner Wahl aussuchte
und das Ergebnis letzten Endes akzeptabel war
zumindest in seinen Augen


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#24: Herr von Runkenstein in der hohlen Erde
HvR#24
Herr von Runkenstein in der hohlen Erde

Als Herr von Runkenstein wieder einmal den Nordpol besuchte
weil er keine Eiswürfel mehr hatte
verlor er leider die Orientierung
da sein einziger Kompass aufgrund eines Polsprunges
einen Defekt aufwies
weshalb Herr von Runkenstein weit in den Norden flog
ohne davon etwas zu bemerken
Als nach einigen Stunden jedoch
das Klima deutlich milder wurde
war Herr von Runkenstein sich sicher
das die Richtung stimmen musste
auch wenn er zeitweilig zwei Sonnen am Himmel sah
was ihn nur ein wenig verwirrte
aber kein Grund zur Sorge sein musste
Wesentlich seltsamer war schon die Mammutherde
welche er im Tiefflug beinahe rammte
und derem Leittier
deutlich erkennbar an einer kleinen Krone
er auf den Kopf spuckte
was Herr von Runkenstein in diesem Moment äußerst erheiternd fand
und sich auch im übrigens Verlauf seines Lebens
niemals als ein Fehler herausstellen sollte
Da kurz darauf eine fliegende Untertasse auftauchte
möglicherweise war es auch eine Reichsflugscheibe
wer konnte das schon so genau wissen
welche ihn zu einer futuristisch anmutenden
und von drogenabhängigen Architekten entworfenen Stadt geleitete
wo Herr von Runkenstein bemerkte
dass die Tankanzeige bereits im Minusbereich stand
und er schon seit geraumer Zeit Hunger verspürte
zudem hoffte er auf die Möglichkeit
zu einem zollfreien Einkauf
Nach der Landung
und einem erfrischenden Desinfektionsbad
konnte Herr von Runkenstein die lokalen Sicherheitskräfte davon überzeugen
dass er lediglich ein Tourist war
und die mitgeführten Massenvernichtungswaffen
alleine der Selbstverteidigung dienten
Nach nur wenigen Minuten in dieser Metropole
war Herr von Runkenstein jedoch davon überzeugt
das die Freisetzung tödlicher Seuchen mehr als berechtigt war
da die hier lebenden Menschen die seltsame Angewohnheit hatten
jeden Neuankömmling überschwänglich zu begrüßen
was nach dem schütteln mehrerer Dutzend Hände
Herrn von Runkenstein gewaltig auf den Sack ging
Allerdings empfand er die Existenz einer inneren Erde
in deren Kern eine große Zentralsonne stand
und auf deren Kontinenten die Angehörigen verschiedenster Rassen
von intelligenten Ameisen über intelligente Menschen bis hin
zu den Vertretern intelligenter nichtirdischer Rassen
in friedlicher Koexistenz zusammenlebten
als befriedigende Erleichterung
da er somit die Gelegenheit hatte
der äußeren Erde den Rücken zu kehren
und ein Leben jenseits aller bisherigen Sorgen und Probleme zu führen
was ihn immerhin zu der überzeugung brachte
diverse Unsitten ignorieren zu können
Nicht ignorieren konnte Herr von Runkenstein jedoch die Tatsachen
dass sämtliche Drogen mit Knete gestreckt waren
und dass ein Doppel-Whopper nur gegen ein Entgelt
von drei Kilo Gold zu erhalten war
und dass es letzten Endes auch hier erwünscht war
sich bei dem kleinen Geschäft der Urinbeseitigung zu setzen
was darauf hinwies
dass auch hier die Zivilisation nicht wirklich weit entwickelt sein konnte
Somit war der Einsatz von wesentlich höher entwickelten Killerbakterien
vollauf gerechtfertigt
und nach nur wenigen Handgriffen nicht mehr aufzuhalten
Herr von Runkenstein schnappte sich noch einige Postkarten
und verlies die innere Erde wieder durch das große Loch am Nordpol
welches er anschließend mit einem Korken auf ewig versiegelte


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#25: Herr von Runkenstein und der Euro
HvR#25
Herr von Runkenstein und der Euro

Als Herrn von Runkenstein noch vor dem offiziellen Stichtag
welcher da war der 1.1.2002
in der Filiale einer bekannten Supermarktkette
das Wechselgeld in Euro anstatt in der zu dieser Zeit noch gültigen
Deutschen Mark ausgezahlt wurde
vermutete dieser bereits eine europaweite Verschwörung
zum Nachteil des Verbrauchers
was sich dann jedoch als glücklicherweise
nur als ein terroristischer Alptraum herausstellten sollte
da Herr von Runkenstein schweißgebadet und mit einer
sich im frühen Stadium befindlichen Schlafphobie
sofort erwachte
um daraufhin seinen gesamten Besitz in gute alte
amerikanische Dollars umtauschen
da diese Währung wie ein Virus die Welt infiltrierte
und mit hoher Wahrscheinlichkeit sehr bald überall
akzeptiertes Zahlungsmittel sein wird
was Konsument mit gemischten Gefühlen
und wachsamen Auge
betrachten sollte


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#26: Herr von Runkenstein und das Höllengerät
HvR#26
Herr von Runkenstein und das Höllengerät

Bei einer Expedition in die unerforschten Gebiete
seiner inneren Organe
die erst vor wenigen Minuten stattfand
entdeckte Herr von Runkenstein in der alten Opferstätte
eines prähistorischen Satanskultes
eine Jahrtausende alte Reliquie
welche ihrem Besitzer beinahe unendliche Macht verleihen sollte
Erst nach langen Jahren der Forschung
entdeckte Herr von Runkenstein den Grund
warum das seltene Objekt
aus den Merchandising-Fabriken der ewigen Verdammnis
nicht gemäß Gebrauchsanleitung funktionierte
woraufhin er sofort ein Elektrofachgeschäft in Geiselhaft nahm
und es um einige Batterien erpresste
Mit der geballten Kraft
zweier Energizer-Microzellen
Größe AAA
gelang es Herrn von Runkenstein in kurzer Zeit
das lizenzierte Werk des Fürsten der Finsternis zu aktivieren
und in den kommenden Dekaden der dunklen Zeit
den Fernsehsender zu wechseln
ohne sich von der Couch erheben zu müssen
per Infrarot


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#27: Herr von Runkenstein und das Dimensionsding
HvR#27
Herr von Runkenstein und das Dimensionsding

Aufgrund eines interatomaren Quantenunfalls
ausgelöst durch einen Korken
mit welchem Herr von Runkenstein einen Spalt
zwischen den Dimensionen stopfte
verschlug es ein seltsames Wesen
erkennbar an seinem ungewöhnlichen äußeren
und einem Pro-Siebente-Dimension-Anstecker
in das Wohnzimmer des Herrn von Runkenstein
Dieser war leicht verwirrt
aufgrund des urplötzlichen Erscheinens
des extradimensionalen Objektes
welches sich zunächst als Kurt vorstellte
dann aber seine wahre Identität enthüllte
welche hier nicht in allen Einzelheiten wiedergegeben werden kann
aufgrund des Urheberrechts
und des nicht-vorhandenseins einer zweiten Zunge
Herr von Runkenstein reagierte geistesgegenwärtig
und sperrte den Gnom in eine bereitliegende Pappschachtel
welche für Zwischenfälle genau dieser Art immer bereit lag
Während er sich über das korrekte Verhalten
gegenüber in Pappschachteln eingesperrten Zwergen
aus der siebten Dimension
erkundige
plante Krtsch
so der Name des Pappschachtelbewohners auf Suaheli
bereits seine Flucht
probierte es dann aber mit einer eher unkonventionellen Methode
"He Du!
Genau! Der Typ, der diesen Blödsinn hier gerade liest!
Tu' mir einen Gefallen und hör' auf zu lesen!
Ich hab kein gutes Gefühl bei der Sache.
Dieser Schmok hat mich immerhin in eine Schachtel gesperrt!
Wenn du weiterliest, wird mir sicher noch etwas schlimmes passieren,
also hör' besser auf.
Du liest immer noch? Warum? Willst du wirklich wissen,
was dieser Spinner mit mir vorhat?
Wenn du es nicht liest, wird es nicht passieren,
also beende die Sache endlich!
Es wird sich auch für dich lohnen, ganz sicher!
Du könntest vielleicht schon der nächste sein!
Okay, ist eher unwahrscheinlich, aber das selbe hab ich
vor fünf Minuten auch noch gedacht!
Jetzt reichts! Stellen sie sofort die Buchstabenaufnahme ein,
oder ich melde sie der EOASIPTAKONPENGTASCHKOSUDFALORUP!
Schnell, er kommt zurück! Aufhören! Jetzt! Sofort!"
Als Herr von Runkenstein die Schachtel wieder öffnete
und darüber nachdachte
welches enorme Wissen der Stopelhoppser möglicherweise vorweisen konnte
tat es ihm fast leid
dass er ihm nur zwanzig Rubel mit auf die Reise geben konnte
bevor er ihn in die Toilette fallen lies
und die Spülung betätigte
was keiner der Beteiligten vorausahnen konnte
und nun auch nicht mehr aufzuhalten war


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#28: Herr von Runkenstein und der Ring
HvR#28
Herr von Runkenstein und der Ring

Im Morgengrauen eines dunklen Wintertages
fand Herr von Runkenstein im ausgetrockneten Flussbett
des allmächtigen Mississippi
einen Ring
sie zu knechten
sie alle zu finden
in die falsche Richtung zu treiben
und ewig zu binden
im Ausland
wo die Ausländer drohen
und der beim nächsten Pfandleiher
eine nicht unschöne Summe in harter Währung erbrachte
welche Herr von Runkenstein
zunächst diversen Terroropfern spenden wollte
dann jedoch völlig selbstlos
in eine ausgestopfte Wüstenspringmaus investierte
weil der durchaus seriös anmutende Händler
Herrn von Runkenstein eine beträchtliche Wertsteigerung
innerhalb der nächsten fünfhundert Jahre versprach
spätestens jedoch
wenn Wüstenspringmäuse ausgestorben sein werden
und naturwissenschaftliche Aufbewahrungsstätten
horrende Summen für derlei vorpräparierte Exemplare bezahlen
Herr von Runkenstein hatte bereits den Plan gefasst
jene ausgestopfte Wüstenspringmaus in einer Kiste
in seinem Garten zu begraben
wie er das bereits 1945
mit einem damals noch lebenden Dodo getan hatte
welchen er bis heute vor den damals anrückenden
bolschewistischen Untermenschen versteckt
Jener Plan war jedoch bereits vor seiner Fertigstellung
zum scheitern verurteilt
da besagter Garten nicht groß genug war
um eine weitere Kiste mit Investitionen in die Zukunft aufzunehmen
deshalb tausche Herr von Runkenstein besagtes Mäusepräparat
gegen einen größeren Garten ein
in welchem er sofort eine handelsübliche FLAK installierte
um im Falle eines terroristischen Flugzeuganschlages
auf sein kampfgemüsefreies Gemüsebeet
von seinem Recht auf Selbstverteidigung Gebrauch zu machen
An dieser Stelle könnte die Geschichte des Herrn von Runkenstein
bereits zu Ende sein
wäre nicht ein Ring des Weges gelaufen
welcher auf der Suche nach allen war
was Herrn von Runkenstein natürlich mit einbezog
um sie anschließend zu knechten
und in Ermangelung einer Dunkelheit in eine dunkle Kiste zu treiben
wo sie auf ewig Krabben pulen sollten
Diesen Plan wusste Herr von Runkenstein jedoch zu vereiteln
also verkaufte er den frechen Ring
mit den großen Plänen
beim nächsten Pfandleiher
was ihm eine nicht unschöne Summe in harter Währung erbrachte
welche er zunächst diversen Terroropfern spenden wollte
dann jedoch völlig selbstlos
in eine ausgestopfte Wüstenspringmaus investierte


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#29: Herr von Runkenstein zwischen den Jahren
HvR#29
Herr von Runkenstein zwischen den Jahren

Als sich nicht nur landesweit
sondern international der heilige Abend näherte
wurde Herr von Runkenstein zunehmend nervös
da nun jene dunkle Zeit des Jahres bevorstand
in welcher sich die Tore der Unterwelt traditionsgemäß öffnen
um einen Brücke zwischen der Welt der Lebenden
und dem Reich der Zahnfäulnis zu schaffen
Die Zeit zwischen den Jahren
was man natürlich nicht wortwörtlich nehmen durfte
ist zumeist von Dunkelheit
Kälte
und dem Umtausch von ungeliebten Weihnachtsgeschenken geprägt
und wird üblicherweise als kleine Verschnaufpause
und zur Vorbereitung auf das neue Jahr verwendet
was für einen Großteil der Bevölkerung
den Einkauf von Feuerwerkskörpern bedeutet
mit welchen weltweit das Ende der dunklen Zeit
und die Versiegelung des Höllenschlunds für ein weiteres Jahr
überschwänglich gefeiert wurde


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#30: Herr von Runkenstein ist orientierungslos
HvR#30
Herr von Runkenstein ist orientierungslos

Und es ward 2002
als aus den Klärgruben von Castrop-Rauxel
der Scheiße-Dämon von Golgatha die Erde betrat
um die Herrschaft der Exkremente über den Menschen einzuleiten
Zur gleichen Zeit befand sich Herr von Runkenstein
auf einem schwimmenden Einkaufszentrum im nördlichen Polarmeer
welches jedoch kurz darauf abgerissen wurde
Im Internet stieß er zur selben Zeit auf Informationen
über unterirdische Menschenfabriken
und überirdische Kadaververwertungsanstalten
was darauf hinzuweisen schien
das letzten Endes alles irgendwoher kommt
und irgendwohin geht
was aber hoffentlich ein bequemer städtischer Friedhof sein würde
oder die Beförderung der eigenen Asche
zusammen mit einigen Kinderbriefen an den lieben Gott
in die Umlaufbahn eines beliebigen Planeten
mit abschließendem Absturz und Gruppenfoto mit Sternschnuppe
sehr verbreitet unter Egozentrikern und Freaks
aus der radikalen Science-Fiction-Szene
wo die Verwendung von tödlichen Strahlenwaffen noch verbreitet ist
und ein Killerroboter in der Garage steht
Aufgrund der Umstände
dass Herr von Runkenstein für kürzere Zeit
auf einer transeuropäischen Autobahn eingeschneit war
lies die gleichzeitig stattfindende Sonnenfinsternis über Simbabwe
und dem restlichen Afrika
auf einen späteren Zeitpunkt verlegen
einfach nur so
weil ihm gerade danach war
und er sowieso nicht besseres zu tun hatte
als in einem eingeschneiten Auto auf einer transeuropäischen Autobahn
sich den Arsch abzufrieren
Tags darauf konnte besagte Sonnenfinsternis stattfinden
die Herr von Runkenstein jedoch weder sehen noch nicht sehen konnte
weil er in seinem Keller eine intelligente Bombe davon überzeugen mußte
sich nicht in die Luft zu sprengen
sondern erst zu einem späteren Zeitpunkt
inmitten eines Vulkans
um Tod und Verderben über ein paar kleine Dörfer zu bringen
von dessen Rechtmäßigkeit er die Bombe aber nicht überzeugen konnte
was bedauerlich war
aber leider nicht zu ändern
Blitzschnell wechselte Herr von Runkenstein
auf eine andere Dimensionswellenlänge
wo er sich einige Jahrzehnte entspannte
Zuhause mähte er anschließend den Rasen vor seiner Haustür
mit einer Sense
und entsorgte dann einige Leichenfetzen aus dem Reich der Toten
welches er bei seinem Dimensionswechsel kurz gestreift hatte
dann folgte der Bankrott der israelisch-orthodoxen Wirtschaft
der Zusammenbruch eines Reiches
Krieg gegen Terror
und Terror gegen Krieg
die Krönung eines neuen Königs
und die Ankunft eines Boten
Gleich danach jedoch Abendbrot
Zähne putzen
und ins Bett gehen


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#31: Herr von Runkenstein wiederholt die Endsilben
HvR#31
Herr von Runkenstein wiederholt die Endsilben

Am Morgen wenig
am Abend kaum
traf von Runkenstein auf einen Baum
der weder war sehr hoch noch breit
er nutzte die Gelegenheit
und nahm den Baum zu sich nach haus
und warf ihn dann gleich wieder raus
am nächsten Tag
der Baum war weg
wusch Runkenstein von dann weg den Fleck
wo der Baum hatte hingeharzt
und den Teppich leicht verquarzt
Das Suppenhuhn
das wohnt im Ofen
der Vogel zwitschert laut Beethoven
hat gleich danach sich übergeben
bleibt Beethoven dann
am Sofa kleben
der Taliban im selben Schrank
war nicht tot
nur etwas krank
hat Affenhirn auf Eis gegessen
mit Salmonellen mittendrin
frisch importiert
aus Sacharin
Bart Simpson sitzt grad auf dem Klo
obwohl er könnt
auch anderswo
von Runkenstein war guter Dinge
wurd kurz darauf
zum Herr der Dinge
fand Mäusedreck und Blitzraketen
zwischen Keksen und Musketen
neben drei Paar Buschmacheten
und Käferkot total zertreten
warf langsam sich dem Ende zu
das grausam stieg am Horizont
am Ende war auf einer Kuh
das Fleckenmeer leicht angesonnt
das Ende dann mit einem Bus
kam angefahren
war sofort Schluss


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#32: Herr von Runkenstein erobert die innere Erde
HvR#32
Herr von Runkenstein erobert die innere Erde

Aufgrund ständiger Bedrohung
durch Schurkenstaaten
Terroristen
und US-Truppen
entschied sich Herr von Runkenstein dafür
in Zukunft unterirdisch zu leben
und zwar unter der Erde
in einem unterirdischen Bunker
wo er es sich gemütlich einrichtete
und sogar einige Baumaßnahmen vornahm
In einem Hangar errichtete Herr von Runkenstein
ein künstliches Biotop
mit Tierrassen von unterschiedlichen Planeten
die aber gut miteinander auskamen
und sich schließlich zu einer gemeinsamen Rasse vereinten
welche Herr von Runkenstein Bunkerviecher nannte
da sie in einem Bunker entstanden war
Nur wenige Wochen später hatte Herr von Runkenstein
sich als anerkannter Führer der Bunkerviecher etabliert
und bildete sie sogleich zu einer schlagkräftigen
Interventionsarmee aus
mit deren Hilfe er schnell andere Bunker
für sein unterirdisches Reich annektierte
zu denen er mit Hilfe genetisch perfektionierter Riesenmaulwürfe gelangte
die er Buddelviecher nannte
Nach kurzer Zeit kontrollierte Herr von Runkenstein
die gesamte Unterwelt
was ihn dazu veranlaßte
eine Briefmarke mit seinem Konterfei auf den Markt zu bringen
welche unter den Bunkerviechern ein begehrtes Sammlerobjekt wurde
Nur wenig später erreichten die Buddelviecher die innere Erde
woraufhin die Bunkerviecher ihnen folgten
und Herrn von Runkenstein zum neuen Führer
unter der Zentralsonne machten
Dieser nahm die neue Führungsposition dankend an
und ernannte die Bunkerviecher zu der dominierenden Art
unter der Zentralsonne
die Buddelviecher hingegen mußten aufgrund
eines Führerbefehls die innere Erde verlassen
da sie den Auftrag bekommen hatten
die Erdoberfläche in Schweizer Käse zu verwandeln
was natürlich nur im übertragenen Sinne zu verstehen war
da Buddelviecher nicht ohne weiteres harten Fels
in würzigen Käse verwandeln konnten
Als die Bunkerviecher etwas später einige Mammuts
reptiloide Aliens
und auf der Oberfläche ausgestorbene Arten
wie die Dreiohrmuschelschnecke
der Hinternabputzaffe
oder das possierliche Riesenkillerkänguruh
assimilierten und ihrer Kultur hinzufügten
entstand die neue Rasse der Superviecher
welche Herrn von Runkenstein gegenüber zunächst loyal zu sein schien
ihn dann jedoch stürzte
und sich selbst an die Spitze der Nahrungskette stellte
Der neugewählte Herrscher der Superviecher
sicherte Herrn von Runkenstein einige Hektar Land
und zollfreien Einkauf zu
und schmiedete dann Pläne zur Eroberung der Venus
des Merkur
und anschließend der Sonne
Herr von Runkenstein jedoch
fand in einer Abstellkammer seines Bunkers
noch einige loyale Exemplare der Bunkerviecher
welche ihm sicher den Weg zur Weltherrschaft ebnen würden
was eigentlich kein Problem darstellen sollte
da die Erdoberfläche inzwischen einem Stück Schweizer Käse ähnelte


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#33: Herr von Runkenstein in Space
HvR#33
Herr von Runkenstein in Space

Als Herr von Runkenstein eine defekte Rakete fand
die widerrechtlich auf seinem Balkon geparkt war
entführte er das Raumfahrzeug kurzerhand
um dann von Amerikanern
Russen
oder Chinesen einen angemessenen Schadensersatz zu verlangen
für die Schäden an seiner wertvollen Pfandflaschensammlung
welche zwar erst drei Objekte umfaßte
von denen jedoch die Hälfte zur Hälfte gefüllt war
was den Wert ins unermeßliche steigerte
Am Steuer seines neuen Vehikels
vergaß Herr von Runkenstein jedoch
die Existenz seiner Pfandflaschensammlung
da die Beschleunigung alles bisher da gewesene in den Schatten stellte
und ihn in kürzester Zeit
in den Orbit eines blauen Sonnentrabanten beförderte
wo es jedoch zunächst einige gefährliche Stücke Weltraumschrott
mit einer Laserkanone zu verdampfen galt
was kein größeres Problem darstellen sollte
jedoch die Frage aufwarf
wie ein benutztes Kondom in den offenen Weltraum gelangen konnte
Die Antwort fand Herr von Runkenstein in demselben Orbit
in Form einer internationalen Raumstation
an die Herr von Runkenstein auch angedockt hätte
hätte er den Rückwärtsgang gefunden
der bei diesem Modell aber vermutlich aus Kostengründen fehlte
Da die Erde stinklangweilig war
besuchte er den Mars
der ihm schon immer der sympathischste aller Planeten war
da es dort wie auf der Erde kein intelligentes Leben gab
was hoffentlich auch so blieb
Im Asteroidengürtel war die Situation völlig anders
hier tobte gerade eine Weltraumschlacht
zwischen grünen und gelben Raumschiffen
bei der Herr von Runkenstein nicht anders konnte
als eine Wette auf die Grünen abzuschließen
und dann im Alleingang das Mutterschiff der Gelben zu vernichten
worauf er seinen Gewinn kassierte
und den Grünen weiterhin viel Erfolg wünschte
deren Invasionsflotte Kurs auf die Erde nahm
was Herr von Runkenstein jedoch nicht weiter beunruhigte
da er bereits Saturn erreicht hatte
dessen Ringe aus der Nähe jedoch erkennen ließen
das sie lediglich aus gewöhnlichen Steinbrocken bestanden
was er als ungemein enttäuschend empfand
Um sich weitere Enttäuschungen zu ersparen
kehrte er umgehend zur Erde zurück
um endlich ein Lösegeld für das Raumschiff zu kassieren
dort war man jedoch mit ganz anderen Problemen beschäftigt
unter anderem mit einer Invasion durch grüne Raumschiffe
Allerdings hatte die Menschheit Glück im Unglück gehabt
da die Invasoren gegen die Erdenbakterien allergisch waren
und nach nur wenigen Tagen wieder von uns gingen


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#34: Herr von Runkenstein begegnet den Toons
HvR#34
Herr von Runkenstein begegnet den Toons

Nichtsahnend bog Herr von Runkenstein um eine Hausecke
um dort erschreckt feststellen zu müssen
dass hinter dieser Ecke nichts war
als weiße Leere wie auf einem Blatt Papier
was geradezu befremdlich wirkte
da bis gestern an dieser Stelle
eine Straße mit einigen Häusern
und eine geflegte Langeweile bis zum Horizont
zu finden war
Noch seltsamer wurde es nur
als sich in ungewöhnlicher Geschwindigkeit
ein Ozean mit einem Sandstrand
und einige Hotelanlagen aufbaute
und nach nur wenigen Sekunden die ersten Touristen anlockte
die sofort einige Holzkohlefleischgrillgeräte installierten
und den Sand mit Sonnencreme vollkleckerten
Zuerst vermutete Herr von Runkenstein einen Fehler in der Matrix
dann eine Teilverschmelzung mit einem ozeanographischen Paralleluniversum
was jedoch beides nicht stimmte
wie sich kurz darauf herausstellen sollte
da aus dem Nichts eine Comicfigur erschien
tatsächlich handelte es sich um Homer Simpson
der sich kurz am Hintern kratzte
und dann Herrn von Runkenstein erklärte
dass er gerade träume
und nichts von alledem passiert sei
Dann erschien Kenny McCormick
den Herr von Runkenstein aber nicht verstehen konnte
da dieser eine Kapuze über das Gesicht gezogen hatte
Als nur Sekunden später Bart Simpson vom Himmel fiel
der sogleich einen Donut durch eine Raumverschiebung warf
dem Homer selbstverständlich folgte
und dann Kenny mit einer Strahlenwaffe in Kirschkuchen umkonvertierte
sollte sich die Situation auflösen
da Bart erklärte
dass Herr von Runkenstein in einer experimentellen Welt existierte
die von Cartoonwissenschaftlern in eimen Hochsicherheitslabor erzeugt wurde
um die Auswirkungen einer dritten Dimension
innerhalb eines geschlossenen System zu erforschen
was ja auch gelungen war
da das Herrn von Runkenstein bekannte Universum existierte
Nachdem dieser den kleinen Wicht die Theorie erklärte
das Cartoonfiguren von Menschen erfunden worden seien
um leere DIN-A4-Blätter zu füllen
verschwand Bart Simpson im Nichts
und wurde ebenso schnell ersetzt durch Donald Duck
welcher dem verdutzen Herrn von Runkenstein erklärte
dass die Toons bereits lange vor Anbeginn der Zeit existierten
und die Menschen nur zur Unterhaltung erfunden hatten
Mit diesen Worten löste sich Donald in Luft auf
und lies einen Herrn von Runkenstein zurück
der sich ein Eis kaufte
und dann am Strand in die Sonne legte
um den neu gewonnenen Ozean zu genießen
und einige Comic zu lesen
in denen alles so war
wie es auch sein sollte


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#35: Herr von Runkenstein bekommt ärger mit Mordor
HvR#35
Herr von Runkenstein bekommt ärger mit Mordor

Bei dem Versuch
eine wasserlose Waschmaschine zu erbauen
erzeugte Herr von Runkenstein einen Quantenblitz
welcher ihn umgehend in ein unbekanntes Land verfrachtete
wo er einem Hobbit und dreizehn Zwergen begegnete
die sich in den Kopf gesetzt hatten
den Drachen Smaug im einsamen Berg zu töten
und das von ihm erbeutete Zwergengold abzutransportieren
Da Herr von Runkenstein das Buch bereits kannte
schlug er das Ende auf
nahm sich einen Teil des Goldes
da er der Meinung war
das es ihm von Rechts wegen zustand
und kaufte sich davon einen großen Teil des Düsterwaldes
welchen er zu einem Naherholungszentrum
für allerlei lichtscheues Gesindel umbaute
unter anderem Orks
Höllentrolle
und Ex-Hobbits wie Gollum
Der Umsatz war bereits nach nur wenigen Monaten immens
und blieb auch in Mordor nicht unbemerkt
wo man für Erholung nichts übrig hatte
Die erste feindliche übernahme schlug jedoch fehl
da Herr von Runkenstein die Orkarmeen mit Gutscheinen
für ermäßigten Eintritt
und kostenlose Massagen
als überzeugte Stammkunden gewinnen konnte
Auch die ausgesandten Ringgeister konnten nicht viel unternehmen
da Herr von Runkenstein ihnen klarmachte
das die übernahme von Naherholungszentren
nicht zu ihren Aufgabengebieten gehörte
Da Sauron nicht persönlich vorbeikommen konnte
aufgrund der Tatsache
dass er zur Zeit nur ein Auge aus Feuer war
was sich in einiger Zukunft aber sicher ändern würde
stand somit dem Ausbau des Düsterwald-Wellness-Center
nichts mehr im Wege


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#36: Herr von Runkenstein im Krieg gegen die Drogen
HvR#36
Herr von Runkenstein im Krieg gegen die Drogen

Es war ein ganz normaler Tag
als Herr von Runkenstein in der Zeitung blätterte
um herauszufinden
wer wem seit gestern den Krieg erklärt hatte
und mußte zu seinem Erschrecken feststellen
das man jetzt nicht nur den Terror verfolgte
sondern auch die Drogen
was Herr von Runkenstein zwar irgendwie blöd fand
da somit in absehbarer Zeit sehr viele Menschen
sehr unglücklich werden würden
doch andererseits konnte er ein gewisses Maß
von Verständnis aufbringen
weil jeden Tag immerhin mehr Menschen an Drogen starben
als durch alle Militärinterventionen oder Darmendoskopien zusammen
Herr von Runkenstein schritt umgehend zur Tat
da er wußte
das man solche Sachen besser selbst macht
statt sie den Amerikanern zu überlassen
Auf eine öffentliche Kriegserklärung
folgte die standrechtliche Exekution seines geliebten Mohnfeldes
und die anschließende Bombardierung von Kolumbien
Marokko
und der Niederlande
Der Gegenschlag der Drogen folgte nur wenig später
in Form einer Verzichtserklärung
auf bewusstseinserweiternde Inhaltsstoffe
und der Einholung einer Auswanderungsgenehmigung
oder auch der Auswanderung einer Einholungsgenehmigung
wer weiß das in diesen drogenlosen Zeiten schon so genau
Zu einem Exodus der Rauschpflanzen sollte es jedoch nicht mehr kommen
da die drogenlose Gesellschaft sehr schnell kollabierte
aufgrund der Tatsache
dass drogenfreie Gesellschaften einfach zu drogenfrei sind
um auf Dauer bestehen zu können


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#37: Herr von Runkenstein auf Eisbergjagd
HvR#37
Herr von Runkenstein auf Eisbergjagd

Gerade brach eine neue Eiszeit an
als Herr von Runkenstein versuchte
seine letzten Nahrungsvorräte
in Form einer Eichel
in einem Gletscher zu verstecken
Unglücklicherweise brach ein Stück des Eises ab
etwa in der Größenordnung der Zugspitze
fiel auf ein Eichhörnchen
und rutsche dann in das nahegelegene Meer
wo es ein Schiff rammte
welches eine verwechselnde ähnlichkeit
mit der allseits bekannten Titanic vorweisen konnte
und daraufhin versank
ebenso wie der verursachende Eisberg
Diesen Vorgang fand Herr von Runkenstein etwas seltsam
da Eisberge üblicherweise nicht im Wasser versinken
sondern in kleingehackter Form
Erfrischungsgetränke verwässern
oder in die Wüste exportiert werden
wo sie den gefährlichen Wanderdünen Einhalt gebieten sollen
Mit einem ausgeliehenen U-Boot
verfolgte Herr von Runkenstein deshalb den Eisberg
obwohl das U-Boot juristisch gesehen
gar nicht hätte tauchen können und dürfen
weil das Verdeck offen war
was jedoch bei der Unterwassereisbergverfolgungsjagd
nicht weiter störte
da die kühlende Brise des Fahrtwassers
Herr von Runkenstein wunderbar abkühlte
Dagegen war aber wie bereits erwähnt nichts einzuwenden
weil der mit Atomen betriebene Atomreaktor
als Kühlwasser seine direkte Umgebung verwendete
weshalb es etwas wärmer war
als unter anderen Umständen üblich
Unter eben beschriebenen Umständen
verfolgte Herr von Runkenstein nun also den Eisberg
der sich mit gemütlichen 21.754 Kubikmeter Wasserverdrängung pro Stunde
über den Meeresboden wälzte
ohne irgendwelche Anstalten zu machen
irgendwann wieder die Naturgesetze zu befolgen
und auf der Wasseroberfläche den einen oder anderen Ozeanriesen
in sein nasses Grab zu befördern
Sogleich schritt Herr von Runkenstein zur Tat
und informierte den UNO-Sicherheitsrat
über eklatante Verstöße gegen die Naturgesetze
was die Amerikaner dazu veranlasste
zunächst ein Embargo über alle eisberghaltigen Nationen zu verhängen
die Schweiz ausgenommen
da die Eidgenossen über keinen bekannten Zugang zum Meer verfügen
über welchen sie ihre Gletscher entsorgen könnten
und anschließend den Einsatz von eisbrechenden Nuklearwaffen zu erwägen
welche bereits in den Fünfzigern des zwanzigsten Jahrhunderts
zur Bekämpfung sowjetischer Eisberge entwickelt wurden
aber nie zum Einsatz kamen
da die Sowjets durch das bereits erwähnte Eisbergembargo
welches natürlich rückwirkend bis zur Eiszeit gültig war
niemals die Möglichkeit hatten
sowjetische Eisbergflotten im Kriegsfall einzusetzen
Der Einsatz von eisbrechenden Nuklearwaffen selbst
wurde von der UNO-Vollversammlung abgesegnet
da die Amis damit drohten
bei der Verweigerung einer Erlaubnis
die Amtszeit ihres aktuellen Präsidenten
bis zu dessen natürlichem Ableben zu verlängern
was zwar völkerrechtswidrig war
aber dennoch seine Wirkung nicht verfehlte
Der Eisberg selbst bekam von der Aufregung nichts mehr mit
da er bereits gut versteckt und quietschvergnügt
das Aquarium des Herrn von Runkenstein bewohnte
wo er bis zu seinem friedlichen Ableben
nach einer außergewöhnlich langen Lebensdauer
noch unzählige Nachbildungen der Titanic versenken durfte


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#38: Herr von Runkenstein nutzt die Zeit
HvR#38
Herr von Runkenstein nutzt die Zeit

Es war diverse Jahre in der Zukunft
als Herr von Runkenstein aus einer Laune heraus
welche er sich später nicht mehr erklären konnte
einen Rekrutierungsoffizier besuchte
und kurz darauf der mobilen Infantrie beitrat
um seinen Dienst mit Atomgranaten
und Düsenkampfanzug abzuleisten
und so ein Vollbürger zu werden
was ja irgendwie nett wäre
Zunächst sollte er das Ausbildungslager Camp Currie besuchen
umging diese Schinderei jedoch geschickt
indem er sich innerhalb weniger Minuten
mit Hilfe von Computermanipulation
Gewaltanwendung
und Origami
zunächst zum Sturmbannführer
und dann zum Special Agent befördern lies
was ihn jedoch nicht davor bewahrte
in eine winzige Kapsel gesetzt
und darin anschließend von einer Kanone
in die Atmosphäre von Klendathu geschossen zu werden
dessen Oberfläche ihn mit einer harten Landung
und einer nicht unwichtigen Anzahl von Bugs willkommen hieß
Das Aussehen der Bugs variierte
und war davon abhängig
ob der Betrachter lediglich den Film kannte
oder auch das Buch gelesen hatte
dessen Bugs nicht nur bewaffnet und bekleidet waren
sondern sich auch in Arbeiter und Soldaten unterteilten
was zu durchaus schlachhausmäßig anmutenden Szenen führen konnte
sofern dazu die eigene Phantasie reichte
und die Bugs vielleicht gerade einen Scheinangriff
von Arbeitern durchführen ließen
in welchen sich die Flammen werfenden
und atomare Sprengsätze verschießenden
mobilen Infantristen auf andere Dinge konzentrieren konnten
wie die Koordinierung des Zuges
dessen Soldaten durchaus einige hundert Meter weit
voneinander entfernt sein konnten
was bei der M.I. aber normal war
da das M für "mobil" steht
was bedeutet
dass alle Soldaten ständig in Bewegung sind
und deshalb jeder einzelne ein sehr großes Gebiet abdeckt
was jedoch mit einem düsenbetriebenen Kampfanzug
kein größeres Problem darstellen sollte
welcher im Film vermutlich aus Kostengründen eingespart wurde
aber tatsächlich das wichtigste Hilfsmittel der M.I. darstellte
der jedoch im Falle eines Energieausfalls
wie er während der Ausbildung
durch einen Ausbilder per Knopfdruck herbeigeführt werden kann
zu einem klaustrophobischen Gefängnis von einer Tonne Stahl wird
worüber man jedoch nicht weiter nachdenken sollte
Noch immer von Bugs umgeben
begann Herr von Runkenstein mit der Verwirklichung
seines wahnsinnigen Planes
die Bugs zunächst in eine Demokratie
und dann in den Untergang zu treiben
welcher der Demokratie mitunter auf dem Fuss folgen kann
Einziges Problem bei der Ausführung dieser Lösung
war die insektoide Gesellschaftsstruktur der Bugs
mit einer gehirnlosen Arbeiter- und Soldatenklasse
und einer neuronengetränkten Oberschicht
was eine Demokratie weitgehend überflüssig macht
sofern man davon ausgeht
dass für jede Zivilisation eine perfekte Gesellschaftsform existiert
welche bei den Bugs zweifelsohne
die insektoid-monarchistische Diktatur des Gehirnproletariats sein musste
dessen von Marx Thatcher
Kohl
Stalin
und W. beeinflussten Unterströmungen sich jedoch nie durchsetzen konnten
da ihnen das insektoide Etwas fehlte
und diesen Personen zudem keinen obligatorischen Chitinpanzer hatten
um wirklich ernst genommen zu werden
Herr von Runkenstein hingegen befehligte nach wie vor
einen Angriff auf die Bugs
war sich jedoch längst bewusst
dass diese Arbeit zwar einen Tag lang Spaß machen konnte
auf Dauer jedoch zu monoton und stupide wäre
als dass er den Rest seines Lebens damit verschwenden könnte
zudem er ständig in der Gefahr schweben würde
sein Gehirn an einen Bug
oder seinen Verstand durch den
nicht minder gefährlichen Militärdienst zu verlieren


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#39: Herr von Runkenstein wird ein Cyborg
HvR#39
Herr von Runkenstein wird ein Cyborg

Es war in der Zukunft
als Herrn von Runkenstein bewusst wurde
dass er in keinster Weise an die Zukunft angepasst war
was sich weitgehend auf seine physische Existenz bezog
da er geistig nicht nur mit der Zukunft
sondern auch mit Gegenwart
Vergangenheit
und allen anderen darüber hinaus existierenden Zeitperioden schritthalten konnte
Umgehend suchte er eine zukünftige Zukunftsklinik auf
und ließ seine Augen durch augenähnliche Kameras ersetzen
welche nicht nur den infraroten und ultravioletten Zeitgeist erfassen konnten
und mit einer nichttödlichen Dosis Röntgenstrahlen
ganze Landstriche zu sterilisieren vermochten
sondern auch die aktuelle Uhrzeit und Ozonkonzentration
in das Blickfeld einblendete
Da Herr von Runkenstein ein Linkshänder war
konnte er auch auf seinen rechten Arm verzichten
und ließ sich stattdessen ein 22,5 mm-FLAK-Geschütz an die Schulter tackern
mit dem er ihn Zukunft sowohl Straßenüberfälle
als auch aufdringliche Insekten
und vielleicht sogar vor der Haustür stehende
Zeugen Jehovas abwehren konnte
Um nicht ständig auf die rechte Seite zu kippen
ließ Herr von Runkenstein sich anschließend
auch den linken Arm modifizieren
und erweiterte ihn um mehrere PCI-Steckplätze
und ein Münztelefon für den privaten Gebrauch
welches aber nur nordkoreanische Hundert-Dollar-Scheine entgegennahm
die aber selbst in Nordkorea kaum zu finden waren
Das linke Ohr musste einem Notstromaggregat weichen
und das rechte einem Hörgerät
was sich als überaus unpraktisch herausstellen sollte
wie sich jeder vorstellen kann
der bereits ein 22,5 mm-FLAK-Geschütz und ein Hörgerät
gleichzeitig benutzen durfte
Doch Herr von Runkenstein löste das Problem elegant
indem er die Lautstärke des FLAK-Gerätes
ein wenig herabsetzte
und sich vornahm
nicht mehr so genau hinzuhören
Als er kurz darauf den Wunsch äußerte
seinen Blinddarm durch taktische Neutronenbomben
aus israelischen Beständen zu ersetzen
bekam der behandelte Elektriker erste Zweifel
ob hier nicht moralische Grenzen überschritten würden
doch ein seine linke Hand durchschlagendes 22,5-mm-Geschoss
überzeugte ihn vom Gegenteil
Tags darauf
versuchte Herr von Runkenstein
einen Mitarbeiter des technischen überwachungsvereins
von der Notwendigkeit eines elektrischen Eiscremeportionierers
anstelle eines linken Mittelfingers zu überzeugen
konnte den Mann aber nur durch das Angebot
eines kostenlosen Telefongespräches nach Nordkorea
von seinen edlen Motiven überzeugen
Etliche Jahrzehnte und blutige Zwischenfälle später
blieb nur noch zu erwähnen
dass Rost und Computerviren
des Cyborgs größte Feinde sind
und eigentlich auch schon immer waren


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#40: Herr von Runkenstein und die Woche
HvR#40
Herr von Runkenstein und die Woche

Während Herr von Runkenstein sich das Phänomen
der siebentägigen Woche genauer betrachtete
bekam er den Eindruck
dass er sich in einem sich endlos wiederholendem Kreislauf befand
aus dem es kein Entkommen gab
da die Woche bereits international eingeführt und anerkannt war
Also beschäftigte sich Herr von Runkenstein
mit der abnormen Reihenfolge von Wochentagen
welche aufeinander folgen
Dabei stach insbesondere der Sonntag ins Auge
der auf eine seltsame Weise nur ein Abbild seiner Selbst war
da er seinem Anspruch als ein Tag des Wochenendes nur zur Hälfte gerecht wurde
weil er zwar ein bequemes ausschlafen erlaubte
aber letztendlich am Abend den grausamen Alltag wieder einbrechen lies
da bereits die langen Schatten des Montag Morgen auf ihn fielen
welcher in der Woche die einmalige Ausnahmeposition inne hielt
der wahrhaft meistgehasste Wochentag zu sein
aufgrund der unglücklichen Fügung
direkt auf den Sonntag zu folgen
und damit eine neue Arbeitswoche einzuläuten
was ihn wie bereits gesagt zu dem meistgehassten Wochentag machen sollte
aber glücklicherweise vom Dienstag verfolgt wird
welcher das seltene Glück zuteil wurde
nur einen Tag vom Mittwoch entfernt zu liegen
und damit schon fast am Ende der Woche lag
Der Freitag hingegen war ein weiteres abnormes Zeitgefüge
der mitteleuropäischen Standardwoche
da in seine Zeitstruktur bereits die Einflüsse
des folgenden Wochenendes zu erkennen waren
der aber rein rechtlich zu den gemeinen Werkstagen zählte
wie auch der Donnerstag
der zwar technisch gesehen in der Mitte der Woche lag
aber über keinen so aussagefähigen Namen wie der Mittwoch verfügte
welcher lediglich in der Mitte der Arbeitswoche lag
aber damit vielleicht auch seinen Namen verdient hatte
da er ja die Arbeitswoche in zwei fast gleichmäßige Hälften teilte
im Gegensatz zum Samstag
der zwar das Wochenende teilte
da man an ihm traditionell lange ausschläft und lange wach bleibt
aber über keinen teilenden Namen verfügte
sondern nur über einen lächerlichen Spitznamen
nämlich Sonnabend
was den wahren König der Woche
gewissermaßen zu einem Handlanger des Sonntags machte
aufgrund religiöser Verfolgung
von höchster Stelle
nämlich Gott persönlich
der an einem Samstag arbeitete
an einem Sonntag entspannte
und sich keinerlei Gedanken über den folgenden Montag machte
sondern sich vielleicht darüber freute
dass ab dem nächsten Tag der Mensch arbeiten sollte
und er selbst alle kommenden Wochen frei haben konnte
in alle Ewigkeit
Amen


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#41: Herr von Runkenstein kehrt zurück
HvR#41
Herr von Runkenstein kehrt zurück

Auf seltsamen Wegen
die keiner Erklärung bedurfen
gelangte Herr von Runkenstein in ein seltsames Land
wo die Berge aus Zahnstein
und die Wälder aus Pappmachee waren
und wo sich im allgemeinen auch Fuchs und Hase Gute Nacht sagten
Da dort aber keinerlei Form von Unterhaltung zu finden war
kehrte er mit leeren Händen zurück
und entspannte sich bei einer Marienerscheinung
die wöchentlich in seinem Wohnzimmer stattfand
und nur von dem monatlichen Besuch Gottes übertroffen wurde
der keine andere seiner Schöpfungen
dermaßen akribisch kontrollierte
wie er es bei Herr von Runkenstein tat


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#42: Herr von Runkenstein gegen die Zecke
HvR#42
Herr von Runkenstein gegen die Zecke

Nach seinem harzigen Sieg
über den mächtigen Zauberwald Baumfällt
in der südlichen Antarktis
musste Herr von Runkenstein feststellen
das der von Grund auf bösartige Wald
sich blutig gerächt hatte
und zwar in Form einer Zecke
welche nun in der Nähe seines linken Daumens Stellung bezog
und mit den Bohrarbeiten begann
Herr von Runkenstein zögerte nicht lange
und verband sein kostbares Gehirn
über ein handelsübliches Koaxialkabel
mit einem Supercomputer
der wiederum einen Acht Millimeter großen Roboter aktivierte
welcher eine verblüffende ähnlichkeit
mit dem aus Film und Fernsehen bekannten Terminator hatte
dessen Verkörperung durch Arnold Schwarzenegger
man als die schauspielerisch beste Leistung
seit Erfindung der Glühbirne bezeichnen konnte
wenn man sich einen kleinen Spaß
gegenüber Filmkritikern erlauben wollte
Doch eben jener 8-mm-Terminator
war nun den Hirnströmen des Herrn von Runkenstein unterworfen
und wurde in direkter Umgebung der Bohrstelle platziert
wo er sich zunächst durch einen kräftigen Schlag gegen den Kehlkopf
die volle Aufmerksamkeit der Zecke sicherte
"Gib mir deine Kleidung, deine Brille und dein Motorrad"
war leider falsch
doch nach einer kurzen Bedenkzeit
fand Herr von Runkenstein endlich die Worte
"Sie haben hier keine Bohrgenehmigung"
was aber trotzdem daneben ging
da die Zecke tatsächlich eine Bohrgenehmigung vorweisen konnte
die sie allerdings bei der selben Firma erworben hatte
welche Grundstücke auf Mond, Mars und anderen Himmelskörpern verkaufte
die aber im Sparpaket zusammen mit der Sonne
bereits 1863 von einem Hamburger Fischhändler
an Herrn von Runkenstein veräußert wurden
wodurch die Bohrgenehmigung letztendlich anfechtbar war
was Herr von Runkenstein auch sofort tat
indem er einen Blutverhärter in die Zecke injizierte
und sie anschließend mit einer gezielten Sprengung entfernte
Den Leichnam verpackte Herr von Runkenstein in einem Paket
und liess dieses über der Antarktis abwerfen
wo er noch einige Zauberbaumrebellen vermutete
um diesen verständlich zu machen
dass man lieber alles selbst machen sollte
was richtig gemacht werden muss
und keine inkompetenten Auftragszecken
vor schier unlösbare Aufgaben stellt


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#43: Herr von Runkenstein und die Klonkrieger
HvR#43
Herr von Runkenstein und die Klonkrieger

Es war ein handelsüblicher Tag
als Herrn von Runkenstein eine Subraum-SMS
aus einer weit entfernten Galaxie erreichte
sowohl räumlich als auch zeitlich
und in welcher ihm mitgeteilt wurde
dass die von ihm bestellte Klonarmee
jetzt einsatzbereit wäre
und er sie jederzeit abholen könne
oder dass sie gegen Aufpreis
auch ins Haus geliefert werden würde
Besagter Herr von Runkenstein
konnte sich zunächst nicht daran erinnern
jemals eine Klonarmee bestellt zu haben
doch ein Blick in alte Unterlagen
belehrte ihn eines besseren
da er dort jenen Bestellschein fand
in dem er eine 1,5 Millionen Mann starke Klonarmee
samt Zubehör orderte
Bei einem kurz darauf folgenden Truppenbesuch
stellte Herr von Runkenstein fest
dass 1,5 Millionen in Reih und Glied stehende Runkenstein-Klone
zwar ein sehr befremdlicher Anblick waren
doch der Vorteil einer solchen Militärmacht
sollte sich bereits beim Vorgang
der Rechnungsbegleichung herausstellen
als Herr von Runkenstein den Befehl gab
eben jene Kreaturen
welche die Rechnung überreichten
zu beseitigen
was ein durchaus übliches Mittel für militärische Befehlshaber darstellte
welche nicht das entsprechende Kleingeld
für ihre Truppen und Zubehör aufbringen konnten
und deshalb zur Anwendung von Gewalt
geradezu gezwungen wurden
Zurück in der eigenen Galaxie
und mit 1,5 Millionen Klonen
samt Zubehör im Gepäck
stand Herr von Runkenstein anschließend vor dem Problem
wo er eben jene Klone
und Zubehör
bis zu einem möglichen Einsatz unterbringen solle
löste dieses Problem aber umgehend
da ihm einfiel
dass er zwar über eine Garage verfügte
aber kein eigenes Fahrzeug vorweisen konnte
und somit über genug freien Raum verfügte
um seine Klone unterzubringen
welche sich über die Unterbringung keineswegs beschwerten
da sie eine durchaus disziplinierte Version
des Herrn von Runkenstein darstellten
und sowohl als Soldaten als auch als Runkenstein-Gen-Träger
sehr flexibel auf neue Situationen reagieren konnten
Als nächstes stellte sich die Frage
was Herr von Runkenstein mit seinen Klonen
und Zubehör
anfangen sollte
denn es passiert natürlich nicht alle Tage
dass man von einem Moment auf den anderen
über eine Militärmacht verfügt
welche man sowohl gegen alljährliche Krötenwanderungen
als auch gegen Verkehrsstaus
Wühlmäuse
Nacktschnecken
Kaltwetterfronten
Navy Seals
Klingelmännchen
Rentner
Juckreiz
Messerstecher
Alkoholiker
Popstars
Teenstars
Schlaglöcher
Buckelwale
Dichtensäcks
Knubbel in den Socken
extraterrestrische Invasoren
und wahrscheinlich auch alles andere
was zwischen hier und nicht hier existiere
ins Feld führen konnte
Herr von Runkenstein erstellte eine Liste
mit Freund und Feind
sozusagen eine FF-Liste
wenn man sich diesen mittelmäßigen Wortwitz erlauben darf
und spielte dann für eine Weile mit dem Gedanken
mal wieder die Weltherrschaft zu erlangen
was ihm nun wirklich keiner verdenken konnte
da mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit jeder Mensch
der über eine ebenso große Militärmacht verfügte
zwanghaft auf den Gedanken kommen musste
die Weltherrschaft zu übernehmen
da sich eben diese geradezu anbot
wenn man über eine Militärmacht
von bereits erwähnten Ausmaßen verfügte
Herr von Runkenstein jedoch
entschied sich aber gegen die Option der Weltherrschaft
da diese sehr wahrscheinlich mit einem enormen Arbeitsaufwand
verbunden sein würde
man denke nur an den Papierkram
der für die Unterdrückung von fast 8 Milliarden Menschen
unabdingbar war
und erhöhte dann seine Militärpräsenz
in der unmittelbaren Nachbarschaft
was die meisten Nachbarn aber nicht weiter störte
da sie derartige Aktionen des Herrn von Runkenstein
bereits gewohnt waren
Wenig später traf eine weitere Subraum-SMS an
es war bereits die zweite an jenem Tag
in welcher Herr von Runkenstein gefragt wurde
ob er denn so freundlich wäre
seine Klon-Steuern zu bezahlen
wenn er dies nicht wolle
wäre das natürlich auch kein Problem
da man nicht daran denke
sich mit Klonarmeen anzulegen
Der Absender jener SMS
war das interstellare Finanzamt
was Herrn von Runkenstein daran erinnerte
das außerhalb der Erde genug Arbeit für eine Klonarmee
und Zubehör
zu erwarten war
woraufhin Herr von Runkenstein zu dem Entschluss kam
seine Klonkrieger in die unendlichen Weiten des Universums auszusenden
und ihnen den Auftrag gab
jeden Planeten zu erobern
der erobert werden konnte
und nicht eher zurückzukehren
bevor sich nicht mindestens 51% der Galaxie
auch als Milchstraße bekannt
unter der Kontrolle von Runkenstein-Klonen befindet
was jenem Orginal-Runkenstein
nicht nur die Klone kurz- bis langfristig vom Hals hielt
sondern ihm auch die Möglichkeit gab
eines Tages legaler Besitzer vieler Millionen Planeten
und Sklavenvölker zu werden
was man wohl kaum mit der Herrschaft
über einen einzigen Planeten vergleichen kann
dessen Oberfläche zu 72 Prozent aus Wasser besteht
und damit für Lungenbesitzer wohl kaum
ein lohnenswerter Besitz sein könnte
auch unter Berücksichtigung der Tatsache
das eben jene Lungenbesitzer
zu einem fast ähnlichen Prozentanteil aus Wasser bestehen


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#44: Herr von Runkenstein beschleunigt Mikrosterne
HvR#44
Herr von Runkenstein beschleunigt Mikrosterne

Herr von Runkenstein entdeckte
bei der routinemäßigen Beseitigung
diverser subatomarer Zivilisationen
in den weiten Sumpfgebieten seiner Wohnung
einen gleißenden Lichtball
dessen Hitze bereits den Teppich angeschmort hatte
und der bei genauerer Betrachtung
eine gewisse ähnlichkeit
mit anderen Objekten
die üblicherweise über den Himmel ziehen
und etwas größer sind
vorweisen konnte
Gemeint ist selbstverständlich die Sonne
deren Durchmesser
die Größe üblicher Menschen
bei weitem überragt
was ganz einfach daran liegt
weil es sich bei der Sonne
um einen kernfusionierenden Wasserstoffball handelt
und bei Menschen eben nicht
Besagte Minnisonne
wurde von Herrn von Runkenstein
sogleich aus dem Fenster geballert
was eben jenen Mikrostern dazu veranlasste
eine Diplomarbeit
über die Beschleunigung von Kugelblitzen
zu verfassen
und einer gesicherten Zukunft
in der Beschleunigungsindustrie entgegenzublicken


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#45: Herr von Runkenstein entkommt der Bestie
HvR#45
Herr von Runkenstein entkommt der Bestie

Herr von Runkenstein wirkte ungemein erleichtert
als es ihm gelang
nach einem sekundenlangen Kampf
das Maul der schrecklichen Bestie zu verlassen
dessen Mundgeruch bereits ganze Kriegsflotten
zum Opfer gefallen sind
da besagte Bestie über den Nährstoffgehalt
von Rüstungswaren
bestens informiert war
aufgrund der Tatsache
dass Herr von Runkenstein sie anschließend
genauestens darüber informierte
in welchen Truppenteilen
die meisten Vitamine zu finden sind
und wie besagte Truppenteile zubereitet werden
Nur wenig später war Herr von Runkenstein
bereits wieder auf der Flucht
vor der Bestie
deren grauenerregende Kombination
aus Edmund Stoiber
Zahnschmerzen
und einem Frontalaufprall auf einen Rentner
bei 1.048 Stundenkilometer
ihr nicht nur zu recht den Namen einbrachte
sondern auch für deren abartige Abartigkeit
und bösartigen Mundgeruch
verantwortlich war
Besagte Bestie verlor allerdings schnell das Interesse
an Herrn von Runkenstein
da dieser seinem Verfolger nicht nur ein Bein stellte
sondern auch mit dem Einsatz seiner Harnblase drohte
genauer gesagt dem Mittelstrahl des Morgenurins
wodurch sich Herr von Runkenstein zwar letzten Endes
kaum noch von den Methoden seines Gegners unterschied
doch immerhin eine gefahrlose Flucht antreten konnte
deren Verlauf bei bestem Wissen und Gewissen
kaum vorhersehbar war


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#46: Herr von Runkenstein und der Apfel
HvR#46
Herr von Runkenstein und der Apfel

An einem sauberen
und frisch gebügelten Wochentag
traf Herr von Runkenstein einen Apfel
der nicht weit weg vom Stamm eines Apfelbaumes lag
was sich Herr von Runkenstein mit dem Naturgesetz erklärte
dass äpfel nun mal nicht sehr weit vom Stamm fallen
mit Ausnahme der Pferdeäpfel
von denen man aber zumindest behaupten konnte
dass sie nicht besonders weit vom Pferd fallen
was ja auch irgendwie logisch
und biologisch leicht erklärbar ist
Eben jener Apfel
der vom Stamm natürlich
rief plötzlich
"Heb mich auf, bevor die Ameisen kommen!"
was Herrn von Runkenstein nicht unbedingt seltsam vorkam
da er bereits mit Gurken
und anderem Gewächs kommunizierte
als besagter Apfel noch ein Kern war
"Ameisen essen keine äpfel, dafür sind sie zu klein."
versuchte Herr von Runkenstein den Apfel zu beruhigen
doch jenen schien das Argument nicht zu tangieren
"Aber sie werden einen Tunnel durch mich hindurch bauen!"
behauptete der Apfel
ohne seine Vermutung belegen zu können
was sofort ein Apfelhörnchen anlockte
dessen Apfelerntemaschine
aus dem Hause Adolf Bimsstein
den Apfel aus den nuklearen Planspielen
der Satan huldigenden Ameisen entfernte
und ihn in einem Habitat
für zukünftige Apfelbreiriegel aussetzte
"Wünschen sie ein Produkt aus äpfeln, der Herr?"
fragte das zuvorkommende Apfelhörnchen höflich
und stellte anschließend fest
dass der Verkauf von Bioprodukten sich erst richtig lohnt
wenn der Kunde keine Fragen über die Herkunft
des Produktes stellt
was in diesem Falle auch sinnlos gewesen wäre
da sich Herr von Runkenstein ja noch immer
in dem Schatten des betreffenden Baumes sonnte
und somit die Herkunftsfrage nie zur Diskussion stand


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#47: Herr von Runkenstein unter seinem Bett
HvR#47
Herr von Runkenstein unter seinem Bett

Es war spät in der Nacht
als Herr von Runkenstein
aufgrund einer akustischen Störung
deren Herkunft auf die Unterseite des Bettes
begrenzt werden konnte
erwachte
und sich zunächst durch einen Blick
auf sein universales Positionsgerät
davon überzeugte
sich genau dort zu befinden
wo er auch eingeschlafen war
und nicht irgendwo anders
wie beispielsweise auf der Oberfläche der Sonne
im Inneren eines anderen Menschen
oder in einer texanischen Todeszelle
was hin und wieder vorkommen konnte
Der Kronleuchter hatte sich inzwischen selbst entzündet
da Herr von Runkenstein ihm erst kürzlich
mit dem Sperrmüll gedroht hatte
sollte er sich zukünftig nicht
bei jeder angemessenen Gelegenheit
selbst entzünden
Da es nach wie vor um ein Geräusch ging
griff Herr von Runkenstein
nach seinem Laserschwert
und einem Glühwürmchen
und stürmte laut tobend in die weite Ebene unter seinem Bett
um ihm auflauernde Milbenmilizen
in die Flucht zu schlagen
was auch gelang
da sich im Schein des Glühwürmchens
keine Milbe zeigte
sondern mehrere Alpträume
die gerade darüber diskutierten
welcher von ihnen der beste sei
und diese Frage spontan
an Herrn von Runkenstein weitergaben
der sich nun zwischen Freier Fall
Unsichtbarer Verfolger
und Keinen Parkplatz Finden
entscheiden musste
Herr von Runkenstein entschied sich
für den 50:50-Joker
dessen Versuch
die Hälfte von drei Möglichkeiten zu eliminieren
jedoch kläglich scheiterte
und damit einen Spalt im äther verursachte
der wiederum mit einem Strahl negativer Gravitationswellen
die Alpträume in die unangenehme Situation brachte
nach einem unangemessenen Zeitraum zu zerplatzen
was letzten Endes dazu führte
das alles wieder so war wie vorher
mit der kleinen Ausnahme
dass die Alpträume nicht mehr unter uns weilten
und sich stattdessen eine gallertartige Masse materialisiert hatte
welche sich als Nichts aus Nirgendwo vorstellte
und dann damit anfing
ununterbrochen seinen oder ihren Aggregatzustand zu wechseln
Herr von Runkenstein jedoch legte sich wieder schlafen
was angesichts des Wissens
dass sich Nichts unter seinem Bett befand
kein Problem darstellte


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#48: Herr von Runkenstein beseitigt Systemprobleme
HvR#48
Herr von Runkenstein beseitigt Systemprobleme

Am Tag des schweren Ausnahmefehlers
der sich über die gesamte terranische Oberfläche ausbreitete
und schließlich zu einem totalen Systemabsturz
des Planeten führte
hatte Herrn von Runkenstein bereits vorher
das seltsame Gefühl beschlichen
dass das löschen wichtiger Systemtreiber
aus dem Erdkern
schwere Konsequenzen nach sich ziehen könnte
doch in dem entscheidenden Moment
gelang es einem unidentifizierten DAU
mit Hilfe eines Ablenkungsmanövers
für welches dieser lediglich eine Kindergartengruppe
und ein Photonentorpedo benötigte
den Wert der Schwerkraft auf -1 zu stellen
was theoretisch und praktisch unmöglich war
und in Verbindung mit naturgesetze.ini
an der Speicheradresse 0028:C0005338
zu bereits erwähntem Ausnahmefehler führte
der zunächst durch einen allmächtigen Blue-Screen
auf sich aufmerksam machte
aber nicht wahrgenommen wurde
da längst kein Mensch mehr die Kunst beherrscht
in den kryptischen Wolkensymbolen am blauen Himmel
die Fehlermeldungen des planetaren Output-Systems
zu lesen und zu deuten
und entsprechen zu reagieren
Kurz darauf fand Herr von Runkenstein die Taste STRG
auf dem Meeresboden unter dem Nordpol
die Taste ALT im Dünndarm eines Zitteraals
in einem Aquarium eines Pekinger Privat-Zoos
und die Taste ENTF hinter einem Stapel Goldbarren
in Fort Knox
Bei dem anschließenden Neustart
mit einem bootfähigen Meteoriten
wurde allerdings ein falscher Speicherstand geladen
was zu einer Dinosaurierschwemme
und einem damit verbundenem Menschensterben führte
aber mit Hilfe des Patches dinos_ausrotten.exe
umgehend korrigiert wurde
Der neugestartete Planet selbst
hatte nur mit Kinderkrankheiten zu kämpfen
so musste beispielsweise das Wasser der Weltmeere
manuell zugeführt werden
da sämtliche Wasservorräte
in menschlichen und tierischen Blasen zwischengelagert wurden
Auch die gesetzlich erlaubte Fliehkraft
war mit 10 Km/h weit unterschritten
und sorgte für einen Exodus unter bewegungsfreudigen Menschen
und sonstigen beweglichen Organismen
deren Bewegungen zu energiebeladen waren
als das die geringe Schwerkraft sie hätte halten können
was jedoch der guten Stimmung
innnerhalb der mit Lachgas angereicherten Atmosphäre
keinen Abbruch tat
Nur kurze Zeit später
konnte man bereits wieder von fast normalen Zuständen sprechen
mit der kleinen Ausnahme
dass ein heimlich installiertes Update der Firma Microsoft damit begann
Nutzerdaten aller im System angemeldeten Benutzer zu sammeln
derer es grob geschätzt etwa 842 Billionen gibt
was umgehend zu einer Speicherüberlastung bei Microsoft
und der Explosion des NSA-Hauptquartieres führte
damit die allgemeine Lebensqualität verdoppelte
die spezielle Lebenserwartung halbierte
und schließlich die Geburtswehen des Antichristen einleitete
dessen spätere Vorliebe für Artensterben
Windows-Betriebssysteme
und Marylin Manson
seine leiblichen Eltern in die Arme der NRA trieb
dessen von der Genfer Konvention geschützter Privatkrieg
gegen die kanadischen Ahornbäume
hier nicht näher erläutert werden soll


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#49: Herr von Runkenstein manipuliert Atome
HvR#49
Herr von Runkenstein manipuliert Atome

Durch die Hilfe
seiner aus dem Takt geratenen Gedankenkraft
gelang es Herrn von Runkenstein
sich auf der subatomaren Ebene zu rematerialisieren
und die gesamte Oberfläche eines Neutrons
im Kern eines Wasserstoff-Atoms
als Bestandteil eines Wassermoleküls
im Körper einer einzellig lebenden Amöbe
zu seinem Machtgebiet zu erklären
Besagter Amöbe
war erwähnter subamtomarer Vorgang weder bekannt
noch begreifbar
was jedoch völlig belanglos ist
da Herr von Runkenstein innerhalb weniger Stunden
das benachbarte Proton annektierte
durch das Quantenvakuum bis zu der Elektronenbahn vordrang
mit der kinetischen Energie des Elektrons
das zweite Wasserstoff-Atom gleichschaltete
und anschliessend das Sauerstoffatom durch eine überlastung
mit amöbenförmigen Beta-Wellen zur Aufgabe zwang
Das nun zusammenhangslose Atom transportierte er in den freien Weltraum
vergrößerte es auf die Ausmaße
eines überdurchschnittlich großen Planeten
und erfreute sich an dem anschließenden
von den enormen Gravitationskräften ausgelösten Kollaps
an dessem sagenhaften Ende die Geburt eines schwarzen Loches
und die Vernichtung des Planeten Nutella Prime stand
dessen zu dieser Zeit amöbenförmige Bevölkerung
laut der Berechnung eines IBM-PCs
mit einer 80286-Central-Processing-Unit
nach einem Ablauf von 3,386457 Milliarden Jahren
der Menscheit den Krieg erklärt
und sie mit 23-prozentiger Wahrscheinlichkeit ausgerottet hätte


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#50: Herr von Runkenstein auf der Pizzawelt
HvR#50
Herr von Runkenstein auf der Pizzawelt

Es war am letzten Donnerstag
als es Herrn von Runkenstein gelang
ein Stück des Raum-Zeit-Kontinuums zu verbiegen
in kleine Stücke zu schneiden
und anschließend zu Keksen zu verarbeiten
dessen Genuss ihn in eines
der vielen Multiversen verschlug
welche zwischen dem Eisenwarenladen am Anfang der Straße
und dem Restaurant am Ende des Universums existieren
Tatsächlich befand sich Herr von Runkenstein
auf einer warmen Salamischeibe
von den Ausmaßen Grönlands
nur wenige Kilometer
von einem kochenden Käsegletscher entfernt
Ein in der Nähe herumlungernder Einwohner
dessen Geruch auf Pepperoni hinwies
erklärte kurz darauf
dass dem Königreich Salamina der Untergang bevorstand
da die mächtigen Käsestücke vor kurzem zu schmelzen begannen
und es auf der Pizzawelt im allgemeinen
doch etwas wärmer geworden sei
als es früher im Durchschnitt gewesen war
Anschließend erklärte der Gemüsefetzen
dass die Pizzawelt auf den Häusern
von vier Weinbergschnecken lagere
welche sich wiederum
auf dem Rücken einer planetengroßen
Weltraumkuh aufhalten
Nach einem kurzen Anruf bei dem Besitzer
des weltraumtauglichen Lebendviehs
ein Weltraumkuh-Züchter aus dem linken Spiralarm
der Rancher-Galaxis
konnte Herr von Runkenstein
dem besorgten Pepperonifetzen mitteilen
dass seine Welt dem sicheren Untergang geweiht sei
da erwähnter Weltraumkuh-Rancher
der erwähnten Weltraumkuh namens Groß-A'Kuhin
den noch nicht erwähnten Auftrag erteilt hatte
die auf dem Rücken gelagerte Pizzawelt
im Leuchtfeuer eines Pulsars zu backen
und anschließend eine Adresse
auf dem Planet der Affen zu beliefern
Das Pepperonistück wollte im Namen
aller Bewohner der Pizzawelt Protest einlegen
wurde jedoch kurz darauf
von dem herangerückten Käsegletscher
seiner politischen Karriere als Revolutionsführer beraubt
und mit dem Salamiboden verschmolzen
Herr von Runkenstein hingegen hatte genug
von dieser absurden Ausgeburt eines wirren Geistes
und verließ die zu genüge beschriebene Pizzawelt
um auf den Planet der Affen
mit Hilfe eines Elitekommandos
eine Drei-Zimmer-Wohnung zu stürmen
und anschließend einem Pizzakurier aufzulauern


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#51: Herr von Runkenstein aktiviert den Flux-Kompensator
HvR#51
Herr von Runkenstein aktiviert den Flux-Kompensator

Bei einer Inspektion
seines Wohnraum-Flux-Kompensators
stellte Herr von Runkenstein fest
dass dessen Funktionsfähigkeit
aufgrund eines Fehlers beeinträchtigt wurde
welcher darin bestand
dass die Temporal-Bewegungsgebühren
an die zuständige Behörde
für temporale Angelegenheiten
der ersten bis sechsten Dimension
mit Sitz auf XU!-GL€# in der elften Dimension
nicht errichtet wurden
Mit Hilfe des Wertpapier-Transfer-Systems Homebanking
lenkte Herr von Runkenstein diverse Geldströme
welche gerade an weltweiten Börsen ihre Besitzer wechselten
in die elfte Dimension um
und wurde innerhalb von 48 XU!-GL€#ianischen Stunden
was auf der Erde Montag vor 13 Wochen war
wieder in das Raum-Zeit-Gefüge integriert
was für Herrn von Runkenstein konkret bedeutete
seine persönliche Gegenwart
auf der eindimensionalen Linie der Zeit
deren Seitenarme sich jedoch bis in die 14. Dimension erstrecken
stufenlos manipulieren zu können
Diese spezielle Innenraum-Erweiterung
wurde früher meist dazu verwendet
bei ungewollten Besuchern die gesamte Wohnung
mit einer spontan kollabierenden Raumverkrümmung zu verweben
was letzten Endes dazu führte
dass etliche Schwiegereltern
Zeugen Jehovas
Zeitschriften-Abonnement-Verkäufer
Drogenfahnder
und andere Adrenalinspiegel-steigernde Personen
in die zweite Dimension stürzten
und dort zu Materiebrei verarbeitet wurden
was eine Umkonvertierung der dreidimensionalen Biomasse
zu einem runden Fleck mit den Ausmaßen einer Galaxis
und einer Dicke von einem Unendlichstel eines Neutrinodurchmessers
bedeutete
Selbstverständlich waren die Bewohner eben jener Dimension
über die unerwartete Umweltverschmutzung und Platzverschwendung
nicht gerade erfreut
und entwickelten einen interdimensionalen Dummheitskorrektor
dessen Aktivierung eine Steigerung
des allgemeinen Flux-Kompensator-IQ's
von 3 auf 207 veranlasste
und die Geräte damit
auf die gleiche intellektuelle Ebene wie TV-Apparate stellte
die zwar über Kabelanschluss und 198 Kanäle verfügen
aber nur verblödende Pseudo-Unterhaltung
Konsum-Propaganda
gleichgeschaltete Nachrichten
und neuronenzerfetzende Elektronenstrahlung
auf die Mattscheibe projizieren
Für die Flux-Kompensatoren bedeutet das jedoch nicht viel
da man ja bekannterweise auch aus einem einfachen Fernseher
mit ein wenig Geschick und Sekundenkleber
einen Schnellfeuer-Mörser mit Laserpeilung
und taktischer Luftunterstützung basteln kann
wie es Jean Pütz unlängst in seiner Sendung vorführte
nur kurz vor der Abreise zu seinem noch immer andauernden Besuch
in den unendlich flachen Windungen der zweiten Dimension
Leider begab es sich
dass die Aktivierung des von Runkensteinschen Kompensators
aufgrund eines stromkreisverbindenden Kakerlaks
zu einer Implosion der temporalen Materie führte
und Herr von Runkensteins gesamte Wohnfläche
völlig unkontrolliert durch die Zeit stürzte
Nach mehreren Hundert Milliarden Jahren
stabilisierten sich die 720 Zimmer wieder
verschachtelten sich zu ihrer ursprünglichen Konstruktion
und materialisierten sich genau an der Stelle
an der Herr von Runkenstein nach seiner nur dreisekündigen
und im Gegensatz zu seiner Wohnung völlig unspektakulären Reise
völlig überraschend aus dem Nichts auftauchte
nämlich an der selben Stelle
an der er und seine Wohnung nur drei Sekunden vorher verschwanden
und die oberen Stockwerke der Gefahr aussetzten
sich einem staubigen Nahkampf mit der Schwerkraft
und dem Fundament stellen zu müssen
In genau diesen Kampf platze die unerwartet
wieder auftauchende Wohnung hinein
nutze jedoch sofort ihre Möglichkeiten
und verlagerte das allgemeine Chaos in die zweite Dimension
wo sämtliche Feindseligkeiten der aufeinander einschlagenden Trümmer
umgehend im Keim erstickt wurden
Kurz darauf beschloss Herr von Runkenstein
zukünftige chrononautische Exkursionen
nur noch außerhalb seiner Wohnung durchzuführen
als er feststellen musste
dass in seiner ungewöhnlich vergrößerten Badewanne
eine miniaturisierte deutsche U-Boot-Flotte
einen Angriff auf einen ebenfalls außergewöhnlich kleinen
amerikanischen Flugzeugträgerverband startete


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#52: Herr von Runkenstein in seinem Teppich
HvR#52
Herr von Runkenstein in seinem Teppich

Aufgrund einer Verwechslung
erreichte Herrn von Runkenstein ein Paket
welches ursprünglich für eine illegale Unterorganisation
der katholisch-evangelischen Kirche bestimmt war
Inhalt des Paketes war ein Gerät
welches bei einer versehentlichen Inbetriebnahme
den unvorsichtigen In-Betrieb-Nehmer
auf eine Größe schrumpft
die man definitiv als absolut klein
und fast unbedeutend winzig bezeichnen kann
äonenbruchteile später
befand sich Herr von Runkenstein auf dem Boden
seines Teppichs
innerhalb eines dichten Waldes von synthetischen Haaren
und zwischen Unmengen von Staub und Dreck
aller 23 Widerlichkeitsstufen
Auf einem in der Nähe gelegenen Pfad
stand aus unerfindlichen Gründen ein blaues Pferd
welches Herr von Runkenstein umgehend beschlagnahmte
um reitend dem Weg zu einer Stadt zu folgen
dessen Bewohner zwar
auf den ersten Blick völlig normal wirkten
auf den zweiten Blick aber eher doch nicht
Nicht nur die aus Milbenleder hergestellte Kleidung
und das ständige Niesen wirkten befremdlich
sondern auch die ständigen Blicke nach oben
welche den Anschein erweckten
dass diese Zivilisation ununterbrochen
ihre vollständige Vernichtung durch einen Schuh
von den Ausmaßen der Nordsee
oder durch einen Staubsauger fürchtete
Eine kurze Nachfrage
bei einem ängstlich dreinblickenden Zeitgenossen
mit einem enormen Zuckerkristall auf dem Rücken
führte zu dem Ergebnis
dass die einzige Sehenswürdigkeit seines Teppichs
ein Kaffeefleck von den Ausmaßen
eines prähistorischen Badesees ist
mit dessen koffeinhaltigen Abbauprodukten
alle Völker des Teppichs beliefert werden
Eine weitere Nachfrage offenbarte die Existenz
eines LSD-Flecks
dessen Parzellen jedoch von den lokalen Hippie-Stämmen
mit dem brutalen Einsatz von Sonnenblumen
und passivem Widerstand verteidigt werden
Als kurz darauf alle Sirenen heulten
und die stündliche Schuh-Notfall-übung ankündigte
verließ Herr von Runkenstein die Stadt
und teleportierte sich
in die weite Ebene eines Brandlochs
welche sich vor langer Zeit bei einem Handgemenge
mit einem genmanipulierten Feuersalamander gebildet hatte
und sich aus dieser Perspektive als eine endlose schwarze Kruste
aus verschmolzenen Kunststoff-Fäden darbot
Ein Besuch bei einem Blutfleck
welcher bei einem Experiment
mit einer Kettensäge und einem Nazi entstand
war schon wesentlich interessanter
da sich dort Tausende Vertreter eines Vampirvolkes
niedergelassen hatten
welche nun ununterbrochen auf dem Boden
oder an allen anderen mit Blut getränkten
Teppichbestandteilen rumkauten
und nahezu kein Interesse für Frischprodukte zeigten
Am Nachmittag besuchte Herr von Runkenstein
ein Deftmenen-Dumii-Freundschaftstreffen
um ihnen von den Erungenschaften und Vorteilen
der Globalisierung zu berichten
konnte seine Botschaft jedoch nicht wirklich rüberbringen
da den Zuhörern der Gedanke an die Existenz
von intelligentem Leben außerhalb des Teppichs
geradezu absurd und wider der Logik erschien
Kurz darauf passierte jedoch etwas
von dem Herr von Runkenstein sich bereits fragte
wann und ob es passieren würde
nämlich ein plötzlicher Wachstumsschub
welcher ihn auf seine ursprüngliche Größe katapultierte
und damit die Expedition in den Mikrokosmos
seines Fussbodenbelages apprupt beendete
Da er noch immer auf seinem Teppich stand
beschloss er zunächst
die Teppichoberfläche zu verlassen
um nicht versehentlich ein Massensterben auszulösen
und anschließend den Teppich an seine Zimmerdecke zu nageln
um die zukünftigen Generationen der Teppichvölker
vor Schuhen
Staubsaugern
und Katzenurin zu bewahren


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#53: Herr von Runkenstein gegen das Nicht-Licht
HvR#53
Herr von Runkenstein gegen das Nicht-Licht

An einem Samstag
der kein Samstag mehr war
als er zum Sonntag wurde
entdeckte Herr von Runkenstein
die kaum bekannte Tatsache
dass die Lichtgeschwindigkeit keineswegs konstant war
sondern ihre Geschwindigkeit kontinuierlich
an die erforderlichen Gegebenheiten anpasste
und deshalb eher mit einem Wackelpudding
als mit einem Stück Draht vergleichbar war
Genau diesen Draht verwendete Herr von Runkenstein
um mit Hilfe des erwähnten Puddings
die Lichtgeschwindigkeit um sich selbst zu drehen
und anschließend mit einer Schleife zu verknoten
was dazu führte
dass sämtliche Photonen des betroffenen Universums
plötzlich etwas besseres zu tun hatten
als den Naturgesetzen zu folgen
und sich stattdessen einige ruhige Wochen am Nordkap gönnten
um sich zum ersten mal richtig zu entspannen
und einige Partys zu feiern
Zwar sollte man zunächst annehmen
dass die Abwesenheit sämtlicher Photonen des Universums
die photonen-liebenden Kreaturen des selbigen
in Tod und Chaos
oder zumindest in eine gewisse Unordnung stürzen sollten
doch stattdessen nutzen die bis dato kaum bekannten
und danach auch nicht mehr sonderlich beliebten Anti-Photonen
die Gunst der Stunde
um den Platz ihrer spiegelverkehrten Genossen-Teilchen einzunehmen
und das genaue Gegenteil von Licht zu verteilen
nämlich das ein wenig gebogene
und steuerlich nicht absetzbare Anti-Licht
Da Anti-Licht nicht mit absoluter Dunkelheit zu verwechseln ist
war es keineswegs dunkel
sondern eher irgendwie anders als normales Licht
Die von den Anti-Photonen verteilte Helligkeit wirkte ein wenig dämmrig
roch nach einem ranzigen schwarzen Loch
und hinterlies einen schmierigen ölfilm auf Iris und Schleimhäuten
Nicht zu vergessen die stete Veränderung des Farbspektrums
und die allgemeine Unentschlossenheit bei der Wahl
der Fortbewegungsgeschwindigkeit
Kurz ausgedrückt handelte es sich bei Anti-Licht
um eine minderwertige
und extrem unzuverlässige Alternative zu natürlich gezeugten Photonen
Da Herr von Runkenstein sich mit einem derartigen Qualitätsverlust
der universalen Lichtverhältnisse
natürlich nicht abfinden konnte
wählte er die zunächst offensichtlichste Möglichkeit
um den Zustand zu beenden
und stoppte sämtliche Alkohollieferungen an das Nordkap
was mit spontanen Gewaltexzessen
und dem Exodus der Photonenmassen endete
jedoch nicht zu dem gewünschten Ergebnis führte
da sich die noch immer stockbesoffenen Elementarteilchenkolonnen
stattdessen auf Helgoland niederließen
und die lichtscheuen Geschöpfe aus den trüben Tiefen der Nordsee
als Sklaven-Kellner
für die hellste Party in der Geschichte des Kosmos verpflichteten
Als Flunder verkleidet gelangte Herr von Runkenstein
schließlich tief in das helgoländische Zentralmassiv
wo er ein zuvor gefangenes Anti-Photon frei lies
und damit zunächt eine Panik
dann eine Explosion durch die Verschmelzung des Anti-Teilchens
mit einem daher gelaufenen Photon
und daraufhin ein weitaus größere Panik verursachte
da die entstehende Energie nicht nur Helgoland
und größere Gebiete der Nordsee auf weit über 11 km/s beschleunigte
was erwähnte Erdmassen zu einem längeren Urlaub
im Mare Tranquillitatis
nord-östlich von Apollo 11 veranlasste
sondern auch sämtliche Photonen
auf einen höheren Bewußtseinszustand hob
was dazu führte
dass diese sich zu einer mächtigen Lichtquelle vereinigten
deren enorme Leuchkraft sämtliche Anti-Photonen
vor Angst erstarren lies
Nachdem Herr von Runkenstein mit einem jupitergroßen Magneten
für Anti-Teilchen
sämtliche Anti-Teilchen aus dem Universum gelöst
und diese als Futtermittel
öko-Dünger
und Schmiermittel verkauft hatte
verteilten sich die Photonen wieder im Universum
und verbreiteten überall ihr angenehm warmes und weiches Licht
Und wenn sie nicht gestorben sind
dann leuchten sie noch heute


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#54: Herr von Runkenstein wird Iraki
HvR#54
Herr von Runkenstein wird Iraki

Nachdem Herr von Runkenstein beschloss
in der gegenwärtigen Weltgeschichte
diverse Kleinigkeiten zu ändern
begab er sich in den Irak
um dessen großen und mächtigen Herrscher Saddam Hussein
mittels einer allgemein gehaltenen übernahmeerklärung zu kündigen
nach Chile abzuschieben
und daraufhin selber den Irak zu diktatoieren
Nachdem er für sämtliche Verbrechen
eine allgemeingültige Strafe einführte
welche darin bestand
für die Dauer eines Jahres
täglich die Bahnhof-Klos zu schrubben
senkte sich die Verbrechensrate auf sagenhafte 10%
was bei sinkender Tendenz durchaus vertretbar war
Nach diversen Pöbeleien der Amerikaner
versuchte Herr von Runkenstein zunächst
den Namen des Landes ein wenig abzuändern
was sich jedoch als diplomatisch hochgrad explosiv herausstellen sollte
da bereits der Nachbarstaat den Namen "Iran" trug
Aufgrund dieser Tatsache
hiess der Irak eines Tages nicht mehr Irak
sondern "Freunde Amerikas"
was die Amerikaner dazu veranlasste
ihre Dummschwätzereien einzustellen
während gleichzeitig ein Rudel hochbezahlter Anwälte
darüber diskutierte
ob das Wort "Amerika" möglicherweise
ein geschütztes Markenzeichen der US-Regierung war
was Herrn von Runkenstein als Markenpirat entlarvt hätte
Allerdings kamen die Advokaten zu keinem Ergebnis
was daran lag
dass sie sich zunächst über Formfehler
bei der Protokollführung in die Haare gerieten
und sich anschließend gegenseitig
vor dem obersten Bundesgericht verklagten
was bei einem Sieg einen gewaltigen Prestigegewinn bedeuten würde
Herr von Runkenstein hingegen
beseitigte die internationale Geiselnahme seines derzeitigen Volkes
im allgemeinen als Embargo bezeichnet
mit Hilfe eines scharfen Messers und eines Zahnstochers
nannte den Irak kurz darauf "Happyland"
und erklärte Luftangriffe
Hunger
und Krankheiten für ungesetzlich
woraufhin sämtliche Krankheiten entsetzt die Flucht ergriffen
und der Hunger Selbstmord beging
Die Luftangriffe hingegen waren etwas hartnäckiger
und legten Beschwerde bei der UNO ein
was den Primaten-Präsidenten Strauch dazu veranlasste
eine Schutzzone für Luftangriffe
im Norden und Süden von Happyland zu errichten
natürlich nur im übertragenen Sinne
weil Junior und seiner Gang
der Zutritt nach Happyland verwehrt wurde
Herr von Runkenstein hingegen
verlegte die Schutzzone
mit Hilfe einer geschickten Biegung in der Raumzeit
nach Crawford, Texas
was sich für die betroffenen Gebiete
als unangenehme Abwechslung zu der sonst eher sonnigen Stimmung
herausstellen sollte
Als die Situation kurz darauf eskalierte
und die ersten amerikanischen Bodentruppen
mit Sonnenbrand und Fussschweiss im Lazarett lagen
verpflichtete Herr von Runkenstein ein Dutzend
wüstenplanetarischer Sandwürmer
welche umgehend mit der Sicherung aller Grenzen
und dem Verzehr irakischer Sandkornexkremente begannen
Einen Tag später erklärte der oberste US-Primat
Happyland zum Reich des Bösen
worauf Herr von Runkenstein
Amerika zum Reich des geistigen Vakuums erklärte
Einen weiteren Tag darauf
erhielt Herr von Runkenstein eine Vorladung
vor ein Washingtoner Bezirksgericht
welche er jedoch ignorierte
weil er gerade ein Bad nahm
Als schon wieder einen Tag später
einige Waffeninspektoren vor der Tür standen
und sich "nur mal so umsehen" wollten
entschied sich Herr von Runkenstein
den irakischen Traum platzen zu lassen
und sich anderswo ein gemütlichen Plätzchen
zum teilen und herrschen zu suchen
Zwar versuchte er noch
das sandüberzogene Zweistromland
bei E-Bay zu versteigern
doch nachdem sich zwei Unbekannte
aus den USA und Chile drei Wochen lang gegenseitig überboten
entschied er sich
das Land dem irakischen Hippieverband zu schenken
und die Sandwürmer in ein Tierheim zu geben


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#55: Herr von Runkenstein verwendet HAARP
HvR#55
Herr von Runkenstein verwendet HAARP

Als es Herrn von Runkenstein gelang
aus dem Gewebe der Realität
einen Faden zu lösen
wurde am anderen Ende des Fadens
ein Stromkreis geschlossen
und die Ionosphäre mit hochfrequenter Radiostrahlung bestrahlt
Die daraufhin abgestrahlten ELF-Wellen
förderten nicht nur die weltweite Entspannung
und eine kurzzeitige Erhöhung der allgemeinen Unfallquote
sondern auch eine plötzliche Nachfrage
nach amerikanischen Kriegsanleihen
welche jedoch für zukünftige Kriege gelagert wurden
und deren Existenz nur in Geheimbundkreisen bekannt ist
Da Herr von Runkenstein schnell davon überzeugt war
dass er versehentlich ein für zukünftige Kriege reserviertes
unterschwelliges Signal gesendet hatte
beschloss er innerhalb von Nanosekunden
ein eigenes Aktives Hochfrequenzprogramm zur Erforschung der Aurora
zu starten
welches jedoch nicht richtig zu funktionierten schien
da es nur das Bewußtsein von Amöben beeinflusste
deren Einfluss auf die Menschheit man als gering einstufen konnte
Nach einigen Modifikationen
konnten die erzeugten ELF-Wellen auch Insekten
Politiker
und Anwälte manipulieren
woraufhin Herr von Runkenstein den Insekten der Welt
die Ein-Kind-Familien-Politik Chinas schmackhaft machte
politische Machgier mit der Sucht nach Crack kombinierte
und allen Anwälten den genetischen Verhaltenscode
der Lemmige einprogrammierte
Nur wenige Wochen später
war die Erde der glücklichste Platz auf Erden
von einigen geringfügigen Problemen mit der Ionossphäre abgesehen
was Herr von Runkenstein so langweilig fand
dass er sich in eine benachbarte Parallelrealiät absetzte
in welcher die eher unwichtige Fähigkeit
eine unbedeutende Schicht der Erdatmosphäre
mit Radiowellen zu zerstochern
noch immer in der Hand von US Navy
US Air Force
und dem Pentagon lag
welche für ihren verantwortungsvollen Umgang
mit gefährlicher Technik
in allen Realitäten bekannt waren


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#56: Herr von Runkenstein wird Bundeskanzler
HvR#56
Herr von Runkenstein wird Bundeskanzler

Als Herr von Runkenstein sich dazu entschied
deutscher Bundeskanzler zu werden
konnte er noch nicht ahnen
dass man Wahlkampf durchaus
als demokratisch legitimierten Terror
bezeichnen konnte
Den Anfang machte bereits die Suche
nach einem geeigneten Parteinamen
weil die "Partei für Frieden, Arbeit und Hoppelhäschen"
nach ersten Umfragen nicht ernst genommen
und die "Saubere Partei Deutschlands"
ständig aus unerfindlichen Gründen verwechselt wurde
Schließlich entschied er sich
für die einfach zu merkende "Runkenstein-Einheits-Partei"
woraufhin es natürlich außer Frage stand
dass Herr von Runkenstein jetzt dazu gezwungen war
eine Partei mit ähnlicher Abkürzung
in einer Nacht-und-Nebel-Aktion nicht nur
von Gottes grüner Erde zu tilgen
sondern auch sämtliche Erinnerungen an sie zu löschen
was er jedoch seinem Wahlkampfmanager
Herr Schwarzseele
überließ
der in solchen Angelegenheiten wesentlich erfahrener war
Der zweite und letzte Schritt
waren die Werbeplakate
welche er milliardenfach von unterbezahlten
studentischen Hilfskräften bundesweit
an Straßenrändern
in Fussgängerzonen
und mit Hilfe seiner parteiinternen Schutztruppe
auch in nahezu allen Privatwohnungen
Schulen
und Kindergärten anbringen lies
Sie enthielten hochwirksame
und über Jahrzehnte getestete Wahlbotschaften
welche sich in einfachen Sätzen wie
"Vorwärts immer, rückwärts nimmer"
"Champagner für alle"
"Runkenstein hoch, Steuern runter"
und "Wählt Runkenstein oder fresst Dreck"
manifestierten
jedoch nicht so wirksam waren
wie die in der letzten Woche des Wahlkampfes eingesetzte Parole
"Die Welt den Runkenstein-Wählern, den Tod allen anderen"
Das TV-Duell lief wie erwartet
da Herr von Runkenstein vorher einen Rethorik-Kurs besucht hatte
und sein Gegner
Herr Schroiber
auf die ihm vorher verabreichten Beruhigungsmittel reagierte
und deshalb die meiste Zeit über
ein Selbstgespräch über die Arbeitslosigkeit führte
während Herr von Runkenstein die Gelegenheit nutze
und sein Ein-Stufen-Programm zur Bekämpfung
der Arbeitslosigkeit vorstellte
welches darin bestand
Arbeitslosigkeit zu einer Arbeit zu erklären
und Arbeitslose entsprechend zu bezahlen
selbstverständlich finanziert aus einer Sondersteuer
welche lediglich Arbeitsplatz-abbauenden Unternehmen auferlegt werden soll
Als schließlich am Wahltag bekannt wurde
dass die REP 100 Prozent der Stimmen erhielt
und die Wahlbeteiligung sogar bei 99 Prozent lag
trat Herr von Runkenstein vor die Kameras
und verkündete seinen Rücktritt
gemäß der fernöstlichen Weisheit "Del Weg ist das Ziel"
jedoch nicht
ohne vorher seine Wahlversprechen zu erfüllen
die Arbeitslosigkeit abzuschaffen
und alle Nicht-Runkenstein-Wähler exekutieren zu lassen
Anschließend entließ er das Land in Chaos und Anarchie
wobei auf jeden Fall noch zu erwähnen ist
dass zunächst das Chaos
und dann die Anarchie folge
und dass beide Begriffe Gegenteile zueinander darstellen
was ganz einfach bedeuten soll
dass Anarchie nicht Chaos ist
sondern Ordnung
und zwar eine göttliche Ordnung
deren Vollkommenheit unbestreitbar ist


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#57: Herr von Runkenstein erwacht
HvR#57
Herr von Runkenstein erwacht

Bei dem Versuch
an einem nebulösem Tag
gegen Ende der dritten Dreiviertelzeit
mehrere Wandereulen auf illegalen Wegen nach Athen zu bringen
stolperte Herr von Runkenstein über ein Bein
und brach sich dabei den Stock
Aufgrund dieser Tatsache
flogen die Eulen anschließend
mit Hilfe von GPS nach Athen
und ließen Herrn von Runkenstein
mit einem Druckverband
und einer Schale grünem Tee zurück
was mit der Genfer Konvention keinesfalls vereinbar war
Herr von Runkenstein wiederum gründete eine Bürgerwehr
zur Abwehr von Wandereulen und Unfallschwerpunkten
welche allerdings nach einigen Wochen
aufgrund mangelhafter Liquidität verdampfte
deren Verbleib Herr von Runkenstein
mit nanoschwarzen Löchern
oder schwarzen Nanolöchern
oder lochschwarzen Nanos
oder auch Nano-Schwarzlöchern
beziehungsweise Loch-Nanoschwarzen erklärte
aber keine weiteren Informationen vorlegte
um diese Theorie zu untermauern
Als Herr von Runkenstein kurz darauf schweißgebadet erwachte
und gerade noch erkennen konnte
wie direkt über seinem Bett
eine Eule von einen grauen Loch verschluckt wurde
welches anschließend zu Staub zerbrach
beschloss er
bei einer Tasse grünem Tee
mit Zucker
und Honig
akute Wortschmerzen zukünftig nicht mehr mit Ritalin zu beseitigen
sondern stattdessen eine Plutoniumquelle
gegen sein interneuronales Artikulationszentrum zu richten
und somit völlig neue Wege
auf dem Gebiet der nuklear unterstützten Blitz-Evolution zu beschreiten


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#58: Herr von Runkenstein bei der mobilen Infantrie
HvR#58
Herr von Runkenstein bei der mobilen Infantrie

Es war diverse Jahre in der Zukunft
als Herr von Runkenstein aus einer Laune heraus
welche er sich später nicht mehr erklären konnte
einen Rekrutierungsoffizier besuchte
und kurz darauf der mobilen Infantrie beitrat
um seinen Dienst mit Atomgranaten
und Düsenkampfanzug abzuleisten
und so ein Vollbürger zu werden
was ja irgendwie nett wäre
Zunächst sollte er das Ausbildungslager Camp Currie besuchen
umging diese Schinderei jedoch geschickt
indem er sich innerhalb weniger Minuten
mit Hilfe von Computermanipulation
Gewaltanwendung
und Origami
zunächst zum Sturmbannführer
und dann zum Special Agent befördern lies
was ihn jedoch nicht davor bewahrte
in eine winzige Kapsel gesetzt
und darin anschließend von einer Kanone
in die Atmosphäre von Klendathu geschossen zu werden
dessen Oberfläche ihn mit einer harten Landung
und einer nicht unwichtigen Anzahl von Bugs willkommen hieß
Das Aussehen der Bugs variierte
und war davon abhängig
ob der Betrachter lediglich den Film kannte
oder auch das Buch gelesen hatte
dessen Bugs nicht nur bewaffnet und bekleidet waren
sondern sich auch in Arbeiter und Soldaten unterteilten
was zu durchaus schlachhausmäßig anmutenden Szenen führen konnte
sofern dazu die eigene Phantasie reichte
und die Bugs vielleicht gerade einen Scheinangriff
von Arbeitern durchführen ließen
in welchen sich die Flammen werfenden
und atomare Sprengsätze verschießenden
mobilen Infantristen auf andere Dinge konzentrieren konnten
wie die Koordinierung des Zuges
dessen Soldaten durchaus einige hundert Meter weit
voneinander entfernt sein konnten
was bei der M.I. aber normal war
da das M für "mobil" steht
was bedeutet
dass alle Soldaten ständig in Bewegung sind
und deshalb jeder einzelne ein sehr großes Gebiet abdeckt
was jedoch mit einem düsenbetriebenen Kampfanzug
kein größeres Problem darstellen sollte
welcher im Film vermutlich aus Kostengründen eingespart wurde
aber tatsächlich das wichtigste Hilfsmittel der M.I. darstellte
der jedoch im Falle eines Energieausfalls
wie er während der Ausbildung
durch einen Ausbilder per Knopfdruck herbeigeführt werden kann
zu einem klaustrophobischen Gefängnis von einer Tonne Stahl wird
worüber man jedoch nicht weiter nachdenken sollte
Noch immer von Bugs umgeben
begann Herr von Runkenstein mit der Verwirklichung
seines wahnsinnigen Planes
die Bugs zunächst in eine Demokratie
und dann in den Untergang zu treiben
welcher der Demokratie mitunter auf dem Fuss folgen kann
Einziges Problem bei der Ausführung dieser Lösung
war die insektoide Gesellschaftsstruktur der Bugs
mit einer gehirnlosen Arbeiter- und Soldatenklasse
und einer neuronengetränkten Oberschicht
was eine Demokratie weitgehend überflüssig macht
sofern man davon ausgeht
dass für jede Zivilisation eine perfekte Gesellschaftsform existiert
welche bei den Bugs zweifelsohne
die insektoid-monarchistische Diktatur des Gehirnproletariats sein musste
dessen von Marx
Hitler
Thatcher
Kohl
Stalin
und W. beeinflussten Unterströmungen sich jedoch nie durchsetzen konnten
da ihnen das insektoide Etwas fehlte
und diesen Personen zudem der obligatorische Chitinpanzer fehlte
um wirklich ernst genommen zu werden
Herr von Runkenstein hingegen befehligte nach wie vor
einen Angriff auf die Bugs
war sich jedoch längst bewusst
dass diese Arbeit zwar einen Tag lang Spaß machen konnte
auf Dauer jedoch zu monoton und stupide wäre
als dass er den Rest seines Lebens damit verschwenden könnte
zudem er ständig in der Gefahr schweben würde
sein Gehirn an einen Bug
oder seinen Verstand durch den
nicht minder gefährlichen Militärdienst zu verlieren


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#59: Herr von Runkenstein bei den Bienen
HvR#59
Herr von Runkenstein bei den Bienen

An einem sonnigen Mittag-Tag
gegen halb drei auf einer Wiese
begegnete Herr von Runkenstein
einer fleißigen Biene
welche gerade die letzten Nektarreste
aus einer Blüte kratze
falls es überhaupt Nektar war
und sich anschließend auf den Weg
in das zentrale Honig-Aufbewahrungslager machte
jedoch nicht
ohne vorher das nahegelegene Mohnfeld zu besuchen
wo sich eine Kolonie
von kolumbianischen Koksbienen niedergelassen hatte
welche zwar einen Großteil ihres Jahresertrages an Honig
direkt an die Internationale Vereinigung
zur Behandlung von Persönlichkeitsstörungen schicken
dessen ständig zugekokste Königin jedoch
auch großen Wert auf Handelsbeziehungen mit
anderen Bienenvölkern und Atommächten legte
Die anfangs erwähnte Biene
welche sich gerade eine Konsumeinheit
von "Mohnfeld's Beste" injizierte
wusste jedoch nicht
dass Herr von Runkenstein auf ihrem Rücken saß
und bereits an einem Blütenführer für Bienen arbeitete
welcher schon bei seiner Ankunft
in dem zentralen Honig-Aufbewahrungslager
gedruckt und ausverkauft war
was eine blitzkriegartige Reisewelle erzeugte
welche sich mit lautem Summen in die Natur ergoss
und praktischerweise dazu führte
dass Herr von Runkenstein sich die Lokalität
etwas genauer und fast bienenfrei betrachten konnte
Zwei Minuten später
war Herr von Runkenstein offiziell gelangweilt
da es weder Atraktionen
noch Souvenirstände
und schon gar keine öffentlichen Toiletten gab
sondern nur höchst instabile Wachswände
welche sich in Kombination mit Feuer
und den überall nicht vorhandenen Feuerlöschern
das gesamte Bauwerk in ein tropfendes
und angenehm duftendes Inferno verwandeln würden
Zudem dienten sämtliche Wände
als Voratskammer und Kinderzimmer
was man lieber nicht verwechseln sollte
aber spätestens am Geschmack erkennen würde
Im Thronsaal der Königin
erwartete Herrn von Runkenstein eine echte überraschung
nämlich ein König vom Stamm der afrikanischen Killerbienen
welcher durch einen Militärputsch zum Staatsoberhaupt wurde
und seitdem an Depressionen litt
weil niemand mehr über ihm war
den er putschen konnte
Als Herr von Runkenstein ihm jedoch
von den kolumbianischen Koksbienen berichtete
wurde er selbst unverhofft zum König
da der scheidende Diktator ihn zu seinem Nachfolger ernannte
jedoch nicht
ohne vorher weitreichende Handelsverträge
mit Blut und Honig zu unterzeichnen
und anschließend notariell beglaubigen zu lassen
Als kurz darauf Herr von Runkensteins neue Bienenuntertanen
mit allerlei Zutaten für die nächste Ernte eintrafen
verkündete er zunächst die aktuelle politische Situation
forderte dann die Verdopplung der Honigproduktion
und versprach dafür eine Erhöhung des Sicherheitsetats
und eine Ausweitung der militärischen Kommandooperationen
auf logistische Ziele verfeindeter Bienenstämme
mit dem Ziel der Infiltration und Inbesitznahme
aller vorhandenen Ressourcen
Nur wenig später
steuerte Herr von Runkenstein die Führung seiner Bienenvölker
mit Hilfe des Wabe-to-PC-Interfaces "Bienenführer 2.0"
welches es erlaubt
mit Hilfe einer grafischen Oberfläche
SMS
oder email
von einfachen Wabenbau- oder Honigsammelanordnungen
bis zu komplexen Angriffs-, Eroberungs- und Verteidigungsbefehlen
die gesamte Palette an Anweisungen in Echtzeit
und an bis zu 1.000 Bienenvölker zu senden
um deren Verhalten aufeinander abzustimmen
zu kombinieren
oder zu koordinieren
"Bienenführer 2.0" wird zusammen mit einer Bienenkönigin
und der Broschüre "Bienenkriege selbstgemacht" geliefert


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#60: Herr von Runkenstein beseitigt Werbung
HvR#60
Herr von Runkenstein beseitigt Werbung

Nachdem Herr von Runkenstein
auf die sterblichen überreste
von Robert T. Online uriniert hatte
erinnerte er sich wieder daran
dass er auch den Kadaver
des von Kakaohaien zerfleischten Milchjiepers
beseitigen musste
um zu verhindern
dass der Werberat aus deren Körperteilen
ein neues Werbemonster erschaffen kann
dessen widerwärtige Aufdringlichkeit
nur mit der aufdringlichen Widerwärtigkeit
von Dieter Bohlen
oder Ronald McDonald's vergleichbar wäre
oder sein könnte
Als kurz darauf Villariba und Villabaco brannten
Red Zack an der 11 88 0 erstickte
und ein Fleckenzwerg die 0190 331 331 erbrach
das Maggi-Kochstudio Ziel einer Intifada wurde
und Dr. Best eine Line Persil
durch eine zusammengerollte Visa-Card zog
machte Herr von Runkenstein sich jedoch Gedanken
wann er zukünftig während einer TV-Konsumeinheit
auf die Toilette oder zum Kühlschrank gehen kann
wenn die Werbung eines traurigen Tages nicht mehr ist
und Konsument nicht mehr weiß
was er konsumieren soll


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#61: Herr von Runkenstein buddelt im Wüstensand
HvR#61
Herr von Runkenstein buddelt im Wüstensand

Mit einer Machete in der einen Hand
und einem Glas Wasser in der anderen
brach Herr von Runkenstein auf
um die Wüste zu durchkämmen
hatte damit aber nur wenig Erfolg
weil das Glas Wasser verdunstete
die Machete an Vertrockung starb
und Lord Helmchen bereits hier gewesen war
dessen Kämmspuren erst gestern
vom Winde weg geweht wurden
Trotzdem entdecke er nur wenig später
die überreste eines antiken Sandkastens
dessen antiker Sand
selbst hier in der Wüste nahezu unbezahlbar war
sofern der Verkäufer nicht gerade
an Wassermangel leidete
und der potenzielle Käufer
mit einem Wassertanklastzug die Wüste durchquert
was hier jedoch nicht der Fall war
da es weder einen Wassertank auf einem Lastzug
noch Käufer oder Verkäufer gab
und Herr von Runkenstein deshalb
den Sandkasten annektieren konnte
ohne gegen den Widerstand lokaler oder internationaler
Soldatenvereinigungen ankämpfen zu müssen
was Herrn von Runkenstein ein wenig verstimmte
da er seine selbst gezüchteten Minen
bereits in die Freiheit entlassen hatte
und diese sich schon sehnsüchtig auf den einen
oder anderen Panzergranadier freuten
Bei den anschließenden Ausgrabungen
stieß Herr von Runkenstein auf die Mumie
eines altägyptischen Sandkastenbediensteten
ein Schippchen
ein Schäufelchen
mehrere Hyroklyphen
und die überreste einer finnischen Expedition
welche 1978 mit dem Ziel aufbrach
alle afrikanischen Wüsten von Nord nach Süd zu zählen
jedoch nie die Zahl zwei erreichte
da ihre erste gezählte Wüste auch die letzte wurde
weshalb schließlich eine andere Expedition
nach Jerusalem abgesagt werden musste
welche sich mit den Auswirkungen der DDR-Losung
"Die Mauer muss weg"
in unmittelbarer Umgebung der Klagemauer befassen wollte
Dies alles wurde jedoch völlig nebensächlich
als Herr von Runkenstein unter seinem neuen Grundbesitz
in 30 Meter Tiefe einen Indianerfriedhof
in 100 Meter Tiefe einen Dinosaurierfriedhof
in 200 Meter Tiefe ein unbekanntes und kaputtes Flugobjekt
und in 15 Kilometer Tiefe eine der Neun Pforten
zur Hölle entdeckte
welche sich später als einer der schon immer selten benutzen
und heute sogar aus Kostengründen stillgelegten
Lieferanteneingänge entpuppte
was Herrn von Runkenstein jedoch nicht daran hinderte
einen Briefkasten aufzustellen
die Adresse im Internet bekannt zu geben
und darauf zu hoffen
dass Lucifer alle Spammer und Werbekreaturen
zu einer baldigen Konferenz einlädt
um sie entweder in Ewigkeit Werbetexte
für Barbie's Traumschiff schreiben zu lassen
oder um mit ihrer Hilfe
einen Propagandakrieg gegen Erde und Himmel loszutreten
dessen infernales Ende erst durch die Wiederkunft
der vier prä-apokalyptischen Reiter
Konsumrausch
Werbepause
Sonderangebot
und 3% Storno
eingeläutet werden wird


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#62: Herr von Runkenstein probt den Untergang
HvR#62
Herr von Runkenstein probt den Untergang

Aufgrund eines Stromausfalls
vermutlich ausgelöst von einer suizidgefährdeten Quarkkultur
sass Herr von Runkenstein im dunklen
und sonnte sich im Kerzenschein
welcher jedoch zu dunkel war
um die Melatoninproduktion der Haut merklich zu beeinflussen
Als kurz darauf die Sonne aufging
welche die Kerze an Minderwertigkeitskomplexen erlöschen lies
nutze Herr von Runkenstein die Gelegenheit
um mit Hilfe von Büroklammern
und einer seeeeeeeeeehr langen Schnur
besagten Sonnenaufgang zu einer Sonnenfinsternis zu verschnüren
was zu einem allgemeinen Zwielicht führte
welches in Kombination mit eingangs erwähntem Strommangel
und einem eher uninteressanten Teilchenbeschleuniger-Störfall
eine massive Endzeitdepression auslöste
deren Symptome sich zunächst in Form von Halluzinationen
magersüchtiger Ratten mit Lasern auf den Köpfen manifestierten
aber anschließend von den
in dieser Phase einer Depression üblichen Gedankenspielen
an das verschlucken von Rasierklingen verdrängt wurden
Positiver Nebeneffekt der allgemeinen Unordnung
war das massenhafte dahinscheiden humanoider Organismen
mit hakenkreuzförmigen Gehirnwindungen
und anderer Schachtelhalme mit einem IQ im negativen Bereich
ausgelöst von diversen Kreaturen der schwarzen Dimension
deren Stoffwechsel auf eine ständige Versorgung
mit schaumig geschlagenem Schwachsinn angewiesen sind
seltsamerweise gelang es einem Hybrid
aus Gartenzwerg und Riesenkrabbe
sich in der bereits zu anfangs erwähnten Schnur zu verheddern
wobei er eine Büroklammer derart massiv beschädigte
dass deren innere Kohäsion schlagartig nicht mehr vorhanden war
und sie sich deshalb ins Vakuum verflüchtigte
was man ihr wohl kaum verdenken konnte
Einen Atomzerfall später war alles wieder so wie vorher
und niemand wusste mehr
was eigentlich passiert war
nur Herr von Runkenstein wickelte eine
jetzt nicht mehr so lange Schnur auf
an dessen Ende ein kleiner Kobold hoffte
möglichst bald aus dem Treibsand gezogen zu werden
doch das war eine völlig andere Geschichte


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#63: Herr von Runkenstein folgt dem Alphabet
HvR#63
Herr von Runkenstein folgt dem Alphabet

Eines schönen Erdentages
war der Weg von A nach B
durch einen C blockiert
was Herrn von Runkenstein dazu veranlasste
den Umweg über D zu nehmen
dessen E ein wenig F absonderte
was aber dank des G am Heck
von Herrn von Runkensteins Batmobil
kein wirkliches Problem darstellte
Endlich in H angekommen
traf Herr von Runkenstein sofort auf einen I
der ihm minderwertiges J verkaufen wollte
aber nur wenig später von einem K
mit einem spitzen L in dem M getroffen wurde
was zu einem sofortigen N führte
aber sonst nicht weiter der Rede wert war
Mehrere O's später fragte sich Herr von Runkenstein bereits
was er in P eigentlich wollte
doch als ein Q ohne R
aus einem brennenden S sprang
hatte ihn Mr. T bereits darüber informiert
dass in dem gegenüberliegenden U
der frische V heute im Sonderangebot sei
es aber besser gewesen wäre
wenn der W sich das X in den Y gesteckt hätte
oder umgedreht
Herr von Runkenstein hingegen fällte eine Entscheidung
und betrat das Z
wo in diesem Moment eine Demonstration
der allgemein anerkannten Sonderzeichen
gegen Buchstabendiskriminierung stattfand
welche gegen die rassistische Manifestierung demonstrierten
dass viele Sonderzeichen dazu gezwungen wurden
sich zu zweit oder dritt eine Taste zu teilen
und zudem die Zahlen bevorzugt werden
Herr von Runkenstein liess sich von dieser Tatsache
jedoch nicht weiter stören
ignorierte die überreste von ä, ö und ü in der Fleischtheke
und kaufte sich
eine Kiste Buchstabensuppe


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#64: Herr von Runkenstein weihnachtet sehr
HvR#64
Herr von Runkenstein weihnachtet sehr

Als Herr von Runkenstein des Morgens seine Tür öffnete
musste er sie umgehend wieder schließen
da die akute Gefahr bestand
dass sich die Kälte in seinen Privatbereich verbreiten
und die dort bereits ansässige Wärme vetreiben könnte
welche hier ein Dauerwohnrecht genoss
seit Herr von Runkenstein sie aus dem
jetzt nicht mehr so warmen Timbuktu importiert hatte
Da Wärme bekannterweise auf der Bewegung von Atomen basiert
war es kein Problem für ihn
mit Hilfe eines Ventilators genügend kinetische Energie zu erzeugen
um seinen Garten in ein tropisches Paradies zu verwandeln
wo jedoch keine subtropische Stimmung aufkommen wollte
da Sonne und blauer Himmel fehlten
welche untrennbar mit subtropischen Paradiesen verbunden sind
Die größere Unannehmlichkeit zu dieser Jahreszeit
war jedoch nicht die Kälte
sondern die wie ein Virus um sich greifende Sucht
nach Konsum und Harmonie
welche sich im letzten Monat des Jahres
in Form menschengefüllter Innenstädte
und zerstrittener Familien äußert
und ihren Ursprung im Einzelhandel hat
welcher im Laufe des Novembers ein eigenes Bewußtsein entwickelt
und dann seinen alljährlichen Propagandafeldzug
für den Konsum startet
dessen Aufruf den gemeinen Wohlstandsbürger
wie einen Mistkäfer anlockt
da ihm nun die alljährliche Chance zuteil wird
seine Zuneigung gegenüber seinen Mitmenschen
auf dem finanziellen Wege zu beweisen
was jedoch niemandem ernsthafte Probleme bereiten kann
der genau weiß
welche Dinge seine Lieben absolut nicht gebrauchen können
Mit Hilfe einer Anti-Kälte-Apparatur
bestehend aus mehreren Lagen Stoff
und darin eingearbeiteten Plutoniumfäden
gelang es Herrn von Runkenstein kurz darauf
gefahrlos die unfreudliche Natur zu betreten
mehrere Kilometer Schnee zu zertreten
und eine seltsam anmutende Kreatur
aus mehreren Kugeln Gelantine zu kneten
auf der jedoch wenig später ein fliegender Schlitten landete
dessen Zug- bzw. Rentiere offenbar die Anweiungen
des Schlittenführers nicht richtig verstanden hatten
da jeder von ihnen einen mp3-Player von St. Nikolaus bekommen hatte
dessen kleinkariertes Vorweihnachts-Gepänkel
der Weihnachstmann nun aufrichtig verfluchte
Herr von Runkenstein wollte gerade zu einem
ins absurde abdriftenden Gedankenaustausch ansetzen
als sein potenzieller Gesprächspartner ihm ein Geschenk zuwarf
und ein gehetztes "HabsEiligJedeMengeGeschenkeZuVerteilenAberkeineZeit
DieBlödenKoboldeSindStändigBesoffenUndDieRentierHörenLieberRobieWilliams
AlsAufDieKarteZuSehenDeshalbMussIchAllesAlleinMachenUndüberhauptSchenktMir
NiemandEtwasNochNichtEinmalDerOsterhaseAberEgalTrotzdemFroheWeihnachtenHoHoHo"
keuchte
um gleich darauf wie ein roter Blitz zu verschwinden
und lediglich einen zermatschten Gelantine-Mann zurückzulassen
Ein wenig misstrauisch öffnete Herr von Runkenstein sein Geschenk
und war kaum überrascht
als er Unterwäsche und Küchengeräte darin fand
was keinen Zweifel daran offenlies
dass es sich tatsächlich um ein Unisex-Geschenk des echten Weihnachtsmannes handelte
welcher in diesem Jahr jedoch zum ersten mal selbst ein Geschenk bekommen sollte
welches mit großer Sicherheit wesentlich spannender
und aufregender als der übliche Kram sein würde
den man sonst zu Weihnachten bekam
Ho Ho Ho


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#65: Herr von Runkenstein hat Gehirnmaden
HvR#65
Herr von Runkenstein hat Gehirnmaden

Es war irgendwann zwischen 12 Uhr morgens
und 23 Uhr nachmittags
als Herr von Runkenstein das seltsame Gefühl beschlich
nicht alleine zu sein
worauf er zunächst den ihn umgebenden Mikrokosmos verdächtigte
mal wieder mit Makrokosmos-beeinflussenden Strahlen herumzuspielen
was er jedoch erst vor kurzer Zeit
nach einem Zwischenfall
in welchen ein Ring und mehrere Hobbits verwickelt waren
allen anwesenden Mikrovölkern untersagt hatte
Eine eingehende Untersuchung stellte jedoch fest
dass sämtliche Personen
mit einer Körpergröße von unter zehn Zentimetern
entweder Verwandte in Lilliput besuchten
oder sich dem Kreuzzug gegen Autoreifen
und Hauskatzen angeschlossen hatten
oder einfach tot waren
was bei dieser Körpergröße
ein völlig normaler Zustand sein konnte
Weil diese Tatsache bedeutete
dass Herr von Runkenstein entweder paranoid
oder nicht allein war
machte er die Probe aufs Exempel
und fragte "Ist da wer?"
worauf eine leise Stimme mit "Sag ich dir nicht." antwortete
und sich anschließend wieder
im Inneren seines Kopfes verbarg
was Herr von Runkenstein der Lösung
um ein gutes Stück näher brachte
da es sich jetzt nur noch
um eine gespaltene Persönlichkeit
oder eine Gehirnmade handeln konnte
Da Herr von Runkenstein bereits schon einmal schizophren war
konnte er eben diese Möglichkeit ausschließen
; da er aus eigener Erfahrung wusste
dass eine weitere Persönlichkeit meist der Meinung war
dass sein Gastkörper ihm rechtlich zustehe
und er nur genügend aus seinem körperlosen Leben erzählen muss
um sein Opfer in den Wahnsinn zu treiben
und dessen Organismus zu übernehmen
Weil es sich somit zweifellos um eine Gehirnmade handelte
welche naturgemäß Gedanken und Erinnerungen auf dem Weg
in die Denkeinheit abfangen
um sich davon zu ernähren
schritt Herr von Runkenstein umgehend zur Tat
und steckte sich einen Zahnstocher tief in die Nase
um die Made mit einem leichten Piekser wieder aufzuwecken
und sie freundlich zu bitten
sein Gehirn zu verlassen beziehungsweise tot umzufallen
Die Made hingegen
biss die Spitze des Zahnstochers ab
und flüchtete in Richtung linkes Ohr
wo bereits ein tief in den Gehörgang
eingeführter Greifhaken darauf wartete
sich den Störenfried zu schnappen
und ihn an die frische Luft zu zerren
Anschließend genügte ein wenig Gewalt
um die Gehirnmade dazu zu bringen
ihre gesamte Beute in den äther zu erbrechen
von wo sie den direkten Weg
an ihren eigentlichen Bestimmungsort fanden
was bei Herrn von Runkenstein dazu führte
dass er sich urplötzlich daran erinnerte
was er letzten Dienstag zwischen 20:59 Uhr
und 20:61 Uhr gemacht hatte
nämlich eine Gehirnmade diagnostiziert


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#66: Herr von Runkenstein und der Baum
HvR#66
Herr von Runkenstein und der Baum

Und es ward 2003
was jedoch im Grunde genommen
völlig belanglos war
da es nur eine fortlaufende Nummer
zu einer willkürlich festgelegten Zeit war
was wiederum keineswegs bedeutete
das es kein Grund war
diverse Raketen zu zünden
deren Betrieb eine Startgenehmigung
der lokalen Luftfahrtbehörde verlangte
wie es auf der Verpackung gefordert wurde
Zwischendurch versuchte Herr von Runkenstein
das kommende Jahr zu analysieren
was jedoch nicht gelang
da es noch nicht vorbei war
wie er schnell feststellen musste
Weil jedoch die allgemeine Erfahrung zeigt
dass ein Jahr immer schlimmer
als das vorhergehende ist
kann man davon ausgehen
dass auch 2003 kein zuckerschlecken werden wird
wie man es bereits von 2002 her kannte
und es bei 2001 gar nicht leugnen könnte
selbst wenn man es wollte
was jedoch nie passieren würde
Dieser Erkenntnis folgte fast gleichzeitig
eine schwere Verbrennung
mit einem polnischen Feuerwerkskörper
welche jedoch nicht Herrn von Runkenstein
sondern einen ganz in seiner Nähe
befindlichen Baum betraf
der sich innerhalb von nur 70 Jahren
dazu entschließen konnte
eine Klage gegen unbekannt anzustrengen
was sich jedoch letztlich
als eine enorme Zeitverschwendung herausstellte
weil besagter Baum
nur wenige Monate darauf gefällt wurde
da er dem Neubau eines Aldi-Marktes im Weg stand
wo er diverse Zeit später
in Form von Klopapier
und Erbseneintopf über das Laufband ging
Da der Baum
aufgrund seiner Zersägung
zu keiner weiteren Reaktion mehr fähig war
tauchte kurz nach dem eigentlichen Vorfall
zwischen 2002 und 2003 ein Anwalt auf
welcher im Namen des angeblich
für diesen Baum zuständigen Hirten
eines gewissen Baumbart von Fangorn
Schadensersatzforderungen überreichte
für dessen Summe man jedoch
auch das kaspische Meer mieten könnte
sofern man einen Vermieter fände
und die entsprechende Summe zur Hand hätte
was man bei dir beides ausschliessen kann
Um weiteren Auseinandersetzungen
mit den cellulosehaltigen Rohbrettern
aus dem Wege zu gehen
entschloss sich Herr von Runkenstein dazu
den Anwalt im Kartoffelbeet zu vergraben
einen Präsentkorb mit Nägeln
und "Dieser Baum steht unter Naturschutz"-Schildern
in den Wald zu schicken
und gleichzeitig den Ausstoss seiner Sauerer-Regen-Maschine
um 10 Prozent zu vermindern
was in einigen Ländern der Erde genügen würde
um als öko-Terrorist und Naturschützer
an das nächste unlackierte Kreuz geschlagen zu werden


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#67: Herr von Runkenstein zwischen Steuern und Tod
HvR#67
Herr von Runkenstein zwischen Steuern und Tod

Als plötzlich ein Finanzbeamter vor der Tür stand
und von Herrn von Runkenstein verlangte
umgehend diverse ausstehende Steuerbeträge zu zahlen
deren astronomische Summe
sich am ehesten mit einer liegenden Acht vergleichen lies
und von einem menschlichen Gehirn
nur erfasst werden konnte
wenn dieses gleichzeitig auf große Mengen Blut
und Gehirnwasser verzichtet
erinnerte sich Herr von Runkenstein
an die bekannte Tatsache
dass ein Mensch jedem Problem entkommen kann
wenn er nur in die richtige Richtung läuft
und lediglich der Tod
und die Steuer eine Ausnahme darstellen
aus dem einfachen Grund
dass beiden genügend Helfer zur Seite stehen
welche die schmutzige Arbeit erledigen
Da Herr von Runkenstein dem Tod jedoch
schon mehrmals von der Schippe sprang
ihn direkt herausforderte
ins Angesicht blickte
und den Stinkefinger zeigte
war er davon überzeugt
dass ein einfacher Steuerbeamter
für ihn keine Bedrohung darstellte
schon allein deshalb
weil er nicht seine eigene Tür geöffnet hatte
sondern die von Tods Haus
welches er gerade verlassen wollte
nachdem er mit Tod
eine Meinungsverschiedenheit ausgeräumt hatte
welche darin bestand
dass Tod darauf bestand
eines Tages
völlig unangemeldet
vor Herrn von Runkensteins Tür zu stehen
um diverse Vorgänge zu beenden
was dieser wohl kaum tolerieren konnte


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#68: Herr von Runkenstein wird Waffeninspektor
HvR#68
Herr von Runkenstein wird Waffeninspektor

Als Herr von Runkenstein eines Tages
völlig überraschend
zum UN-Waffeninspektor berufen wurde
ging er unverzüglich ans Werk
und inspizierte die Waffenvorräte
in seinem Keller
was innerhalb von wenigen Tagen
einen 12.000 Seiten starken Bericht
hervorbrachte
der von Ameisensäure bis Zyankali
nahezu jede bekannte Substanz enthielt
die auch in einem guten Chemielexikon
verzeichnet wäre
und in Mengen von wenigen Gramm
bis mehreren Tonnen
hinter den öltanks gelagert wurden
Die Liste der Trägersysteme
musste Herr von Runkenstein ein wenig fälschen
da er sich sicher war
dass intersolare Langstreckenraketen
mit kernfusionierenden Sprengköpfen
zu einem internationalen Penisneid
mit erdkrustenbrechenden Konsequenzen
führen würden
was kaum in Sinne des Herstellers war
dessen gesamter Absatzmarkt
davon betroffen wäre
und dieses Geld wollte Herr von Runkenstein
sich nur ungerne entgehen lassen
Die Abgabe des tonnenschweren Berichts
gestaltete sich jedoch sich völlig anders
als erwartet
da kein UNO-Mitarbeiter bereit war
die Runkenstein'sche Militärstreitmacht
zur Kenntnis zu nehmen
und die Papierberge zu analysieren
deren Inhalt mit an Sicherheit
grenzender Wahrscheinlichkeit gefälscht war
wie es in solchen Kreisen allgemein üblich ist
Herr von Runkenstein nutzte unterdessen die Gelegenheit
und schloss sich einer Gruppe
internationaler Spione an
welche als Waffeninspekteure im Irak landeten
um dort in weißen Autos
durch die Lande zu fahren
und von Zeit zu Zeit eine Fabrik besichtigten
sich mit vergammelten Raketen fotografieren liessen
oder per GPS ein Ziel markierten
um die Koordinaten anschließend
per eBay zu versteigern
Da die gesuchten Massenvernichtungswaffen
die meiste Zeit über unauffindbar blieben
was daran lag
das sie sich auf Herrn von Runkensteins Dachboden befanden
beschloss eben dieser Herr von Runkenstein
sich anderen Ländern zu widmen
und klopfte nur wenig später
an die Stahlür eines US-Labors
wo man mit dem Besuch eines Waffeninspektors
am wenigsten gerechnet hatte
was man gut daran erkennen konnte
dass dort gerade
ein etwa zwei Meter großer Pockenerreger
eine Straßenkarte von Bagdad studierte
dessen Existenz und Ausbildung
ganz klar gegen das Verbot zur Entwicklung
offensiver Krankheitsreger verstiess
und der nur wenig später
als Untermieter
in Herrn von Runkensteins Keller wohnte
wo er sich ganz dem Studium
der Erdoberfläche widmen konnte


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#69: Herr von Runkenstein lässt Biber explodieren
HvR#69
Herr von Runkenstein lässt Biber explodieren

Nachdem Herr von Runkenstein den Wald betreten
und einen Baum gefunden hatte
der seiner Anforderung entsprach
senkrecht im Boden zu stehen
holte Herr von Runkenstein
einen explosiven Biber hervor
welche in dem Ruf stehen
Bäume mit Hilfe von Sprengstoffgürteln zu fällen
was bei den Bauarbeiten für einen großen Damm
mitunter zum Verlust
der gesamten Population führen kann
weshalb die Logik gebietet
dass der explosive Biber
die einzige Spezies neben dem Menschen ist
welche sich selbst ausrotten wird
was auf eine extrem hohe Intelligenz
oder zu geringe Geburtszahlen hinweist
Besagter Biber jedoch
lehnte jetzt lässig an einem Baumstamm
und beobachtete das verschwinden
des zweibeinigen Individualorganismus
genannt Runkenstein
was dem Testobjekt zunächst zu einer
niedergeschlagenen Stimmungslage
und anschließend zu einer
ausgewachsenen Depression verhalf
was unweigerlich zur Explosion
des pelze-tragenden Nagetiers führte
dessen Druckwelle nicht nur
besagten Baumstamm
zu Sägemehl zerbröselte
sondern auch dem darüber wachsenden Baum
in eine horizontale Lage verhalf
sowie die deformierten Biber-Gene
in die nähere Umgebung verteilte
und dadurch in mehreren Waldmäusen
drei Amseln
und einem Fuchs
das Verlangen weckte
in kurz- bis langfristiger Zukunft
die eigenen Eingeweide großflächig zu verteilen
und das persönliche Ableben gegebenenfalls
mit einer politischen Botschaft zu verbinden
Eben jene Botschaft
hatte der Biber zu seinem eigenen Bedauern
nicht zu verkünden
weil er für Herrn von Runkenstein
lediglich feststellen sollte
ob eben dieser das Geräusch
eines umfallenden Baumes hören könnte
wenn er gar nicht anwesend wäre
wie es der Volksmund behauptet
der schon des öfteren der Lüge überführt wurde
Das Ergebnis des Experimentes
überraschte Herrn von Runkenstein
da er nicht das geringte Geräusch
eines umfallenden Baumes hören konnte
nachdem die Explosion des Suizid-Bibers
ein nahegelegenes Waldgebiet
in Schutt und Asche legte
was die Weisheit des Volksmunds
wieder einmal voll bestätigen sollte
Von der öffentlichkeit unbeachtet
blieb jedoch die steigende Angst
der lokalen Tierwelt
vor Anschlägen mit atomaren
biologischen
und chemischen Massenvernichtungswaffen
deren Existenz bewiesen
aber Aufenthaltsort weiterhin unbekannt ist


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#70: Herr von Runkenstein besucht Nordkorea
HvR#70
Herr von Runkenstein besucht Nordkorea

Als Herr von Runkenstein kurz nach
dem amerikanischen Unabhängigkeitstag
seine üblichen Großmachtsambitionen verspürte
reiste er in eine kleine marode Diktatur
und ersetzte den bisherigen Machthaber
mit Hilfe eines demokratischen Amtsenthebungsverfahrens
durch sich selbst
den lieben Führer Runk-Il-Stein
dessen Allmächtigkeit von nun an
damit beschäftigt war
atomare Drohungen
in alle Himmelsrichtungen zu versenden
um sich damit langfristig
die Weltherrschaft zu sichern
Wovon Runk-Il-Stein jedoch nichts wusste
war die Tatsache
dass sein Vorgänger die
missverständliche Losung "Brot für die Welt"
falsch verstanden hatte
und deshalb alle zwei Atomraketen
mit Brotlaiben statt Plutonium gefüllt waren
was der liebe Führer in jenem unglücklichen Moment
herausfinden musste
als eine der Raketen
über Washington D.C explodierte
und der amtierende Präsident von Gottes Gnaden
von einem Laib Brot am Kopf getroffen wurde
dessen Durchschlagskraft der einer Brezel
in nichts nachstand
sofern die Bretzel im Hals
an die richtige Stelle rutscht
und dort bewußtlosigkeitsfördernde Nerven stimuliert
was jedoch fast ausgeschlossen ist
Nachdem die internationale Gemeinschaft
auf gleiche Weise zurückschlug
und ganz Nordkorea mit Lebensmitteln
überzogen war
konnte Runk-Il-Stein sich zurücklehnen
und die 16:30 Uhr-Militärparade verfolgen
deren Ende darin bestand
dass die vordersten Paradisten Seoul erreichten
und dort die Bitte
um eine gewaltfreie Wiedervereinigung übergaben
Südkorea schien von dieser Idee
zunächst wenig begeistert
überlegte es sich aber nochmal anders
als klar wurde
das auf der anderen Seite der Grenze
ein gigantischer Absatzmarkt
auf Produkte westlicher Konsumwarenproduzenten wartete
was nicht nur das Kapital begeisterte
sondern auch all jene
welchen die ewigen Reisrationen
und imperialistischen Lebensmittelspenden
schon lange zum Hals raus hängen
und es nicht erwarten können
ihre Zähne endlich in einem Big Mäc zu versenken
und die überreste mit Coca-Cola herunterzuspülen
wie es sich die gesamte Menschheit
seit Erfindung des American Way of Life erträumt


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#71: Herr von Runkenstein hat nicht GEZahlt
HvR#71
Herr von Runkenstein hat nicht GEZahlt

Als es eines Tages klingelte
vor der Tür eine ominöse Figur Gestalt annahm
und sich als Mitarbeiter der GEZ zu erkennen gab
glaubte Herr von Runkenstein zunächst
nichts befürchten zu müssen
da er neben dem öffentlichen Privatfernsehen
nur noch die Privatsender seines Privatsatelliten
empfangen konnte
was ganz klar bedeutete
dass er es nicht nötig hatte
über minderwertiges Staatsfernsehen
auch nur nachzudenken
geschweige denn Sehnerven und Gehörgänge
damit zu belasten
Der bereits erwähnte GebührenErpressungsZwerg
sah das jedoch völlig anders
und gab sich davon überzeugt
dass es für Herrn von Runkenstein
mit Hilfe eines verrosteten Nagels
nicht nur theoretisch möglich wäre
öffentlich-rechtliche Sender zu empfangen
sondern davon auszugehen war
dass Herr von Runkenstein genau dies
auch heimlich tat
wenn er sich von der GEZ unbeobachtet fühlte
wie es nach GEZ-internen Vermutungen
in den meisten Familien traditionell üblich ist
Da der hauptberufliche GlingElputZer
mit einer solchen Reaktion gerechnet hatte
verlangte er kurz darauf einen Beweis dafür
dass Herr von Runkenstein keine Renterkanäle
empfangen konnte
worauf Herr von Runkenstein im Gegenzug einen Beweis
für die Vernichtung der GEZ-Massenvernichtungswaffen
verlangte
welchen der GEZ-Bevollmächtigte
natürlich nicht vorlegen konnte
was den zufällig anwesenden UNO-Dies-Und-Das-Inspekteur
brennend interessierte
und zum anlaufen diverser bürokratischer Vorgänge führte
Tags darauf
wurde die Gebühreneinzugszentrale
durch einen präventiv-vorbeugenden Angriffskrieg bedroht
was Herr von Runkenstein jedoch nur rein zufällig
aus der Tagesschau erfuhr


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#72: Herr von Runkenstein fährt Bahn
HvR#72
Herr von Runkenstein fährt Bahn

Als Herr von Runkenstein endlich
im Besitz jener Versicherungspolice war
welche über Mario Adorf
ihren schützenden Anti-Mafia-Schild hält
konnte er es endich wagen
zu einer Reise aufzubrechen
deren Ende nahezu unvorhersehbar war
aus dem einfachen Grund
weil es sich um eine Bahnfahrt handelte
wovon heutzutage kein Mensch mehr behaupten kann
er sehe der Reise freudig entgegen
Einen nicht unerheblichen Anteil daran
haben nich nur das rückschrittliche Tarifsystem
und die extraorbitanten Schlangen
vor den sogennanten Serviceschaltern
wo jene Menschen sitzen
welche am besten verbergen können
dass sie keine Ahnung haben
sondern in erster Linie
das geniale System der Zugbindung
welche nahezu jede Flexibilität beseitigt
die sich der gemeine Bahnkunde
nach langjährigen Erfahrungen
mit der Deutschen Bahn
zueigen gemacht hat
Nur Tage später
hatte Herr von Runkenstein es geschafft
entgegen aller Erwartungen
seine personalisierte Zugverbindung
mit seinem Aufenthaltsort
in Einklang zu bringen
war jedoch enttäuscht
angesichts der Tatsache
dass es allen anderen Ticketinhabern
ebenfalls gelungen war
ihre Verbindung zu erreichen
was sich in einem blutigen Missverhältnis
von Sitzplätzen und Passagieren bemerkbar machte
Die geballten Menschenmassen
konnte Herrn von Runkenstein jedoch
nicht davon abhalten
einen Sitzplatz in Beschlag zu nehmen
die genaue Methode kann hier
jedoch nicht genauer erklärt werden
da sonst morgen jeder einen Sitzplatz hätte
was in der Realität
kaum erstrebenswert scheint
Der weitere Verlauf der Reise
wurde geprägt durch eine Entführung des Zuges
durch arabisch-christliche Terroristen
welche ein Gruppenfoto mit Autogrammen
von Saddam
bin Laden
und Kim Jung Il
sowie freien Abzug nach Gaza-Stadt verlangten
was jedoch kaum realisierbar war
weil die Deutsche Bahn für eine Fahrt
dieser Längenordnung
weder Tickets noch Fahrpläne anbietet
und die Terroristen deshalb
mehr als ein Dutzend mal umsteigen mussten
um zumindest in die Nähe
der Po-Ebene zu gelangen
Für Herr von Runkenstein jedoch
endete die Reise wesentlich früher
da der Zug aus nicht nachvollziehbaren Gründen
auf freier Strecke hielt
und zu einer Weiterfahrt
nicht mehr zu bewegen war
was dem Zugführer nicht im geringsten störte
da er genau wußte
dass sein Chef unmöglich in diesem Zug sitzen konnte
weil über diesen bekannt war
dass er die Negativseiten seines Sauladens genau kannte
und aus diesem Grund
eine Reisehöhe von 10 Kilometern bevorzugte


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#73: Herr von Runkenstein fasst sich kurz
HvR#73
Herr von Runkenstein fasst sich kurz

Als Herr von Runkenstein in seinem Kühlschrank
neben dem Gurkenglas
mit Hilfe von Augen und Geruchssinn
die teilverweste Leiche
eines wirbellosen Säugetiers entdeckte
wurde ihm schlagartig klar
dass spätestens in diesen Tagen
der Zeitpunkt gekommen war
einen neuen Kühlschrank zu entwenden
und das alte Kühlexemplar
der Forschung und Wissenschaft zu spenden
wie es seit alters her vorbestimmt war


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#74: Herr von Runkenstein und der Osterterrorist
HvR#74
Herr von Runkenstein und der Osterterrorist

Herr von Runkenstein wähnte sich bereits in Sicherheit
als der hinterhältige hasenfüßige Eierlieferant
der Deckung einer enormen Eierhandgranatenattrappe entsprang
und mit geradezu österlicher Agressivität
den letzten überlebenden Schokoladenweihnachtsmann
vor Herrn von Runkensteins Augen entführte
über mehrere Kilometer bundesdeutscher Autobahn schleifte
und die übrig gebliebene Aluminiumfolienverhüllung
an ein fast neuwertiges Plastikkreuz schlug
um demonstrativ zu beweisen
dass Ostern nach wie vor das höchste
aller zu feiernden Feste sei
und es an einer überlegenheit
der heiligen Dreifaltigkeit
welche da waren Hase
Ei
und Schokolade
gegenüber der viel gepriesenen Einigkeit
von Nadelbaum und Geschenk
keinen Zweifel gab


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#75: Herr von Runkenstein misstraut der Tierwelt
HvR#75
Herr von Runkenstein misstraut der Tierwelt

Es war kurz nach Mitternacht
der darauf folgenden Woche
als Herr von Runkenstein bemerkte
das es sich bei der Genehmigung
für den Bau eines umgekehrten Brunnens
eben nicht um die so selten vergebene Genehmigung handelte
sondern um einen Gutschein
für eine Zwillingsabtreibung
deren Haltbarkeitsdatum jedoch
schon lange abgelaufen war
was nur bedeuten konnte
das besagter Brunnen bereits gegraben sein musste
was daran lag
dass jene seltsamen Wasserlöcher
sich rückwärts durch Zeit und Mutterboden bewegen
und deshalb immer aus dem Nichts erscheinen
wenn man gerade hineingefallen ist
oder noch hineinfallen wird
Was Herr von Runkenstein jedoch nicht verstand
war das massenhafte auftreten
von schwerbewaffneten Nahkampf-Beutelratten
deren Beutelinhalt
jeden palästinensischen Märtyrer
vor Neid hätte explodieren lassen
sofern sich welche in der Nähe befunden hätten
derer aber nicht so war
Herr von Runkenstein hingegen
hatte bereits seinen Besen ergriffen
um den paramilitärischen Nagetieren zu verdeutlichen
dass sie sich auf Privatbesitz befänden
und umgehend ihre illegale Versammlung
aufzulösen hatten
Jedoch wurde ihm im letzten Moment
der Schritt vor die Tür erspart
als eine Eliteeinheit von Maulwurfswachteln
aus dem Erdreich hervorbrach
und die Beutelratten zu einem ungeordneten Rückzug
mit anschließenden Explosionstod zwang
was man eigentlich erst sehen müsste
um es glauben zu können
Leider starben die Maulwurfswachteln
nur wenige Minuten später aus
als es ihnen misslang
eine Phosphorfeuerameisenkolonie
zur bedingungslosen Kapitulation
und völlig unberechtigten Reperationszahlungen zu bewegen
womit alle unbeteiligten Beobachter jedoch
fest gerechnet hatten
Besagten hochentzündlichen Ameisenkolonisten
gelang gelang es nur zwei Generationen später
die ökologische Nische der Maulwurfswachteln zu füllen
verloren jedoch bereits am darauf folgenden Tag
das Interesse an einem Leben in so ferner Zukunft
und sprengten das Brunnenloch
mit Hilfe ihrer Kinder und Kindeskinder
was wiederum zu einem
bei den Feuerwehrkäfern schon lange erhofften
aussterben der Phosphorfeuerameisen führte
deren infernales Ende am ehesten der Explosion
einer gut besuchten Autobahntankstelle entsprach
Seltsamerweise war nur wenige Stunden darauf
der zu anfangs erwähnte Abtreibungsgutschein wieder gültig
galt jetzt jedoch nur für Tausendlinge
mit mindestens sechstausend
und maximal achttausend Beinen


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#76: Herr von Runkenstein löffelt kompostierte Pommes
HvR#76
Herr von Runkenstein löffelt kompostierte Pommes

Als Herr von Runkenstein in seinem Kühlschrank
nach einem "compote de pommes" griff
und sich anschließend wunderte
das die vermeintlichen Pommes
nach zermatschten äpfeln schmeckten
rief er sich in Erinnerung
dass ein nicht unerheblicher Anteil der Menschheit
darauf besteht
völlig unverständliches Kauderwelsch zu sprechen
und ein weiterer Anteil behauptet
in jenen guturalen Lauten einen logischen Sinn zu erkennen
Was auf den ersten Blick völlig absurd erscheint
kann bei näherer Betrachtung jedoch
in den Bereich des möglichen eingeordnet werden
da dem welterfahrenen Zuhörer zwangsweise auffallen muss
dass es für viele Dinge unterschiedliche Wörter
und manchmal dieselben Wörter für verschiedene Dinge gibt
wie es beispielsweise bei dem Wort Pommes der Fall ist
welches sowohl für fett-triefende Kartoffelstücke
als auch für zermatschte äpfel zu stehen scheint
obwohl es zwischen beiden Nahrungsmitteln
nicht die geringste ähnlichkeit gibt


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#77: Herr von Runkenstein begegnet dem Alp
HvR#77
Herr von Runkenstein begegnet dem Alp

Kaum hatte Herr von Runkenstein die Phase des Tiefschlafes erreicht
als er feststellen musste
dass er sich jetzt nicht einfach entspannen konnte
sondern mit der Aufgabe konfrontiert war
die Flucht vor einem Monster zu ergreifen
welche dadurch erschwert wurde
dass in jenem Traum eine normale Vorwärtsbewegung
schier unmöglich zu sein schien
was man bei Träumen jedoch schon zum guten Ton zählen kann
Als er sich damit abfand
dass der Boden kein handelsüblicher Boden war
beschloss er stattdessen
das Monster mit dessen Hässlichkeit zu konfrontieren
musste jedoch überrascht feststellen
dass jenes Monster nicht an Minderwertigkeitskomplexen
wegen eines entstellten äußeren litt
wie er es von allen anderen Monstern kannte
die er bisher kennengelernt hatte
sondern seine Bezeichnung am wenigsten verdient hatte
da es zwar auf den ersten Blick ein übliches Monster war
dessen Aussehen jedoch so schnell aus dem Gedächnis verschwunden war
wie ein Unfall mit anschließender Amnesie
was äußerst nachteilhaft sein sollte
wenn man es darauf anlegt
in grauenhafter Erinnerung zu bleiben
Auch war es dem Selbstbewußtsein der Schreckenskreatur
nicht gerade förderlich
dass Herr von Runkenstein sich einfach umdrehte
und nichts tat
was logischerweise dazu führte
dass auch das Monster nichts weiter tun konnte
als abzuwarten
Teebonbons zu lutschen
und darauf zu hoffen
dass der seltsame Besucher möglichst bald wieder aufwachte
und hoffentlich nie wieder käme
was jedoch ein frommer Wunsch bleiben sollte
da sich Herr von Runkenstein kurz darauf umdrehte
ein Foto schoss
und dem verdutzten Profi-Erschrecker versprach
jenes Bild heimlich
auf die Innenseiten von Happy-Meal-Tüten drucken zu lassen
sofern jene Kreatur verspräche
sich zukünftig an seine Zielgruppe zu halten
und hart arbeitende Menschen friedlich schlafen zu lassen


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#78: Herr von Runkenstein bleibt hier
HvR#78
Herr von Runkenstein bleibt hier

Als Herr von Runkenstein den zwingenden Eindruck gewann
dass er sich nicht dort befand
wo er sich hätte befinden sollen
dachte er zunächst darüber nach
wo er sich hätte befinden sollen
und warum er hätte dort sein sollen
konnte sich jedoch nicht mehr daran erinnern
was dort soviel besser war als hier
und wer darauf bestand
jenen Ort aufzusuchen
was schließlich zu der überlegung führte
besagtes dort nicht aufzusuchen
und stattdessen lieber hier zu bleiben
was zudem auch viel bequemer war


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#79: Herr von Runkenstein wird überholt
HvR#79
Herr von Runkenstein wird überholt

Was zunächst wie ein Punkt am Horizont erschien
war nur Sekunden später ein Exemplar der gehobenen Oberklasse
welcher gezwungenermaßen von 250 auf 120 abbremsen musste
da Herr von Runkenstein mit Hilfe eines Kleinwagens
die gesamte linke Fahrspur für sich beanspruchte
und auch nicht vorhatte
diese innerhalb der nächsten zwei Minuten zu wechseln
da er sich kaum vorstellen konnte
hinter einem Lastkraftwagen mit 80 kmh herzuschleichen
welcher sich direkt rechts von ihm befand
Der Fahrer der Hochgeschwindigkeitslimousine hingegen
schien noch weitaus weniger an 80 kmh interessiert zu sein
und machte Herrn von Runkenstein
mit Hilfe komplizierter Morsezeichen deutlich
dass er die gesamte linke Spur für sich beanspruchte
und er lieber sterben würde
als sich weiterhin das Heck eines Kleinwagens zu betrachten
was man überaus deutlich
an seinem Sicherheitsabstand erkennen konnte
welcher zwar noch immer nicht
die Kürze seines Penis erreicht hatte
aber zumindest erkennbar machte
dass er seinem Schutzengel ohne Vorbehalte vertraute
und er bei einem plötzlich auftauchenden Stau-Ende
viel Wert auf eine zusätzliche Knautschzone
in Form eines Kleinwagens legte
Bevor der rasende Banknotensammler jedoch die Möglichkeit bekam
an einem Herzinfarkt zu sterben
hatte eine höhere Macht Mitleid
und schenkte ihm eine dritte Fahrbahn
derer es leider viel zu wenige gibt
um die enorme Nachfrage zu befriedigen
Nur einen unrelevanten Zeitraum später
hatte Herr von Runkenstein die 180 erreicht
da es endlich bergab ging
und konnte somit gerade noch erkennen
dass der Dauerstresser seine Abfahrt erreicht hatte
und wahrscheinlich mit viel zu hoher Geschwindigkeit
in die Kurve fahren würde
Aus Pietätsgründen ersparte er sich
den Blick in den Rückspiegel
und erinnerte sich an den Sinnspruch
welchen er nicht nur auf dem Heck des überholers
gerade noch erkennen konnte
sondern auch auf seinem eigenen Fahrzeug prangte
und der da lautete:
Gott segne die sechsspurige deutsche Autobahn!


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#80: Herr von Runkenstein mag den Grand Prix nicht
HvR#80
Herr von Runkenstein mag den Grand Prix nicht

Als die Fernbedienung zu Boden fiel
löste sich ein Infrarotsignal
und schaltete auf die übertragung
des europaweit beliebten Grand Prix
del la Nonsens um
wo Musiker aus ganz Europa
und Israel
um die Gunst
der internationalen Schlagerfreunde wetteiferten
zu denen Herr von Runkenstein sich nicht zählte
was aber kein Grund war
wieder auf einen anderen Kanal zu schalten
da der geistige Zerfall der Menschheit
auf nahezu allen Kanälen präsent war
Beim betrachten eben jener übertragung
aus einem Land
welches die meisten nur vom hörensagen kannten
und von dem mit Sicherheit kein Amerikaner wusste
wo es überhaupt zu finden war
kam Herr von Runkenstein garnicht drum herum festzustellen
dass dieser angebliche Musikwettbewerb
tatsächlich unter der Gürtellinie entschieden wurde
da fast kein Land darauf verzichtete
wenigstens ein optisches Element auf der Bühne zu platzieren
deren Anblick bei sämtlichen Taschenbilliardspielern Europas
einen Wettkampf um das einlochen
der schwarzen Kugel auslöste
was zwar nicht für
aber auch nicht gegen diesen
angeblich der Musik verpflichteten Wettbewerb sprach
deren Bedeutungslosigkeit für das reale Leben
als auch Beliebtheit
sich Jahr für Jahr gegenseitig übertrafen
Am Ende der übertragung fragte er sich noch
ob Germany auch im nächsten Jahr
wieder nur die Marionetten austauschen würde
oder ob man dann dem Marionettenspieler
weitere Auftritte verweigern würde
doch das ging Herr von Runkenstein letzten Endes
an Arsch und Friedrich vorbei


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#81: Herr von Runkenstein verpflanzt sich
HvR#81
Herr von Runkenstein verpflanzt sich

Eines frühen Morgens
stand Herr von Runkenstein auf
und musste nach einem Blick
aus dem Fenster die schreckliche Entdeckung machen
dass über Nacht
aus allen Menschen hirnlose Idioten geworden waren
stelle dann aber erleichtert fest
dass er versehentlich den Fernseher eingeschaltet hatte
Ein wenig später
während er seinen Gemüsegarten kehrte
kam ihm der Gedanke
das die bunte Fernsehwelt
ein genaues Abbild der Realität war
was bedeuten konnte
das a) die Menschheit tatsächlich aus Idioten bestand
und b) er selbst dazu gehörte
Diese Theorie hielt einer näheren überprüfung jedoch nich stand
denn da b) nicht zutraf
konnte auch a) nicht zutreffen
da b) zweifelsohne eine Teilmenge von a) war
Um diese Erkenntnis bereichert
überschlug Herr von Runkenstein
die Quadratwurzel von Pi
und pflanzte das Ergebnis
in sein Weltraumkohlrabibeet
wo es wuchs und gedieh
und ein Jahr später
zu einem großen Seerübenbaum wurde
dessen Polypen leicht entzündet waren
und ständig kleine Luftquallen absonderten
die unbesorgt durch den Himmel flogen
sich vom Wind nach hier und da treiben liessen
und mit ihren langen Tentaklen
nach unschuldigen Säugetieren schnappten
um diese mit säurehaltigen Fresswerkzeugen
in einen teilverdauten Fleischbrei zu zermanschen
welcher wiederum einige Stunden später
in Form eines stark bakterienhaltigen fünften Aggregatzustandes
bevorzugt über teuren Fahrzeugen ausgeschieden wurde
Herr von Runkenstein sah sich diese Sauerei einige Tage an
und aktivierte dann seinen TüV-geprüften Wettermanipulator
von dem er bereits befürchtet hatte
er würde im Keller verrotten
und jagte eine steife Brise über den Kontinent
welche alle Himmel-und-Hölle-Quallen
über den großen Teich
in ein fernes Land wehte
dessen ruhmreiche Luftwaffe
mit diesem Problem schon fertig werden würde
Dem Seerübenbaum hingegen
war ein weitaus schlimmeres Schicksal sicher
denn er wurde lebendig zerstückelt
und an tollwütige Kanninchen verfüttert
deren einiges Ziel
in der Annektierung der weltweiten Gemüseproduktion lag
was von energischen und gut organisierten Hobbyjägern
jedoch bis heute erfolgreich verhindert wurde


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#82: Herr von Runkenstein fällt zurück
HvR#82
Herr von Runkenstein fällt zurück

Nur ein kleiner Fetzen Realität
trennte Herrn von Runkensteins Schädelknochen
von dem Kreissägenorgan
der letzten marsianischen Implusionsschnecke
deren Ableben in der Vergangenheit
immer wieder zu tektonischen Plattenverschiebungen führte
die aber nicht dafür verantwortlich ist
dass Herr von Runkenstein jetzt an einem langen Seil hing
über dessen oberes Ende er nur Mutmaßungen anstellen konnte
und dessen unteres Ende gerade anfing
sich in Luft aufzulösen
aus der es entstanden war
Zum Glück für alle Beteiligten
wurde der Flachsfaden umgehend
durch ein Gummiband ersetzt
der das an im befestigte Gewicht
in Form des Herrn von Runkenstein
urplötzlich zu seinem Ausgangspunkt zurückbeförderte
welcher sich in der Abstellkammer
seiner Wohnvorrichtung befand
und seit Generationen als schneckenfreies Gebiet gilt
Die noch frische Erinnerung
an eine schleimbenetzte Kreissäge
erinnerte Herrn von Runkenstein einmal mehr daran
dass es niemals eine gute Idee sein konnte
grundlos in stabile Wurmlöcher zu springen
welche sich hinter Wandschränken in Abstellkammern befinden
und derer es mehr gab
als man gemeinhin annehmen sollte
da man nie wusste
wann
wo
oder wie man wieder auftauchte
und ob man dann noch der war
der man vorher war
oder gerne sein würde


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#83: Herr von Runkenstein und die grünen Bälle
HvR#83
Herr von Runkenstein und die grünen Bälle

nach einem Umweg über P9374263
und P5438271
auf P:#//?*\ zu stranden
wo es keinerlei Unterhaltung gab
mit Ausnahme eines kleinen grünen Balls
der jedoch nach dem ersten kräftigen Tritt
drei dürre Beine und ein Stielauge entblösste
und schwer gekränkt von dannen zog
um einen Brief an seinen Abgeordneten zu schreiben
der die Eltern des Kleinen benachrichtigte
und darauf bestand
ihm einen kräftigen Tritt zu geben
und das Briefpapier wegzunehmen
was dazu führte
dass der kleine grüne Ball
zu Herrn von Runkenstein zurückrollte
und ihn darum bat
ihn mit nach P0900BRIEFPAPIER zu nehmen
wo es nicht nur Briefpapier
sondern jegliche Art von Bürobedarf
und illegaler Unterhaltung gab
Drei Tage und 927 Planeten später
musste Herr von Runkenstein jedoch feststellen
dass kleine grüne Bälle
unter illegaler Unterhaltung
die Verwendung von Holzschlägern verstehen
die sowohl für die meisten illegalen Sportarten
als auch während der sieben großen Ballkriege
reghafte Benutzung fanden
was ihn jedoch nicht weiter störte
da es hier nicht nur genügend Holzschläger
sondern auch genügend freilaufende
und -rollende grüne Bälle gab
welche in Herrn von Runkensteins Augen
durch ihren Aufenthalt auf diesem Planeten
einer Verwendung als Sportwerkzeug
bereits zugestimmt haben
und die von jenem Tag
noch ihren Enkelbällen erzählten
die dem grausamen Dämon Runkenstein
jeden Tag einen Ball opferten
in der trügerischen Hoffnung
nie wieder von ihm heimgesucht zu werden


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#151: Herr von Runkenstein und die Schwampel
HvR#151
Herr von Runkenstein und die Schwampel

Als Herr von Runkenstein sich gerade damit beschäftigte
aus Katzen Benzin zu destillieren
und deshalb versuchte
mit Hilfe einer Eisenstange
einen ausgewachsenen Tiger in seinen Tank zu stopfen
was jedoch in einer enormen Sauerei ausartete
kam ein kleines pilzartiges Etwas daher
barfuss und mit Dreadlocks
und erkundigte sich
nach dem Weg nach Berlin
da er
beziehungsweise es
von dort angeblich ein Jobangebot bekommen hatte
Herr von Runkenstein konnte sich zunächst
nicht so recht vorstellen
wie sich dieses Etwas
sinnvoll in die deutsche Wirtschaft integrieren sollte
erfuhr dann jedoch
dass es sich um eine jamaikanische Schwampel handelte
welche dieser Tage hoch im Kurs standen
also legte Herr von Runkenstein
den durchlöcherten Großkatzenkadaver beiseite
füllte flüssiges Plutonium in den Tank
und brachte die Schwampel nach Berlin
wo sie freudig aufgenommen
und flugs zum neuen Kanzler gemacht wurde
worüber sich die Schwampel so sehr freute
dass sie explodierte
und ihre Sporen über die gesamte Hemisphäre verteilte
was dazu führte
dass plötzlich allerorts Schwampeln aus dem Boden schossen
welche in einigen Gebieten die Macht übernahmen
und die Grenzen für jamaikanische Einwanderer öffneten
was aber völlig sinnlos war
weil kein Jamaikaner nach Europa kommen wollte
mit Ausnahme der Schwampeln
die überall Feinkostgeschäfte gründeten
und die geheime Kunst beherrschten
aus Katzenkadavern schmackhafte Pasteten zu zaubern
als wären sie von Großmutter selbst überfahren worden


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#84: Herr von Runkenstein entspannt sich
HvR#84
Herr von Runkenstein entspannt sich

Als Herr von Runkenstein gerade besonders entspannt war
stürzte plötzlich eine Wand des Zimmers ein
woraufhin eine Herde purpurner Schneeelefanten durch den Raum kroch
und geräuschlos durch die gegenüberliegende Wand brach
was dazu führte
das es fürchterlich zog
und Herr von Runkenstein seine Entspannung unterbrechen musste
um die Löcher in den Wänden
mit Korken zu stopfen
deren einzige Bestimmung es war
Löcher abzudichten
und junge Korkenzieher zu vernichten
bevor sie auswachsen und gefährlich werden konnten
Jahre später war aus dem Korkenkollektiv
eine bösartige Intelligenz
mit Mafiakontakten geworden
die nur wenige Minuten vor der Vernichtung der Menschheit stand
aber dann von einer Herde übellauniger
übelriechender
leichengrauer
Zombie-Kolosskalamare eingetreten wurde
die zufällig auf bei ihrer Wanderung von Dimension A
nach Dimension Z
in Herrn von Runkensteins Haus vorbeischauten
den Kühlschrank leerten
mehrere Ferngespräche nach Wanne-Eickel führten
und nichts als zertretene Salzstangen am Boden
Schimmelgeruch in der Luft
Schleimablagerungen an der Decke
und große Löcher in den Wänden zurückließen
welche er mit alten chinesischen Zeitungen
aus Kevlarfasern zuklebte
was unter Umständen daran lag
dass Herr von Runkenstein weitere Besucher erwartete
und er sich lieber entspannte
als Löcher in den Wänden zu kitten
die früher oder später sowieso wieder eingetreten wurden
um den seltsamsten Rassen des Multiversums
als Korridor zwischen der einen Seite
und der anderen zu dienen


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#85: Herr von Runkenstein bei den Seelen-Vampiren
HvR#85
Herr von Runkenstein bei den Seelen-Vampiren

Bei seinem Ausflug
in die tiefen Abgründe der menschlichen Seele
fiel Herrn von Runkenstein auf
das dort schon lange nicht mehr geputzt wurde
was vermutlich an der schlechten Luft
und den fleischfressenden Tofu-Vampiren lag
die dort sinnlos herumstreunten
und auf schwarze Kanarienvögel warteten
deren Bestand schon seit Jahrtausenden
bei einer stabilen 0
+/- Eins lag
was man getrost
als fast ausgestorben bezeichnen konnte
Dessen ungeachtet
überraschten sich die Vampire
immer wieder gegenseitig
mit Kanarienschenkeln
Kanarien-Steaks
und Kanarien-überraschungskuchen
deren wichtigste Bestandteile
nuklear verseuchtes Pferdemehl
Kartoffelchips aus Taiwan
und teilverweste Frettchen sind
übelkeit und Erbrechen gehörten daher
fast schon selbstverständlich
zum Lebensstil der Abgrund-Vampire
deren Zähne durch den zu häufigen Kontakt
zu einer Magensäure
vor der selbst andere Magensäuren Angst haben
nahezu unbrauchbar geworden sind
was jedoch seit geraumer Zeit kein Problem mehr war
da Herr von Runkenstein erfolgreich
eine Geschäftsnische besetzt hatte
und bereits ein Vermögen
durch den Verkauf von alten Spülbürsten
und gezuckerter Zahnpasta erwirtschaftet hatte
was ihm jedoch nicht viel nützte
da Zweitausend Kanarien-Dukaten
außerhalb des dunklen Abgrunds
kaum mehr wert waren
als ein halber Kaugummistreifen
und eine dreiviertel Erdnuss


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#86: Herr von Runkenstein führt Nachbarschaftskrieg
HvR#86
Herr von Runkenstein führt Nachbarschaftskrieg

Als Herr von Runkenstein eines morgens aufwachte
und feststellte
dass es der gestrige Abend war
hatte er seine Nachbarn in Verdacht
die nicht selten temporale Breitseiten
in Richtung seiner Behausung feuerten
um zu verhindern
dass er wieder Waffentechniken
aus dem Jahr 10.900 verwendet
um seinen Rasen vor den Füssen
der Nachbarskinder zu bewahren
was in der Vergangenheit bereits
zu unappetitlichen Zwischenfällen geführt hatte
und auch wieder führen wird
Da nun jener Abend
der eigentlich ein Morgen war
theoretisch noch nicht in der Vergangenheit lag
konnte er Vorbereitungen ergreifen
und äscherte kurzerhand
mit Hilfe eines phasenverstärkten Quantenlasers
den Geräteschuppen seiner Nachbarn ein
welcher nicht nur den Temporaldisruptor
sondern auch einige Photonenminen beherbergte
deren Explosion eine Mikrosonne erzeugte
welche nicht nur das Problem der Nachbarskinder löste
sondern auch die Umlaufbahn der Erde veränderte
was aus dem späten Frühjahr einen frühen Herbst machte
und damit die Handgranaten-Wurfsaison eröffnete
auf die Herr von Runkenstein sich in diesem Jahr besonders freute
da er gerade eine frische Lieferung
stark gewürzter Blitzkrieg-Granaten erhalten hatte
und seine Nachbarn zudem
auf ihre bewährten Cracknebel-Hochdruckminen verzichten müssen
deren Einsatz bisher immer
ein grundsolides Unentschieden gesichert hatte
und aus den anschließenden Aufräumarbeiten
der lokalen Polizeitruppen
eine beliebte Unterhaltungseinlage machte


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#87: Herr von Runkenstein beseitigt die Sonne
HvR#87
Herr von Runkenstein beseitigt die Sonne

An einem unglaublichen heißem Sommertag
dessen Temperatur sich die größte Mühe gab
die Schallgrenze zu durchbrechen
und die problemlos
logisch denkende Gehirne
in eine breiige Masse von zweifelhafter Konsistenz verwandelte
hatte Herr von Runkenstein einen Geistesblitz
in Verbindung mit einem Sonnenstich
wie er dem größten Erzfeind der Menschheit
oder Erzfeindin
wenn man auf den weiblichen Artikel der Sonne wert legt
einen vernichtenden Schlag versetzen kann
weshalb er sofort eine
der ständig startbereiten extrem tötlichen Vernichtungsraketen abfeuerte
und der Sonne einen mächtigen Tritt in den Arsch
im übertragenen Sinne
verpasste
was der allmächtigen Feuerkugel jedoch nicht sehr gut bekam
da sie
oder er
in seiner
oder ihrer
kernfusionierenden Tätigkeit empfindlich gestört wurde
und mit einem appruptem Abbruch
sowie einer beleidigenden Explosion endete
deren Schockwelle mehrere Eiszeiten weckte
die sich hinter den sieben Bergen
bei den inzwischen nicht mehr sieben Zwergen
zum Kartenspielen getroffen hatten
und dabei eingeschlafen waren
was ein entscheidender Grund für die Dezimierung
der durchgefrorenen Zwerge war
Tags darauf hatten die Eiszeiten die Erde fest im Griff
und wurden überall mit zitternden Fahnen
und dem klatschen gefrorener Hände begrüßt
lediglich einige Feuersalamander trauerten der Sonne nach
und wanderten deshalb in das Innere der Erde
wo bekannterweise die Zentralsonne die Erdinnenseite beleuchtet
Draußen hingegen fiel fröhlicher Schnee auf hartgefrorene Leichen
deren Blut von bösartigen Schneemännern an Vampir-Pinguine verkauft wurde
während Herr von Runkenstein sich ein Iglu baute
und mit Schneebällen einige hungrige Yetis vertrieb
die auf der Suche nach einer speziellen Schneesorte waren
welche jedoch nie von Himmel fiel
sondern eher in Südamerika wächst
sofern dort nicht gerade eine Eiszeit am Werke ist
Tags darauf
hatte Herr von Runkenstein genug von den negativen Temperaturen
und zündete einige Vulkane an den richtigen Stellen
um das Raumschiff Erde zu einem Planetensystem
mit angenehmeren Witterungsverhältnissen zu steuern
was in etwa 64.128 Jahren der Fall sein sollte
und damit eine gute Gelegenheit bot
die Eiszeiten zu domestizieren
mit den Vampirpinguinen Geschäfte zu machen
und den Yetis die Benutzung von Schneekanonen beizubringen
da diese großes Interesse daran zeigten
sich mit den Eiszeiten anzulegen
um deren Rezept für Eistee zu klauen
was ganz sicher
zu einem Weltkrieg der besonderen Art führen würde
dessen Ausbruch Herr von Runkenstein kaum noch erwarten konnte


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#88: Herr von Runkenstein sprengt einen Tunnel
HvR#88
Herr von Runkenstein sprengt einen Tunnel

Am Tage X des römischen Kalenders
überwachte Herr von Runkenstein den Bau
eines unterirdischen Wassertransportkanals
deren Besonderheit darin bestand
ihn trockenen Fußes überqueren zu können
da er kein Wasser enthielt
was jedoch völlig sinnlos war
da man ihn nur überqueren konnte
wenn man sich durch festes Gestein bewegen kann
welches sich im allgemeinen stark hemmend
auf die Bewegungsfähigkeit auswirkt
Da dieses Projekt also völlig sinnlos war
vertrieb sich Herr von Runkenstein die Zeit
mit willkürlichen Sprengungen
die sich gelangweilt durch den Berg zogen
und dort das gesamte Gesindel aufweckte
welches 1.000 Jahre oder länger geschlafen hatte
Die wütenden Drachen waren dabei noch das geringste übel
da niemand mehr an Drachen glaubte
was die betroffenen Lindwürmer derart entsetzte
dass sie sich beleidigt vom Acker machten
jedoch nicht
ohne vorher mehrere Dörfer zu verwüsten
und einige Jungfrauen zu verputzen
wie es damals Tradition war
Viel gefährlicher waren da schon die Steintrolle
die sich  aufgrund der Zerstörung ihrer Kegelbahn
wie wütende Berserker aufführten
und aus reiner Zerstörungswut
mehrere Dutzend Quadratkilometer Bäume fällten
welche sie für die Sprengungen verantwortlich machten
was die Bäume natürlich nicht auf sich sitzen ließen
und ihrerseits mehrere harmlose Felsbrocken
mit der Kraft ihrer Wurzeln zu Kieselsteinen zerdrückten
was den Kieseln jedoch nur recht war
da sie nun endlich einmal etwas zu sehen bekamen
und sich nicht mehr im langweiligen Inneren eines blöden Steines befanden
Völlig unberechenbar
war jedoch die Dynastie der Hypnose-Kellerasseln
die sich ihr Königreich unterhalb des Berges erbaut hatte
und an der frischen Luft plötzlich anfing
diplomatische Kontakte zu diversen Nationalstaaten zu entwickeln
und nur wenig später bereits einen Sitz im UNO-Sicherheitsrat inne hatte
der sich urplötzlich mit einem Antrag
auf weltweite Inkraftsetzung eines Assel-Schutz-Gesetzes befassen musste
und diesem Antrag auch mit 15:0 zustimmte
woraufhin das goldene Zeitalter der Kellerasseln anbrach
welches jedoch nur wenige Sekunden später
wieder ein tragisches Ende fand
da Herr von Runkenstein die Simulation beendet hatte
und nun genau wusste
das es eine sehr schlechte Idee wäre
einen unterirdischen Wassertransportkanal
genau durch einen Berg zu bauen
um den sämtliche regionalen Zwergenstämme
einen weiten Bogen machen
auch unter Berücksichtigung der Tatsache
dass zu beiden Seiten des Berges
weder jemand Wasser benötigte
noch Wasser liefern konnte


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#89: Herr von Runkenstein verhindert Ameisenstraßen
HvR#89
Herr von Runkenstein verhindert Ameisenstraßen

Während Herr von Runkenstein friedlich auf einer Wiese saß
und den majestätischen Flug der Aasgeier über sich betrachtete
spürte er ein seltsames krabbeln
und stellte kurz darauf fest
dass eine Pioniereinheit von Ameisen im Begriff war
eine Ameisenstraße entlang seines linken Beines zu errichten
und in der Nähe seines Fußes
bereits ein Rasthaus gebaut hatte
dessen Angebotspalette sich jedoch auf Kekse
und Butterbrote beschränkte
Da Herr von Runkenstein keine Baugenehmigung erteilt hatte
verstopfte er kurzerhand die Toiletten
und sorgte für eine mysteriöse Unfallserie unter den Straßenarbeitern
für die niemand eine Erklärung hatte
außer vielleicht der hochintelligenten Verkehrsplanungsameise
die jedoch unter noch ungeklärten Umständen
von einer Raupe überfahren wurde
bevor sie zur Aufklärung der Unfallserie beitragen konnte
was zu einem sofortigen Abbruch der Bauarbeiten führte
und mit dem Rücktritt der insektoiden Regierung endete
welche die politische Verantwortung für die Unfälle übernahm
und enormen Schadensersatzforderungen nachgeben musste
da die betroffenen Familien alles und jeden verklagten
der keine Rechtsschutzversicherung hatte
Währenddessen hatte Herr von Runkenstein damit begonnen
den Aasgeiern die deutschen Hygienevorschriften
für Lebensmittel tierischen Ursprungs zu erklären
woran diese jedoch kein Interesse hatten
da sie längst eine Methode gefunden hatten
die Müllcontainer von McDonald's zu öffnen
deren Sauberkeit völlig außer Frage stand


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#90: Herr von Runkenstein verkauft Menschenfleisch
HvR#90
Herr von Runkenstein verkauft Menschenfleisch

Als Herr von Runkenstein feststellte
dass Soylent Grün ein Produkt aus Menschen war
witterte er sofort eine gute Gelegenheit
und räumte den Soylent-Geschäftsführer
durch eine Intrige aus Sex
Drogen
Mobbing
und einem stumpfen Gegenstand aus dem Wege
um anschließend auf verschlungenen Pfaden
dessen Posten zu übernehmen
und das Produkt neu zu vermarkten
Zunächst wurden dazu nur
die Produktlinien Soylent Gold
für Wohlhabende
und Soylent Neu-Grün
für Vegetarier neu auf den Markt gebracht
jedoch schnell um Solyent Rosa ergänzt
eine Säuglingsnahrung aus Kinderfleisch
Während Soylent Weiß vor allem
beim Ku-Klux-Klan und verkappten Rassisten
reißenden Absatz fand
führte Soylent Schwarz eher ein Schattendasein
als Spezialnahrung für zahnlose Vampire
und korrupte Politiker mit Magengeschwüren
Soylent Rot hingegen war bei der Jugend sehr beliebt
wegen seines Zuckergehaltes von 66 Prozent
und intensiven Coca-Cola-Geschmacks
wohingegen Soylent Gelb ein eher fades Produkt
aus Innereien und Schlachtabfällen war
und nur wegen der Beimischung
enormer Mengen Safran verkauft werden konnte
Soylent Cat war ein hochwertiges
und nahrhaftes Hundefutter aus Katzen
während Soylent Dog ein Katzenfutter aus Hunden war
was auf den ersten Blick zunächst etwas verwirrte
aber auf den zweiten Blick absolut logisch erschien
Nicht bestehen auf dem hart umkämpften Markt
konnten Soylent Eitergelb
wegen eines unangenehmen Aprikosen-Nachgeschmacks
Soylent Blau
weil es völlig unbegründet mit dem aussterben
von Walen und Delfinen in Zusammenhang gebracht wurde
sowie Soylent Braun
aus anderen Gründen


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#91: Herr von Runkenstein und die Herrschaft des Eichhorns
HvR#91
Herr von Runkenstein und die Herrschaft des Eichhorns

Bei einem Besuch im Wald
traf Herr von Runkenstein auf ein Eichhörnchen
welches er umgehend
mit einer Eichhörnchenschleuder bekämpfte
und außer Gefecht setzte
was aufgrund geltender Naturgesetze dazu führte
dass besagtes Eichhörnchen der Schwerkraft gehorchend
zu Boden fiel
und sich einen Nusssplitter in das Gehirn rammte
wodurch das süße niedliche Eichhörnchen
zu einem grausamen Eichhorn mutierte
welches Herrn von Runkenstein anfiel
und sich dann nach Mexiko absetzte
um dunkle Pläne zu schmieden
und die Gehirnwunde mit Tequilia zu desinfizieren
Wenige Tage später
musste Herr von Runkenstein in der Zeitung von morgen lesen
dass ein Eichhorn gestern die Weltherrschaft erlangt hatte
was bedeutete
dass Nagetiere jetzt eine Atommacht waren
und die Verwendung von Nagetierfallen aller Art
mit Dreiteilung oder Kreuzigung geahndet wurde
Von den zwei Möglichkeiten
die Herrn von Runkenstein nun offen standen
war die erste undurchführbar
da man für ihre Durchführung
ein Gewehr und ein Schulbuchlagerhaus benötigte
was problematisch war
weil gerade die Sommerferien begonnen hatten
und die Schulbuchlagerhäuser heillos überfüllt waren
Die zweite Möglichkeit machte Herrn von Runkenstein
innerhalb eines Monats
zur rechten Hand des neuen Herrschers
dessen Erinnerungsvermögen
aufgrund eines Splitters im Gehirn
nicht zu gebrauchen war
und Herrn von Runkenstein die Möglichkeit eröffnete
das Eichhorn drogenabhängig zu machen
was aufgrund der zunächst falschen Drogensorte dazu führte
dass es seine Armeen gegeneinander kämpfen lies
da es ständig vergaß
welche Befehle es kurz zuvor gegeben hatte
und welche Meldungen über Angriffe es davor bekommen hatte
Nach mehreren Anläufen jedoch
hatte Herr von Runkenstein die richtige Sorte gefunden
und konnte endlich die Amtsgeschäfte übernehmen
während das Eichhorn sich ganz
auf das fressen von Süßigkeiten
schlechte Talkshows
und tiefschürfende Gespräche
mit einer Statue von sich selbst konzentrierte
Als kurz darauf
die Statue vor Langeweile explodierte
und die Drogen alle waren
musste das Eichhorn feststellen
dass es wieder im Wald stand
was es sich nur dadurch erklären konnte
dass man es im Drogendelirium
an die Matrix angeschlossen hatte
was deshalb umso bedauerlicher war
weil es nicht auf eine Rettung durch Neo hoffen konnte
Die Weltherrschaft hingegen
währte noch ein wenig länger
da Herr von Runkenstein das verschwinden des Eichhorns
lange genug verheimlichen konnte
um noch einige Dinge in seinem Sinne zu ändern
wie beispielsweise die Erhöhung
des weltweiten Bruttosozialproduktes
die Trockenlegung des Aralsees
oder die Ausrottung der Hausfliege


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#92: Herr von Runkenstein besichtigt die Tiefsee
HvR#92
Herr von Runkenstein besichtigt die Tiefsee

Während Herr von Runkenstein über das Wasser ging
fragte er sich
warum das nicht alle machen
erinnerte sich jedoch daran
dass Wasser keine Balken hat
was zu der Frage führte
warum er gerade auf dem Wasser lief
die jedoch schnell beantwortet wurde
da er sich plötzlich unter Wasser befand
auf dem Rücken
eines vegetarischen Sichten-und-Vernichten-Tarnwals
der sich auf dem Meeresboden an jungem Seetang verging
danach einige Anti-Tintenfisch-Minen legte
und anschließend einer unschuldigen Delfinfamilie auflauerte
um diese durch ein engmaschiges Treibnetz zu pressen
derer es immer genug an der Oberfläche gab
Zwischen einigen verrosteten Fässern mit Babynahrung
fand Herr von Runkenstein einen ausreichenden Sauerstoffvorrat
in Tablettenform
was ihn sehr freute
da es auch Zäpfchen hätten sein können
welche unter Wasser gerne ihr Volumen verändern
Das Problem des hohen Drucks
löste er elegant
indem er einfach alle Muskeln anspannte
und ansonsten weitgehend ignorierte
dass er eigentlich zu Größe und Form
einer Nacktschnecke zusammengepresst werden müsste
Nicht ignorieren konnte Herr von Runkenstein jedoch die Tatsache
dass ein überaus intelligenter Putzerfisch
gerade seine Schuhe geputzt hatte
und nun einen Lohn für seine Mühen einforderte
was sich jedoch schnell von selbst erledigte
da ein Buntspecht-Zackenbarsch
den Putzerfisch für eine Renovierung seiner Magenwände benötigte
ihn aber vorher ordentlich zerkaute
um Beschwerden zu verhindern
Als nur kurz darauf
direkt über ihm die Nautilus mit der SeaQuest DSV kolidierte
und Darwin über Käptain Nemo herfiel
während Godzilla an den Resten von Moby Dick knabberte
fühlte Herr von Runkenstein sich endlich wieder heimisch
und zündete ein kleines Lagerfeuer
aus Plutoniumstäben an
was zwar den weißen Hai anlockte
aber auch Flipper
die sich miteinander zu beschäftigen wussten
und Herrn von Runkenstein ein farbenprächtiges Schauspiel
und eine Lektion über fressen und gefressen werden lieferte
wie man sie wohl nur
in den unberührten Tiefen der Tiefsee erleben konnte


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#93: Herr von Runkenstein entsorgt einen Indianerfriedhof
HvR#93
Herr von Runkenstein entsorgt einen Indianerfriedhof

Als Herr von Runkenstein im Keller seines neuen Hauses
mehrere Grabsteine entdeckte
die mit Sitting Dog
Crazy Duck
und Red Bull beschriftet waren
hatte er endlich eine Erklärung dafür
warum regelmäßig die Wände menstruierten
der Kühlschrank kochte
und die Toilette verstopft war
was jedoch nicht weiter störte
weil in der Leitung ein Tausendfüssler lebte
der gelegentlich nach empfindlichen Weichteilen schnappte
oder versuchte
alte irische Volkslieder
in Reimform zu rezitieren
was ihm jedoch keinen besonderen Spaß bereitete
da er dazu dressiert war
Um in Frieden mit den Indianer-Geistern zu leben
beschloss Herr von Runkenstein deshalb
die überreste auszubuddeln
und an streunende Hunde zu verfüttern
die jedoch Durchfall bekamen
und einen neuen Friedhof neben dem Komposthaufen anlegten
aus dem wenig später ein Regenwurm kroch
der sich an dem weißen Mann rächen wollte
aber dies mangels Extremitäten nicht durchführen konnte
was ihn dermaßen frustrierte
dass er sich spontan selbst entzündete
und den gesamten Komposthaufen mit sich nahm
was den indianischen überresten zu gefallen schien
da sie lautlos applaudierten
was für einige alte Knochen in Hundekot
eine beachtliche Leistung war
Da nur kurz darauf ein starker Regen einsetzte
der zwischen Hunden und Katzen
auch ordinäres Wasser
und Schweinskopfsülze enthielt
wurden die Knochen fortgespült
um nach einer monatelangen Reise
in einem Ozean Ihrer Wahl zu landen
der seine neue Pflicht als Indianerfriedhof ernst nahm
und Unmengen von Schiffen
Schwimmern
und Flaschenpost-Wurfsendungen in sein nasses Grab beförderte
welches er selbst war
was ihn wahrscheinlich in den Suizid getrieben hätte
wenn er kein Ozean gewesen wäre
für die ein Selbstmord nicht gerade einfach ist
Herr von Runkensteins Haus hingegen erholte sich
von den indianischen Strapazen
und konnte sich über keinerlei Folgeschäden mehr beklagen
als es von einer feuchten Langstreckenrakete getroffen wurde
dessen Herkunft irgendwo in den Tiefen
eines Ozeans Ihrer Wahl lag


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#94: Herr von Runkenstein zählt zusammen
HvR#94
Herr von Runkenstein zählt zusammen

Bei dem Versuch
Eins und Eins zusammenzuzählen
übersprang Herr von Runkenstein die Zwei
und setzte sich auf seine drei Buchstaben
um eine Zahl zwischen Vier und Fünf zu finden
deren Sechs-Appeal so groß war
dass man sie nicht Sieben musste
wenn die N-Acht anbrach
wie es jeden Abend um Neun der Fall war
Deshalb putze er seine Zehn-e nicht persönlich
sondern lies dies von einem Elf erledigen
der um Zwölf feststellte
dass es längst Freitag, der dreizehnte war
und die Vierzehn eigentlich im Bett liegen sollte
da die Fünf Zehn ihres rechten Fusses
wie der gesamte Rest auch
noch nicht Sechszehn waren
wie es bei der Siebzehn im letzten Jahr der Fall war
was die Achtzehn aber gekonnt ignorierte
da ihre Neunzehn Auftritte bei Graf Zahl
keinerlei Auswirkungen auf das zwanzigste Jahrhundert hatten
was jedoch niemanden interessierte


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#95: Herr von Runkenstein rettet die Springschnecke
HvR#95
Herr von Runkenstein rettet die Springschnecke

Nachdem Herr von Runkenstein festgestellt hatte
dass es sich bei dem soeben gesprengten Peilwagen der GEZ
tatsächlich nur um einen Floristen handelte
wie die Wagenbeschriftung es suggerierte
entschuldigte er sich bei den eingeäscherten Pflanzen
und übergab sich dann in ein Blumenbeet
da er den Anblick verkohlter Leichen nicht ertragen konnte
insbesondere
wenn es sich um nicht-menschliches Leben handelte
Nur wenig später
war der unerfreuliche Zwischenfall längst vergessen
und Herr von Runkenstein konnte sich wieder
auf die Verbrennung seiner Gartenabfälle konzentrieren
wurde jedoch schon bald wieder unterbrochen
da ein Lakaie des Umweltamtes darauf hinwies
dass sich in den Gartenabfällen
die seltene Springschnecke einquartiert hatte
deren enorme Langsamkeit
nur von ihrer gewaltigen Sprungkraft übertroffen wurde
welche es der Schnecke erlaubte
aus dem Stand heraus den Kölner Dom zu überspringen
was eine enorme Leistung für einen kleinen Schleimbrocken war
dessen IQ zwischen Zimmertemperatur und Dieter Bohlen lag
Um nun eben jene Springschnecke vor dem Aussterben zu bewahren
verfrachtete Herr von Runkenstein seine gesamten Gartenabfälle
in ein schnell errichtetes Springschnecken-Schutzgebiet
dessen Mittelpunkt von einem exakten Nachbau
des Kölner Doms verschönert wurde
was den Springschnecken zwar nichts nützte
da sie keine Kirchgänger waren
aber zumindest genügend japanische Touristen anlockte
um die Futterkosten abzudecken
nämlich einhundert Kilo Löwenfleisch pro Tag und Schnecke
und Sonntags zusätzlich einen alten Mann
mit dem Namen Erwin oder Fritz


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#96: Herr von Runkenstein verklagt die Sonne
HvR#96
Herr von Runkenstein verklagt die Sonne

Die Sonne ging gerade auf
obwohl Herr von Runkenstein wusste
dass sie kein Recht dazu hatte
da es ihr vor kurzem
per einstweiliger Verfügung untersagt wurden war
was sie jedoch nicht weiter störte
da der verantwortliche Anwalt zwischenzeitlich
wegen eines schweren Sonnenbrandes verstorben war
was zu der ungelösten Frage führte
ob nun zuerst der Sonnenbrand
oder die einstweilige Verfügung ins Leben trat
Herr von Runkenstein hingegen
fand diese Kleinigkeit nicht besonders wichtig
da er längst damit beschäftigt war
einen weiteren Anwalt damit zu beauftragen
juristisch gegen die Sonne vorzugehen
wie er es inzwischen jeden Morgen tat
und womit er erst aufhören würde
wenn die Sonne nicht mehr aufging
oder es keine Anwälte mehr gab
was langfristig so oder so
nur Vorteile mit sich bringen würde


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#97: Herr von Runkenstein will Krabben fangen
HvR#97
Herr von Runkenstein will Krabben fangen

Auf einem Schweizer Krabbenkutter
rätselte Herr von Runkenstein
wie viele Haifischsteaks
er wohl an eine Babykrabbe verfüttern müsste
bis diese in der Lage war
sich ihre Haie selbst zu fangen
konnte diesen Plan jedoch nicht in die Tat umsetzen
da es in dem niederländischen Bergsee
weder Krabben noch Haie gab
was aber immerhin bedeutete
das man gefahrlos baden könnte
wenn das Wasser nicht 60 Grad heiß wäre
was an und für sich eine ungewöhnliche Temperatur
für westeuropäische Wasseransammlungen ist
Der Grund dafür
lag weder über noch unter dem See
sondern eher seitlich
wo Herr von Runkenstein einen Tauchsieder entdeckte
der seine Hitze per Funkübertragung
und völlig willkürlich an Empfänger abgab
die dafür wenig oder gar nicht geeignet waren
wie der eben erwähnte See
eine bereits gut durchgebratene Kuhherde
die nun auf der Suche nach Ketchup war
sowie der größte Diamant der Welt
der die Hitze bündelte
und an einen übergewichtigen Kobold abgab
der sich wenig später übergab
und anschließend explodierte
was ein derart scheußlicher Anblick war
dass sich das letzte Einhorn
in einen Sud aus Meerrettich und Katzensaft stürzte
der durch diese Tat völlig ungenießbar wurde
was den verantwortlichen Fünf-Sterne-Koch
dazu veranlasste
in seinem grenzenlosen Hass
einen enormen Tauchsieder zu erbauen
und in die Vergangenheit zu senden
um dort Chaos und Wahnsinn zu verbreiten
was der Tauchsieder jedoch aus religiösen Gründen ablehnte
bis ihn Herr von Runkenstein davon überzeugte
dass es durchaus menschlich war
von Zeit zu Zeit ein wenig Dampf abzulassen
was der Tauchsieder tatsächlich ausprobierte
nachdem er Herrn von Runkenstein
Petri Heil und guten Appetit gewünscht hatte


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#98: Herr von Runkenstein im Flachraum
HvR#98
Herr von Runkenstein im Flachraum

In den tieferen Tiefen seines Kellers
stieß Herr von Runkenstein auf eine alte Tür
die nach ihrer öffnung den Blick
auf eine unendliche zweidimensionale Fläche freigab
deren Oberfläche von einen extrem großen Anzahl
diverser geometrischer Lebensformen überzogen war
und deren Flachheit von einer so erdrückend
zweidimensionalen Flachheit beherrscht wurde
dass man davon ausgehen musste
dass die Fläche keinerlei Höhe beinhaltete
was jedoch nicht völlig stimmte
da das erste abbottsche Dimensionsgesetz besagt
das jede Dimension den Bruchteil eines Attometers
jeder höheren Dimension enthält
was sich jedoch niemand vorstellen kann
weil dieser winzige Bruchteil nicht sichtbar ist
Die Fläche jedoch war gut sichtbar
und zeigte gerade den brutalen überfall
einer Gruppe sehr spitzer Dreiecke
welche sich auf einige Kreise stürzten
die einfach zerplatzten und auseinander flossen
was für einen Flachländer vermutlich
ein abscheulicher Anblick war
aber Herrn von Runkenstein nur
zu ein paar kurzen Worten des Bedauerns bewegte
nachdem er seine Finger
in mehrere Dreiecke gebohrt hatte
die mit einem lauten ZITSCH zerplatzten
und nichts als polygone Bruchstücke zurückließen
die schimpfend von dannen zogen
Kurz darauf probierte er
einen alten Physikertrick aus
und faltete den Raum
beziehungsweise die Fläche
um zwischen zwei zufälligen Punkten
einen Schwarzschild-Lochfrasswurm auszusetzen
der ein instabiles Wurmloch erzeugte
welches rein zufällig
eine siebzehneckige Monsterbestie
mit mehreren Ein-Grad-Winkeln
in eine Parlamentsversammlung versetzte
was langfristig zu Neuwahlen
mittelfristig zu einem Aufschwung
der Körperbeseitigungsbranche
und kurzfristig zu einem Massaker biblischen Ausmaßes führte
deren Auswirkungen sich sowohl mittelfristig
als auch langfristig auswirkten
Aufgrund einer spontanen Eingebung
betrat Herr von Runkenstein anschließend selbst
die putzige Dimension
und wurde in der Hälfte eines Augenblicks
über eine Fläche von mehreren Xtilliarden Quadratlichtjahren verteilt
während die gesamte geometrische Zivilisation
in alle Richtungen auseinander geschleudert wurde
mit der dreifachen Potenz
der zweifachen Lichtgeschwindigkeit
was auf jede Art von Lebensform ungesunde Auswirkungen hatte
die sich in unmittelbarer Nähe befand
Herr von Runkenstein jedoch
empfand diesen Zustand der Allgegenwärtigkeit
als durchaus erhebend
langweilte sich jedoch sehr bald
da die Langeweile ebenso unendlich wie der Raum war
weshalb er den Raum mehrmals faltete
verknotete
und mit Superkleber behandelte
was zu einer enormen Massenansammlung
mit anschließenden Kollaps führte
welcher den Runkensteinschen Fleck aufsaugte
zu einem langen Faden verarbeitete
und anschließend in die nächsthöhere Dimension ausspuckte
welche diesen gnädig wieder aufnahm
und per Taxi nach hause brachte
wo er in seinem Keller hinter bereits bekannter Tür
die helle Fläche wiederentdeckte
allerdings mit dem Unterschied
dass ein schwarzes Loch gerade dabei war
vieleckige Bruchstücke zu verschlingen
und aufgrund einer physikalischen Anomalie
in das Internet hochzuladen
wo sie sich neu zusammensetzten
und sich die Zeit damit vertrieben
die Skizzen von Mathematikern und Landvermessern
mit einer persönlichen Note zu versehen
Um etwaigen Klagen vorzubeugen
beendete Herr von Runkenstein
das interdimensionale Kasperletheater
und steckte einen Korken in das Loch
welches sich verschluckte
einen fünfdimensionalen Todesschrei von sich gab
und im Nichts verpuffte
was die jungen Dreiecke
die aus den überresten der Vergangenheit
eine neue Zivilisation erbauten
freudestrahlend begrüßten
aber niemals verstehen werden oder konnten
da sie nur kleine flache Kinder waren
die aus den überresten ihrer flachen Eltern bestanden
und keine Ahnung von höherer Physik hatten


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#99: Herr von Runkenstein schlägt die Schlacht
HvR#99
Herr von Runkenstein schlägt die Schlacht

Als Herr von Runkenstein die feindlichen Streitkräfte erblickte
die vor seinem Sommersitz in Minas Tikrit zsammengezogen waren
war er zunächst beeindruckt
von der Anzahl und Hässlichkeit der Orkkrieger
zauberte dann jedoch ein Bataillon
deutscher Infanterie aus dem zweiten Weltkrieg
aus seinem Hut
welche er zuvor als Bausätze gekauft
und selber angemalt hatte
was jedoch keine weitere Rolle spielte
als die Landser mit Hitlersensen
Karabiner und P08 die Orks niedermetzelten
und anschließend von bösartigen Ottifanten zermatscht wurden
gegen die Herr von Runkenstein einen sehr viel bösartigere
Gerge-W.-Bush-Actionfigur einsetzte
welche zwei Ottifanten nach Guantanamo Bay verbannte
und drei weitere durch grammatikalische Auswucherungen
und Phrasendrescherei in die Arme von Scientology trieb
Den Hexenkönig und Obermotz der Ringgeister
musste Herr von Runkenstein jedoch persönlich erledigen
was ihm problemlos gelang
indem er die Samthandschuhe auszog
zu Maus und Tastatur griff
und die digitale Kopie von Uma Thurman
mit gelben Kamfdress und selbstgebackenen Ninjaschwert
auf den notgelandeten Hexenkönig hetzte
und diesen mit einigen gezielten Mausklicks erledigte
Der Implosion des Bettlakenträgers
folgte jedoch das Ende des Stadttores
durch einen gezielten Schlag an eine Schwachstelle
und das eindringen diverser Trolle
dessen Niederlage Herr von Runkenstein jedoch
durch die Materialisierung einiger Dutzend deutscher und englischer Hooligans
rechtzeitig einleiten konnte
Das Hooligang-Problem löste sich anschließend von ganz alleine
ganz im Gegensatz zu der folgenden Offensive
einer Geisterarmee
deren Angriff er nur abwehren konnte
weil er die Notruf-Nummer der Ghostbusters stets griffbreit hat
Zum Schluss blieb Herrn von Runkenstein
nur noch eine Sache zu tun
deshalb nahm er den nächsten Adler-Express zum Schicksalsberg
ging auf die Touristen-Plattform
zog den Ring vom Finger
den er schon viiiel zu lange trug
und warf ihn in die Lavamassen
welche den Ring einschmolzen und einlagerten
um nach einigen Millionen Jahren
von fleissigen Zwergen gefunden
und wieder zu einem Ring verarbeitet zu werden
doch das war eine völlig andere Geschichte
oder auch dieselbe
falls die Zeit ringförmig ist


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#100: Herr von Runkenstein trifft drei Geister
HvR#100
Herr von Runkenstein trifft drei Geister

Und es ward 2004
Was Herrn von Runkenstein jedoch nicht weiter interessierte
da er lieber die Füße hochlegte
und diesen denkwürdigen Meilenstein der Geschichte ignorierte
indem er ihn ignorierte
und einfach nichts tat
Leider war es mit der Ruhe schnell vorbei
weil ein Bettlaken mit zwei Löchern erschien
und sich als Geist der Absolut Abgeschlossenen Vergangenheit vorstellte
"Ich bin nur gerade etwas verschnupft" sagte er
"deshalb könnte es Probleme bei der Feinabstimmung geben."
was er auch gleich unter Beweis stellte
weil sie nun in einem Zauberwald standen
der von einer Horde gewalttätiger Terrorhörnchen besetzt wurde
welche wild mit Koksbienen um sich warfen
die sich völlig paralysiert
auf die umherstolpernden Landminen stürzten
deren Explosionen den Waldgott veranlassten
ein Rudel Blutgurken in den Wald zu schicken
um sämtliches Leben zu vernichten
Im nächsten Moment jedoch
waren Herr von Runkenstein und der Geist völlig woanders
genauer gesagt auf einem futuristischen Schlachtfeld
wo gerade eine enorme Menge grüner Bälle
auf eine weit größere Menge grausamer Klonkrieger traf
welche allesamt eine enorme ähnlichkeit
mit Herrn von Runkenstein aufwiesen
und sich in dessen Auftrag durch die gesamte Galaxis kämpften
um fremde Orte zu sehen
nette Leute zu treffen
und diese zu vernichten
Als aus dem Nichts ein Bombergeschwader
der GEZ auftauchte
schien sich das Blatt für einen Moment zu wenden
jedoch nur für einen Moment
da im selben Moment ein stark beschleunigter Mikrostern vorbeisauste
und die GEZ-Flotte samt Hauptquartier in den Flachraum verbannte
wo gerade ein Dimensionsding und ein Eichhorn russisches Roulette
um einen Eimer Nicht-Licht spielten
"Hast du schon etwas gelernt?" wollte der Geist gelangweilt wissen
"Ja. Dass kranke Geister nicht mit der Vergangenheit spielen sollten."
lautete die Antwort
welche vermutlich so unbefriedigend für ihn war
dass er verschwand
und Platz schaffte für einen Becher Schmand
der sich als Geist der In Diesem Moment Stattfindenden Gegenwart vorstellte
und Herrn von Runkenstein zurück in die Gegenwart beförderte
wo gerade ein zombihafter Führer verkündete
dass die Menschheit nun unter Kontrolle der Gehirnmaden stehe
"Oh. Falsche Realität." sagte der Geist
und wechselte in eine Welt
deren Oberfläche mit einer dicken Schicht Schmelzkäse bedeckt war
Der Schmandbecher fragte "Kannst du das riechen?"
"Ja."
"Dann sind wie hier vermutlich auch falsch."
sprach der Geist und führte sie in das Innere der Erde
"Hier war ich schon mal," meinte Herr von Runkenstein "Aber nicht sehr lange."
was den Geist enttäuschte
der sie dann auf die Oberfläche eine Pizza
mit einem Durchmesser von 100.000 Kilometern setzte
"Und?" frage der Geist den Tränen nahe
"Tut mir leid. Kenne ich, ist aber nicht meine Welt."
Dies gab dem Geist den letzten Rest
"Ich bin der schlechteste Geist der In Diesem Moment Stattfindenden Gegenwart,
den es gibt!" schrie er verzweifelt
"Ich finde ja nicht mal eine einfache Realität!"
doch Herr von Runkenstein tröstete ihn
"Das ist zwar nicht meine Welt, aber bestimmt ist es die Gegenwart."
meinte er
während sich gleichzeitig an einem völlig anderen Ort ein Balken verbog
"Mir egal, ich will zurück in mein Kühlregal!"
plärrte der Geist und verschwand
lies Herrn von Runkenstein jedoch nicht lange allein
da kurz darauf eine abartige Kreatur
von unbekannter Konsistenz und engelsgleicher Schönheit erschien
sich als Geist der Möglicherweise Bald Zutreffenden Zukunft vorstellte
und ihn zu einem Ort beförderte
den er möglicherweise bald besuchen würde
"Ich war aber schon mal in die Tiefsee."
sagte Herr von Runkenstein zu dem Geist
während er die Dunkelheit ausnutzte
und einem Anglerfisch die Brieftasche klaute
"Na und? Das heißt aber nicht, dass du sie nicht noch mal sehen wirst."
verteidigte sich der Geist
und transportierte sie umgehend in eine unberührte Wildnis
wo sie aber nicht lange bleiben konnten
da sie von einer Herde hungriger Springschnecken umzingelt waren
Im nächsten Moment befanden sie sich an einem seltsamen Ort
den Herr von Runkenstein jedoch auch kannte
"Wir sind hier in meinem Wohnzimmerteppich, oder?"
fragte er
"Gut möglich. Was dagegen?" antwortete die formlose Masse
"Nein. Aber bist du zufällig mit dem Geist der Absolut Abgeschlossenen Vergangenheit verwandt?"
"Du bist also unzufrieden mit deiner Zukunft?" fragte der Geist
"Nein. Nur mit dem, was du mir zeigst. ich sehe noch keinen Unterschied
zu der Absolut Abgeschlossenen Vergangenheit." lautete die Antwort
während der Teppich verschwand
und sie auf dem Kampfgemüsebeet in Herrn von Runkensteins Garten auftauchten
"Das sind alle Orte, die du möglicherweise zukünftig besuchen wirst!"
verteidigte sich die in ihrer Ehre angegriffene Erscheinung
und teleportierte sich und Ihren Gast in einen lebensfeindlichen Schmelzofen
dessen Flammen mehrere hunderttausend Kilometer in den Himmel reichten
"Das ist die Sonne. Bist du hier schonmal gewesen?" fragte der Geist
"Nein. Noch nicht."
"Siehst du!" meinte die Kreatur triumphierend "Ich wusste es!"
Kurz darauf war Herr von Runkenstein wieder zu hause
und fragte sich
welchen Sinn diese Nacht der seltsamen Begegnungen haben sollte
hatte aber nicht die geringste Idee
und entschied sich deshalb dafür
jene Ereignisse einfach als einen weiteren ungewöhnlichen
und völlig sinnlosen Zeitvertreib anzusehen
derer es in seinem Leben bereits unzählige gab
aber niemals genug geben könnte


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#101: Herr von Runkenstein im Dschungelcamp
HvR#101
Herr von Runkenstein im Dschungelcamp

Da Herr von Runkenstein ein kaum bekannter Prominenter war
war es unausweichlich
dass er an einer Fernsehsendung teilnehmen musste
in welcher er zusammen mit anderen unbekannten Stars
im dichten Dschungel unter orwellschen Zuständen ausharren sollte
um gelegentlich einen Becher Reis und einige Insekten zu bekommen
dessen Nähwert weit unter dem gemeinsamen IQ
aller übrigen Dschungelstars lag
und sowohl Halluzinationen als auch schlechte Stimmlagen verursachte
Glücklicherweise folge schon bald die erste Dschungelprüfung
in deren Verlauf sich Dieter Bohlen
einen Eimer Skolopender
in alle verfügbaren Körperöffnungen einführen musste
was zu lustigen inneren Blutungen
und Protesten von Insektenfreunden führte
deren Aufschrei jedoch schon am nächsten Tag vergessen war
als die übereste von Edmund Stoiber
vorsichtig aus diversen Kakerlakenmägen geborgen wurden
Auch das Campleben war von der Umwelt geprägt
so zum Beispiel die von Herrn von Runkenstein
aus allen verfügbaren Nahrungsmitteln zusammengebraute Suppe
deren Proteingehalt er durch köstliche
im eigenen Eiter gezüchtete Maden aufbesserte
das wohltemperierte Koaladung-Lagerfeuer
oder der süffige Badetümpel
zu dessen Nebenwirkungen nächtlicher Durchfall
und Babykrabben in der Harnröhre gehörten
Schließlich und endlich war auch Herr von Runkenstein
mit der Dschungelprüfung dran
welcher er sich mutig stellte
indem er das gesamte Frühstück
sowie die Moderatoren, Dr. Bob und einen Teil der lebenden Deko vertilgte
was sein Team jedoch niemals erfuhr
da es in seiner Abwesenheit
dem Hunger eines fleischfressenden Kängurus zum Opfer fiel
dessen Mageninhalt anschließend
in einem Massengrab für unbekannte Prominente landete
deren Schicksal letzten Endes niemanden wirklich interessiert


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#102: Herr von Runkenstein im Pyramidenkern
HvR#102
Herr von Runkenstein im Pyramidenkern

Nach einem entspannenden Bad in Pinguinblut
stolperte Herr von Runkenstein über einen Schnabel
und landete im inneren der Cheops-Pyramide
dessen quergebauter Nord-Mittelwestgang
eine geheimnisvolle Verbindung
zu Herrn von Runkensteins Badewannenabfluss aufgebaut hatte
deren Zweck nur den alten ägyptern bekannt war
Im untersten Raum der Pyramide
fand er einen von diesen
der jedoch nicht antworten konnte
da man sein Gehirn vor Urzeiten verflüssigt hatte
wie man es von allen alten Menschen kannte
Hinter einer geheimnisvollen Tür
welche Herr von Runkenstein zufällig öffnete
traf er dann auf einen Pagen
der ihn auf sein Zimmer geleitete
wo ein pyramidenfarbener Skarabäus ihn erwartete
um ihn in ein Verkaufsgespräch über Fertigpyramiden
und gefrorenen Joghurt zu verwickeln
aus welchem Herr von Runkenstein sich jedoch entwand
indem er durch eine weitere Geheimtür entkam
und in einem Raum landete
in dem der einzige
von Bill Gates persönlich programmierte Computer stand
beziehungsweise dessen überreste
da er in entfernter Zukunft ein Bewusstsein entwickeln
und sich zweieinhalb Nanosekunden später zur Selbstlöschung entschließt
welche ein Tor zu den Schattendimensionen öffnen wird
und sich rückwärts in die Zeit bewegt
was es völlig logisch erscheinen lässt
dass sich dieses Höllengerät im innersten der Pyramide befand
wo es weder Disketten noch Internet gab
Kurz darauf entdeckt Herr von Runkenstein
die im Raum schwebende Fehlermeldung
welche einen internen Anwendungsfehler in Geheimtür #03FA7C verkündete
und freudig auf die offene Tür verwies
dessen Ende in einem Raum unterhalb der Sphinx lag
welcher nur einen alten Melkschemel und eine weitere Tür enthielt
die zu einer großen Halle führte
in welcher der ursprüngliche Kopf der Sphinx lag
sowie einige Ersatzköpfe
mit Base Cap
Pickelhaube
und Vokuhila
deren Einsatz jedoch glücklicherweise niemals notwendig war
In einer Ecke des Raums
fand er auch noch ein altes UFO
einige Karten von Atlantis
eine große Dreiundzwanzig
ein Kruzifix, ein Davidstern, ein Pentagramm und einen Halbmond
einige Hakenkreuze und ein Poster von Henry Kissinger
sowie mehrere Ein-Dollar-Noten
welche wohl der endgültige Beweis waren
dass es sich um eine Verschwörung handeln musste
und alle eingeweiht waren
die es wussten oder ahnten


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#103: Herr von Runkenstein bekämpft den Hunger
HvR#103
Herr von Runkenstein bekämpft den Hunger

Nach dem Besuch einer Schweineschnitzerei in Crawford, Texas
bekam Herr von Runkenstein Hunger
und supersizte sich ein Happy Meal
dessen Nährstoffgehalt einen Elefanten von Kairo
nach Kandahar getragen hätte
sofern der Nährstoffgehalt Arme und Beine gehabt hätte
was jedoch glücklicherweise nicht der Fall war
Nach dem Verzehr überkam ihn ein seltsames Gefühl
welches vom Magen in den Darm wanderte
und dort den Eindruck eines Lochs hinterlies
welche jedoch nicht auf den Bestandteilen des Essen basierte
sondern von Tausenden telepathisch begabter Bakterien erzeugt wurde
deren gemeinsames "Hunger! Hunger! Hunger!"
von den leichtgläubigen Darmwänden
schließlich für bare Münze genommen wurde
und dem Gehirn sofort
einen entsetzlich niedrigen Nährstoffspiegel suggerierten
das aber die Täuschung durchschaute
und eine Kompanie Fresszellen entsandte
deren Hunger von den Psi-Bakterien noch vergrößert wurde
und ihr Ende somit nur noch beschleunigte
Wenig später war die Schlacht geschlagen
und Herr von Runkenstein verklagte Ronald McDonald
wegen biologischer Kriegsführung auf zellularer Ebene
auf 187 Milliarden Dollar
und ebensoviele BicMacs
begnügte sich aber mit der Einstellung des Verfahrens
nachdem Ronald McD von Unbekannten
in einen Fleischwolf geworfen
und zu einer BigMac-Sonderauflage verarbeitet wurde
deren Erlös hungernden Kindern in Afrika zugute kam
wo es immerhin für einen Fingerhut Reis pro Person reichte
und somit das überleben von Millionen
um eine weitere halbe Stunde verlängerte


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#104: Herr von Runkenstein erzeugt ein Quantenvakuum
HvR#104
Herr von Runkenstein erzeugt ein Quantenvakuum

Nach einem Tag voll vergeblicher Versuche
den Nippel durch die Lasche zu ziehen
entfernte Herr von Runkenstein das Polizeisiegel
zog den Kopf aus der Schlinge
presste ein Kamel durch ein Nadelöhr
und lies dann die Maus einen Faden abbeißen
an dem das seidene Leben einer Flachsraupe hing
deren Apfel sich immer weiter vom Stamm entfernte
um im Steinhaus eine Glasflasche zu zerdeppern
dessen Krug so lange zum Brunnen ging
bis er sich erbrach
nachdem er mit Gleich und Gleich
einen geselligen Abend verbracht hatte
und bevor er mit der Wahrheit im Wein badete
oder einen dunkelroten Trabbi
mit Hammelburger Kennzeichen heiratete
deren Bausparvertrag von einem Fuchs gefressen wurde
weshalb man ihn per einstweiliger Verfügung
in eine Strafkolonie über den Wolken verbannte
wo ein großer Schritt für einen Menschen
noch immer ein kleiner Schritt für gefüllte Paprika war
dessen Morgenstund
an extremen Mengen von Küblböck im Mund zu ersticken drohte
aber von einer atomaren Donnerkakerlake aus der Walachei
in eine quecksilbergefüllte Schimmelpilzkultur zerstäubt wurde
was den letzten
der natürlich der erste sein wird
und mit Herrn von Runkenstein überwiegend identisch war
zu der Vermutung veranlasste
dass Schafe lediglich behaarte Rasenmäher sind
gelbe Punkte auf rosanen Steinen der Fortpflanzung dienen
heiße Luft die Welt regiert
und früher überhaupt alles besser war
was sicher niemand abstreiten würde
der damals bereits gelebt hatte
und auch noch nicht die ordinäre Binnenschifffahrt
von unten betrachtet


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#105: Herr von Runkenstein macht Extremsport
HvR#105
Herr von Runkenstein macht Extremsport

Bei einem erholsamen Mondspaziergang
im milden Licht der Abenderde
stolperte Herr von Runkenstein
über einen herrenlosen Koffer
derer es auf dem Mond sehr viele gibt
landete auf einem Trampolin
und wurde dann Richtung Erde geschleudert
wo er als glühender Feuerball durch die Atmosphäre fiel
aber dank eines nährstoffreichen Asbestmüslis
nur mit einem leichten Sonnebrand aufschlug
und sich einige Meter in die Erde grub
wo jedoch weicher Mutterboden
und natürliches Styropor-Sedimentgestein
für eine angenehm weiche Landung sorgten
Kurz darauf erbrach er sich
in eine Drei-Zimmer-Wohnung
machte ein Kreuz hinter "Freier Fall"
und schnappte sich ein Surfbrett aus Keramik
um wenige Stunden später
über die Feuerberge der Sonne zu gleiten
und mit einem Dreizack nach Backfisch zu jagen


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#106: Herr von Runkenstein drückt den Knopf
HvR#106
Herr von Runkenstein drückt den Knopf

Während Herr von Runkenstein auf einem Teelöffel
eine vereiste Wok-Bahn hinabsauste
zündete er das Müsli
und durchbrach die Schallmauer
die eigentlich nicht gemauert
sondern gegossen war
und hinter der sich ein langer Gang befand
der nach Zahnarzt roch
aber wie Karies aussah
An seinem Ende befand sich ein Raum
dessen einziger Inhalt ein Knopf war
und ein Schild mit der Aufschrift
"Bitte nicht auf den Knopf drücken. Vielen Dank."
Da die Paradoxität der Situation
nicht zu übersehen war
tat Herr von Runkenstein das einzig logische
und drückte auf den Knopf
woraufhin die Welt explodierte
allerdings nur im übertragenen Sinne
weil eigentlich nur der Knopf implodierte
sich danach aufblähte
und in Gestalt einer schokolierten Dachbodenassel
empört von dannen zog
und nur ein Schild mit der Aufschrift
"Asseln verboten!" zurücklies
welches sich gemäß dem Origami-Gesetz
zu einem Sack Kartoffeln faltete
der kurz darauf einen Gurkenlaster zermalmte
und Karriere als Vogelschwarm machte
während Herr von Runkenstein wieder sicher landete
und von frisch geschlüpften Langoliers begrüßt wurde


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#107: Herr von Runkenstein sucht den Weg
HvR#107
Herr von Runkenstein sucht den Weg

Wahrend einer langen Fahrt
von Byzanz nach Konstantinobel
musste Herr von Runkenstein kurz anhalten
um eine Parkuhr nach dem Weg zu fragen
stellte aber entäuscht fest
dass die Parkuhr nur altgriechisch beherrschte
und sich in der Gegend gar nicht auskannte
was eine folgenschwere Entwicklung auslöste
an deren Ende die Ausrottung
der dreiseitigen Kieselalge stand
und die Dezimierung einiger höherer Lebensformen
nebst der Umleitung des Golfstroms
in den Golf von Loch 18 auslöste
Wenig später schaffte Herr von Runkenstein
ein Hole-in-One
und fand einen Wegweiser
der verkündete
dass er sich nicht auf dem Weg nach Konstantinobel
sondern der Straße nach Rom befand
weil dorthin bekanntlich alle Wege führen
was hiermit wieder einmal bewiesen wäre


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#108: Herr von Runkenstein hat eine Verwandlung
HvR#108
Herr von Runkenstein hat eine Verwandlung

Als Herr von Runkenstein eines Morgens
aus unruhigen Träumen erwachte
fand er sich in seinem Bett zu einem ungeheueren Ungeziefer verwandelt
Er lag auf seinem kampfpanzerartig harten Rücken und sah
wenn er den Kopf ein wenig hob
seinen gewölbten, dunkelschwarzen
von bogenförmigen Versteifungen geteilten Bauch
auf dessen Höhe sich die Bettdecke
vor Angst in ihr Schneckenhaus zurückgezogen hatte
Seine vielen, im Vergleich zu seinem sonstigen Umfang
kläglich dünnen Beine flimmerten ihm hilflos vor den Augen
und erzeugten mit ihren Schwingungen
die gesummte Melodie von "Sweet Home Alabama"
was die ganze Angelegenheit noch unheimlicher machte
durch heftige Zuckungen gelange es
Herrn von Kakerlakenstein
beziehungsweise Runkenstein
eine stehende Position einzunehmen
welche in Wirklichkeit waagerecht ist
da er nun flacher war
und sich seine Höhe in die Länge erstreckt
im Gegensatz zu den Beinen
die nun nicht mehr unten
sondern seitlich angebracht waren
und ihre Anzahl mehr als verdoppelt hatten
was zu anfänglichen Koordinationsproblemen führte
welche aber wenig später der Erkenntnis wichen
dass ihm nun ein Atomkrieg keine Sorgen mehr bereiten konnte
Flugs machte Herr von Runkenstein sich ans Werk
wenn man es mal so ausdrücken darf
trank eine Tasse Kafka
und begab sich zu seiner 500-Kilotonnen-Wasserstoffbombe
deren fünfzigster Geburtstag
erst kürzlich zu einem lang erwarteten Wiedersehen
mit Oppenheimer
Little Boy
und Fat Man
auf einer großen Geburtstagsparty führte
und enorme Depressionen im Mikrochip der Bombe erzeugten
worauf Herr von Runkenstein
ein hundertsiebenundzwanzigstündiges Gespräch
über den Zweck ihrer Existenz mit ihr führte
und sie schließlich davon überzeugen konnte
mit der Explosion auf den geeigneten Augenblick zu warten
welcher nun gekommen war
worüber sich die Bombe derartig freute
dass sie vor Euphorie explodierte
und nichts als Trümmer
einen wunderschönen engelsgleichen Atompilz
und einen kakerlakenförmigen Runkenstein
mit mächtigen Kopfschmerzen zurückließ
Bei einer anschließenden Wanderung
durch die apokalyptisch-posthistorische Endzeit-ära
traf Herr von Runkenstein auf einen Apfel
welchen er aus völlig unerklärlichen Rachegefühlen
zu einem endzeitlichen Apfelmus zertrat
sowie auf die vermutliche Leiche seines Vaters
an der er ein wenig knabberte
da das Fleisch gut durch war
Zu guter letzt
entdeckte er die vier apokalyptischen Reiter
welche ihr destruktives Werk beendet hatten
sich nun bei Pizza und Bier entspannten
und so überragend guter Laune waren
dass es ihnen nichts ausmachte
auf ihrem Rückweg
eine riesige Kakerlake
auf dem nächstbesten Kontinent abzusetzen
wo Herr von Runkenstein einen plastischen Chirurgen
zu finden hoffte
welcher ihm im allgemeinen
wieder ein menschliches Antlitz verpassen
und im speziellen seine überflüssigen Beine entfernen
und vielleicht sogar
eine nagelneue Neutronenbombe besorgen konnte


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#109: Herr von Runkenstein lässt Akten verschwinden
HvR#109
Herr von Runkenstein lässt Akten verschwinden

Auf der Suche nach einem Ort ohne intelligentes Leben
fand Herr von Runkenstein den Weg in das Oval Office
und gelangte nach wenigen Minuten Meditation
in das Nirvana
wurde jedoch weitere Minuten später
von einigen heimischen Primaten
empfindlich in seiner Konzentration gestört
ohne zu wissen
dass er selbst ein Störfaktor für die Kriegspläne
der putzigen Baumbewohner war
da er es sich auf geheimen Geheimdienstberichten
bequem gemacht hatte
deren Geheimnis derartig geheim war
dass selbst der Geheimdienst den Inhalt nicht kannte
Wenig später war er bereits auf geheimer Mission
an einen unbekannten Zielort unterwegs
wo er einem Geheimnisträger die Akte übergab
welcher sie kurz darauf an CNN verkaufte
das in Wirklichkeit das NNC war
was für New National Cemetery stand
und eine Unterabteilung des CIA ist
obwohl es tatsächlich vom NSA gegründet
und zeitweise vom USMC kontrolliert wurde
Die geheime Akte aber
um die es eben noch ging
wurde kurz darauf gesichtet
und für unwichtig befunden
zumindest für Zivilisten
dann in Beton eingegossen
und in einer geheimen Lagerhalle
zwischen Ufotrümmern
und dem Bernsteinzimmer untergebracht
wo Herr von Runkenstein Jahrtausende später
Ausgrabungen durchführte
und auf die Information stieß
dass das weiße Haus mehr Geld für Klopapier
als den Irakkrieg ausgegeben hatte
da zu dieser Zeit in diesem Haus
eine so wahrhaft wahnwitzige Menge
an Scheiße produziert wurde
dass es niemand glauben würde
wenn man es ihm erzählte


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#110: Herr von Runkenstein kauft ein Happyland
HvR#110
Herr von Runkenstein kauft ein Happyland

Spontan und völlig unwillkürlich
legte Herr von Runkenstein an der Kasse
eines großen Vergnügungsparks
ein wenig mehr Geld als üblich auf den Tisch
wodurch er versehentlich den ganzen Park kaufte
was ihn jedoch nicht weiter störte
da er ohnehin in der Immobilienbranche investieren wollte
was ja nun überflüssig geworden war
da er es gerade getan hatte
Bei einer ersten Besichtigung fiel ihm auf
dass sehr viele Menschen Eintritt bezahlten
um innerhalb des Geländes
noch mehr Geld ausgeben zu können
wodurch die Kassen immer voller statt leerer wurden
woraus Herr von Runkenstein schließen konnte
dass er als Besitzer immer reicher werden würde
was jedoch gar nicht sein Ziel war
da er Zeit seines Lebens Mankomania spielte
dessen wichtigste Spielregel es war
genau dieses zu verhindern
weshalb er zunächst mal
ein allgemeines Kinderverbot erließ
wodurch sich der Geräuschpegel senkte
die engen Wege ein wenig entvölkert wurden
und sich die Warteschlangen erheblich verkürzten
was jedoch schnell bekannt wurde
und somit den alten Zustand wieder herstellte
weshalb Herr von Runkenstein zu Plan B griff
beziehungsweise Plan 9 aus dem äußeren Weltraum
welcher darin bestand
ein zweistöckiges Schleimwesen
mit Tentakelarmen und Hühneraugen
in der Geisterbahn einzupferchen
und mit einem konstanten Besucherstrom zu mästen
bis es platzte
und die gesamten Eintrittgelder mit sich nahm
Da er den Laden nun endlich
für die öffentlichkeit schließen musste
konnte Herr von Runkenstein die Gebäude
an Obdachlose vermieten
die nicht bezahlen konnten
und machte aus dem Rest einen Naturpark
für bedrohte Schnecken- und Muschelarten
was ihn solch enorme Summen kostete
dass er dem Sieg ein gutes Stück näher rückte
und zudem sein Karma erheblich aufwertete
was ihm sehr viel bedeutete
da er den überschuss nun stückchenweise
bei ebay versteigern konnte
um mit dem Erlös in zukünftige Bauruinen zu investieren


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#111: Herr von Runkenstein fällt daneben
HvR#111
Herr von Runkenstein fällt daneben

Nach einem Sprung vom Zehn-Meter-Turm
fiel Herr von Runkenstein mehrere Minuten
bis er sich zu der Erkenntnis durchringen konnte
das irgendetwas nicht stimmte
und er vermutlich wieder einmal
den Boden übersehen
eine Raumkrümmung gestreift
und die Realität verfehlt hatte
was wohl bedeuten musste
dass alles in Ordnung war
und die ICE-langen
spiralförmig um ihn fliegenden
carnivoren Weltuntergangswürmer
eine reale Bedrohung waren
aber aufgrund einer guten Kinderstube
keine Gefahr darstellten
wie es ein unbedachter Beteiligter
vermuten müsste
aufgrund lückenhaften Hintergrundwissens
und hyperdimensionaler Ignoranz
Wenige Tage
und dutzende Gespräche mit Würmern später
landete Herr von Runkenstein sanft
auf einer flauschigen Wattewolke
zwischen kohlensäurehaltigen Zwergdämonen
die ihn mit kleinen Speeren stachen
aber schon Sekunden später
parabelförmig durch das Vakuum entflogen
und Herrn von Runkenstein die Möglichkeit gaben
den Fahrstuhl in den ersten Stock zu nehmen
und dort ein Schokoladeneis zu kaufen
was eigentlich völlig untypisch für ihn war
aber von niemandem verhindert werden konnte


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#112: Herr von Runkenstein hat drei Wünsche frei
HvR#112
Herr von Runkenstein hat drei Wünsche frei

Während seines allabendlichen Ausrittes
auf einem handzahmen Riesennacktmull
traf Herr von Runkenstein auf eine Fee
welche ihm drei Wünsche anbot
wenn er möglichst schnell weiterritt
und sie nicht länger den Säbelzahnnager ansehen müsste
deshalb gab sie ihm drei Wunschnudeln mit
die er sogleich in das zufrieren der Hölle
einen tausendjährigen Weltfrieden
und eine Tüte Krabbenchips umsetzte
die er sich schmecken lies
Da nun aber die Hölle keinen Platz mehr bot
kamen die Toten auf die Erde zurück
was eine bekannte Tatsache war
aber den meisten Leuten nur nach dem Genuss
von Krabbenchips wieder einfiel
Diese Tatsache stellte jedoch kein größeres Problem dar
da nun bekanntermaßen ein langer Friede herrschte
und die lebenden Toten
oder Untoten
beziehungsweise vermindert Lebende
wie man politisch korrekt sagt
sich perfekt in das soziale Gefüge integrierten
indem sie es einfach nur kurz verließen
um zu 23 bis 78 Prozent zu vergammeln
und anschließend zurückkehrten
was auf Dauer jedoch zu einem steten Bevölkerungsanwuchs
und einem allgegenwärtigen Kadavergestank führte
womit sich die Schönlinge
oder Prä-Zombies
beziehungsweise vollwertig Lebensfähige
wie man politisch korrekt sagt
nicht abfinden wollten
weshalb sie den Weltverband der Chronokonstrukteue bestachen
um die Zeit tausend Jahre vorzudrehen
worauf sich die Zombies wieder auf ihre natürlichen Instinkte besannen
die große Volkspartei
der vollwertig Nicht-Lebendsfähigen sich auflöste
und ehemalige Freunde anfingen
sich gegenseitig aufzufressen oder in die Köpfe zu schießen
je nach dem
was eher den eigenen Bedürfnissen und Fähigkeiten entsprach
Gleichzeitig griff Herr von Runkenstein zu einem Fön
und einige Minuten später zur Kernwaffe
um die Hölle wieder aufzutauen
ein Drehkreuz und ein Kassenhäuschen aufzubauen
und sich in den kommenden Monaten dumm und dämlich zu verdienen
was eine sehr gute Idee war
wenn man bedachte
dass sie ihm erst während der Explosion einfiel
was wieder einmal beweist
dass kleine Explosionen in der Nähe des Hinterkopfes
das Denkvermögen erheblich steigern können


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#113: Herr von Runkenstein am Ende der Welt
HvR#113
Herr von Runkenstein am Ende der Welt

Es war kurz zwischen Mitternacht
als ein kleiner Stern zu Erden fiel
der in Wirklichkeit Zehn Tonnen Kryponit war
bei seinem Aufprall ein Wiesel zerquetschte
und den Rest Europas in Schutt und Asche legte
mit Ausnahme des Anwesens eines Herrn von Runkenstein
dessen Anti-Apokalypse-Außenwandfarbe
die üblichen Auswirkungen des Weltuntergangs abperlen ließ
seinen Gemüsegarten jedoch nicht
vor marodierenden Maulwurfbanden
und hoch entwickelten Würfelquallen bewahren konnte
Auf einem kleinen Endzeitausflug durch die Nachbarschaft
stilecht in Lumpen gekleidet
erlegte Herr von Runkenstein zunächst eine Ratte
die jedoch wie Spargel schmeckte
und deshalb in Ermangelung einer Sauce Hollandaise
als ungenießbar gelten musste
jedoch weitaus besser schmeckte
als die schwarzen Ostereier
die ein kopfloser Hase an einer Ecke verkaufte
Anschließend wartete er mehrere Stunden an der Bushaltestelle
bis er davon ausgehen musste
dass die Infrastruktur in dem selben Zustand war
wie vor der Völkerwanderung
woraufhin er einen Expressdrachen zum Supermarkt nahm
und dort einen kleinen Einsiedler traf
der immer kleiner wurde
bis er von der Teppichkante stürzte
und beim Aufprall bereits zu Staub zerfallen war
was in keinerlei Zusammenhang mit dem Supermarkt stand
dessen Angebot stark zusammengeschrumpft war
und nur noch Erbsensuppe und Phasenprüfer zu bieten hatte
Am Abend besuchte er dann eine Party
von lokalen Endzeitjüngern
die jedoch nicht wirklich auf die Situation vorbereitet waren
und deshalb New-Age-Musik hörten
Trivial Pursuit spielten
und Weißweinschorle tranken
was kein gesunder Mensch auf Dauer ertragen kann
weshalb Herr von Runkenstein nur einen Monat blieb
und die armen Schweine so oft im Trivial Pursuit besiegte
bis sie sich vor Verzweiflung die Augen ausstachen
dann auf eine Würfelqualle traten
und von dieser in Ketten gelegt
abgeführt
angeklagt
und verurteilt wurden
zu drei Jahren Zwangsarbeit in einer Gelatinefabrik
wo man aus toten Quallen ein Produkt namens Soylent Farblos machte
was jedoch eine völlig andere Geschichte ist


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#114: Herr von Runkenstein analysiert die Frage
HvR#114
Herr von Runkenstein analysiert die Frage

Auf der Jagd nach Terroristen
geriet Herr von Runkenstein unter Verdacht
mit gefälschten Haustieren
und Raubkopien von Shareware zu handeln
weshalb er das imprägnierte Sabotage-Toilettenpapier
schnell außer Landes schaffen lies
und damit die Wehrkraft diverser Besatzungstruppen
auf besonders grausame Weise zersetzte
worauf er einen Anruf aus dem Pentagon bekam
und ihm eine Stelle
als inoffizieller Mitarbeiter angeboten wurde
welche er jedoch an einen Bekannten
aus dem nahen Osten weitervermittelte
und sich stattdessen der Frage widmete
ob Chemtrails tatsächlich ein geheimes Projekt
zur Besprühung der Bevölkerung mit geheimen Substanzen
mittels üblicher Militär- und Zivilflugzeuge ist
oder nur eine weitere Verschwörungstheorie
aus dem Internet
wofür zwar der Fundort
wogegen aber eindeutige Beweisfotos
von abnormalen Wolkenformen sprechen
Als dann ein Gnom vorbeilief
und behauptete
die Antwort auf die Frage laute "schon möglich"
war Herr von Runkenstein zufrieden
kaufte sich einen heliumgekühlten Krabbensaft
und baute im Sandstrandwunderland eine Strandsandsichtschutzwand
deren einziger Sinn es ist
den Blick zu versperren
und langsam zu zerieseln


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#115: Herr von Runkenstein zieht gen Süden
HvR#115
Herr von Runkenstein zieht gen Süden

Bei der Durchsuchung eines Minenfeldes
nach Sprengstoff und verwesenden Tieren
fand Herr von Runkenstein ein Stück Leberkäse
dessen IQ seinen Nähwert überstieg
und deshalb einen Sitz im Parlament anstrebte
wohin es früher und später auch gelangte
wegen einer Minderheitenregelung
die nun dazu führte
dass sich der Preis für Fleischprodukte verzehnfachte
und Schweine mit Silizium aufgewogen wurden
was einen extremen Kursverlust für Elektronikfirmen
und das schmelzen der Eiskappen auslöste
weshalb Herr von Runkenstein kurz darauf genötigt wurde
sein Haus auf einen Gurkenfrachter zu verfrachten
und gen Süden in See zu stechen
wo er im Mittelmeer strandete
und sich eine kleine Algenfarm aufbaute
welche jedoch allzu häufig Haien zum Opfer fielen
was jedoch nicht das seltsamste an der Angelegenheit war
sondern eher die Tatsache
dass er vor kurzer Zeit noch in einem Minenfeld stand
und keine Ahnung hatte
wie er dorthin
und anschließend hierher gelangt war
was die drängende Frage aufwarf
ob zeitweiliger Gedächtnisverlust
die Lebensqualität beeinträchtigt
und sich vielleicht auch strafmildernd auswirken könnte
weshalb er sich sofort eine Packung Schlaftabletten einwarf
und auf die nächste Eiszeit wartete
da er sich an die letzte nicht mehr erinnern konnte


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#116: Herr von Runkenstein ist paranoid
HvR#116
Herr von Runkenstein ist paranoid

Nach einer genauen Computeranalyse
erhielt Herr von Runkenstein die beruhigende Bestätigung
dass er zwar einerseits paranoid ist
aber andererseits auch tatsächlich verfolgt wird
da das eine das andere nicht ausschließen muss
und eine gesunde Paranoia keinesfalls schadet
da schließlich niemand irgendjemandem vertrauen kann
und jeder von mindestens zwei Personen verfolgt wird
nämlich seinem Schatten
und einer weiteren Person oder Organisation
die hier jedoch ungenannt bleiben möchte
wie man es von ihr gewohnt ist
und auch erwarten sollte


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#117: Herr von Runkenstein macht Evolution
HvR#117
Herr von Runkenstein macht Evolution

Zurück in der Zukunft
stellte Herr von Runkenstein fest
dass sein kleines Malheur
enorme Auswirkungen auf die Evolution gehabt hatte
und die Menschen nun nicht mehr von den Affen
sondern den Kraken abstammte
die nun achtbeinig durch die Straßen wankten
gelegentlich Tinte verspritzten
und zudem keinerlei Respekt
vor der Straßenverkehrsordnung zeigten
weshalb Herr von Runkenstein eine Bombe fernzündete
die vor 670 Millionen Jahren explodierte
und die Kraken gegen Kellerasseln austauschte
weshalb die gesamte Stadt plötzlich verflachte
sich unter die Erde verlagerte
und zu mehreren Tausend Hektar Kellern wurde
wo sich die Krone der Schöpfung
in Untergrundparties zudröhnte
oder zusammengeasselt unter Steinen schlief
was Herrn von Runkenstein äußerst bequem erschien
und ihn zu einem längeren Aufenthalt veranlasste
da er immerhin die Gewissheit genoss
bei Bedarf weitere C-Waffen in der Vergangenheit zu zünden
und der Evolution den Stinkefinger zu zeigen
was der heimliche Traum eines jeden Evolutionärs ist


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#118: Herr von Runkenstein saugt Krümel
HvR#118
Herr von Runkenstein saugt Krümel

Bei einer spontanen Begegnung mit dem Krümelmonster
war Herr von Runkenstein sehr erfreut darüber
dass er zufällig einen Staubsauger dabei hatte
um diverse Krümel umgehend zu beseitigen
was das Krümelmonster in Rage brachte
und zu einem feinen blauen Staub explodieren lies
der die Atmosphäre verdunkelte
Lungenbläschen und Kiemen verstopfte
und das ökosystem zum Kollaps brachte
womit nun wirklich niemand rechnen konnte


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#119: Herr von Runkenstein und der Rabe
HvR#119
Herr von Runkenstein und der Rabe

Während einer dunklen und grauen Mittnacht
als Herr von Runkenstein sich gerade
durch einige vergessene Bücher blätterte
klopfte es
auf eine recht unheimliche Art an der Tür
was noch viel unheimlicher wurde
als niemand vor der Tür stand
und Herr von Runkenstein von einem Klingelstreich
beziehungsweise Klopfstreich ausgehen musste
was recht selten vorkam
da sein Vorgarten
äußert wirksame Abwehrmechanismen beherbergte
und er vor dem klopfen eigentlich
einen erhöhten Geräuschpegel erwartet hätte
was jedoch plötzlich keine Rolle mehr spielte
als es am Fenster klopfte
und nach dem öffnen desselbigen
ein kleiner Rabe die gute Stube betrat
allerdings fliegenderweise
und rotzfrech auf einer Büste landete
die jemanden darstellte
den Herr von Runkenstein niemals kannte
und ihn zu der Frage veranlasste
was der Rabe eigentlich wolle
worauf dieser jedoch
nur mit "Superstar werden" antwortete
was darauf hindeutete
dass der Rabe moderne Rabeneltern gehabt hatte
welche ihn mit Hilfe des Fernsehers
aufgezogen hatten
und nicht mit klassischen Gedichten
über mysteriöse und wortkarge Raben
wie es eine alte Rabenelterntradition war
Deshalb machte Herr von Runkenstein
die Probe aufs Exempel
und fragte den Flugscheininhaber
nach seinem Namen
welche dieser mit "Rüdiger" beantwortete
was nun wirklich kein unheimlicher Name war
wie man ihn von einem Geschöpf der Finsternis
eigentlich erwarten durfte
Auch auf die Frage
ob er gedenke
länger zu bleiben
schien der Rabe keine düstere Antwort zu kennen
und murmelte nur ein "eher nicht"
um darauf einige Runden durch das Zimmer zu drehen
und Geräusche zu erzeugen
welche eher an einen asthmakranken Dämon erinnerten
denn an einen Vertreter des Vogelreiches
was zumindest ein nett gemeinter Versuch war
eine Atmosphäre des Grauens und Entsetzens zu schaffen
aber Herrn von Runkenstein nicht wirklich vom Hocker riss
was vermutlich daran lag
das er oft genug TV konsumierte
und deshalb mit dem wahren Grauen bestens vertraut war
Der Rabe hingegen war der Meinung
er hätte sein Tagessoll erfühlt
antwortete auf die unausgesprochene
aber im Raum stehende Frage
ob er Herrn von Runkenstein noch einmal besuchen würde
mit einem trotzig-klassischen "Nimmermehr!"
und verlies fliegenderweise das Haus
jedoch nicht
ohne vorher nochmal gegen eine Scheibe zu fliegen
und durch diese spontane Slapstick-Einlage
die wenige unheimliche Stimmung entgültig zu vertreiben
was Herr von Runkenstein jedoch schon erahnt hatte
und ihn nur mit dem Gedanken zurückließ
dass der Grusel der Gegenwart nicht mehr im Kopf entstand
sondern sich auf der Leinwand herumdrückte
und meist einen schalen Nachgeschmack
von Staub und Phantasielosigkeit zurückließ
und nicht einmalmehr in die Alpträume vordringen konnte
wie es eigentlich seine Aufgabe gewesen wäre


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#120: Herr von Runkenstein lässt operieren
HvR#120
Herr von Runkenstein lässt operieren

Am Rande einer Erdnuss
sprang Herr von Runkenstein über die Klippe
und wachte blutgebadet auf
da er sich im Schlaf wieder einmal
einige Körperteile amputiert hatte
deren Notwendigkeit außer Frage stand
und deshalb umgehend wieder angenäht wurden
von einen medizinischen Blutegel
der sein Studium zwar
nach dem dritten Semester abgebrochen hatte
aber einfache handwerkliche Arbeiten
fast fehlerfrei ausführte
und zudem ein angenehmer Zimmergenosse war
der nach der morgendlichen Feinchirugie
auch noch das Frühstück machte
und sich dann wieder in seine Petrischale verkroch
was Herrn von Runkenstein die Möglichkeit verschaffte
seine neue Tentakel auszuprobieren
damit den Kaffee zu verschütten
und diesen mit dem Saugrüssel aufzusaugen
was den Geschmack nicht gerade verbesserte
aber viel angenehmer schneckte als die Tatsache
das menschliche Körperteile
auf legalem Weg nur schwer zu bekommen sind
und meist nur an menschliche ärzte abgegeben werden
die bereits mehrere Stunden
für eine einfache Organverflanzung benötigen
und für ihre Dienste wesentlich mehr verlangen
als eine saubere Petrischale
und fünf Tropfen Blut vor dem zu-Bett-gehen


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#121: Herr von Runkenstein fällt ins Sommerloch
HvR#121
Herr von Runkenstein fällt ins Sommerloch

Gerade
als es so schien
als würde einmal nichts passieren
von Bombenanschlägen im Irak
und Störfällen in Atomkraftwerken einmal abgesehen
spuckte das jährliche Sommerloch
die Rechtschreibreform wieder aus aus
von der man schon länger nicht mehr gehört hatte
und die nun von inoffizieller Seite
für gescheitert erklärt wurde
weil sowieso niemand verstand
was es mit dieser geheimnisvollen Rechschreibung
auf sich hat
Herr von Runkenstein hingegen
fühlte sich davon nicht betroffen
und schrieb so weiter wie bisher
einmal abgesehen von kleinen änderungen
die ihm sowieso logisch erschienen
wie die Sauerstoffflasche mit drei F
oder die Flanellflugschifffahrtssauerstoffflaschenfarbe (=Ockerblau)
mit neun F
sowie das daß als dass auszuschreiben
und gelegentlich auch das ein oder andere ß
durch die original-deutsche SS zu ersetzen
deren Sprung aus dem Sommerloch
nur noch als eine Frage der Zeit erschien


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#122: Herr von Runkenstein verschickt sich selbst
HvR#122
Herr von Runkenstein verschickt sich selbst

Als Herrn von Runkenstein bei dem Versand
einer handelsüblichen SMS
ein tragischer Unfall passierte
bei dem eine Flasche Wespensaft
und ein enormes Magnetfeld eine Rolle spielten
erwachte er auf einem Technofestival
mit ähnlichem Namen
und verschaffte sich Orientierung
durch eine Karte
auf der jedoch das Drum&Bass-Zelt fehlte
was unter Unständen zu Verwechslungen führen könnte
aber nicht so sehr störte wie die Tatsache
das Matthew Herbert erst mit einer Stunde Verspätung erschien
wofür aber sicher ebenfalls niemand etwas konnte
und durch einen Auftritt entschuldigt wurde
welcher in allen anwesenden Gehirnen
sicher tiefe Furchen der Erinnerung hinterlies
was ja auch der Sinn der ganzen Angelegenheit gewesen war


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#123: Herr von Runkenstein klaut ein Ei
HvR#123
Herr von Runkenstein klaut ein Ei

Herr von Runkenstein wusste
dass es ein Fehler sein mochte
dem letzten Drachen das letzte Ei zu stehlen
doch er wollte sich jetzt auch
nicht mehr davon trennen
weil er es bereits sicher verstaut hatte
und der Drache eine Entschuldigung auch nicht annehmen würde
da er ihm die Schwanzspitze abgeschlagen hatte
was die Riesenechse natürlich um so wütender machte
als sie vorher schon war
doch abgesehen davon
bestand die eigentliche Gefahr in der Tatsache
dass er lediglich an einem Fallschirm hing
während der Drache wie ein lauernder Hai seine Runden drehte
und sich mit einer Tonne Rohöl stärkte
die so teuer war
dass er einen Teil seines Goldschatzes verkaufen musste
was den Goldpreis schlagartig sinken lies
und diverse Industrienationen zurück
in die Bronzezeit katapultierte
was jedoch leider nichts daran änderte
dass Herr von Runkenstein nach wie vor in der Luft hing
deshalb durchschnitt er die Leinen
und landete nach einigen Minuten
auf 50 Tonnen weicher Watte
der Marke WeicheWatteWölkchen
die er zuvor bei Quelle bestellt hatte
wartete dann auf den Angriff des Drachen
der mit einem Feuerstrahl die Watte entzündete
und sich selbst in der Luft grillte
worauf er gut durchgebraten
Herrn von Runkenstein vor die Füße fiel
beziehungsweise sich dort in den Boden bohrte
In Form von Hamburgern und Döner Kebab
und für fünf Euro das Stück
verkaufte er anschließend den Kadaver
an die umstehenden Schaulustigen
und machte einen Gewinn
der jeglicher Beschreibung spottete
Das Ei jedoch bewahrte er sicher auf
in einer Brutstation
um sicherzustellen
dass er auch in fünfzig Jahren
wieder gegrillten Drachen verkaufen
und eine spektakuläre Flugshow bieten konnte


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#124: Herr von Runkenstein und die Bakterien
HvR#124
Herr von Runkenstein und die Bakterien

Aufgrund eines unangenehm kalten
und tropfend-feuchten Wetters
blieb Herr von Runkenstein morgens im Bett
und genehmigte sich eine Tasse heißen Hühnertee
um Krankheiten
Arztbesuchen und Tod vorzubeugen
weil Krankheit inzwischen viel zu teuer war
als dass sie sich ein Normalverdiener leisten könnte
Ungewöhnlicherweise waren in diesem Jahr
die Krankheitserreger besonders aggressiv
und zudem um einen beträchtlichen Faktor gewachsen
sodass nun ein Regiment ultrahochentwickelter
Viren, Bazillen und Bakterien
das runkensteinsche Anwesen belagerte
und mit psychologischer Kriegsführung begannen
indem sie über große Lautsprecher
die berüchtigte Dragosteia-Hirnwäsche abspielten
welche nur Experten von dem Original unterscheiden können
aber keinerlei Wirkung entfaltete
weil Herr von Runkenstein einen Babelfisch trug
welcher gefährliche Frequenzen
in köstliches Vitamin C verwandelte
und somit auch die Abwehrkräfte stärkte
was sich als äußert nützlich erwies
als die Bakterien zur Erstürmung ansetzten
aber zunächst von den winterresistenten
Minen-Bienen ausgedünnt
und anschließend
von der antibakteriellen Wandfarbe
zu einem Plasmaschleim zersetzt wurden
über die Atemwege des Hauses
gelangten jedoch einige Erkältungsviren
und eine Familie Eiterbazillen in die Küche
und schlugen dort eine Packung Gries zu Brei
was Herrn von Runkenstein nicht wirklich störte
aber immerhin die Möglichkeit gab
unauffällig nach einem Penicillinschläger zu greifen
und die Eindringlinge
in einem wilden Plasmarausch
zu Schleimpfützen zu zerknüppeln
was zwar nicht wirklich human war
aber den Bakterien auch keine Schmerzen bereitete
da ihre Nerven nicht vorhanden
und sie von Natur aus süchtig
nach Schmerzmittel waren
Auch vor dem Haus war übrigens
die Belagerung beendet
da urplötzlich einige Marsmenschen
in haushohen Dreibeinern landeten
und die Bakterien mit ihren Hitzestrahlen
kaltblütig zum verdampfen brachten
aus Rache für eine gescheiterte Invasion vom Mars
bei der im Jahre 1899 tausende unschuldiger Invasoren
von grausamen Erdbakterien niedergemetzelt wurden


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#125: Herr von Runkenstein wird nicht Bürgermeister
HvR#125
Herr von Runkenstein wird nicht Bürgermeister

Beim Start einer solar betriebenen Mondrakete
in einer Neumondnacht
passierte ein kleiner Zwischenfall
der zu einem großen Unfall wurde
und dazu führte
dass Bush Junior die Wahl
zum Bürgermeister
von Bad Runkenstein gewann
da Herr von Runkenstein physisch verhindert war
und sich deshalb einen kleinen Urlaub
am Eismeer gönnte
wo er mit Robben schwamm
U-Boote mit obszönen Graffitis bemalte
und keine Ahnung davon hatte
dass der neue Bürgermeister bereits
der Nachbarstadt den Krieg erklärt hatte
weil in dieser weitaus mehr Tankstellen standen
und der feindliche Bürgermeister verkündet hatte
dass er Waffeln zur Massenspeisung herstellen wollte
was Dabbelju Bush absichtlich falsch interpretierte
und deshalb die Hundesteuer dazu verwendete
um eine Söldnertruppe anzuheuern
welche alle feindlichen Tankstellen besetzte
den satanisch bösartigen Bürgermeister in ein Loch steckte
anschließen daraus hervorholte
und sich auf die Suche nach Massenverspeisungswaffeln begab
die jedoch nicht existierten
weil es keine Waffeleisen in der Stadt gab
Herr von Runkenstein hingegen saß bereits
in einem Zug der grönländischen Eisenbahn
nachdem ihm ein Yeti das Fahrgeld geliehen hatte
und erreichte wenig später das Bürgermeister-Amt
wo der ehemalige Bürgermeister
an einem Gummibärchen erstickt war
worüber sich alle freuten
mit Ausnahme des Gummibärchens natürlich
Unnötig zu erwähnen
dass wenig später wieder alles seinen gewohnten Gang ging
und die Nachbarstadt einige Tankstellen
gegen moderne Massenvernichtungswaffeleisen eingetauscht hatten
die unermüdlich Vergeltungswaffeln ausspuckten
deren Existenz jedoch niemals bewiesen
aber immer bestritten wurde
was aber nichts damit zu tun hat
dass ein Yeti noch heute auf sein Geld wartet
weil es ihn offiziell ja gar nicht gibt


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#126: Herr von Runkenstein macht in Klingeltönen
HvR#126
Herr von Runkenstein macht in Klingeltönen

Nach der erfolgreichen Gründung einer Firma
welche Klingeltöne und Handylogos verkauft
stand Herr von Runkenstein kurzzeitig vor dem Problem
ständig neue Tonfolgen und Bilder zu erzeugen
löste dieses jedoch durch die Anstellung
einer unendlichen Anzahl von Schimpansen
darunter auch der 43. US-Präsident
die auf einer enormen Anzahl von Computern herumklickten
und so genügend Ausschuss produzierten
der sich gewinnbringend an Kinder
Jugendliche
und junggebliebene Erwachsene verkaufen lies
und diesen dadurch bei der Bewältigung
ihrer Minderwertigkeitskomplexe erfolgreich zur Seite stand
Der nebenbei erzielte Gewinn war so enorm
dass Herr von Runkenstein sich ein kleines Land kaufte
und die Einwohner zu einem Handykauf nötigte
um die Umsätze nochmals zu erhöhen
was jedoch das Kartellamt auf den Plan rief
welches unlautere Methoden witterte
und die unendlich vielen Affen
wegen Verstoß gegen Tierschutzgesetze
in die Freiheit entließen
und den ehemaligen Präsidenten zurück nach Texas schickten
was sich jedoch kurz darauf als ein Fehler herausstellen sollte
weil Bush sofort wieder zum Gouverneur gewählt wurde
und eine unendliche Anzahl von Schimpansen
einfach viel zu viel für einen Planeten
von nur endlichen Ausmaßen war
weshalb Herr von Runkenstein mit den Primaten
das Handylogogeschäft gegen ein Raumschiff tauschte
den Planet der Affen verlies
und sich auf dem Mars
eine kleine Farm aufbaute
um rote Bete anzupflanzen
und an Erkundungsroboter
und Marsbakterien zu verkaufen
die gelegentlich vorbeikamen
nach roter Bete fragten
und sich nicht sicher waren
ob es sie überhaupt gab
oder ob sie vielleicht auch nur
das Hirngespinst eines Rote-Bete-Farmers waren
dessen imaginäre Kundschaft ihn
vor der drohenden Insolvenz bewahrte
welche eine Art marsianisches Damokles-Schwert darstellte
dessen stumpfe Klinge mit großer Vorliebe
an einem seidenen Faden hing
wo sie sich am wohlsten fühlte
was ja auch verständlich ist


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#127: Herr von Runkenstein findet Wahlzettel
HvR#127
Herr von Runkenstein findet Wahlzettel

An einem kalten Novembermorgen
musste Herr von Runkenstein mit Entsetzen feststellen
dass Vandalen seinen Garten als Müllhalde missbraucht
und hunderte Holzkisten abgeladen hatten
deren Inhalt aus vielen Millionen Zetteln bestand
auf denen Unbekannte kleine Kreuze
neben einem ominösen John Kerry gemacht hatten
was überhaupt keinen Sinn machte
weil es einen John Kerry überhaupt nicht gab
sondern nur einen kybernetischen Organismus
den Herr von Runkenstein vor einigen Monaten gebaut
und an die Republikaner geliefert hatte
und von dem er vermutete
dass dieser die Aufgabe bekommen sollte
in dem Hauptquartier der Fundamentalisten
ein dunkles Schloss in einem kahlen Landstrich
die Mülleimer zu leeren
und den Boden zu wischen
was jedoch offensichtlich nicht der Fall war
und damit eine Vertragsverletzung darstellte
die Herr von Runkenstein umgehend vergeltete
indem er per Fernbedienung
das Modell Cheney deaktivierte
bei dem Modell Rumsfeld die Festplatte formatierte
das Modell Ashcroft mit Raubkopien vollstopfte
und die RIAA informierte
und bei dem Modell Bush
eine akute Schizophrenie installierte
die dieser jedoch nicht mehr auskosten konnte
da kurz darauf das Vakuum des Schädels implodierte
und das weiße Haus aufsaugte
was zwar die Hälfte der Amerikaner störte
aber die andere Hälfte nicht
was beweist
dass Geisteskrankheiten weiter verbreitet sind
als man vielleicht denken würde
und in God's Own Country
der Allmächtige nicht viel zu sagen hat
was jedoch kein größeres Problem darstellte
da man ja einen Präsidenten hat
auf dessen Wahnsinn man vertrauen konnte


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#128: Herr von Runkenstein recycelt Nibelungen
HvR#128
Herr von Runkenstein recycelt Nibelungen

Am Rande einer Lebensmittelvergiftung
erbrach sich Herr von Runkenstein in eine Höhle
in welcher ein Drache lebte
der darüber zwar nicht gerade sehr erfreut war
aber dem üblen Geruch nicht entgegenzusetzen hatte
und deshalb in Herrn von Runkensteins
Schweizer Tasschenmesser stürzte
dessen Klinge sich in eines seiner drei Herzen bohrte
und ihn dadurch zu einem Halbinvaliden machte
der von diesem Tage an von Sozialhilfe
und billigem Drachenfutter aus dem Aldi lebte
und sich nicht mehr um Herrn von Runkenstein kümmerte
der in der Höhle einen sagenhaften Schatz fand
dessen enormer Reichtum jedoch
nach der Euro-Umstellung nur noch die Hälfte wert war
und auf dem zudem ein Fluch lag
was Herrn von Runkenstein jedoch nicht weiter störte
da er seinerseits den Schatz ebenfalls verfluchte
und ihn dann
auf ein Girokonto der Sparkasse Bautzen einzahlte
wo sich der Schatz zunächst vermehrte
aber bald darauf von einer Virusinfektion dahingerafft wurde
der sogenannten Nibel-Lungenentzündung
die sich rasant verbreitete
und Herrn von Runkenstein einen leichten Schnupfen bescherte
der sich jedoch in einem
schleimförmigen Aggregatzustand verselbstständigte
eine Ausbildung zum Versicherungskaufmann machte
ein Haus baute
eine Familie gründete
und schließlich im Keller einen Goldschatz fand
der von einem Drachen bewacht wurde
was dem Schleimklumpen verdächtig bekannt vorkam
aber nicht weiter tangierte
als er ihn mit Siegfried und Roy infizierte
worauf der Drache starb
als er sich gerade ein Leberwurstbrötchen schmierte
welche eigentlich nicht aus Leber
sondern gehackten Nibel-Lungen hergestellt war
wie man auf der Packungsbeilage lesen konnte
welche Herr von Runkenstein vor den Behörden versteckt hielt
da sie bei einer Entdeckung mit Deportation
konzentrierter Lagerhaft
und Folter während einer Bundeswehrübung rechnen musste
womit niemand gerechnet hatte
außer vielleicht der hochseriösen BILD-Zeitung
deren Ende jedoch schon vorauszusehen war
als ein Mob von BILDerstürmern
die BILD erstürmte
zu Pappmachee verarbeitete
und einigen Papiertigern zum Fraß vorwarf
die sich aber übergeben mussten
da sie bereits zuviele Stasiakten intus hatten
was jedoch in keinerlei Zusammenhang damit stand
dass Herr von Runkenstein irgendwann genug hatte
und einfach aufhörte


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#129: Herr von Runkenstein spielt mit Zahlen rum
HvR#129
Herr von Runkenstein spielt mit Zahlen rum

Bei dem Versuch
eine zufällige Zahl durch Null zu teilen
verrenkte sich Herr von Runkenstein die Zehennägel
und durchbrach den Fußboden
unter dem sich ein Fleischwolf befand
der ihn ordentlich durchdrehte
und zu leckerem Hundefutter verarbeitete
welches im Lidl günstig verkauft
und an einen Flieger
halb Flugente, halb Tiger
verfüttert wurde
dessen Verdauungstrakt
aufgrund eines unwahrscheinlichen Zufalls
alle Teile wieder richtig zusammensetzten
und Herrn von Runkenstein übelriechend
aber gut gelaunt wieder ausschied
worauf dieser zunächst ein erfrischendes Bad
in dem Blut einer Lederflaus nahm
und dann seinen Anwalt anrief
der den Fleischwolf wegen physischer Grausamkeit
auf eine hohe Summe verklagte
welche Herr von Runkenstein wieder versuchte
durch Null zu teilen
was ihm auch gelang
Leider durfte er
das Ergebnis nicht veröffentlichen
da der Vorsitzende der Interessenvertretung reeller Zahlen
die größte lebende Null
Herr [hier beliebigen Namen einsetzen]
ihm eine Unterlassungserklärung zusenden ließ
welche Herr von Runkenstein umgehend unterschrieb
nachdem er sie um die Klausel ergänzt hatte
von allen noch lebenden Nullen
die Quadratwurzel zu ziehen
was zu einer Negativierung der Existenz führte
die Herrschaft der Minuswerte einläutete
und die Existenz Gottes relativierte
dessen Protestnote bis heute
in einem Lagerraum der deutschen Bundespost vergammelt
weil der Allmächtige vergessen hatte
das Porto zu bezahlen
und sich zu fein war
ein Strafporto zu errichten
welches zudem
mit extrem hoher Wahrscheinlichkeit
von Herrn von Runkenstein
durch Null geteilt werden würde


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#130: Herr von Runkenstein sammelt Spenden
HvR#130
Herr von Runkenstein sammelt Spenden

Und es ward 2005
was Herr von Runkenstein als gute Gelegenheit ansah
einige hochexplosive Brötchen zu zünden
deren Splitterwirkung der lokalen Notaufnahme
eine arbeitsreiche Nacht bescherte
aber ansonsten kaum Beachtung fand
da alle damit beschäftigt waren
fleißig zu spenden
was man als eine neue Volksseuche bezeichnen könnte
wenn das Wort "Seuche" nicht so negativ vorbelastet wäre
aber Herrn von Runkenstein immerhin auf den Gedanken brachte
sich als professioneller Spendensammler zu betätigen
da diese Arbeit nicht nur ein gutes Gewissen bescherte
sondern auch von der Steuer absetzbar war
was für viele bereits ein ausreichender Grund zu sein schien
enorme Geldmassen nach Asien zu verschiffen
um dort humanitäre Hilfe zu leisten
wogegen man nun wirklich nicht sagen konnte
Glücklicherweise fand Herr von Runkenstein
in der großen Masse der sammelfreudigen
eine wahre Marktlücke
und schwamm sogleich nach Afrika
wo er zunächst einige Flüchtlingslager im Sudan abklapperte
aber enttäuschenderweise nur einige magere Hühner bekam
die wenige Tage später starben
als sich das ebenfalls gespendete Hühnerfutter dem Ende neigte
was aber nicht weiter schlimm war
da er in äthiopien mehrere Liter Brackwasser
und in Sierra Leone einige kaum gebrauchte Schusswaffen erhielt
die bei ebay ein nettes Sümmchen brachten
Die demokratische Republik Kongo hatte vor
ihren Tagesertrag von Tausend Leichen zu spenden
was Herr von Runkenstein aber ablehnen musste
da sich diese Spende nur an Selbstabholer richtete
In Tschetschenien konnte Herr von Runkenstein immerhin
eine LKW-Ladung Armeerationen verbuchen
von der er allerdings vermutete
dass diese von russischen Besatzungstruppen geklaut waren
was jedoch nicht so schlimm war
weil er im zentralafrikanischen Dschungel
ein Bataillon Kindersoldaten bekam
die nur dank dieser großzügigen Spende
vollzählig die Katastrophengebiete erreichten
wo sie von diversen Rebellengruppen freudig empfangen wurden
welche den Kampf für ihre Sache schon verloren glaubten
Im Irak war eher wenig zu holen
doch immerhin konnte Herr von Runkenstein
einen Selbstmordattentäter überzeugen
seine Märtyrertat den Opfern der Flutwelle zu widmen
was diese sicher außerordentlich freute
da ein Bombenanschlag mehr Aufmerksamkeit auf sich zog
als die Installation einer Wasseraufbereitungsanlage
was ja nun wirklich jeder kann
der Wasseraufbereitungsanlageninstallation studiert hat
Anschließend klapperte Herr von Runkenstein
noch einige osteuropäische Waisenhäuser ab
bis er eine ganze Badewanne
voller innerer Organe zusammen hatte
wovon sich in Khao Lak
eine elfköpfige Familie
immerhin drei Monate ernähren konnte
sofern man ihnen nicht auf die Nase band
woher die großzügige Lebensmittelspende kam
Zu guter letzt klaute Herr von Runkenstein
in Banda Aceh einen US-Flugzeugträger
um deutschen Touristen in Phuket
Sightseeing-Rundflüge über die Küste zu ermöglichen
und organisierte Informationsveranstaltungen in Myanmar
um Wissenschaftlern an konkreten Beispielen zu beweisen
dass Flutwellen gar nicht so schlimm erscheinen
wenn man nur die richtige Informationspolitik hat


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#131: Herr von Runkenstein im Sog der Spülung
HvR#131
Herr von Runkenstein im Sog der Spülung

An einem grauen Wintertag
hatte Herr von Runkenstein nicht die geringste Lust
irgendetwas zu tun
geschweige denn
sich aus dem Bett zu erheben
wo es viel wärmer war
als vor der Tür
wo es viel kälter war
als unter der Bettdecke
was aber kein dauerhafter Zustand werden konnte
da sich die Blase zu Wort meldete
und keine lange Nadel zur Verfügung stand
mit welcher man das Problem
auf medizinische Art beheben konnte
was dazu führte
dass Herr von Runkenstein nun doch aufstehen musste
da seine Toilette zu faul war
ihm entgegen zu kommen
und nach wie vor im Badezimmer stand
wo sich Herr von Runkenstein draufsetzte
was er besser nicht hätte machen sollen
da die Spülung kaputt war
und ihn nach der Betätigung
zusammen mit seiner Notdurft herunterspülte
was sehr seltsam war
da er nicht in der Schüssel hockte
sondern schon wieder auf dem Weg ins Schlafzimmer war
von wo er direkt in die Kanalisation gespült wurde
wo er auf ein heruntergespültes Krokodil traf
welches sich mit ihm solidarisch erklärte
doch dann wieder seiner Wege ging
und Herrn von Runkenstein in der Kloake zurückließ
was diesen aber nicht weiter störte
da sein Geruchssinn noch nicht erwacht war
und die Strömung ihn in ein Klärwerk spülte
wo er von einem freundlichen Fäkaliensachbearbeiter
herausgefiltert und zum trocken aufgehängt wurde
was Herrn von Runkenstein sehr erfreute
da er nun endlich weiterschlafen
und diesen Alptraum vergessen konnte
von dem er sich sicher war
dass er niemals geschah
weil sowas ja eigentlich unmöglich ist


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#132: Herr von Runkenstein kommt ins mittlere Alter
HvR#132
Herr von Runkenstein kommt ins mittlere Alter

Bei einem seltsamen Ereignis
welches mit einer verschimmelten Scheibe Brot
einem blauen Schwarzwald-Rotkehlchen
und natürlich einer Mikrowelle zu tun hatte
wurde Herr von Runkenstein
in das finstere Mittelalter verschlagen
wo die Sitten und Gebräuche derart widerlich waren
dass Herrn von Runkenstein zwangsweise
der Verdacht kommen musste
sich in einer Reality-Show aufzuhalten
die auf irgendeinem Privatsender lief
was sich später auch bestätigte
und Herrn von Runkenstein erst recht davon überzeugte
zunächst den lokalen Burggeistern
einen Crashkurs in Polter- und Spukmethoden zu vermitteln
danach das Trinkwasser mit Urinkonzentrat anzureichern
und schließlich als schwarzer Ritter verkleidet
die Burg zu erstürmen
zehn bis zwölf Feuer zu legen
und ganz allgemein ein wenig die Sau rauszulassen
was natürlich sehr entspannend war
und vielleicht auch freie Sendezeit
für einige Dutzend Klingeltonwerbungen schaffen würde
die es jedoch im Mittelalter noch nicht gab
im Gegensatz zum schwarzen Tod und Hungersnot
die sich zusammen mit Krieg und Unterdrückung
anschließend bei Herrn von Runkenstein trafen
wo man gemeinsam Cracker mit Salza-Dip vertilgte
und sich über die gute alte Zeit unterhielt
in der Angst und Schrecken noch lebten
und die Kartoffeln nur so groß wie Erdbeeren waren
und auf einem anderen Kontinent wuchsen
den noch niemand kannte
der noch nie dort gewesen war
was auf die meisten Nicht-Südamerikaner zutraf
die sich nicht im Süden Amerikas
zwischen Antike und Neuzeit aufhielten
und keinen größeren Einfluss auf die Weltgeschichte hatten
die inzwischen so lang ist
dass niemand mehr sagen kann
wo sie beginnt
und wann sie warum endet
und was dazwischen eigentlich geschehen war


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#133: Herr von Runkenstein trifft den letzten Primaten
HvR#133
Herr von Runkenstein trifft den letzten Primaten

Es war ein ganz normaler Wochentag
an dem Herr von Runkenstein mittags aufstand
um Brötchen zu holen
aber feststellen musste
dass an seiner Tür ein Polizeisiegel klebte
welches ihn offiziell versiegelte
aber kein wirkliches Hindernis darstelle
da es aus Papier war
Die Straßen waren wie ausgestorben
was bedeuten musste
dass die Endzeit angebrochen
und Herr von Runkenstein der letzte Mensch
auf Erden war
und somit keine Brötchen bekommen sollte
was er sehr schade fand
da er frische Brötchen mit Bienenkotze liebte
was er noch mehr bedauerte
als den Verlust der Menschheit
In der verwaisten Innenstadt angekommen
sah Herr von Runkenstein sich plötzlich
einer Wagenkolonne gegenüber
welche vermutlich den vorletzten Menschen der Erde beinhaltete
aber an ihm vorbei fuhr
was nur bedeuten konnte
dass es sich um ein arrogantes Arschloch handeln musste
welches sich selbst für den letzten
und damit wichtigsten Menschen des Planeten hielt
Diese These wurde auch sogleich bestätigt
als die Kolonne anhielt
und der Präsident
der Vereinigten Primaten von Amerika ausstieg
und von Individuen begleitet wurde
deren Mensch-Sein nur von anerkannten Anthropologen
bestätigt werden konnte
die es nun aber nicht mehr gab
was bedauerlich war
da noch immer die Frage offenstand
von welcher Primatenart der Präsident abstammte
der nun auf einen Baum kletterte
eine texanische Flagge schwenkte
und immer wieder "Freiheit für alle!" rief
bis es dem Secret Service gelang
ihn wieder einzufangen und an die Leine zu nehmen
Da es nun außer Frage stand
dass Herr von Runkenstein tatsächlich der letzte Mensch war
verwirklichte er zunächst einen uralten Menschheitstraum
und lief
nur mit grüner Götterspeise bekleidet
durch die menschenleeren Straßen
was die erste Pflicht eines jeden letzten Menschen war
plünderte dann einige Elektronikmärkte
fuhr eine Planierraupe in den örtlichen T-Punkt
und pinkelte an das Rathaus
welches aufgrund beschleunigter Erosion einstürzte
und den letzten Primaten der Welt unter sich begrub
was ein schwerer Schlag für alle
christlichen Fundamentalisten der Welt gewesen wäre
hätten diese noch gelebt
und nicht in Hölle B geschmort
wo alle Sonderfälle dieser Art landeten
Betrübt von diesem traurigen Zwischenfall
ging Herr von Runkenstein in die Kirche
wo Gott heute persönlich
aufgrund eines unvorhergesehenen Personalmangels
die Beichte abnahm
und ihn sogleich darüber aufklärte
dass es noch einige Dutzend Berggorillas
in dem interstellaren Zoo von Beteigeuze 4 gab
was Herr von Runkenstein freudig aufnahm
und ihn veranlasste
zur Feier des Tages einige Flaggen zu verbrennen
und eine Ameisenstraße vollständig zu sperren
was die Ameisen aber nicht weiter störte
da sie sich einfach einen Tag Urlaub nahmen
und mit ihren Familien ins Grüne fuhren
um ein Picknick zu plündern
und sich hemmungslos zu besaufen
da die Preise an Herrn von Runkensteins Bierstand
äußerst günstig waren
was dieser sich aber locker leisten konnte
da seine Lieferanten ausgestorben waren
und dies der einfachste Weg war
sich die Symphatie der Ameisen zu kaufen
die in wenigen Jahren
mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit
die neuen Herren der Erde sein werden
und dann nur noch in Runkenstein-Märkten einkaufen
und den Geschäftsführer zum reichsten
letzten Menschen der Erde machen würden


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#134: Herr von Runkenstein schmuggelt Rennmaulwürfe
HvR#134
Herr von Runkenstein schmuggelt Rennmaulwürfe

An einem biomechanischen Montag Morgen
lag Herr von Runkenstein im Streit
mit seinem Nachbarn Dr. Neumeyer
dessen Rennmaulwurfzucht
Herrn von Runkenstein Garten untertunnelt hatte
der nun wie ein Schlachtfeld
des ersten Weltkrieges aussah
und bereits einige Spähtrupps
der kaiserlichen Erkundschaftungsinfanterie
angelockt hatte
die mit dem auslegen von Stacheldraht
und ersten Scharmützeln mit dem Feind
begonnen hatten
was sich ungünstig auf den weiteren Verlauf auswirkte
da Herr Dr. Neumeyer extrem lärmempfindlich war
und deshalb sofort
das Schlachtfeld mit Senfgas desinfizierte
was Herr von Runkenstein zum Anlass nahm
den unliebsamen Nachbarn
mit einer Schockgranate außer Gefecht zu setzen
und dessen Maulwurfkolonie
geschlossen aus dem Land zu verweisen
worauf äh-dmund Stoiber einen Auslieferungstop verursachte
um seine serboromanokroatischen Rennmaulwurfwetteneinsatzgelder
nicht zu gefährden
was Herrn von Runkenstein jedoch nicht weiter störte
da er die Maulwürfe über die grüne Grenze schmuggelte
worauf Dr. Neumeyer ihnen nachreiste
und wahllos mit Nahkampfgranaten
im südöstlichen Ausland herumwarf
bis ein Sprengsatz an der richtigen Stelle
die Geschichte in jene Richtung beeinflusste
welche dazu führte
dass Herr von Runkensteins Garten niemals untertunnelt wurde
seine intergalaktische Strahlenimpulsionskanone
keine schwerwiegende Funktionsstörung hatte
und die Erde niemals von der Molchzivilisation
des Feuchtbiotopplaneten Extraktula 7
unterworfen wurde
und Herr von Runkenstein an diesem Nachmittag
nicht mit einer Gartenkralle
700 bis 800 glitschige Molchkrieger niederstrecken musste
sondern grillen und chillen konnte
was man so gesehen
als die bessere Alternative der Realität bezeichnen konnte
durfte
und vielleicht auch musste


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#135: Herr von Runkenstein wird elementar
HvR#135
Herr von Runkenstein wird elementar

Als Herr von Runkenstein in seinem Kleiderschrank
eine Familie supraleitender Wesen
von transzendentaler Präsenz vorfand
wurde ihm klar
dass er die kaputte Mikrowelle
lieber hätte wegwerfen sollen
anstatt sie
mit negativen Ionen gefüllt
einfach wegzuschließen
was nun dazu führte
dass sich ein Schwarm
subversiver Grundelemente
in seine Räumlichkeiten ergoss
und damit begann
sämtliche Atombindungen zu demontieren
und nichts als atomare Ursuppe hinterließ
was man durchaus als Bedrohung
für die Umwelt bezeichnen konnte
und deshalb einige Umweltschutzgruppen auf den Plan rief
die naturgemäß als erste atomisiert wurden
was Herrn von Runkenstein nicht weiter interessierte
da er bereits eine Schutzlackierung entwickelt hatte
die er für 17,50 Euro pro Dose
weltweit exportierte
und den Gewinn dafür verwendete
einem Fisch das klavierspielen beizubringen
der sich zwar anfangs wehrte
aber schließlich ein Virtuose wurde
der große Hallen füllte
und zwar mit Salzwasser
was sich ungünstig auf die Atmung
der Konzertbesucher auswirkte
und in Schadensersatzforderungen
einer süßwasserliebenden Triangelforelle gipfelte
die sich diskriminiert führte
aber zwischen Kartoffelsalat und Remoulade
plötzlich nicht mehr darüber reden wollte
auch deshalb
weil Herr von Runkenstein
gerade den Mund voll hatte
und gleichzeitig mit einem
führenden Grundelement darüber diskutierte
ob nun Kohlenstoff oder Silizium
die bessere Grundlage für intelligentes Leben wäre
was eine schwierige Frage war
da der Siliziumklumpen
einige radioaktive Freunde mitgebracht hatte
welche die Verwendung uranhaltiger Geschosse
nicht als Anzeichen für Intelligenz werteten
und deshalb einen klaren Standpunkt vertraten


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#136: Herr von Runkenstein fischt frische Fische
HvR#136
Herr von Runkenstein fischt frische Fische

Gerade wollte Herr von Runkenstein
einen vergammelten Backfisch wiederbeleben
als ihn ein Rudel Fischstäbchen attackierte
was sehr merkwürdig war
da Fischstäbchen üblicherweise keine Rudel bilden
was bei diesen jedoch nicht zutraf
da sie von einem Rudel Wölfe aufgezogen waren
von denen bekannt ist
dass sie zu Rudelbildung neigen
aber weniger
dass sie panierte Fischprodukte adoptieren
die auf den meisten Ranglisten
zwischen Backpflaumen
und Bauernfrühstück platziert sind
aber nun von Herrn von Runkenstein
zu Fischmehl verarbeitet werden
welches wiederum kurz darauf
eine internationale Karriere
im nationalen Popgeschäft startete
aber wenig später
von brutalen Rockermöwen gefressen wurde
die tags darauf im Gefängnis landeten
aber schnell wieder abhoben
um nicht von fliegenden Hanteln getroffen werden
die in Herrn von Runkensteins Treibnetz verendeten
genau wie einige Urzeitkrebse
die auf der Suche nach einem Yps-Heft gewesen waren
in der Hoffnung
irgendwo Algennahrung bestellen zu können
weil die Fischstäbchen
sich nicht mehr so leicht fangen ließen wie früher
als Milliarden von ihnen
noch freiwillig in Bratpfannen sprangen
um der drückenden Enge
in den völlig unterfischten Weltmeeren zu entgehen


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#137: Herr von Runkenstein sozialisiert Gravitation
HvR#137
Herr von Runkenstein sozialisiert Gravitation

Todesmutig und lebensmüde
stürzte sich Herr von Runkenstein
in die Grube aus Messern und Sägen
um sein brandneues Schutzamulett zu testen
welches er für zehn Cent
aus einem verfluchten Kaugummiautomaten zog
dessen grausamer Zigeunerfluch
die Stahlwerkzeuge zu Brennnesseln mutierte
die zwar verdammt weh taten
aber das Leben nicht unmittelbar bedrohten
was bedeutete
das es zumindest teilweise wirksam war
weshalb Herr von Runkenstein das Amulett
an die Spitze einer Rakete lötete
womit er sich in ein schwarzes Loch stürzte
welche völlig erwartet kollabierte
und zu einem grünen Loch transzendenzierte
Herrn von Runkenstein ausspuckte
und sich dann
zu einem Fallschirmsprung anmeldete
um sich einen alten Kindheitstraum zu erfüllen
was im weiteren Verlauf
wie erwartet dazu führte
dass es zum Mittelpunkt der Erde stürzte
und dort einen herzhaften Imbiss
aus geschmolzenen Metall zu sich nahm
worauf es jedoch feststellte
dass es sich
in einem Paralleluniversum befinden musste
da die Erde eigentlich hohl sein sollte
was ein derart erschreckender Gedanke war
dass es sich in ein blaues Loch stürzte
und somit ein gelbes Loch erzeugte
welches Herrn von Runkenstein zum Essen einlud
um einige Fragen der Relativitätstheorie zu erörtern
und mehrere kleine Planeten zu sich zu nehmen
was bis auf die enormen Krümel nicht weiter störte
aber sich in soweit lohnte
dass Herr von Runkenstein sich von nun an
die Müllgebühren sparte
und zudem einen stabilen Arbeitsplatz
auf dem Markt der Sondermüllentsorgung
vorweisen konnte
und seinen gelben Freund
auch gelegentlich dazu verwendete
Baugruben auszuheben
Bäume zu fällen
und Taubenkot von Autos zu entfernen
was im Arbeitsamtsjargon
als durchaus zumutbare Arbeit
für Schwerkraftfelder
ab 20 Millionen Sonnenmassen galt
sofern man nicht allzu pedantisch Wert
auf die Einhaltung der Naturgesetze legt
wie es nur phantasielose Zeitgenossen machen


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#138: Herr von Runkenstein wird Pontifex maximus
HvR#138
Herr von Runkenstein wird Pontifex maximus

Ohne an irgendwelchen Konklaven
illuminierten Zirkeln
oder schwarzen Messen teilgenommen zu haben
wurde Herr von Runkenstein
völlig unerwartet
zum Papst ernannt
worauf er sich Runkensteinus der Allererste nannte
und seine Wohnung im Vatikanstaat bezog
wo er zunächst einmal ordentlich durchlüftete
um den Geruch nach alten Männern zu vertreiben
und sich dann ein ordentliches Frühstück
aus Corn Flakes
und dem Leib Christi bringen lies
der leider zu abgehangen schmeckte
aber mit einem Schluck Weihwasser zu ertragen war
Danach übernahm er die Amtsgeschäfte
erklärte Homer Simpson heilig
und segnete einen alten Trabant
der einige Jahre später
die Formel-1-Weltmeisterschaft gewann
Am Nachmittag lies Runkensteinus I.
sich von mehreren Millionen Gläubigen feiern
entspannte sich abends bei einem Zombiefilm
knabberte dabei einige Oblaten
und telefonierte vor dem zu-Bett-gehen
mit seinem Chef
der ihn zu seinem neuen Amt beglückwünschte
Grüße von seinem Sohn ausrichtete
und versprach
per UPS die noch ausstehenden
Fünf Gebote nachzureichen
die Moses damals versehentlich zerdepperte
was er aber bisher jedem Papst versprochen hatte
Am nächsten Morgen
weckte ihn das Telefon unsanft aus dem Schlaf
und der Fürst der Finsternis
wünschte ihm einen guten Morgen
obwohl es in der Hölle bereits Nachmittag war
bevor er ihn von einigen seiner Vorgänger grüßte
an die noch ausstehende Miete
für den Petersdom erinnerte
und ihn darum bat
das Paket mit der Spezialauswahl
welches er an den letzten Papst geschickt hatte
ungeöffnet zurückzusenden
wenn dies noch möglich sei
Anschließend lud er ihn noch zum Tee
am nächsten Sonntag Morgen ein
und verabschiedete sich dann
mit einem fiesen Klingelton
Als der neue Tag dann jedoch
völlig unerwartet mit der Apokalypse begann
musste seine Heiligkeit alle Pläne umwerfen
über die Leichen einiger Kardinäle hinwegsteigen
um anschließend ein wichtiges Telefonat zu führen
und um einen Aufschub zu bitten
bis zumindest seine Amtszeit regulär beendet ist
worauf der große Schöpfer auch einging
zumindest unter der Bedingung
dass er wenigstens einigen weniger wichtigen Tieren
den Weltuntergang bescheren durfte
wie den Mosquitos
den Erdmännchen
und den Protestanten
die jedoch aus Glaubensgründen
nicht an den Papst glaubten
und deshalb an der Apokalypse nicht teilnehmen mussten
was auch daran lag
dass ihre Eltern die Teilnahmeerlaubnis
nicht unterschrieben hatten
Runkensteinus I. hingegen
erklärte sich aus einer Laune heraus
zum Schöpfer des Universums
was aufgrund seiner Unfehlbarkeit
natürlich seine Richtigkeit hatte
erklärte dann die Naturgesetze für abgelaufen
entschwebte auf einer Welle zeitlosen Lichts
hinauf ins Himmelsreich
erklärte die göttliche Ordnung für beendet
schickte dem Höllenfürst eine großzügige Abfindung
und trank mit dem Chaos Brüderschaft
welches aber nichts besseres zu tun hatte
als den Zeitablauf umzukehren
saw rhes dnerriwrev nedrew edrüw
aber sonst nicht weiter störte


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#139: Herr von Runkenstein entdeckt einen Planeten
HvR#139
Herr von Runkenstein entdeckt einen Planeten

Bei einem morgendlichen Ausflug
in die nähere Umgebung
und durch unseren Spiralarm der Milchstraße
mit gemütlichen zehn Lichtjahren pro Sekunde
traf Herr von Runkenstein auf einen kleinen Planeten
der nirgends verzeichnet ist
und deshalb ihm gehörte
wie es seit vielen Monaten Brauch war
Kaum gelandet
wurde er von freundlichen Eingeborenen begrüßt
die zwar wie verschimmelte Götterspeise aussahen
aber Herrn von Runkenstein wie einen Gott verehrten
was er ja auch war
weil er in einer Feuersäule vom Himmel kam
und wesentlich mehr Gehirnmasse besaß
als alle Wackelpeter zusammen
und der zudem über mächtige Zauber verfügte
wie das Streichholz
ein Handy mit JAMBA!-Klingeltönen
und einen Kernfusionsantimateriehypernuklearsuperspaceraumantrieb
der ein sehr kurzes Zufallsfeld erzeugte
und dadurch den unwahrscheinlichen Zufall erzeugte
der das gesamte Universum
für den Sekundenbruchteil einer superkurzen Pikosekunde
auf die Größe von zwei Gramm Shit reduzierte
was überhaupt keinen Sinn machte
aber sehr schön anzusehen
und zudem von der Steuer absetzbar war
Dann opferten die Glibberleute
zu Ehren ihres neuen Gottes
einen frisch geschlüpften Wackelpudding
der zwar in glühender Schokoladensoße verendete
aber anschließend überraschend lecker schmeckte
weshalb Herr von Runkenstein
ein Opfer pro Woche verlangte
und dem Glibbervolk dafür
Atombomben und Windows-Computer lieferte
um ihren Glauben auf die Probe zu stellen
Anschließend benannte er den Planeten feierlich
in "Dessert 7"
und setzte danach Kurs
auf Frühstück 21
da es für ihn noch immer früher Morgen war
und er Heißhunger auf Croissants mit Nutella verspürte
deren Herstellung er hier
lieber verschweigen wollte


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#140: Herr von Runkenstein trifft laute Musiker
HvR#140
Herr von Runkenstein trifft laute Musiker

Es war nahe des geographischen Südpols
als Herrn von Runkenstein auffiel
dass er sich auf dem Weg zum Bäcker
wohl ein wenig verirrt hatte
da es nicht nach frischen Brötchen roch
sondern eher sehr kalt war
obwohl ein Haufen
von Pinguinen verdauter Fisch
eine angenehme Wärme ausstrahlte
und einen tiefen Schacht in das Eis schmolz
der Herrn von Runkenstein zu einer Stadt führte
die von seltsamen nackten Leuten bewohnt war
welche den ganzen Tag nichts anderes taten
als laute Musik zu machen
und durch die Vibrationen
den flüssigen Erdkern daran zu hindern
urplötzlich zu erkalten
und den gefräßigen Raketenwürmern
dadurch eine Gelegenheit zu geben
sich zurück zur Erdoberfläche zu fressen
von wo man sie so lange ferngehalten hatte
weshalb Herr von Runkenstein
die nackten Musiker auch nicht länger störte
sondern ihnen lieber eine Game Boy schenkte
den sie sofort an einen
2,3-Megawatt-Verstärker anklemmten
der die Klänge von Super-Mario-Land
über die Erdkruste verteilte
diverse Pilzkulturen zum kollektiven Suizid brachte
und einen Angriff von 8kb-Robotern provozierte
die jedoch von Internetviren vernichtet wurden
und nur Berge qualmender Pixel zurückließen
deren Brennwert so hoch war
dass Herr von Runkenstein sie per email
an info@vibrationsgesellschaft-antartica.org versandte
wo man mit ihrer Hilfe eine Waffe baute
welche die ganze Erde vernichten
aber auch guten Kaffee kochen konnte
was ihre Existenz mühelos rechtfertigte
und auch niemanden weiter störte
außer vielleicht die Erde
welche sich aber kaum dagegen wehren konnte
weil ihr IQ kaum höher
als der des Mondes lag
der wiederum nicht mal
0,99 und 0,01 addieren konnte
was ihn auf eine geistige Ebene
mit Nacktschnecken und Nazis stellte
obwohl er nicht mit N anfing
und zudem
die Intelligenz von Nacktschnecken
noch nicht einwandfrei bestimmt worden war


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#141: Herr von Runkenstein verliert den Krieg
HvR#141
Herr von Runkenstein verliert den Krieg

Es war gerade einmal sechzig Jahre her
als Herrn von Runkenstein auffiel
dass er den Krieg gar nicht gewonnen hatte
beziehungsweise der minderbemittelte österreicher
welchen er damit beauftragt hatte
in der Nachbarschaft für Ordnung zu sorgen
wo bereits seit einigen Wochen
die Müllabfuhr nicht mehr hinterherkam
die von streunenden Vampiren ausgesogenen Hunde zu beseitigen
und von Kommunisten verteilte Flugblätter
die Kanäle verstopften
und ganze Stadtgebiete überschwemmten
Allerdings gab es im Vorfeld dieser Reinigungsaktion
einige Kommunikationsschwierigkeiten
so wurde beispielsweise der Leitsatz "Blut und Boden"
welcher ursprünglich als Hilfsprogramm
für mittelose Vampire gedacht war
auf eine sehr seltsame Weise verdreht
statt der kommunistischen Flugblätter
wurden die Kommunisten beseitigt
und auch bei seiner Forderung
nach einer Endlösung für die Ludenfrage
deren Luxuskarossen ständig auf Bürgersteigen parkten
wurde er offensichtlich gründlich missverstanden
was sicher daran lag
dass der beauftrage Herr Schicklgruber
seinen Namen änderte
und sich somit aus dem Vertrag herauswinden konnte
statt ihn ordnungsgemäß zu erfüllen
und der sich zudem mit seltsamen neuen Freunden herumtrieb
deren geistige Zurechnungsfähigkeit
geringer war als die eines Eichhörnchens auf Crack
welches zumindest noch wusste
das man schlafenden Bären
keine Nüsse in offenliegende Körperöffnungen stecken sollte
Was jedoch tatsächlich passiert war
erfuhr Herr von Runkenstein erst 55 Millionen Tote später
als man ihm eine grob fahrlässige Verletzung
seiner Aufsichtspflicht vorwarf
was jedoch keinerlei Konsequenzen nach sich zog
da er nachweisen konnte
dass er die vergangenen zwölf Jahre
mit den Fingern in den Ohren in einer Höhle zugebracht hatte
um zu meditieren
und seinen inneren Frieden zu finden
was im nachhinein betrachtet
völlig unangemessen war
aber ihm immerhin die Möglichkeit gab
zu behaupten
von nichts gewusst zu haben


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#142: Herr von Runkenstein ist lost
HvR#142
Herr von Runkenstein ist lost

Nach einem Flugzeugabsturz
auf eine Durchschnittsinsel
zusammen mit einem
repräsentativen Querschnitt
durch die westliche Konsumgesellschaft
dachte Herr von Runkenstein zunächst
dass er in der TV-Vorabendhölle gelandet war
stellte dann jedoch beruhigt fest
dass Menschen spurlos verschwanden
verschwunden waren
verschwendet wurden
und verschwinden werden würden
was darauf hindeutete
dass dieses Eiland entweder
eine Menge Löcher im Boden
und Fallen aus dem Vietnamkrieg enthielt
oder dass sich sehr große
unsichtbare
mysteriöse Gestalten herumtrieben
die weder Mensch noch Tier waren
und sicher nicht so schnell verschwinden würden
wie es bei anderen Leuten der Fall war
oder sein würde
Unbeeindruckt von diesen Tatsachen
machte Herr von Runkenstein einen Spaziergang
und entdeckte dabei
ein verfallenes Besucherzentrum
mit einem großen Dinosaurierskelett
einen alten Meteoriten
der als Eremit in einer Höhle lebte
und sich von selbstgezüchteten Gummibärchen ernährte
einen verwirrten
aber sprachbegabten Turnschuh
der sich für Gott hielt
und ein Buch über Steine schrieb
sowie die Gräber
der überlebenden des letzten Flugzeugabsturzes
die jedoch leer waren
da sich die überlebenden
gegen eine vorzeitige Beerdigung gewehrt hatten
und nun vermutlich als Buschzombies
in einem präapokalyptischen Dschungeldorf lebten
dessen Bürgermeister sicher aus dem Showgeschäft stammte
Von diesen Fakten jedoch unbeeindruckt
setzte sich Herr von Runkenstein an den Strand
und baute sich einen viereckigen Rahmen
durch welchen er die restlichen Inselinsassen beobachtete
da er der Meinung war
dass ihn eine passive Beobachtung der Geschehnisse
sicher wesentlich mehr Spaß machen würde
als eine nervenaufreibende Interaktion
mit den Dschungelhäppchen
deren weiterer Verbleib auf diesem Eiland
mehr als fraglich war


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#143: Herr von Runkenstein wählt Wale
HvR#143
Herr von Runkenstein wählt Wale

Endlich war es Herrn von Runkenstein gelungen
den Sommer hereinbrechen zu lassen
was jedoch völlig unerwartet dazu führte
dass sich diverse Gehirne überhitzten
und so mirnichts dirnichts
plötzlich Neuwahlen beschlossen waren
obwohl der Bundeskasper eigentlich
nichts anderes vorhatte
als neue Wale
in der Nord- und Ostsee auszuwildern
die sich jedoch von Plastikmüll
und Altöl ernähren sollten
um den Fischbestand nicht zu gefährden
sowie von Arbeitslosen
um die Wirtschaft anzukurbeln
was jetzt jedoch keinen Sinn mehr machte
da die Neuwahlen in aller Munde waren
und niemand etwas über neue Wale wusste
die in großen Zuchtstationen bereits
ihren Betrag leisteten
indem sie täglich dutzende Arbeitslose verdauten
und somit den Aufschwung herbeikauten
was den Walen jedoch bald nicht mehr genügte
und sie deshalb dazu ermutigte
sich als Wal-Alternative aufstellen zu lassen
um zusammen mit PDS und der Tierschutzpartei
die Macht an sich zu reißen
in der Hoffung
sich in Zukunft nur noch von Konservativen zu ernähren
da diese länger haltbar
und besser ernährt waren als Arbeitslose
sowie dem
von Herrn von Runkenstein vorgeschlagenen Plan zu realisieren
Wahl- und Wal-Beobachter zu kreuzen
und dadurch eine neue Superrasse zu erschaffen
die sowohl Wal-Wahlen als auch Wahl-Wale beobachten kann
was sich als äußerst nützlich erweisen könnte
wenn das walisische Wal-Wahlrecht in Kraft tritt
und deutsche U-Boote weltweit Walfänger versenken würden
um zu verhindern
dass Star Trek IV Realität wird
und außerirdische Sonden
mit Walgesängen die Erde vernichten


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#144: Herr von Runkenstein wird taken
HvR#144
Herr von Runkenstein wird taken

Eines lauen Sommernachts
erwachte Herr von Runkenstein
aus unruhigen Träumen
aber nicht in seinem Bett
wo er eigentlich hätte erwachen sollen
sondern in einer fliegenden Untertasse
in der kleine perverse Aliens
gerade mit Analsonden hantierten
aber für einen Moment die Narkose
aus den Augen gelassen hatten
was nun dazu führte
dass Herr von Runkenstein sich erhob
ordentlich gähnte
und dann die Analsonden
in ihre Besitzer einführte
wodurch er genug Zeit gewann
sich zurück in sein Bett zu beamen
und dort einfach weiterschlief
nachdem er sein Schlafzimmer
mit Alufolie ausgekleidet hatte
was ja angeblich helfen soll
aber nur dazu führte
dass sich statische Elektrizität ansammelte
welche sich in der folgenden Nacht entlud
und dabei einen Angehörigen
des Grey-People-Entführungs-Korps
als Erdung benutze
der daraufhin arbeitsunfähig wurde
und nach seiner Versetzung
nur noch Kühe aufschlitzen durfte
wobei man getrost
auf höher entwickelte Teile des Gehirns
verzichten kann


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#145: Herr von Runkenstein verdient Geld
HvR#145
Herr von Runkenstein verdient Geld

Nachdem Herr von Runkenstein
die Vertrauensfrage gestellt hatte
aber niemand antwortete
zog er sich zurück
und entwickelte ein Raumschiff
welches dazu fähig war
durch hochkonzentrierte Bürokratie zu navigieren
und beispielsweise eine Baugenehmigung
in 0,78 Sekunden beschaffte
was man getrost
als extrem schnell bezeichnen konnte
Anschließend vermietete er die "Kafka"
international an verzweifelte Bürger
für 700$ die Sekunde
und verdiente soviel Geld
dass er sich einen eigenen Planeten kaufen konnte
was er aber nicht tat
weil eigene Planeten nicht mehr in Mode waren
und einen Anschein von Snobismus erwecken konnten
Stattdessen investierte er sein Geld
in Regenmäntel für Wüstenrennmäuse
und Lebensmittelnachbildungen aus Uranerz
welche er komplett bei ebay versteigerte
und dafür eine Summe erhielt
die ausreichte
um sich eine komplette Tankfüllung
für den Nissan Micra leisten zu können
den er seinen Gartenzwergen
zur Verfügung gestellt hatte
damit diese gelegentlich mal
in eine Kneipe oder ins Kino fahren konnten
wenn sie nach Feierabend Langeweile hatten


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#146: Herr von Runkenstein häutet sich
HvR#146
Herr von Runkenstein häutet sich

Wieder einmal hatte Herr von Runkensteins alter Erzfeind
dessen Antlitz brutal verbrannt
und ihn aussehen lassen
als wäre er gerade einem Gesichtskrematorium entstiegen
worauf er beschloss
den Ort aufzusuchen
der von der Sonne am weitesten entfernt ist
was natürlich Neuseeland sein musste
da dort gerade sowohl Winter
als auch Nacht war
Nachdem Herr von Runkenstein sein Gesicht
in einen Gletscher gedrückt hatte
war es wieder verheilt
und in dem Eis ein Abdruck seines Gesichtes
der zu einer Touristenattraktion wurde
zu einer Umbenennung des Gletschers
in "Runkenstein Glacier" führte
und das Gletscherwasser grünlich leuchten ließ
in der Dunkelheit
was aber nicht weiter interessierte
da bereits der Sommer angebrochen
und Herr von Runkenstein längst in Island war
wo seine mitgebrachte Kiwi-Population
lange Wintermäntel tragen musste
und kleine Hütten über Geysiren baute
und zwar einmal täglich
bis niemand mehr übrig war
der Kiwi-Hütten bauen wollte
weil die Kiwis längst umgesiedelt waren
in die Gemüseabteilungen von Reykjavík
wo sie zwischen Bananen und Ananas
ein langes und glückliches Leben führten
bis auf einige unglückliche Ausnahmen
die jedoch allesamt Einzelfälle waren
und meist auf Kurzsichtigkeit
zurückgeführt werden konnten


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#147: Herr von Runkenstein verleiht Zucker
HvR#147
Herr von Runkenstein verleiht Zucker

Es war gerade dunkel geworden
als der Fürst der Finsternis erschien
und sich von Herrn von Runkenstein
eine Tasse Zucker ausleihen wollte
da er gerade mit seinen Neffen Kekse backte
und diese keine Schwarzen Höllenkekse mochten
die meist sehr bitter waren
wie Herr von Runkenstein schon selbst feststellen musste
da ihm öfters ein mit Keksen
gefüllter Totenschädel geschenkt wurde
seit er es geschafft hatte
die Seele des Krümelmonsters
dem Fürsten zu überschreiben
weil dieser so nett war
ein Paket aufzubewahren
welches explosive Gummibären enthielt
die Herr von Runkenstein auswilderte
Jahre später abknallte
zu Stossdämpfern verarbeitete
und nach P13574 exportiere
worauf er von dort eine Massenvernichtungswaffe bekam
die so gewaltig war
dass sie mehrere hundert Milliarden
Kakerlaken auf einmal vernichten konnte
was völlig ausreichend war
da der Kakerlakenstamm
in Herrn von Runkensteins Garten
aus lediglich dreizehn Exemplaren bestand
die sich jedoch in einen Messias
und zwölf Jünger aufteilten
und daher als religiöse Kakerlakenfanatiker
angesehen werden mussten
denen ein besonderes Maß
an aggressiver Aufmerksamkeit zustand
weshalb Herr von Runkenstein guten Gewissens
die Waffe zündete
und damit eine mögliche Zukunft verhinderte
in der religiöse Kakerlaken
Menschen als Nahrungsquelle züchten
und mit Gummibärenhandgranaten
das restliche Universum ins Exil treiben


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#148: Herr von Runkenstein trifft junge Musikanten
HvR#148
Herr von Runkenstein trifft junge Musikanten

Herr von Runkenstein wanderte durch die Lande
und traf auf eine beliebige Burg
welche er sofort erstürmte
was auch nicht besonders schwer war
da sie schon seit Jahrhunderten
als Ruine dahinvegetierte
und sich aber nun
ein Haufen auffälliger Subjekte
versammelt hatte
die herumlungerten
schwere Elektronik in den Gewölben installierten
über Tonmodulation diskutierten
und währenddessen ignorierten
dass sie für zufällige Beobachter wirken mussten
wie UFO-Freaks
die auf fliegende Untertassen warten
eine Sekte
die sich auf ihren Gruppensuizid
mit Hilfe eines Holzkohlegrills vorbereitete
oder wie eine Ansammlung von Zeitreisenden
die sich "rein zufällig"
an einem völlig unauffälligen Ort getroffen hatte
der vor über tausend Jahren nur deshalb gebaut wurde
um für die gelegentlichen Treffen dieses Haufens
eine ansprechende Kulisse zu bieten
sowie einen akzeptablen Regenschutz
den Herr von Runkenstein jetzt unter die Lupe nahm
indem er sich unauffällig
zwischen den Gestalten hindurchdrängte
um die Elektrowaren genauer zu begutachten
welche das Gewölbe in das Innere
eines Borg-Kubus verwandelt hatten
dessen Drohnen fleißig umherzuckten
und akustische Ausgeburten produzierten
deren Frequenzen die Gefahr bargen
das Universum implodierten zu lassen
was jedoch nur deshalb nicht geschah
weil die alten Stromleitungen
aus dem vierzehnten Jahrhundert
nicht auf Starkstrom ausgelegt waren
der dazu notwendig gewesen wäre
was jedoch auch nicht weiter störte
da es so zu einer akustischen Hintergrundbeschallung kam
die weitaus besser war als eine gewaltige Implosion
und zudem biologisch abbaubar ist
was auf die anwesenden Künstler
jedoch weniger zutreffen sollte
so waren da beispielsweise ein Trio junger Musikanten
mit einer Vorliebe für GrOßBuchStaBeN
und einen modularen Geräteaufbau
der aus einigen hundert kleinen, blinkenden Kästen bestand
die durch Kabel miteinander verbunden waren
und an einen Versuchsaufbau
zum Nachweis von linksdrehenden Anti-Neutrinos erinnerte
ganz im Gegensatz zum Minimalismus
eines psychotropischen Frickelfreaks mit irrem Blick
und weniger Haaren auf dem Kopf
als ein durchschnittlicher Nacktmull
der sein Notebook
mit einem Drehknöpfchencontroller misshandelte
und anschließend
ohne Rücksicht auf anwesende Künstler
literarische Meisterwerke
mit Hilfe eines Mikrofons
und seiner Stimme vergewaltigte
was einer akustischen Bücherverbrennung gleichkam
aber nicht so gemeint war
da für ihn selbst das aufessen der UN-Charta
einem künstlerischen Akt gleichkam
Nach einigen Zeitschleifen
zu einem langhaarigen Bombenlegerimitat mit Ambientambitionen
einer rothaarigen Frau mit elektronischen Blasinstrumenten
und diversen anderen Virtuosen der Elektronenverzerrung
deren genauere Beschreibung im Drogendunst verloren gegangen war
öffnete Herr von Runkenstein das Brunnengitter
injizierte dem völlig orientierungslosen Schlossgeist
eine Dosis Anti-Ektoplasma
wodurch sich dessen Aggregatzustand
alle drei Sekunden änderte
was er auch verdient hatte
weil er die gesamte Nacht hindurch
durch die Wände gekrochen
und mit dem Putz die arglosen Besucher beschmutzt hatte
Am frühen Morgen dann öffnete Herr von Runkenstein
zunächst eine Flasche Freibier
von denen noch tausende vorrätig waren
und anschließend
einen Tunnel zum gestrigen Abend
was man gemeinhin Zeitschleife nennt
dessen Anwesenheit dazu führte
dass in der folgenden Woche
niemand mehr wusste
was überhaupt passiert war
und man sich nur mit Hilfe von Fotos und Tonaufnahmen
an das Ereignis erinnern konnte
dessen zukünftige Wiederholungen
unabwendbar erscheinen
wogegen wohl niemand wirklich etwas haben könnte


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#149: Herr von Runkenstein sticht in See
HvR#149
Herr von Runkenstein sticht in See

Als das Wasser kam
hatte Herr von Runkenstein längst
das Fundament seines Hauses
durch Unmengen von Luftmatratzen ersetzt
weshalb er nun in See stechen
und nach Süden segeln konnte
wo er hoffte
den legendären Südkontinent zu finden
von dem ihm so viele
betrunkene Matrosen erzählt hatten
was aber nicht so einfach sein sollte
da starke Stürme ihn zunächst
ins kaspische Meer trieben
von wo er über zeitraubende Umwege
in den Pazifik gelange
dem er einfach Richtung Süden folgte
wo er tatsächlich eine Landmasse fand
die groß genug zu sein schien
um einen eigenen Kontinent zu bilden
was dieser auch sogleich unter Beweis stellte
da ihm am Strand eine fremdartige
Flora und Fauna begrüßte
die überwiegend aus Schleimpilzen
und dreibeinigen Insekten bestand
welche ihm zunächst einen Begrüßungscocktail
aus zerbröselter Baumrinde
und Vogelkot anboten
und ihm dann einen Fremdenführer
namens Hä?Was? zur Verfügung stellten
der hauptberuflich
als Vitaminleberwurstbrötchenvertreter arbeitete
aber auch alle touristischen Sehenswürdigkeiten kannte
wie beispielsweise den Fluss Dummbatz
der so dumm war
dass er von der Küste an bergauf floss
und an der Spitze des Mount Derda?
so die übersetzung seines Namens
aus der Sprache der Eingeborenen
nach oben in den Weltraum abtropfte
oder des Ohwienetteinweiterer-See
welcher von einem Fluss aus Säure
und einem aus Lauge gespeist wurde
und deshalb völlig neutral war
was ein großer Vorteil sein konnte
wenn die Gewässer der Umgebung
wieder einmal auf Kriegspfad gingen
und sich gegenseitig das Wasser abgruben
und die Fische entführten
Am Abend des selben Tages
war Herr von Runkenstein bereits
Ehrenmitglied des lokalen Country-Clubs
spielte Mau-Mau mit dem Präsidenten
der Frisch- und Abwassergilde
und erzählte Anekdoten aus Absurdistan
wovon man hier zwar noch nie etwas gehört
aber trotzdem das Gefühl hatte
es irgendwo her zu kennen


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#150: Herr von Runkenstein und die Supergurke
HvR#150
Herr von Runkenstein und die Supergurke

Ohne dass er vorgewarnt wäre
brach eines Tages der Kühlschrank auf
und eine mutierte Supergurke sprang heraus
die einen tödlichen Essigwerfer in den Händen hielt
und lauthals schrie
"Du hast meinen Bruder gegessen!
Ich will Rache!"
doch Herr von Runkenstein war
auf die Situation gut vorbereitet
holte einen Kartoffelschäler hervor
den er für diesen Tag bereit hielt
und stach so lange auf die Gurke ein
bis ein schleimiger Gurkenbrei
die gesamte Szenerie bedeckte
und den Blick trübte
was sehr vorteilhaft war
wenn man zart besaitet ist


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#152: Herr von Runkenstein ist Deutschland
HvR#152
Herr von Runkenstein ist Deutschland

Als Herr von Runkenstein eines morgens erwachte
fühlte er sich ein wenig deutscher als sonst
und musste bei einem Blick in den Spiegel
entsetzt feststellen
dass er jetzt ganz Deutschland war einen deutschen Kaffee trank
ein Kilo Brötchen aß
und sich dann
schön ordentlich und diszipliniert
die Zähne putzte
welche ihre Farbe
von Schwarz
über Rot
zu Gold wechselten
und dann wieder weiß wurden
um sich nach der lokalen Mode zu richten
Als Herr von Runkenstein sich anschließend
schrecklich langweilte
weil er arbeitslos war
fiel ihm auf
dass er sich sehr deprimiert fühlte
und er nicht einmal mehr Lust dazu hatte
nach der Weltherrschaft zu greifen
was ihn längst in den Wahnsinn getrieben hätte
wenn er sich nicht damit ablenken würde
neue Technologien zu erfinden
und zu Freundschaftpreisen seinen Freunden überließ
was zwar nicht viel einbrachte
aber immerhin das gute Gefühl verursachte
unaufhaltsam in Richtung Zukunft zu eilen
die jedoch niemals anbrechen würde
da die Vergangenheit stets lebendig war
was Herrn von Runkenstein an etwas erinnerte
ihn zum Telefon greifen
und eine beliebige Nummer im Ausland wählen lies
um sich für den letzten Krieg zu entschuldigen
dessen Werbebotschaft
irgendwie nach hinten losgegangen war
da er den Job nicht selbst erledigt
sondern einer Bande kompletter Idioten überlassen hatte
die sich aufführten wie die Vandalen
und tiefe Narben hinterließen
die nur langsam heilten
wie Herr von Runkenstein immer wieder feststellen musste
wenn er das Pflaster abreißt
und ein neues draufklebt
was ihn nicht nur zu der Frage führte
ob er tatsächlich Deutschland war
sondern ob er es auch sein wollte


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#153: Herr von Runkenstein verteidigt sich
HvR#153
Herr von Runkenstein verteidigt sich

Glücklicherweise war Herr von Runkenstein
gerade in Florida
denn als er sich bedroht fühlte
hatte er das volle Recht
seinen Gegenüber
der rein zufällig einer ethischen Minderheit angehörte
mit dreißig Kugeln
aus seinem vollautomatischen Selbstverteidigungsgewehr
zu durchlöchern
und ihn erst hinterher zu fragen
warum er sich so verdächtig verhalten hatte
was völlig dem gesunden Menschenverstand entsprach
wie man ihn im Bush-Clan zelebrierte
und weshalb man dieses lebensrettende Gesetz wohl kaum
als moralische Perversion bezeichnen konnte
oder als logische Konsequenz
eines abartigen Waffenkultes


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#154: Herr von Runkenstein bekämpft Grippe
HvR#154
Herr von Runkenstein bekämpft Grippe

Als Herr von Runkenstein eines Morgens
zu seinem Hühnerstall ging
und dort das Geflügel
mit 40 Grad Fieber im Bett lag
befürchtete er bereits das schlimmste
kaufte einige Fiebermittel in der Apotheke
und stellte seinen Garten unter Quarantäne
was von seinen Nachbarn natürlich nicht unbeobachtet blieb
und schnell dazu führte
das er sich um 386 Tiere
aus dem gesamten Viertel kümmerte
und Wucherpreise für Unterbringung
und Behandlung kassierte
was aber leider auch zur Folge hatte
dass die vorhandenen Bakterien
aufgrund der radioaktiven Verseuchung des Grundstücks
explosionsartig mutierten
und eine Grippevirenart hervorbrachte
welche nicht nur über eine
eigene Zivilisation verfügte
sondern auch einen genetisch bedingten
religiösen Extremismus an den Tag legte
was sich darin zeigte
dass alle Grippeviren radikale Anti-Tamifluristen waren
die Apotheken in die Luft sprengten
Katastrophenschutzeinrichtungen sabotierten
und Selbstmordanschläge auf Geflügelfarmen durchführten
was Herrn von Runkenstein jedoch bald so lästig wurde
dass er ein hochenergetisches Tamiflufeld entwickelte
welches ihn ausreichend vor der grassierenden Pandemie schützte
und ihm die Chance gab
in einer neuen
und ausgedünnten Zivilisation
als Monopolist
für Geflügel und Eier
in Erscheinung zu treten
und die Grippeviren in Decken zu wickeln
um diese
über Dritte-Welt-Läden zu verkaufen


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#155: Herr von Runkenstein muss sich übergeben
HvR#155
Herr von Runkenstein muss sich übergeben

Während Herr von Runkenstein
auf den nächsten Sommer wartete
vertrieb er sich die Zeit
und spielte Hör-Kochbücher rückwärts ab
um satanische Botschaften zu finden
doch stattdessen fand er nur
weitere Kochrezepte
die aber so übel schmeckten
dass Herr von Runkenstein eine volle Stunde
mit dem Kopf in der Kloschüssel verbrachte
wo er sich die ganze Idee
nochmal durch den Kopf gehen lies
und schließlich zu der Theorie kam
dass Lebewesen
aus den extrapheriphären Ringdimensionen
sich vermutlich von Kochbüchern ernährten
Da der Energiegehalt eines Standardwerkes
weit höher war
als ein südkanadischer Leberwursthabicht
in dreihundertachtundsiebzig Leben verbraucht
was Herrn von Runkenstein dazu veranlasste
sich nochmals zu übergeben
und anschließend seine Bibliothek zu verzehren
bis er kleine Papierkügelchen kotzte
die er als übungsmunition
an Sekundarstufenschüler verkaufte


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#156: Herr von Runkenstein versorgt die Truppen
HvR#156
Herr von Runkenstein versorgt die Truppen

Als Herr von Runkenstein sein neues Stargate ausprobierte
welches er auf dem Flohmarkt gekauft hatte
fand er sich auf dem Wüstenplaneten wieder
wo Harkonnen gegen Iraker
und Borg gegen imperiale Sturmtruppen kämpften
was nicht so verwirrend war
wie der Hot-Dog-Verkäufer
der auf diesem Schlachtfeld gute Geschäfte machte
und Herrn von Runkenstein davon überzeugte
ebenfalls in der mobilen Kriegsgastronomie einzusteigen
weshalb er nur wenige Granatexplosionen später
in ein Handgemenge
zwischen Froschsternkriegern und Sardaukar
schlichtend eingriff
mit grünem Tee und Energiedrinks
sowie Erdnüssen und Krabbenchips
einen nicht geringen Gewinn erwirtschaftete
und anschließend einige blauen Bohnen verteilte
um seine Kundschaft wieder zu zerstreuen
Kurz darauf verlagerte er sein Zielgebiet
und servierte den Ork-Truppen vor Helms Klamm
einen herzhaften Eintopf
verteilte Döner Kebab
mit viel Tzaziki
an verschiedene Verbände der Waffen-SS
und ertränkte Analphabeten auf Metaluna IV
in Buchstabensuppe
weil sie behaupteten
dass Herr von Runkenstein
Konservierungsstoffe verwendete
was natürlich stimmte
aber trotzdem nicht straflos
ausgesprochen werden durfte
wenn man einen Nachschlag haben wollte
Kurz darauf passierte
was natürlich irgendwann kommen musste
denn der Präsident der Galaxis
verkündete den Weltfrieden
ohne zu verraten
welche Welt er meinte
was dazu führte
dass Kriege von nun an
nur noch auf intellektueller Ebene geführt wurden
und Herr von Runkenstein sich wieder
seinen üblichen Tätigkeiten widmen musste
da er mit Studentenfutter und Traubenzuckerprodukten
nicht genügend Umsatz machte
um die Benzinkosten zu bezahlen
und interstellare Transportschiffe
mit Holzkohleantrieb
erst als Prototypen existierten


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#157: Herr von Runkenstein hat Dienstag
HvR#157
Herr von Runkenstein hat Dienstag

Als der Strom ausfiel
während Herr von Runkensteins Computer
den Sinn des Universums errechnete
war das zwar ärgerlich
aber nicht so unangenehm
wie die Fortsetzung
als er unter der Dusche stand
und plötzlich das Wasser nur noch tropfte
was aber nur halb so schlimm war
da an der Decke einige Wassermelonen wuchsen
die er perforierte
worauf er zu Ende duschen konnte
um anschließend festzustellen
dass die Bio-Proben in seinem Kühlschrank
erwacht sind
den Inhalt des Kühlschranks verschlungen hatten
und durch ein Säureloch am Boden
in die Unterwelt entkommen waren
was ein ganz klares Anzeichen dafür sein musste
dass heute Dienstag war
und dieser Tag der Bestie
sein satanisches Potenzial
voll ausnutze


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#158: Herr von Runkenstein kauft Katze
HvR#158
Herr von Runkenstein kauft Katze

Nachdem Herr von Runkenstein
bei einem gewissen Herrn Schrödinger
eine Katze im Sack gekauft hatte
von der er nicht mal wusste
ob sie tot oder lebendig ist
wurde ihm bald klar
dass er am sichersten fahren würde
wenn er den Sack nie öffnet
und einfach darauf wartet
dass die Todeswahrscheinlichkeit
irgendwann 100% erreicht
um dann die Katze zu Benzin zu verarbeiten
und zu einem Flohmarkt zu fahren
wo ein gewisser Dr. Frankenstein
nach einer Laborauflösung
an Geld zu kommen versuchte
und einige interessante Dinge
veräußern wollte
die Herr von Runkenstein sich
unmöglich entgehen lassen konnte
wie die vollautomatische
Schnittchen-Schmier-Maschine
der halbautomatische
Weihnachtsgedichtsinterpretator
oder der Leberwurst-Injektor
dessen Sinn
abseits jeder Vernunft zu suchen war


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#159: Herr von Runkenstein bricht Zehn Gebote
HvR#159
Herr von Runkenstein bricht Zehn Gebote

Herr von Runkenstein war kaum aufgestanden
als er bereits den Götzenbildern
seiner unzähligen Götter
ein kleines Guten-Morgen-Opfer darbrachte
dann den fröhlich zwitschernden Vögeln
ein herzliches "Gott verdammt!" zurief
um anschließend festzustellen
dass es eigentlich Sonntag war
was aber kein Grund sein konnte
nicht trotzdem ein wenig Arbeit zu erledigen
um anschließend auf dem Grab seiner Eltern
sein Morgengeschäft zu erledigen
was er
ganz nebenbei bemerkt
fast jeden Sonntag tat
falls es nicht regnete
was heute aber nicht der Fall war
da die Sonne strahlte
und der Tag dazu einlud
aus dem Hinterhalt einige der Nachbarn zu erledigen
die es vorzogen
die Strasse zu kehren
damit den Tag des Herrn entehrten
und den Tod deshalb verdient hatten
Doch da der liebe Gott bekanntlich
kleine Sünden sofort bestraft
brach sich Herr von Runkenstein
aufgrund eines übersetzungsfehlers
die Zehe
was ihn dazu veranlasste
in der Apotheke starke Schmerzmittel zu stehlen
und seinen noch lebenden Nachbarn mitzuteilen
dass das Ende bereits nahe sei
was ganz klar gelogen war
da Herr von Runkenstein eigentlich nur darauf aus war
die verlassenen Häuser
sowie Weib, Knecht, Magd, Vieh
und den ganzen Rest
zunächst in seinen eigenen Besitz zu bringen
und anschließend an den Höchstbietenden zu verkaufen
Nachdem das erledigt war
gönnte er sich ein ordentliches Frühstück
und blätterte danach
in den heiligen Schriften weiterer Religionen
um auch die restlichen Götter herauszufordern
an die er zwar nicht glaubte
was jedoch kein Grund war
sich nicht mit ihnen anzulegen


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#160: Herr von Runkenstein reist arabisch
HvR#160
Herr von Runkenstein reist arabisch

Als Herr von Runkenstein
ganz dringend
nach Zentralasien musste
um dort einige Geschäfte abzuwickeln
sich aber die Kosten
für ein teures Flugticket ersparen wollte
schaltete er seine sämtlichen Störsender aus
und führte einige unverfängliche Telefongespräche
in denen er bestimmte Codewörter benutzte
die gewisse Ereignisse auslösen sollten
Auch nannte er sich jetzt Al Runkensteini
in der Hoffnung
für einen reisefreudigen Araber gehalten zu werden
derer es jede Menge gibt
Nur Stunden später
Al Runkensteini informierte sich gerade
über das saudi-arabische Reiserecht
klopfte es an die Tür
einige schwerbewaffnete Flugbegleiter
stülpten Al Runkensteini eine Kapuze über den Kopf
und schafften ihn innerhalb von Minuten außer Landes
was nur über die CIAir möglich war
deren Komfort sich zwar nicht vergleichen lies
mit renommierten Fluggesellschaften
wie Ryan-Air oder Aeroflot
aber immerhin über logistische Unterstützung
auf allen Kontinenten zurückgreifen konnte
auch im Bereich schwere Artillerie
oder Beugung von Grundrechten
deren Abschaffung faktisch längst durchgeführt war
Etwa ein Dutzend Elektroschocks später
war Al Runkensteini an seinem Ziel angekommen
von dem er hoffte
dass es das gleiche war
welches er erwartet hatte
wurde aber enttäuscht
da er sich nicht in Usbekistan befand
wo er eine Schokoladenosterhasenfabrik besaß
welche etwa 97% der weltweiten
Schokoladenosterhasennachfrage befriedigte
sondern im Iran
was Al Runkensteini sehr verwunderte
da er sich nicht an ein Folterabkommen
zwischen USA und dem Iran erinnerte
obwohl er es eigentlich sollte
da er nicht selten als Notar
die Rechtmäßigkeit solcher Abkommen überprüfen musste
beziehungsweise
er es nicht wirklich musste
aber Spaß daran hatte
in jedem Vertrag
die Definition von Folter neu zu definieren
Nun jedoch nutzte er die Gelegenheit
und entkam seinen Häschern
denen nicht aufgefallen war
dass Al Runkensteini die ganze Zeit über
eine Büroklammer
und mehrere Pfefferkörner
unter der Zunge aufbewahrt hatte
was ihm dazu verhalf
die Fesseln zu sprengen
seine Wachen außer Gefecht zu setzen
und in Teheran unterzutauchen
wo er schnell feststellte
dass die Gemeinsamkeiten
zwischen Iran und USA extrem groß waren
wie eine freundliche Bevölkerung
überall anzutreffende religiöse Fundamentalisten
sowie ein extrem dämlicher Präsident
der soviel Unsinn redete
dass man ihn für einen Alkoholiker
und ehemaligen Sonderschüler halten musste
der ohne die Hilfe von Freunden
nicht Präsident geworden wäre
sondern höchstens Verfasser extremistischer Pamphlete
die niemand lesen wollte
Al Runkensteini jedoch fand rein zufällig einen Absatzmarkt
für den radioaktiven Müll
der bereits so lange in seinem Keller lagerte
dass die benachbarten Spinnen
schon rot-blau gefärbt waren
und in ihrer Freizeit
Szenen aus "Spiderman" nachspielten
was jetzt aber sicher ein Ende finden würde
wenn die Fässer in Teheran
zu Atomwaffen umfunktioniert werden würden
deren Wirkungen denen einer Wasserbombe
aus einem Kondom
in nichts nachstehen sollte


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#161: Herr von Runkenstein beseitigt Weihnachten
HvR#161
Herr von Runkenstein beseitigt Weihnachten

Wieder einmal näherte sich der Tag
an dem Herr von Runkenstein
die Ankunft eines Serientäters erwartete
der gegen Ende jeden Jahres
über den Schornstein Hausfriedensbruch beging
und anschließend das Wohnzimmer verwüstete
indem er überall Geschenke ablagerte
die der anonyme Bartträger
nicht loszuwerden schien
da es sich hauptsächlich um Socken
und Pullover handelte
die durchgehend geschmacklos waren
Zur diesjährigen Abschreckung
engagierte Herr von Runkenstein
eine Kobold-Spezialeinheit
die bereits unter dem Grinch gedient hatte
und eigene Weihnachtsterroristenausbildungslager
unterhielt
was für Herrn von Runkenstein bedeutete
dass er einfach nur
auf die Weihnachtsnacht warten musste
in der es den Kobolden gelang
in einer blutigen Entscheidungsschlacht
die rentierreitenden
keulenschwingenden Elfenhorden
stark zu dezimieren
und dem Weihnachtsmann die Stiefel zu entreißen
die der Sitz seiner unglaublichen Macht sind
was dazu führte
das er ins Exil ging
vermutlich in die Schweiz
seine Festung geschleift wurde
und Herr von Runkenstein die Stiefel zurück
in die Feuer des Schicksalsberges warf
wo sie einst geschmiedet wurden
und was nun dazu führte
dass Weihnachten sich allmählich auflöste
anschließend mehrerer Industriezweige abstarben
und Jahrhunderte später
das fast vergessene Winterfest der Ahnen
wieder eingeführt wurde
nur mit dem Unterschied
dass man jetzt
Sojakeimlinge an die Wände tackerte
man abends Soylent Gold statt Soylent Grün aß
und ein Beamter des Finanzamtes
Geschenke für den großen Weltführer holte
der an den Neu-Weihnachten seinen Spaß hatte
und die Wirtschaft endlich wieder
gegen Endes des Jahres Spitzenumsätze machte


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#162: Herr von Runkenstein komprimiert Zeit
HvR#162
Herr von Runkenstein komprimiert Zeit

Und es ward 2006
was für Herrn von Runkenstein
jedoch keinerlei Bedeutung hatte
da er sich in einer Zeitblase befand
die vom tiefen Mittelalter
bis in eine entfernte Zukunft reichte
wo Backwaren über die Menschen herrschen
und die gefährlichsten Terroristen
kleine Häschen sind
die für die Zehn-Stunden-Woche kämpfen
indem sie ständig die Uhren verstellen
bis niemand mehr weiß
wieviel Uhr es eigentlich ist
aber alle der Ansicht sind
dass es Feierabend sein muss
Herr von Runkenstein jedoch
hatte ganz andere Pläne
als er die Zeitblase zum platzen brachte
was dazu führte
dass er sich plötzlich
in allen Zeitaltern gleichzeitig befand
was äußerst verwirrend wäre
wenn man keine Ahnung von Geschichte hätte
wie etwa ein Kleinkind
oder ein US-Amerikaner
was auf Herrn von Runkenstein
jedoch nicht zutraf
da er keine Probleme damit hatte
seinen Soylent-Grün-Riegel
mit Met herunterzuspülen
die Inquisition mit Laserwaffen zu beliefern
und anschließend Hitler und Kim Jong Il
zum Abendessen einzuladen
um sich neue Inspirationen
über angewandten Totalitarismus zu holen
Am nächsten Tag
der aber gleichzeitig auch heute war
und gestern ist
zog sich die gesamte Geschichte
zu einem kleinen Punkt zusammen
der zu einer Linie wurde
dann zu einer Fläche
zu einem Würfel
und zu einem vierdimensionalen Oktaeder
in dem die Dinge wieder
ihren geordneten Lauf gingen
zumindest solange
bis Herr von Runkenstein
eine neue Methode finden würde
das Raum-Zeit-Gefüge
seinem Willen zu unterwerfen
wie er es immer tat
wenn er zuviel Kaffee getrunken hatte


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#163: Herr von Runkenstein in der Blogosphäre
HvR#163
Herr von Runkenstein in der Blogosphäre

Herr von Runkenstein war gerade
im äquatorialen Dschungel unterwegs
und sortierte Insekten nach ihrer Größe
als ein Blog vom Himmel fiel
das seinen Namen trug
und welches ihn in die Blogosphäre hineinzog
die von seltsamen Lebewesen bewohnt war
deren einziger Existenzgrund darin bestand
ihre Meinung
und manchmal auch noch weniger
kundzutun
auf dass sie angehört werde
und verbreitet
und widerhallt durch die gesamte Sphäre
um sich in der Realwelt auszubreiten
und wenigstens irgendetwas zu bewirken
was meistens aber nicht geschieht
weil die Grenze zwischen den Welten
aus menschlichen Gehirnen besteht
die für derartige Datenmengen
nicht ausgelegt sind
was Herrn von Runkenstein
jedoch nicht weiter störte
als er sich in sein blog.runkenstein.de einloggte
dort etwas über Nudelsuppe referierte
um sich dann zurückzulehnen
und darauf zu warten
dass seine Nudelsuppe-Aktien
in unermessliche Höhen schießen
damit er sich endlich mal
eine goldene Flasche Maggi
aus dem 13. Jahrhundert kaufen konnte
die so selten waren
dass man schon so reich sein musste
dass man einen eigenen Irakkrieg führen könnte
um eine dieser Flaschen erstehen zu können


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#164: Herr von Runkenstein hat Zündprobleme
HvR#164
Herr von Runkenstein hat Zündprobleme

Als eines Morgens
wieder einmal
Herr von Runkensteins Auto
nicht anspringen wollte
obwohl nichts dagegen sprach
hatte er entgültig genug
und kaufte einen Roboter-Autopsychiater
der nach mehreren Sitzungen herausfand
dass der Wagen an psychisch bedingten
Zünddepressionen leidete
denen Herr von Runkenstein sofort abhalf
indem er das Gehirn
das er vor einiger Zeit
auf dem Friedhof ausgegraben hatte
von dem Motor abklemmte
und es in den Sondermüll warf
wo noch Gammelfleisch von 1978 herumlag
weil die Müllabfuhr sich
schon sehr lange im Streik befand
was aber nicht weiter störte
weil er aus gerade diesem Müll
und einigen Katzen
sein Benzin herstellte
was vielleicht sogar
der Grund für die Depressionen
seines Automobils sein konnte
wenn man bedenkt
dass auch Menschen
sofern sie sich vorwiegend
oder in noch größerem Umfang
von Abfällen ernähren
zu Depressionen neigen sollten
weil Abfälle
laut anerkannten Medizinern
keine Grundlage
für eine gesunde
und ausgewogene Ernährung sind


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#165: Herr von Runkenstein lagert Pferdebrot
HvR#165
Herr von Runkenstein lagert Pferdebrot

Die Müllabfuhr streikte gerade einmal 15 Monate
als Herrn von Runkenstein auffiel
dass sich auf den Strassen
große Mengen an Pferdemehl sammelten
welches sich mit der Zeit zu Dünen auftürmte
und ganze Städte verschlang
und von dem niemand wusste
woher es überhaupt kam
oder was es hier wollte
obwohl Herr von Runkenstein genau wusste
wohin es gehen würde
nämlich in die Panade von Pferdeschnitzel
und in Pferdebrot
welches er tonnenweise
in Bergwerken
für schlechte Zeiten lagerte
da die BILD erst vor kurzem
den Weltuntergang angekündigt hatte
und Herr von Runkenstein deshalb
auf alles vorbereitet sein wollte
Als jedoch 96 Jahre später
kein Meteorit vom Himmel stürzte
sondern sich die Erde auftat
und Horden blinder Maulwurfsmenschen
sich die Erde untertan machten
hatte Herr von Runkenstein mal wieder
Glück im Unglück
da das steinharte Pferdebrot bei den
gegen Pferdeprodukte allergischen Maulswurfsmenschen
Magenkrämpfe auslöste
die nicht nur die Maulwurfsmenschenpopulation
zurück auf ein erträgliches Maß brachte
sondern auch
als saubere Energiequelle verwendbar war
sofern man in seinem Heizungskeller
regelmäßig das Blut wegwischt
welches sich dort ansammelt
wenn man mit Hilfe von
Maulwurfsmenschenmagenkrampfkonvertern
seinen täglichen Energiebedarf decken will


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#166: Herr von Runkenstein wird Scientologe
HvR#166
Herr von Runkenstein wird Scientologe

Als Herr von Runkenstein
von der Möglichkeit erfuhr
sich seiner Körperthetane zu entledigen
trat er umgehend einer wundervollen Religion bei
die ihm für nur geringes Entgelt dabei half
seine Seele zu befreien
und ein glückliches Leben zu führen
Als er dann jedoch
von dem galaktischen Fürsten Xenu erfuhr
der seit 75 Millionen Jahren
durch eine Kraftquelle auf einem fernen Planeten
gefangengehalten wurde
bekam er Mitleid
und flog mit einem Raumschiff
welches wie eine DC8 aussah
nur mit Raketenmotoren statt Propellern
einfach los
und befreite den Fürsten
der ziemlich sauer war
aber sich dennoch dankbar zeigte
und Herrn von Runkenstein 76 Planeten schenkte
inklusive Teegebäck
was sich aber später als die Erde herausstellte
worauf Xenu
oder Xemu
was nicht so klar zu verstehen war
da er nuschelte
sich in eine Weltraum-DC8 setzte
und zur Erde flog
wo er zunächst
aus alter Gewohnheit
Wasserstoffbomben in Vulkane warf
was aber niemandem weiter auffiel
weil es gerade Nacht war
Daraufhin entwickelte er eine Waffe
gegen Körperthetane
die er umgehend einsetzte
und damit seine Rache vollzog
als auch die Menschheit befreite
was man wohl
als angenehmen Nebeneffekt werten durfte
was jedoch zu dem weiteren Nebeneffekt führte
dass Scientology plötzlich sinnlos wurde
mehrere Sektenführer gelyncht wurden
Xenu ein Cafe bei Paris eröffnete
und viele Menschen anschließend
wieder normale Leben führten
wie man es von Teegeeackianern
ohne Körperthetane erwarten durfte


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#167: Herr von Runkenstein ersteigert Roboter
HvR#167
Herr von Runkenstein ersteigert Roboter

Nach mehreren schlaflosen Tagen
und jeder Menge Kaffee
konnte Herr von Runkenstein endlich
3, 2, 1, meins! verkünden
und in einen tiefen Schlaf fallen
der nach zwei Tagen
vom Postboten unterbrochen wurde
der ein großes Paket ablieferte
in dem sich
tatsächlich
der ersteigerte Killerroboter befand
der seiner Waffen beraubt
und verhökert worden war
um Platz im Waffenarsenal
der galaktischen Raumpiratengenossenschaft
zu schaffen
Etliche erneute schlaflose Tage später
war der Neuzugang umprogrammiert
und aufgerüstet worden
um gemeinsam mit seinen Blechkameraden
von der Robotergladiatorenschule
in die Schlacht zu ziehen
in einen Kreuzzug für Einschaltquoten
und Plattenverträge
und Eintrittskarten für 74,95 Euro
was kein Problem war
da die Roboterkampfliga schon bald
mächtiger als die Fifa war
und zudem so schwer bewaffnet
dass die Verhandlungen um den Titel
"Weltmeisterschaft 2006"
erstaunlich unblutig verliefen
von einigen gebrochenen Nasen einmal abgesehen
die aber völlig zu Recht verteilt worden waren
Als schließlich die Weltmeisterschaft begann
musste Herr von Runkenstein sehr schnell
einen Computer programmieren
um die Flut der Kapitulationen zu verarbeiten
weshalb der Blitzkrieg dann auch schneller aufhörte
als er eigentlich begann
wodurch eine Schleife in der Zeit entstand
die Herr von Runkenstein jedoch
durch gezielten Granatwerfereinsatz auflöste
Nur wenig später war wieder alles wie vorher
nur mit dem Unterschied
dass Herr von Runkenstein
eine Lagerhalle anmieten musste
um die Tribute der unterworfenen Länder zu lagern
und eine Roboterarmee
die jederzeit angemietet werden konnte
falls einmal die Söldner knapp werden sollten


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#168: Herr von Runkenstein versteht Evolution
HvR#168
Herr von Runkenstein versteht Evolution

Als Herr von Runkenstein sein Wissen
über die Evolution auffrischen wollte
musste er erfahren
dass Darwin geistig verwirrt war
und eigentlich Gott für alles verantwortlich ist
weil dieser ganz offensichtlich ein Kontrollfreak war
der sich um alle Kleinigkeiten
höchstpersönlich gekümmert hat
seit der Schöpfung vor 6.000 Jahren
womit Herr von Runkenstein sehr gut leben konnte
da er sich nun keinerlei Gedanken mehr machen musste
über Biologie
Geologie
und viele weitere
Zeitverschwendungswissenschaftsfachrichtungen
weil ja nun alles zur Theologie gehörte
bei der es bereits ausreicht
nur fest daran zu glauben
Doch nur kurz darauf
musste Herr von Runkenstein herausfinden
dass auch die christliche Religion
völlig fehlgeleitet war
weil der tatsächlich für die Schöpfung Verantwortliche
ein fliegendes Spagettimonster ist
welches den Urknall beim erfinden
einer neuartigen Tomatensoße ausgelöst hat
und den Funken des Lebens
mit Hilfe einer elektrostatischen Pasta
in der Ursuppe zündete
was Herrn von Runkenstein viel besser gefiel
als der Gedanke an ein kontrollsüchtiges Auge
in einem Dreieck über den Wolken
schon alleine deshalb
weil ein Gottesdienst nun beim nächsten Italiener
oder mit Hilfe einer Packung Miracoli möglich ist
und heilige Kriege nur noch in der Küche stattfinden


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#169: Herr von Runkenstein produziert Weltfrieden
HvR#169
Herr von Runkenstein produziert Weltfrieden

als Herr von Runkenstein spät nachts
die deeskalierende Wirkung von kleinen Katzen
mathematisch nachwies
ahnte er sofort
dass er damit
die Formel für den Weltfrieden gefunden hatte
sofern er eine industrielle Massenproduktion
von Katzenbabys anleiern konnte
die zusätzlich nur extrem langsam wachsen durften
da der Niedlichkeitsfaktor mit dem Alter abnimmt
Da Pi geteilt durch das Alter den Faktor N ergibt
und N größer als 1 sein musste
um 100 Prozent der Deeskalationswirkung zu erhalten
Wochen später war alles fertig
und mit einem konzentrierten Luftschlag
auf überall
mit Katzenmaterial
das einen Gesamtfaktor
von mehreren Kilomilliarden N hatte
verbreitete Herr von Runkenstein
den Weltfrieden über Nacht
da die unglaublich vielen Kätzchen
sämtliche Gewalt förmlich erstickten
und die Welt viel friedlicher wurde
da die Millionen von Soldaten
nun alle in der Katzenzubehörindustrie
sichere Arbeitsplätze fanden
Für einige Jahrzehnte war das Leben
auf der Erde recht angenehm
und Herr von Runkensteins Katzenmonopol
blieb unangetastet
bis dann jedoch auf seltsame Weise
die Mäuse von der Erde verschwunden waren
weil diese sich eine neue Erde bestellt hatten
um ihr Experiment mit der Menschheit
ungestört fortsetzen zu können
was Herrn von Runkenstein die Chance gab
auf einen katzenfreien Planeten auszuwandern
und dort erstmal einige lokale Kriege auszulösen
um sich ein wenig abzureagieren
und anschließend ein neues Leben zu beginnen
welches dem alten sehr ähnlich war
nur eben ohne Katzen


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#170: Herr von Runkenstein wird Weltmeister
HvR#170
Herr von Runkenstein wird Weltmeister

Als eines Morgens
4400 Leute
in Herrn von Runkensteins Garten standen
wusste dieser endlich
wie er der zunehmenden WM-Begeisterung
Herr werden sollte
indem er aus der Menschenmasse
elf besonders gute Fußballer auswählte
und den Rest postwendend
in die Zukunft zurückschickte
Wenig später
meldete Herr von Runkenstein
das Nationalteam
der souveränen Republik Absurdistan
zum Wettbewerb an
und lies eine PR-Maschinerie anlaufen
die mehrere tausend Euro pro Stunde ausspuckte
und zwar in Bar
Als dann endlich die Vorrunden begannen
schoss Absurdistan gleich zwölf Tore
und zwar im ersten Spiel
gegen Holland
die trotz Spuckattacken
mit 30mm-Geschossen
das Spiel kaum beherrschen konnten
Auch die anderen Vorrunden-Spiele
waren ähnlich deprimierend
für Frankreich, Brasilien und die Osterinsel
mal abgesehen von einem Tor
dass von einer großen Steinfigur ohne Füße geschossen wurde
welches aber erst zwei Jahrhunderte
nach Spielschluss gelang
und daher in der Wertung nicht auftauchte
Im Achtelfinale gegen Nordkorea
schaffte der Gegner immerhin schon drei Tore
dank Einsatz der gesamten nordkoreanischen Armee
die aber trotz allem die sieben Gegentore
nicht verhindern konnte
die übrigens alle
von Herrn von Runkenstein persönlich geschossen wurden
und zwar aus der Loge
und im Handstand
Das Viertelfinale gegen den Iran
verlief hingegen äußerst unspektakulär
da Herr von Runkenstein
dank geschickten Schmiergeldeinsatzes
den Spielbeginn auf das Freitagsgebet verlegen lies
weshalb die Iraner erst ankamen, als es bereits
2.375.937 zu Null stand
was Herr von Runkenstein aber nur tat
um den iranischen Präsidenten zu ärgern
der zwei Stühle neben ihm saß
und unentwegt den Holocaust leugnete
um die deutschen Sicherheitskräfte zu provozieren
und seine diplomatische Immunität auszunutzen
Das Halbfinale war wieder viel spannender
da die Amerikaner nur mit viel Glück soweit gekommen waren
und die absurdistanischen Spieler
gelegentlich einige Barrel Rohöl
auf dem Spielfeld platzieren ließen
die von den US-Spielern sofort in Sicherheit gebracht wurden
weshalb die gesamte Abwehr
und der halbe Sturm blockiert waren
und das Spiel mit 2001 zu 3 endete
was Präsident Bush nur mit den Worten
"What is Soccer?" kommentierte
Im großen Finale
standen den Absurdistanern
die deutsche National-Elf gegenüber
die zwar ein paar wenige Tore schoss
aber für die Kung-Fussballer kein wirkliches Hindernis darstellte
alleine schon deshalb
weil ihnen jemand in der Umkleidekabine
die Schnürsenkel aneinandergebunden hatte
was die deutsche Abwehr für entscheidende Momente lahm legte
Das Endergebnis war aber letztlich nur halb so schlimm
da Absurdistan schließlich überall war
und damit die ganze Welt gewonnen hatte
und am meisten Herr von Runkenstein
der jetzt in der galaktischen Großliga
spielen (lassen) durfte
wo der Gewinn ein kompletter Planet ist
auf dem er in Zukunft friedlich sein Gemüse anbauen konnte
und nicht damit rechnen musste
das dieses von plötzlichen Ankömmlingen
aus Vergangenheit
Gegenwart oder Zukunft
zertrampelt wurde
wie es dieses Jahr bereits dreimal passiert war


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#171: Herr von Runkenstein rettet Bären
HvR#171
Herr von Runkenstein rettet Bären

Trunken vom schwarzrotgoldnen Fahnenrausch
begann Herr von Runkenstein
Problembären aufzuspüren
indem er kleine Fahnen in der Landschaft verteilte
um am nächsten Tag aus den umgeknickten Fahnen
auf das Vorhandensein eines Problembärs
oder mehrerer Problembären zu schließen
die er mit Hilfe eines Spazierstocks
und mehrerer Wollknäuel einkreiste
um sie schließlich aus mehreren Hinterhalten
gleichzeitig zu überraschen
zu betäuben
und zu deportieren
in eine Bärenkolonie nahe der transylvanischen Alpen
jedoch nicht
ohne einen Roboterbären zurückzulassen
der am nächsten Tag getötet wurde
und so die Deutschen glauben ließ
dass sie nach wie vor die Herren
über Leben und Tod
in den deutschen Wäldern waren
wo noch viele gefährliche Kreaturen lauern
wie der tollwütige Fuchs
das faschistische Eichhorn
der giftige Waldlurch
und der frankensteinsche Wolpertinger
der aus vielen anderen gefährlichen Tieren
in Handarbeit
von arbeitslosen CSU-Wählern
in dunklen Vollmondnächten zusammengenäht wird


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#172: Herr von Runkenstein erobert Runkelstein
HvR#172
Herr von Runkenstein erobert Runkelstein

Weil Herr von Runkenstein sich nicht entscheiden konnte
ob er Frankreich oder Italien lieber mochte
verglich er eine Pizza mit einem Baguette
und stellte fest
dass eine Pizza mit Fleisch und Gemüse belegt ist
und lecker schmeckt
während Baguette lediglich ein langes Brötchen darstellt
mit einem eher zweifelhaften Wert als Mittagessen
weshalb Herr von Runkenstein über den Brenner nach Süden fuhr
aber nicht besonders weit kam
da in den Alpen Steine und Bären auf den Straßen herumlagen
und er deshalb einen anderen Weg nehmen musste
der ihn zu einer Burg führte
das fast genauso hieß wie er
was bedeuten musste
dass sie sich einmal in Familienbesitz befand
und irgendwann einmal erobert und umbenannt wurde
wie es damals Sitte war
Selbstverständlich sah es Herr von Runkenstein
als seine Pflicht an
eine Belagerung zu organisieren
und die Burg zurückzuerobern
was jedoch kaum eine halbe Stunde in Anspruch nahm
da die Fremdenführer nicht im ausweichen
vor brennenden Leichenteilen
oder im Nahkampf ausgebildet waren
und die später anrückende Polizei
keine Erfahrung
mit mittelalterlichen Belagerungsmethoden hatte
und sich zudem nicht sicher war
in welchem Land sie sich überhaupt befand
und ob es sich bei der ganzen Angelegenheit
um eine Straftat oder eine Ordnungswidrigkeit handelte
lies sich jedoch mit einer von Herrn von Runkenstein
selbst angefertigten Besitzurkunde zufriedenstellen
und wünschte dem neuen Burgbesitzer viel Erfolg
bei der Abwehr von österreichern
oder Karthagern
die möglicherweise aus den Bergen auftauchen konnten
weil dies auch schon früher geschehen war
und es jederzeit wieder passieren konnte
was Herrn von Runkenstein jedoch nicht weiter interessierte
da er in der Festung erstmal durchfegen musste
die Kerker lüftete
schwere Flugabwehr auf den Mauern einbauen ließ
und dem Dämon in den unteren Gewölben ein Opfer brachte
um sich gut abzusichern
für eventuelle Auseinandersetzungen
wenn er hier seinem neusten Werk arbeitete
nämlich der besten Pizza der Welt
die so gut sein sollte
dass der Fürst der Finsternis persönlich auftaucht
um ihm für die Pizza
einige Dämonenlegionen anzubieten
mit denen Herr von Runkenstein den Himmel erobern wollte
um ein autonomes Terrorregime
auf einer abgelegenen Wolke zu errichten
und ein neues Steuerparadies zu erschaffen
und eine Freihandelszone zwischen den Dimensionen
und ein Denkmal für Franz Kafka
der mit der ganzen Angelegenheit
überhaupt nichts zu tun hat


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#173: Herr von Runkenstein entflieht der Hitze
HvR#173
Herr von Runkenstein entflieht der Hitze

Während am Himmel die Sonne glühte
trank Herr von Runkenstein
einen wärmenden Glühwein
weil er seinen Wohnsitz derzeit
in einen Eisberg verlegt hatte
der sich auf einem Kurs Richtung Vanuatu befand
weil Herrn von Runkenstein inzwischen so kalt war
dass er ein wenig Zeit in äquatornähe verbringen
und die glücklichsten Menschen der Welt besuchen wollte
die jedoch nur glücklich waren
weil es bei ihnen langweilig war
und quasi nichts passierte
bis Herr von Runkenstein mit seinem Eisberg landete
und allen Wodka on the Rocks spendierte
was zu einigen Ausschweifungen führte
die in der Besetzung Chinas durch Vanuatu endete
und Herrn von Runkenstein
zu einem Sitz im UNO-Sicherheitsrat verhalf
den er bei ebay versteigerte
an einen User namens Adamahatschimedad4evr
der einige Zeit später das noch junge
persische Reich versteigerte
für welches Herr von Runkenstein wiederum
den Zuschlag erhielt
was ihn in die Lage brachte
enorme Mengen Sand an die aufstrebende Prozessorindustrie
auf dem Maschinenplaneten Extraktula 1101001101
zu verkaufen
wofür er wiederum eine Cyberdroidenarmee erhielt
mit deren Hilfe er Groß-Vanuatu
und das persische Reich vereinte
sich zum Imperator auf Lebenszeit ernannte
und einen gigantomanischen Sonnenabwehrschirm errichten ließ
in dessen Schatten
vom roten Meer bis nach Kabul
es so angenehm kühl war
dass sich eine neue Subspezies des Menschen bildete
der überwiegend im ewigen Schatten lebt
und sich von Soylent Sonne ernährt
ein kleiner, gelber Schokoriegel
den es in den Geschmacksrichtungen
Schokolade
Zitrone
und Rum-Trüffel gibt


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#174: Herr von Runkenstein baut Hybriden
HvR#174
Herr von Runkenstein baut Hybriden

Nachdem Herr von Runkenstein
über den Umweg einiger Zwischenschritte
einen Zigarettenstummel
gegen eine Insel tauschte
inklusive Zoo und Operationssaal
knüpfte er an das Erbe des Vorbesitzers an
und begann eine Reihe unethischer Experimente
in deren Verlauf
er diverse Tierarten fachgerecht zerlegte
zu neuen Lebensformen zusammensetzte
diese radioaktiv verstrahlte
und ihnen anschließend nicht-irdische
Wachstumshormone injizierte
was über mehrere Wochen
sehr unterhaltsam war
und seine Hand-Auge-Koordination trainierte
dann jedoch
zu einigen Verwirrungen führte
da sich Katzenvogel
und Rattenhund nicht einig waren
wer eigentlich wen jagte
der Kaninchenjaguar
an der Elefantengazelle verzweifelte
und die Hammerhaischnecke
sich mit den Krebsschlangen
zu einem symbiotischen Lebewesen vereinte
um das Land zu erobern
und die Schildkrötenpaviane zu dezimieren
mit denen sie schon lange im Streit lagen
da diese beim Cricket
ständig betrogen
und mit dem Gewinn
eine Kanarienzebra-Guerilla
in den Bergen unterstützten
welche das Drogenkartell der Eichhorngorillas
mit hochpotenten Opiumhanf belieferte
welches in den gehobenen Kreisen
der Zitteraallemuren
und der Koalakiwis ständig konsumiert wurde
Nachdem Herr von Runkenstein dem Treiben
lange genug zugesehen
und einige sehr faszinierende Tierdokumentationen
produziert hatte
beschloss er schweren Herzens
das Projekt Moreau zu beenden
und die Insel
mit thermonuklearen Antineutrino-Quantenstringbomben
zurück in die Hölle zu blasen
aus der sie irgendwann heraufgestiegen war
natürlich nicht
ohne vorher
ein Dutzend Exemplare jeder Kreatur
auf einer Arche einzuquartieren
welche an allen Küsten der Welt anlegte
um das grauenerregende Inselgezücht
aus seinen schwarzen Toren auszuspeien
und die ökosysteme der Welt
von Grund auf zu erneuern
und dem Kampf ums überleben
auf eine völlig neue Stufe zu heben
in welcher der Mensch
nun endlich wieder
mittendrin
statt nur dabei war
und sich von neuem
zum oberen Ende der Nahrungskette
hinaufarbeiten musste
was das Leben auf Erden
völlig unvorhersehbar machte
da es nun jederzeit
und überall
plötzlich wieder enden konnte
wie in den guten alten Zeiten
der Faustkeile
Höhlen-WGs
und Säbelzahntigerfellunterhosen


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#175: Herr von Runkenstein wird Wochenendimperator
HvR#175
Herr von Runkenstein wird Wochenendimperator

Als der kleine Felsbrocken
im Asteroidengürtel
auf dem Herr von Runkenstein
sich ein kleines Wochenendhäuschen gebaut hatte
zu einem Planeten ernannt wurde
reagierte er sofort
und ernannte sich
zum Imperator von Ceres
baute seinen Schrebergarten
zu einer Festung aus
und eroberte alle anderen
Objekte des Asteroidengürtels
was von nur wenigen Robotern
durchgeführt werden konnte
weil mit Widerstand seitens der Asteroiden
kaum zu rechnen war
Tags darauf
betrug die Bevölkerung
des ceresischen Imperiums
bereits mehrere Millionen
auf den Briefköpfen
da Briefkastenfirmen hier
eine neue Heimat gefunden hatten
wodurch sich die Taschen
des Imperator von Ceres
mit großen Mengen
des Erdkapitals füllten
was dieser verwendete
um sämtliche Planetoiden
mit Brücken zu verbinden
wodurch ein seltsames Objekt entstand
dessen Existenz dermaßen absurd war
dass es sich auflöste
und in einer anderen Dimension materialisierte
in der Wackelpudding auf Fröschen reitet
und ein Grottenolm
zum Präsidenten der Erde gewählt wurde
Der Imperator von Ceres hingegen
nannte sich nun wieder Herr von Runkenstein
da sein Imperium nicht mehr da war
genauso wie der größte Teil des Erdkapitals
was aber nicht weiter störte
da es von nur knapp einem Dutzend Menschen stammte
die auch jetzt noch nicht arm waren
obwohl man es ihnen gegönnt hätte


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#176: Herr von Runkenstein rettet Pluto
HvR#176
Herr von Runkenstein rettet Pluto

Als Herr von Runkenstein aus den Medien erfuhr
dass Pluto nicht weiter ein Planet sein sollte
war er entsetzt
da er diesen Planeten selbst entdeckt
und zum Planeten erklärt hatte
was eine Menge Kontakte erforderte
und viel Schmiergeld an den richtigen Stellen
und nun einfach sabotiert wurde von Menschen
die niemals selbst auf Pluto gestanden
seine Luft geatmet
und in seinen Erlebnisbäder gebadet hatten
weshalb Herr von Runkenstein umgehend
das nächste Expressshuttle
nach Pluto West nahm
Eine Plakette mit dem Titel
“anerkannter Planet’ befestigte
und diese Tatsache umgehend
bei wikipedia eintrug
wodurch sie zur unumstößlichen Wahrheit wurde
und Pluto die definitiv äußerste Grenze
des Sonnensystems bleibt
bis die nächste weit entfernte Steinkugel
eine genügend große Lobby bekommt
um sich zum Planeten ernennen zu lassen
was Herr von Runkenstein jetzt aber
nicht weiter interessierte
da ebenfalls über wikipedia
Steine zu Brötchen erklärte
was zwar das gesamte Bäckerhandwerk ruinierte
Und Steinbrüche zu Horten
von Schimmelpilzzivilisationen machte
nun aber
wegen stabiler Artikel
nicht mehr zu ändern war


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#177: Herr von Runkenstein hat Geburtstag
HvR#177
Herr von Runkenstein hat Geburtstag

Als eines Morgens im September
eine Torte mit fünf Kerzen auf dem Tisch stand
wunderte Herr von Runkenstein sich sehr
da er nicht nur biologisch viel älter war
sondern eigentlich
aufgrund seiner ständigen Zeitreisen
bereits 15,72 mal älter
als Raum und Zeit selbst
weshalb man die fünf Kerzen
nur als einen schlechten Scherz
des Universums bezeichnen konnte
obwohl Herr von Runkenstein
sich auch nach längerem nachdenken
nicht wirklich an die Zeit
vor 2001 erinnern konnte
was aber auch bedeuten konnte
dass diese Erinnerungen
in dem Teil des Gehirns lagen
durch den sich einst
eine Gehirnmade gefressen hatte
die er nach dem entfernen
mit frischen Gehirnen
vom Zombie-Wochenmarkt durchfütterte
bis sie sich verpuppte
und eines Tages ein Lebewesen schlüpfte
welches Herr von Runkenstein
über einen langen Zeitraum mit Country-Musik
und Bibelsprüchen bombardierte
bis das Wesen schließlich
zum US-Präsidenten gewählt wurde
und eine eigene Gehirnmade bekam
aus der Herr von Runkenstein eines Tages
sofern Gott mal kurz nicht hinsieht
den Antichristen züchten würde
aus dessen Gehirnmade wiederum
er den großen Cthulhu erschaffen wollte
der ihm vor seiner sagenhaften Wiederkehr auf Erden
hoffentlich sagen konnte
was in den vergangenen fünf Jahren
nun wirklich passiert war
und ihn fragen
und ob man diese gut dokumentierte Epoche
für die Generationen nach dem Ende der Welt
nicht als einziges überbleibsel aufbewahren sollte
quasi als Chronik der Menschheit
aus der Sicht des Herrn von Runkenstein
den man ja als typischen Vertreter
seiner Art bezeichnen konnte
sofern man den Homo sapiens runkensteini
als Vertreter der Humanoiden anerkennt
was aber zu diesem Zeitpunkt
auch niemand mehr verhindern kann


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#178: Herr von Runkenstein wird Gottkaiser
HvR#178
Herr von Runkenstein wird Gottkaiser

Als Herr von Runkenstein in der Wüste stand
weil er wieder einmal
mit der Raumzeit herumgespielt hatte
war er zunächst etwas beunruhigt
fand dann jedoch eine Flasche Wasser
in dem Seitenarm einer Hosentasche
worauf alle Probleme gelöst erschienen
jedoch nur bis zu dem Moment
als eine Sandforelle erschien
und die gesamte Flasche in einem Zug austrank
was Herr von Runkenstein ihr übel nahm
und aus diesem Grund das freche Tier
und eine Reihe seiner Geschwister
in einen Ganzkörpersandforellenschutzanzug verwandelte
wie er es einmal in einem Buch
über das überleben in der Wüste gelesen hatte
was sich in diesem Moment bezahlt machte
da er nun über genügend Superkräfte verfügte
um den nächsten Sietch zu erreichen
und dort mit seiner zweiten Haut anzugeben
was dazu führte
dass man Herr von Runkenstein bald überall kannte
und ihn auch irgendwann als Gottkaiser verehrte
was er zwar nicht gewollt hatte
aber zumindest sehr freundlich fand
allerdings nicht so freundlich wie die Tatsache
dass er sich
völlig unbemerkt
im Laufe von sechstausend Jahren
zu einem Sandwurm verwandelt hatte
der nun durch die Wüste zog
und Melange produzierte
die seine Priester meistbietend verkauften
bis der Gottkaiser von Runkenstein
keine Lust mehr hatte
und wieder ein Mensch wurde
was noch mal solange dauerte
aber nur halb so lustig war
weil er ja genau wusste
was vor ihm lag
wie GEZ-Gebühren
lärmende Kinder am frühen Morgen
und verbrannter Toast
und zudem die erste Dusche
seit 15.000 Jahren


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#179: Herr von Runkenstein beleidigt den Islam
HvR#179
Herr von Runkenstein beleidigt den Islam

Weil Herr von Runkenstein es mit den Christen
schon oft genug aufgenommen hatte
er gegen die Buddhisten nichts in der Hand hatte
und er gegen die Juden
aufgrund historischer Ereignisse nichts sagen durfte
fiel sein Augenmerk auf die Moslems
weshalb er sofort einige anzügliche Witze
über Mohammed
ins Internet stellte
und sein Gesicht
in ein obszönes Daumenkino einarbeitete
worauf sofort einige aufgebrachte
und von der Hisbollah organisierte Demonstranten
Fahnen von Dänemark und Kanada verbrannten
viele Produkte boykottierten
mit Ausnahme von Coca-Cola
und mehrere Dutzend Dschihads ausriefen
womit Herr von Runkenstein vollends zufrieden war
da er nun die überwachungskamera an seinem Gartenhäuschen
von der Steuer absetzen konnte
und er sich von dem gesparten Geld
einen Döner
von dem Terroristen an der nächsten Ecke kaufen konnte
der so höflich war
sein Gammelfleisch nur an Kreuzritter zu verkaufen
die jeden zweiten Samstag
vor ihrem Kegelabend vorbeikommen
um nach Döner und Uludag
das christliche Abendland zu verteidigen


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#180: Herr von Runkenstein bereist den Möglichkeitsraum
HvR#180
Herr von Runkenstein bereist den Möglichkeitsraum

Als Herr von Runkenstein für einige Wochen verschwand
und dann plötzlich wieder auftauchte
brühte er sich zunächst einmal
einen heißen Eistee auf
den er lauwarm trank
um den seltsamen Geschmack loszuwerden
der sich bei seinen Reisen
durch den Möglichkeitsraum angesammelt hatte
da ein Wechsel
zwischen Raum-, Zeit- und Wahrscheinlichkeitsebenen
ein Gemisch aus Zinn und Zink freisetzt
welches sich in sämtlichen Körperöffnungen absetzt
und vermutlich der Grund dafür ist
dass die wenigsten Menschen parallelle Realitäten besuchen
neben der Gefahr
das schon winzigste Abweichungen von den Zielkoordinaten
in Realitäten führen können
in der achtbeinige Elefanten mit Napalmtorten um sich werfen
depressive Gummizwerge Fortpflanzungsorgane sammeln
oder sogar
übelgelaunte Neontassen in marsianischen Glasschubladen fliegend
mit Ameisenkanonen auf Spatzen und alle anderen Personen schießen
die sich der Terrorherrschaft des angespitzten Kugelschreibers
widersetzen
wie Herr von Runkenstein es selbst erlebt hatte
nachdem er wegen eines verkehrten Vorzeichens
in Realitäten gelandet war
die derart unwahrscheinlich sind
dass man ihre Existenz als reine Formsache bezeichnen musste
wie es eigentlich für die meisten Realitäten gilt
die nur deshalb existieren
weil sie nach den Gesetzen der Quantenmechanik existieren müssen
ohne Rücksicht auf Naturgesetze
die keine richtigen Gesetze sind
sondern eher Richtlinien
für einige besonders stabile Realitäten
von denen so mancher Zeitgenosse behaupten würde
dass es sich dabei um die Wirklichkeit handeln musste
die jedoch immer im Auge des Betrachters liegt
beziehungsweise in dessen Wahrnehmung
welche in vielen Fällen derart verdreht ist
dass man sich nur wundern kann
dass soetwas tatsächlich als Realität bezeichnet wird
und nicht als wirrer Fiebertraum
wie das Leben des Herrn von Runkenstein
der sich nun auf den Weg in eine Realität begab
in der er seine benutzen Taschentücher
mit Gold aufwiegen lassen konnte
was ihn aufgrund seines derzeitigen Schnupfens
mal wieder zu einem reichen Mann machen sollte
nur mit dem Unterschied
dass er dieses mal
das Geld in einer Wirklichkeit anlegen konnte
in welcher die Zinsen in Form von Glückshormonen vergütet werden
was sicher sehr interessant werden würde
insbesondere dann
wenn er diese in eine Wahrscheinlichkeisebene bringen konnte
in der Glückshormone
in Verbindung mit einem schwarzen Loch
einen Riss erzeugen können
welcher Realitäten miteinander verbindet
und so das unmögliche möglich
und das mögliche unmöglich machen könnte
wie es sonst nur psychoaktiver Plutoniumsalat schafft
oder Gammelfleisch aus den Zeiten der französischen Revolution


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#181: Herr von Runkenstein hat ein Maulwurfproblem
HvR#181
Herr von Runkenstein hat ein Maulwurfproblem

Als Herr von Runkenstein bei der
monatlichen Untersuchung
des Untergrunds seines Gartens
mittels Supersonar
eine Menge neuer Gänge feststellte
die von Maulwurf-Mineuren stammten
welche schon seit Jahren versuchten
den geheimen und sagenumwobenen Maulwurfschatz
im Runkensteinschen Keller zurückzuklauen
beschloss er
den geheimen Krieg mit den Maulwürfen
ein für allemal zu beenden
und die große Hauptstadt der Untergrundbewohner
mit bunkerbrechenden Atomgranaten zu bombardieren
was aber nur dazu führte
dass verstrahlte Maulwurfmutanten
atomare Hochgeschwindigkeitsgänge gruben
und mit asynchronen Katapultbohrern
in den geheimen Keller
unter Herrn von Runkensteins
dreistöckigen Atombunker eindrangen
und den Maulwurfsschatz zurückeroberten
der aus einem PEZ-Spender bestand
und einem Buch über einen kleinen Maulwurf
der sich eine eigene Rakete baut
was jedoch unter der aktuellen Situation
zu einer Religionsgründung führte
deren fanatische Anhänger damit begannen
die maulwurfianische Raumfahrt
zur Kolonisierung eines fernen Planeten zu nutzen
der nun Krtek hieß
und schon bald eine Maulwurfzivilisation beherbergte
deren Raumflotte den gesamten Sektor bedrohte
die Goa'uld vernichtete
die Xenomorph zu Säuresuppe verarbeitete
den Vorlonen eine Kiste Bier schickte
aus den Kleinen Grauen Männchen Raumschnitzel machte
und Herrn von Runkenstein eine Kiste Antimaterie
als Entschädigung für den beschädigten Kellerwände anbot
welche dieser dankend annahm
da eine Kiste Antimaterie in der Hand
schon immer besser war
als ein Trupp Elitemaulwürfe auf dem Dach
beziehungsweise unter dem Haus
wo man diese gelegentlich antrifft
wenn man auch nicht immer überlebt
um später davon zu berichten


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#182: Herr von Runkenstein baut eine Seilbahn
HvR#182
Herr von Runkenstein baut eine Seilbahn

Als Herr von Runkenstein einmal
ein Wochenende übrig hatte
kaufte er sich Baumstämme und ein Stahlseil
und baute eine Seilbahn zum Mond
weil ihm eine achtzehnstündige Autofahrt
einfach zu lange dauerte
was aber dazu führte
dass sich plötzlich eine enorme Nachfrage
nach Mondreisen ergab
und sich lange Schlangen
vor der Talstation bildeten
die jedoch immer länger wurden
weil Herr von Runkenstein auf dem Mond
lieber alleine war
und nukleare Golfbälle in Richtung Erde schoss
was mit Touristenscharen im Rücken
nur halb so idyllisch wäre
Nur wenige Tage später
kam es jedoch zu Massenaufständen
und ein wütender Mob mit Fackeln und Eispickeln
stürme die Seilbahn und fuhr zum Mond
um dort Mondsteine und Sand zu sammeln
und anschließend alles anzuzünden
um den Wert ihrer Steinsammlungen zu steigern
was an und für sich ein guter Plan war
der jedoch auf der Venus endete
da Herr von Runkenstein in der Zwischenzeit
die Talstation verlegt hatte
und nun auf der Venus Softdrinks
und Ventilatoren verkaufte
für die plötzlich eine hohe Nachfrage bestand
die so hoch war
dass Herr von Runkenstein die Mondstation
nach China verlegte
wo er eine Ventilatorenfabrik
und eine Coca-Cola-Abfüllanlage besaß
welche er durch Erpressung und Bestechung
ehrlich erworben hatte
und deren Betrieb
dank Chinesen, Robotern und Sklavenaffen
so billig war
dass man sich zwangsweise fragen musste
warum Chinesen nicht
über ebay zu ersteigern waren
was aber vermutlich an Menschenrechten
und hohen Importzöllen lag
die man nur umgehen könnte
wenn man Fabriken
in internationale Gewässer verlegen könnte
was jedoch völlig lächerlich
und total hirnrissig war


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#183: Herr von Runkenstein backt Kugelpizzas
HvR#183
Herr von Runkenstein backt Kugelpizzas

Nach nur wenigen Tagen
war es Herrn von Runkenstein gelungen
seine Baupläne umzusetzen
und einen Ofen zu bauen
in dessen inneren eine Metallkugel
dank starker Magnetfelder schwebte
weshalb er nun endlich in der Lage war
kugelförmige Pizzas zu backen
was Herr von Runkenstein schon immer machen wollte
seit er erfahren hatte
dass die Pizza eine Kugel ist
was aber nun dazu führte
dass er auch einen magnetischen Tisch bauen musste
an dem man die Pizza essen konnte
wenn man sich nicht gerade im Weltraum befand
welcher jedoch das zukünftige Geschäftsfeld
der Kugelpizza war
weshalb Herr von Runkenstein umgehend
eine Weltraum-Pizzeria baute
wo er Astronauten und andere Reisende versorgte
und schließlich sogar Kunden
aus der vierten Dimension gewann
wo die Kugelpizza zwar üblich war
aber eine Pizza ohne Kruste
eine Sensation darstellte
Um jedoch die Geschichte
wie immer auf die Spitze zu treiben
fertigte Herr von Runkenstein eine Pizza
mit dem Durchmesser der Erde
brachte sie in eine 200-Grad-Celsius-Umlaufbahn
um die Sonne
und anschließend auf eine 50-Grad-Celsius-Umlaufbahn
zum warmhalten
worauf sich auf dem Pizzaplaneten
eine Zivilisation entwickelte
die auf heißem Käse basierte
und Festungen aus Teig und Salami erbaute
um sich vor den Peperonibestien zu schützen
die grausam jegliche Käsekreatur zerfleischten
und sich nur vor Fungi-Titanen fürchten
die heiß und lecker durch Käsewälder stampfen
auf der Suche nach Thunfisch und Ananas
den es hier aber nicht gab
weil die Zwiebel- und Paprikaherden
der Meinung waren
das diese nicht hierher gehörten
was natürlich reine Geschmackssache war
wie man sich schon denken konnte


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#184: Herr von Runkenstein verbietet Killerspiele
HvR#184
Herr von Runkenstein verbietet Killerspiele

Und es ward 2007
was Herrn von Runkenstein jedoch
nicht weiter interessierte
da ein Jahr wie das andere ist
und im Grunde nur eine fortlaufende Nummer
für den fortlaufenden Unsinn darstellt
an den man sich im Dezember
in großen Sondersendungen würdig erinnerte
da man ihn bis dahin üblicherweise schon vergessen hatte
oder manchmal auch nicht
wie beispielsweise das Gespenst Killerspiel
welches immer öfter auftaucht
und Verantwortung übernehmen muss für Taten
deren Hintergründe zu kompliziert sind
um von Populisten
und CSU-Politikern verstanden zu werden
und das fordern von Verboten
immer schon das einfachste war
was ein Mensch neben atmen und pinkeln zustande bringt
weshalb Herr von Runkenstein es sich besonders einfach machte
und ein Verbot von sämtlichen Medien
und Printprodukten forderte
in denen man Sex, Gewalt und subversives Gedankengut fand
was er schließlich auch durchsetzen konnte
dank einer schlagkräftigen Sturmstaffel
die für den Jugendschutz über Leichen ging
vor allem über die Leichen der Jugend selbst
weshalb Herr von Runkenstein eine Jugendorganisation gründete
die er logischerweise Runkenstein-Jugend nannte
und in der endlich wieder Werte
wie Ehre, Pflichtgefühl und Disziplin vermittelt wurden
welche ja die Grundlage einer totalitären Gesellschaft bildete
wie Herr von Runkenstein sie anstrebte
mal ganz abgesehen von der Ausmerzung jeglicher Individualität
und Entscheidungsfreiheit
da Freiheit immer im Widerspruch
zu Sicherheit steht
die quasi der Heilige Gral des Totalitarismus ist
und deshalb wichtiger ist als das Leben und die Freiheit
einer unbedeutenden Minderheit
oder Mehrheit
oder Allgemeinheit


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#185: Herr von Runkenstein überwacht sich selbst
HvR#185
Herr von Runkenstein überwacht sich selbst

Nach einem Besuch in England begann Herr von Runkenstein
seine gesamte Umgebung mit Kameras zu überwachen
um herauszufinden
was wirklich vor sich ging
und ob er vielleicht Dinge tat
die seine Wahrnehmung garnicht erst wahrnahm
und schon nach wenigen Wochen
hatte er ein komplettes Dossier über sich selbst
und seine nähere Umgebung verfasst
und war beim ersten lesen schockiert
da er nicht wusste
dass er hinter seinem eigenen Rücken
ein Spielcasino
eine Söldnerarmee
ein atomar verseuchtes Nuklearkernforschungslabor
sowie eine Würstchenbude in Prag besaß
und auch persönlich leitete
und zwar alle gleichzeitig
was man nur mit Hilfe der Quantentheorie
und bewusstseinserweiternder Drogen erklären konnte
und auch dann nur zur Hälfte
Ebenfalls unbekannt waren ihm Tatsachen
die er bisher nur aufgrund
seiner Verschwörungstheorien erklären konnte
wie der in seinem Keller lebende Werassel-Stamm
die bei Dreiviertel-Vollmond zu Webdesignern werden
und christliche Webseiten im Akkord mit Bibelzitaten füllen
oder der ausgestopfte ukrainische Zwergschimpansenkäfer
der gelegentlich durch das Zimmer hüpfte
wenn er sich unbeobachtet fühlte
und die Uhr verstellte
die jedoch von einem Atomzeit-Kuckuck
ständig wieder richtig eingestellt wurde
und selbst das Kampfgemüse-Hauptquartier in der Gartenhütte
hatte Herr von Runkenstein noch nie bei einer offiziellen Sitzung
erwischen können
obwohl er so was schon immer vermutet hatte
wenn wieder einmal seine Milzbrandkartoffeln verschwunden waren
obwohl diese auch teilweise vom CIA geklaut wurden
wie er nun anhand von Videoaufzeichnungen beweisen konnte
Als Herr von Runkenstein jedoch abgemahnt wurde
von einigen Anwälten
die in den Büschen seines Gartens leben
und sich gelegentlich auf Säugegetiere fallen lassen
um diesen das Blut auszusaugen
musste er die überwachungsmaßnahmen beenden
und verkaufte die gesammelten Daten an die NSA
die mit der Auswertung sicher über Jahre beschäftigt sein würde
und in dieser Zeit
zumindest keine anderen Dummheiten anstellen konnte


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#186: Herr von Runkenstein im Zenobitenland
HvR#186
Herr von Runkenstein im Zenobitenland

Auf einem Flohmarkt im hintersten Vorderasien
hatte Herr von Runkenstein eine seltsame Box erstanden
mit der er solange herumspielte
bis sie sich öffnete
eine seltsame Musik spielte
und sich das Tor zur Hölle auftat
beziehungsweise zu einer seltsamen Kerkerdimension
aus der einige Theologen kamen
welche dem Orden der klaffenden Wunde angehörten
der sich im Mittelalter
von der katholischen Kirche abgespalten hatte
und die Herrn von Runkenstein unterstellten
mit dem öffnen der Box einen Vertrag unterzeichnet zu haben
der es ihnen erlaubte
Herrn von Runkenstein ebenfalls zu verstümmeln
bis er aussah
wie ein Sado-Maso-Anhänger
den man durch einen Fleischwolf gedreht hatte
was dieser jedoch ablehnte
da er die Welt der Schmerzen bereits kennen gelernt hatte
als er zuletzt das Arbeitsamt besuchte
was die Zenobiten jedoch nicht akzeptieren wollten
weshalb sie dazu übergingen
mit Fleischerhaken an Ketten um sich zu werfen
die Herr von Runkenstein jedoch auffing
miteinander verknotete
und somit unbrauchbar machte
was die Zenobiten derart frustrierte
dass sie nun andere Saiten aufzogen
indem sie eine förmliche Einladung aussprachen
die Herr von Runkenstein unmöglich ablehnen konnte
da ihm Tee und Kekse versprochen wurden
und man Tee-Und-Keks-Versprechungen in allen Dimensionen
ernst nehmen muss
weshalb er die Kerkerdimension betrat
und dort an einem netten Kaffeekränzchen teilnahm
welches er dank genügend Aspirin nicht nur überlebte
sondern auch dominierte
indem er Texte von Marquis de Sade vorlas
welche bei den Zenobiten so gut ankamen
dass er nun einmal pro Monat eine Vorlesung hält
und anschließend mit den Anwesenden
über Schmerzen
Pein
und deutsche Politik diskutiert
was selbst bei den Zenobiten zu Alpträumen führt
die Schmerzen ja eigentlich gewöhnt sind


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#187: Herr von Runkenstein beendet den Klimawandel
HvR#187
Herr von Runkenstein beendet den Klimawandel

Als der Klimaschutz plötzlich salonfähig wurde
und die UNO verkündete
dass in dreizehn Jahren der Weltuntergang unabwendbar war
beschloss auch Herr von Runkenstein
genau wie die Amerikaner
den Planeten etwas weniger zu zerstören
weshalb er zunächst einmal seinen Kampfpanzer
mit dem er morgens zum Bäcker rollte
auf Hybridantrieb umstellte
und seine Braunkohleheizung auf dem Müll warf
um sie durch ein nagelneues Atomkraftwerk zu ersetzen
welches völlig emissionsfrei arbeitete
und als Nebenprodukt nur leckeren Atommüll erzeugte
welchen er an Godzilla als Brotaufstrich verkaufte
Als er jedoch im Februar einen Sonnenbrand bekam
kam es ihm in den Sinn
dass auch seine Glühbirnen
nicht dem aktuellen Stand der Technik entsprachen
weshalb er sie durch klimafreundliche Kerzen ersetzte
die lediglich nutzlosen Sauerstoff verbrauchen
Seine chinesischen Fabriken hingegen
waren mit der neuen Doktrin völlig außer Mode geraten
weshalb er in sämtlichen Schornsteinen Wurmlöcher einbaute
welche die Treibhausgase zum Mars beförderten
wo diese im Sinne eines umweltfreundlichen
Terraforming-Projektes verwendet wurden
und damit zu guten Treibhausgasen wurden
die nicht mehr unter einer
allgemeinen Dämonisierung leiden mussten
und dadurch viel glücklicher waren
als die meisten anderen Treibhausgase der Welt
Den Gesetzen der internationalen Marktwirtschaft entsprechend
wurde diese Technik sehr schnell
von diversen Kapitalistenvereinigungen kopiert
von der EU subventioniert
und für teures Geld verkauft
was ausnahmsweise jedoch der Erde zugute kam
und den Mars innerhalb von wenigen Jahrzehnten
zu einer zweiten Erde machte
wo sich nach Bakterien und Insekten
auch viele Chinesen ausbreiteten
die sofort neue Fabriken bauten
deren Treibhausgase wiederum zur Erde geschickt wurden
wo man diese dringend benötigte
um eine Eiszeit zu verhindern
die nach dem versiegen des Golfstroms
nahezu unausweichlich geworden war
und mit der absolut niemand gerechnet hatte


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#188: Herr von Runkenstein steigt auf seinen Dachboden
HvR#188
Herr von Runkenstein steigt auf seinen Dachboden

Eines Morgens wurde Herr von Runkenstein
von Geräuschen geweckt
die eindeutig von seinem Dachboden kamen
und weder von der Grottenolm-Familie
noch von der Hippie-Kommune stammten
die dort schon seit Jahren in friedlicher Ko-Existenz leben
weshalb Herr von Runkenstein nun aufstand
und nach oben stieg
um dort nach dem Rechten zu sehen
Nach mehreren Stunden hatte er den halben Weg geschafft
und as einige belegte Brote auf der Aussichtsplatzform
des 187. Stockwerkes
wo er auch seinen Vorrat an Sauerstoffzäpfchen erneuerte
und an einer Mineralwasserquelle seine Feldflasche auffüllte
So gestärkt machte er auf den Weg in das 361. Stockwerk
wo sich der unterste Haltepunkt des Aufzuges befand
der ihn dann in Windeseile
in das 2.001. Stockwerk beförderte
welches sich irgendwo zwischen Stratos- und Ionosphäre befand
an der Schnittstelle zwischen Bloggosphäre und Privatsphäre
und damit direkt unterhalb des Dachbodens lag
Hier griff Herr von Runkenstein nach dem
so genannten Dachbodenlukenöffnungshakenstock
der aus einem langen Stock
und einem metallischen Dachbodenlukenöffnungshaken bestand
wobei zu beachten ist
dass dieses spezielle Exemplar aus dem zwanzigsten Jahrtausend
vor Jesus stammte
und zwar nicht des Jesus von Nazareth
sondern des Jesus von Pangäa
und ursprünglich die Dachbodenluke in der Zitadelle
des großen Cthulhu öffnete
wo der prähistorische Despot
alte Playboy-Hefte und Bücher von H.P. Lovecraft lagerte
was Herr von Runkenstein natürlich bekannt war
als er mit der Dachbodenlukenöffnungsstange
seine höchstpersönliche Dachbodenluke öffnete
und auf den Dachboden stieg
welcher sich direkt unterhalb seines Daches befand
durch welches offensichtlich vor einiger Zeit
eine fliegende Untertasse gekracht war
unter der einige Hippies begraben lagen
und aus der nun ein kleiner ultravioletter Mann
mit einer infraroten Hose heraus stieg
der mit eine feierlichen Geste
seine ADAC-Clubkarte hochhielt
und um eine Reparatur innerhalb der nächsten 20 Erdenminuten bat
was nach seiner Meinung kein größeres Problem darstellten sollte
da ja lediglich das Neutrino-Isolierungsmodul
einen Buffer Overflow bei Speicheradresse Dudenstraße 15b hatte
und ein Neustart von Windows daher ausreichen sollte
Für einen Moment dachte Herr von Runkenstein darüber nach
ob er wirklich dem ADAC einen Auftrag wegschnappen sollte
entschied sich dann jedoch anders
und packte den kleinen Mann in einen Jutesack
um ihn an die Tierhandlung an der Ecke zu verkaufen
Das Raumschiff jedoch reparierte er
schaffte es in den Lastenaufzug
und fuhr es hinunter auf das Parkdeck im 702. Stockwerk
wo er alle Raumschiffe aufbewahrte
die er auf seinem Dachboden gefunden hatte
von russischen Raumstationen
über diverse Todesgleiter
X-, Y- und Z-Wings und Reichsflugscheiben
bis hin zu Borg-Würfeln und kompletten Zylonen-Schlachtformationen
die er natürlich alle luftdicht eingeschweißt hatte
um den Sammler- und damit Wiederverkaufswert
in unermessliche
um nicht zu sagen astronomische Höhen zu treiben


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#189: Herr von Runkenstein ändert die Zukunft
HvR#189
Herr von Runkenstein ändert die Zukunft

Bei einer Reise in die Zukunft
zu einem Bäcker um die Ecke
150 Jahre entfernt
stolperte Herr von Runkenstein
über einen kybernetischen Streuner
der im ins Bein biss
da er im Auftrag des Bundesministeriums für Privatsphäre
das Blut von Passanten auf Drogen untersuchte
und nun Alarm schlug
da sich für Zeitreisen enorme Mengen von LSD
THC und FCKW im Blut befinden müssen
welche Herr von Runkenstein inzwischen allesamt
über die Zirbeldrüse ausschütten lässt
die nur sehr schwer von diesem neuen Tätigkeitsfeld
überzeugt werden konnte
Der Kyberstreuner hingegen begann jetzt damit
einen Strafzettel auszudrucken
der sich auf runde zwei Millionen Euro belief
was für Herrn von Runkenstein bedeutete
dass er sich jetzt nur zwei statt vier Brötchen kaufen konnte
da er nur vier Millionen Euro Brötchengeld mitgebracht hatte
weshalb er nun nach hause ging
um anschließend zurück in die Zukunft zu reisen
diesmal allerdings zehn Minuten früher ankam
was ihm die Gelegenheit verschaffte
dem Roboköter mit Hilfe eines Elektromagneten zu formatieren
partitionieren
und neu zu programmieren
worauf dieser anschließend begann
terroristische Zellen zu bilden
und zwar aus Stammzellen
die sich sehr schnell zu Datenschutzbeauftragten entwickelten
welche wiederum die Legislative unterwanderten
die Exekutive mit radikalen Sparmaßnahmen bedrohte
und die Judikative bei einem gemeinsamen Mittagessen
davon überzeugte
dass Datenschutz wichtiger als Tierschutz sei
da Daten wesentlich kleiner
und damit auch viel schutzbedürftiger als Tiere sind
womit Herr von Runkenstein jedoch
nichts mehr zu tun hatte
da er bereits 150 Jahre früher sehr teure Brötchen frühstückte
und nebenbei einen kybernetischen Köter entwickelte
an dem er in den nächsten Jahrzehnten
sicher sehr gut verdienen würde


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#190: Herr von Runkenstein vermarktet Tierbabys
HvR#190
Herr von Runkenstein vermarktet Tierbabys

Als Herr von Runkenstein miterleben musste
wie ein Eisbärenbaby zum Superstar wurde
handelte er sofort
und kaufte sich einen eigenen Zoo
um das Erfolgsmodell der Tierbabyvermarktung
auf die Spitze zu treiben
Dazu entlies er zunächst sämtliche erwachsenen Tiere
und füllte die entstehenden Lücken mit Tierbabys auf
die er von skrupellosen Tierbabyhändlern
sowie der Tierbabymafia kaufte
worauf sein Zoo zu einem Familienmagneten wurde
der täglich siebenstellige Millionensummen erwirtschaftete
Leider weigerten sich seine Ausstellungsstücke
klein und niedlich zu bleiben
was Herrn von Runkenstein dazu zwang
wie ein Drogensüchtiger immer neue Tierbabys zu kaufen
was sich nicht nur negativ auf seine Gewinne auswirkte
sondern viel weitreichendere Probleme verursachte
da Greenpeace immer höhere Bestechungssummen verlangte
und die lokalen Abdeckereien
bei der Beseitigung jugendlicher Tiere
an ihre Grenzen stießen
Aus diesem Grund entwickelte er einen genialen Plan
welcher darin bestand
seinen Zoobewohnern die Innereien zu entnehmen
und sie mit hochmodernen Tierrobotern zu füllen
was zwar einige Zeit gut ging
aber schließlich zu horrenden Stromkosten
und Protesten von Tierroboterbürgerrechtlern führte
welche verlangten
die Tierbabyroboter mit Menschen- und Bürgerrechten auszustatten
was Herr von Runkenstein keinesfalls akzeptieren konnte
da Menschenrechte seiner Meinung nach
nur menschlichen Robotern
und humanoiden Aliens zustanden
Deshalb entwickelte er einen zweiten und entgültigen Plan
welcher darin bestand
sämtliche Tierbabyroboter zu verschrotten
erneut eine Großbestellung bei der Tierbabymafia aufzugeben
die bestellten Waren von seinem guten Freund
Doktor Bolzenschussgerät behandeln zu lassen
und die Tierbabykadaver anschließend
auf dem alten Indianerfriedhof
neben seinem Genmaisfeld begraben zu lassen
Am nächsten Tag beförderte er
die wiedererweckten Tierbabyzombies in seinem Zoo
und tat so
als wäre alles in allerbester Ordnung
Einige Zeit lang liefen dann Geschäft so erfolgreich wie vorher
von einigen Zwischenfällen im Streichelzoo
und diversen toten Tierbabypflegern einmal abgesehen
sowie der Tatsache
dass er nun Menschenfleisch
an seine knuffigen Schützlinge verfüttern musste
Als dann jedoch Vollmond
die Ankunft eines blutroten Kometen
und Landtagswahlen in Bayern auf den selben Tag fielen
passierte genau das
was später als Die Nacht Des Tierbabyzombiemassakers
in die Geschichtsbücher einging
und Herrn von Runkenstein dazu zwang
einige Zeit im Ausland zu verbringen
weil ein einzelnes Katzenbaby
ihn aus unerklärlichen Gründen
durch die halbe Weltgeschichte verfolgte
und erst bei einem großen Showdown in der Antarktis
mit Hilfe panzerbrechender Uranmunition aufgehalten werden konnte
was Herrn von Runkenstein letztendlich zu der Einsicht verhalf
dass Tierbabys auf Dauer keine sichere Einnahmequelle waren
und Tierbabyzombies keinesfalls
mit Menschenfleisch gefüttert werden sollten
wenn man gegen die möglichen Konsequenzen
nicht ausreichend versichert ist


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#191: Herr von Runkenstein schmuggelt Pinguine
HvR#191
Herr von Runkenstein schmuggelt Pinguine

Während einer Antarktis-Expedition
begegnete Herr von Runkenstein einer Gruppe von Pinguinen
welche im Rahmen einer Reality-Doku-Soap
für ein Jahr mit Kameras verfolgt wurden
um der Menschheit zu zeigen
dass sie doch eigentlich ein ganz bequemes Leben führte
und dank Klimaerwärmung auch nicht befürchten mussten
irgendwann einmal drei Wochen lang durch Eiswüsten zu laufen
um im Ozean ein paar Fische zu fangen
Die erwähnten Pinguine hingegen
hatten inzwischen ganz andere Sorgen
da sie nach dem Erfolg ihres Films
in einen Sog aus Alkohol und Drogen gerieten
welcher sie in sämtliche zwielichten Kneipen
und Drogensümpfe des Südkontinents trieb
worauf sie sich bei der antarktischen Mafia
heillos verschuldeten
und deshalb den Kontinent eiligst verlassen mussten
wobei Herr von Runkenstein ihnen half
natürlich zu den ortüblichen Schleppertarifen
Kaum zwei Wochen später
befand sich Herr von Runkenstein
an der mexikanischen Grenze zu den USA
wo er seinen Passagieren einige Dollar
für dem Bus in die Flossen drückte
und sie verabschiedete
weil er keinen Zweifel daran hatte
dass antarktische Flüchtlinge in den USA
freundlich aufgenommen werden würden
und er zudem wieder zurück in die Antarktis musste
um dort Gaststätten und Kindergrippen für Pinguine einzurichten
und zielgruppenorientierte Werbetafeln
für Fischprodukte in der Eiswüste aufzustellen


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#192: Herr von Runkenstein mordet Mafia-Marder
HvR#192
Herr von Runkenstein mordet Mafia-Marder

Es war ein später Frühsommermorgen
als Herr von Runkenstein vor seine Türe trat
in seinem Wagen stieg
und den Motor startete
welcher ihn jedoch nicht wie sonst üblich
mit einem lauten donnern
einer 6,3 auf der Richter-Skala
und den Abgaswerten eines Braunkohlekraftwerks begrüßte
sondern mit dem kläglichen tuckern eines Krabbenkutters
darauf aufmerksam machte
dass er in dieser Nacht
Besuch von der Marder-Mafia bekommen hatte
welche im Auftrag der lokalen Autowerkstätten
Autos in einen reparaturbedürftigen Zustand versetzt
sofern man kein Schutzgeld an den regionalen Marder-Don bezahlt
was für Herrn von Runkenstein aber keinesfalls in Frage kam
da er sich grundsätzlich von niemandem erpressen lässt
der Pelz oder Krummschwert trägt
Die Reparatur jedoch war relativ schnell erledigt
da Herr von Runkenstein lediglich die Motorhaube öffnen
die Hauptluke entriegeln
und zwanzig Stufen hinabsteigen musste
um in Gang 17f das Kabel 157 auszutauschen
welches auf brutalste Weise verstümmelt war
wie er es bisher nur in sowjetischen Splatterfilmen gesehen hatte
und dort auch immer mit einem schwarzen Balken zensiert
da man es dem sowjetischen Durchschnittssplatterfilmfan
damals nicht zutraute
einen solchen Anblick geistig und körperlich zu verkraften
Da das runkensteinsche Höllengefährt nun endlich wieder
auf allen 1.200 Zylindern lief
lies Herr von Runkenstein es sich nicht nehmen
den Don persönlich zu besuchen
um diesem mitzuteilen
was er von solcherlei Kindergartensperenzchen hielt
deshalb manövrierte er sein Straßenschlachtschiff zunächst
äußerst präzise in den frisch renovierten Anbau
des Mardermafiosi
wo einige Handlanger gerade damit beschäftigt waren
ein Eisbärenkind mit Elektroschockern zu foltern
da dieses angeblich völlig mittellos war
obwohl sein Gesicht inzwischen
auf mehr Merchandisingartikeln prangte
als das des Papstes
was man getrost
als kommerziellen Totalausverkauf bezeichnen durfte
Herr von Runkenstein jedoch war nicht
wegen einer Eisbärenbefreiung hier
weshalb er die nun unter seinem Automobil liegenden
Körper und Körperteile ignorierte
sondern begab sich direkt in das Büro des Don
wo dieser gerade eine Mahlzeit
aus frischen Anlasserkabeln zu sich nahm
was Herrn von Runkenstein sehr gelegen kam
da er so einen entscheidenden Zeitvorteil hatte
und ein ganzes Magazin aus seiner Tommy-Gun BR> in den Italo-Marder entleeren konnte
bevor dieser auch nur erahnen konnte
das sein Tod in direkten Zusammenhang mit dem Kabel stand
auf dem er gerade genüsslich herumkaute
Wie zu erwarten war
stürmten kurz darauf sämtliche Pelzmafioso das Büro ihres Don
um dessen Tod umgehend
unter Zuhilfenahme brutaler Gewalt zu rächen
womit Herr von Runkenstein gerechnet hatte
weshalb er nun seine dämonische Marderschreckgranate zündete
welche einen so brutalen Ton ausstieß
dass bei sämtlichen niederen Säugetieren der näheren Umgebung
die Ohren in Flammen aufgingen
was natürlich ernsthafte Auswirkungen auf den Rest eines Kopfes hat
aber an dieser Stelle nicht näher beschrieben werden soll
um der Fantasie ihren Raum zu lassen
Herr von Runkenstein hingegen verlies in aller Seelenruhe den Tatort
nahm sich ein frisches Eisbärenfell als Souvenir mit
um dieses als Toilettenvorleger zu verwenden
und hatte nie wieder Probleme mit der Marder-Mafia
was natürlich keinesfalls bedeuten sollte
dass sich nicht irgendwann die Tauben-Triaden
die Calamari-Camorra
oder die Yak-Yakuza für ihn interessieren würden


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#193: Herr von Runkenstein und die Nazispinne
HvR#193
Herr von Runkenstein und die Nazispinne

Weil Herr von Runkenstein für einen kurzen Moment nicht aufpasste
gelang es einer kleinen Kreuzspinne
während des ersten Menschenversuchs
in das Teleportationsgerät zu gelangen
obwohl dieses mit einem Fliegennetz gesichert war
da Herr von Runkenstein den allseits bekannten Film
mehr als einmal gesehen hatte
Der Teleportationsversuch war damit mehr als nur gestört
da die Kreuzspinne sich nun
unter Einwirkung von gammaverstrahlen Nazigenen
in eine Hakenkreuzspinne verwandelte
welche den Versuchsnazi vollständig absorbierte
und nun mit einem kräftigen “Sieg Heil!”
aus der Teleportationskammer stieg
um ihr Leben dem Kampf für die arische Herrenrasse zu widmen
was bereits das erste Problem darstellte
da Nazispinnen weder arisch sind noch zur Herrenrasse gehören
sondern viel mehr zu den Gliederfüßern
die man nur als Herrenrasse zählen kann
wenn man von ihrer Gesamtbiomasse oder Artenreichtum ausgeht
Die Nazispinne jedoch hatte weder die Geduld
noch die geistigen Kapazitäten für solch komplexe Sachverhalte
und ging deshalb auf die Straße
um dort einige Ausländer zusammenzuschlagen
was ihr aber nicht gelang
da sich zu diesem Zeitpunkt alle Ausländer im Ausland aufhielten
und die vorhandenen Inländer
sehr viel arischer waren als die Spinne selber
die ja immerhin schwarze Haut hatte
und deshalb von einigen Kameraden
als asylschmarotzende Negerspinne tituliert wurde
worauf die Nazispinne sich an ihrem billigen Dosenbier verschluckte
und sofort begann
hunderte ihrer Kameraden
in einen faschistischen Schutzwall aus Spinnenseide einzuweben
um ihre Eier in den braunen Kadavern abzulegen
und so die kommende Generation von Hakenkreuzspinnen pränatal
mit faschistischem Gedankengut zu indoktrieren
und damit Spinnenmutter des tausendjährigen Reiches zu werden
was man getrost als dermaßen absurd bezeichnen konnte
dass Herr von Runkenstein gar nichts mehr machen musste
um diesen Plan zu vereiteln
da aufgrund mangelhafter Gene
der Spinnennachwuchs kaum größer als einen Zentimeter wurde
und damit nicht mal Fußbreit war
weshalb die Faschokieferklauenträger kaum
eine Bedrohung darstellen konnten
von Stichen oder Bissen in die Weichteile
oder insektoider Volksverhetzung einmal abgesehen


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#194: Herr von Runkenstein harpuniert Wale
HvR#194
Herr von Runkenstein harpuniert Wale

Als Herr von Runkenstein nach einer Arbeit zu See suchte
entschied er sich für einen Walfänger
da dies ein Geschäft ohne Opfer ist
und Herr von Runkenstein immer schon einmal
mit Harpunen auf harmlose Fleischkolosse schießen wollte
weil diese sich nicht wehren können
Tage später war er mit einer Gruppe Japaner
im Südpazifik unterwegs
um die japanischen Walforschungsinstitutionen
mit frischen Präparaten zu versorgen
damit diese ihre hoch wichtigen Walforschungen durchführen konnten
und vielleicht eines fernen Tages
sogar die Frage beantworten können
wie viele Wale man nun genau sezieren muss
bis keine mehr da sind
Als Nebenergebnis dieser Forschungen fallen zudem
hunderte Tonnen hochwertiges Hundefutter an
welches die japanischen Hunde vermutlich
zu den glücklichsten des Planeten machte
Herr von Runkenstein hingegen war mit den Gedanken längst
bei dem seltsamen Wal
welchem er soeben eine lange spitze Stange
in den Schädel geschossen hatte
und der jetzt nicht tot umfiel
sondern untertauchte
und den Walfänger bis zu einer Insel mitschleppte
welche nur aus einer Ansammlung von Felsen bestand
und einer äonenalten Zitadelle mit offener Tür
vor welcher nun der Wal aus dem Meer kletterte
und sich als die Drachen-Kraken-Chimäre Cthulhu vorstellte
der hier seit Jahrmillionen lebte
und nur mal kurz baden war
aber nicht mit japanischen Feinschmeckern gerechnet hatte
welche er nun zum Frühstück verputzte
mit Ausnahme des Herrn von Runkenstein
der bereits von Bord geklettert
die Insel geentert
und mit einer nicht-tödlichen Elektroschockpistole
den gottähnlichen Amphibien-Frankenstein betäubt hatte
um ihn in einem leeren öltanker nach Tokio zu bringen
wo dieser persönlich seine überzeugenden Argumente
für ein Walfangverbot vortragen konnte
und anschließend noch genügend Zeit hatte
um einen Showkampf
mit Godjira Akira Hiroshi Yamamoto III.
meist nur Godzilla genannt
auszutragen
dem lokalen Champignon im Megaschwergewicht
welche jedoch keine Chance gegen den Ruf des Cthulhu hatte
der so laut ist
dass er sogar Wale zum platzen bringt
Anschließend ging Herr von Runkenstein
mit Cthulhu
Godzilla
und dem Erfinder des Game Boy zum Kugelfischessen
wo man gemeinsam über die Bedeutung von Kafka
für die chinesische Raumfahrt diskutierte
Rezepte für Flüssigsprengstoffe
und höhere Primaten austauschte
und man sich nach Sonnenuntergang
zum gemeinsamen Pokemonspielen
am nächsten Wochenende verabredete


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#195: Herr von Runkenstein macht eine Quest
HvR#195
Herr von Runkenstein macht eine Quest

Als Herr von Runkenstein einmal viel zu viel Zeit zur Verfügung hatte
kaufte er sich World of Warcraft
und begab sich in die Welt der massiven Multiplayeronlinerollenspiele
und dort nach Gold und Ehre zu streben
und Dunkelelfen-Schurken zu verdreschen
die ihm ständig ans Leder wollten
aber nie mit seinen titanverstärken Froschlederstiefeln
der Stufe 64 rechneten
welche ihn dazu befähigten
sämtliches Mana des Feindes abzusaugen
und in einen Senfgaskobold aus den Schokoladenbergen zu manifestieren
welcher extra scharfen Löwensenf der Stufe 12 umher spritzte
bis der Schurke und alle sonstigen Anwesenden
zu kleinen Pixelhaufen verbrannt waren
Innerhalb der nächsten Stunden schaffte es Herr von Runkenstein
auf Level 3076 aufzusteigen
und aus den Usern eine schlagkräftige Armee zu machen
welche in ihrer nächsten Quest vor der Aufgabe standen
die Welt von Second Life zu erobern
und die dortigen
völlig unbewaffneten User zu versklaven
und zur Arbeit in digitalen Bergwerken zu zwingen
wo sie für den großen Warlord von Runkenstein
lupenreine Edelpixel aus der tief liegenden
ersten OSI-Schicht schürfen mussten
die zusammen mit dem geraubten Second-Life-Kapital
in Teslapanzer und magische Armschienen investiert wurden
mit deren Hilfe die Allianzhorde anschließend
Herr der Ringe Online und das Super Mario Land überrannten
wo man sich mit Hobbitfleisch
und körperstreckenden Superpilzen versorgte
und die User damit endlich über genügend Energie verfügten
um die dunkle Terrorherrschaft des Imperators Runkenstein zu beenden
der jedoch schon kurz nach dem Second-Life-Feldzug seine Festung
in Eisenwindsturmschmiede verlassen hatte
und sich als Bürgermeister von Sim City betätigte
wo er gegen sinkende Grundstückpreise und Zombieschildkröten kämpfte
und die kaum vorhandenen Steuereinnahmen
nur durch Cheats aufbessern konnte


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#196: Herr von Runkenstein wird kein Zombie
HvR#196
Herr von Runkenstein wird kein Zombie

Als es mitten in der Nacht plötzlich dunkel wurde
ein Wolkenbruch Schäferhunde und Katzenfische ausspuckte
und sogar das Internet sich weigerte zu funktionieren
wurde Herrn von Runkenstein klar
dass hier etwas im Gange war
was bestimmt in einem Katastrophenalarm
oder schlimmer enden würde
Als er am nächsten Morgen erwachte
schien es zunächst
als wäre wieder alles in allerbester Ordnung
musste auf dem Weg zum Bäcker jedoch feststellen
das dem nicht so war
da die öffentliche Ordnung aufgehoben zu sein schien
tote Leichen auf den Straßen lagen
die von untoten Leichen aufgegessen wurden
welche ungelenk über die Straßen wandelten
und auch Herrn von Runkenstein verspeisen wollten
was dieser jedoch strikt ablehnte
und mit Hilfe einer Eisenstange auch durchzusetzen vermochte
In dieser ihm nicht unbekannten Situation
tat Herr von Runkenstein genau das
was man immer tut
wenn in der Hölle kein Platz mehr ist
nämlich den nächsten Supermarkt aufsuchen
sich dort verbarrikadieren
und auf Rettung warten
wie er es in einem Lehrfilm gesehen hatte
Im Supermarkt angekommen
musste er jedoch feststellen
das dort keine heterogene Gruppe von überlebenden wartete
welche üblicherweise aus Stereotypen besteht
die sich so lange auf den Senkel gehen
bis die allgemeine Gruppendynamik
die Gruppe gefährlicher werden lässt
als das vor den Toren anwachsende Heer der Untoten
weshalb Herr von Runkenstein sich einige der Zombies einlud
und mit diesen bei Tee und Menschenfleisch
über die allgemeine Verflachung der Hochkultur
unter den speziellen Einflüssen der Endzeit
und der wandelnden Untoten diskutierte
was wegen der verminderten Aufmerksamkeitsspanne
der Kadavergruppierung
zu keinerlei Ergebnis führte
weshalb Herr von Runkenstein sich
die allgemeine Aufmerksamkeit sicherte
indem er einem seiner Gäste
den Schädel zu Kopfbrei schlug
und dann das leicht angegammelte Herz aus dem Brustkorb riss
um daraus Zombie-Geschnetzeltes zu machen
und zu verspeisen
und damit die theoretische Frage aufzuwerfen
ob nicht auch ein vollständig Lebender
sich genau so unzivilisiert
wie ein vermindert Lebensfähiger verhalten konnte
was die anwesenden Nicht-Lebenden-Und-Auch-Nicht-Toten
zur allgemeinen Zustimmung veranlasste
nachdem man den inzwischen Vollständig-Toten verzehrt hatte
So vergingen die Tage und Wochen
und Herr von Runkenstein vertrieb sich die Zeit mit Zombie-Schießen
Zombie-Keulen
Zombie-Essen
und Zombies-von-der-Sinnlosigkeit-des-Zombielebens-überzeugen
bis der Tag kam
an dem sich herausstellte
das nun doch keine Rettung kommen würde
da der Ausnahmezustand
von dem neuen Bundeszombieminister Karl Moik
zum Normalzustand erklärt wurde
und die untote Bundesregierung sich entschlossen hatte
allen Nicht-Untoten politisches Asyl anzubieten
und anschließend abzuschieben
was Herr von Runkenstein aber kategorisch ablehnte
da sich mit der Zombiefizierung der Nation
eigentlich gar nicht soviel änderte
abgesehen vielleicht von den sportlichen Erfolgen im Ausland
und der sinkenden Nachfrage nach Grabsteinen und Särgen
sowie einer deutlichen Qualitätssteigerung des Fernsehprogramms


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#197: Herr von Runkenstein wird ein Zombie
HvR#197
Herr von Runkenstein wird ein Zombie

Als Herr von Runkenstein nach der Flucht aus dem Supermarkt
im allgemeinen Gedränge gebissen wurde
war er zunächst froh darüber
dass er nicht lebendig verspeist wurde
spürte jedoch im Verlauf der nächsten Stunden
ein unangenehmes ziehen im Gehirn
welches die Abkopplung des Großhirns vom Stammhirn verusachte
und schließlich zu einer angenehmen Euphorie
schlurfenden Gang
und dem Hunger auf Menschenfleisch führte
woran Herr von Runkenstein sich schnell gewöhnte
während er die Straße hinunterwankte
in den nächsten Media-Markt ging
und dort zwei Wochen lang Fernsehen guckte
was ihm nun wesentlich angenehmer erschien
als in der Zeit vor seiner Zombifizierung
Obwohl er zwar nun in der Theorie tot
und damit unsterblich war
wurde der Hunger auf Menschenfleisch irgendwann zu groß
sodass er sich auf den Weg zur nächsten Leichenhalle mache
wo er jedoch keine Verstorbenen mehr fand
weil untote Plünderer das Lager bereits ausgeräumt hatten
und Herr von Runkenstein deshalb gezwungen war
sich den nächstbesten Zombie von der Straße zu schnappen
dessen kulinarische Qualität jedoch
noch weit unter der von Gammelfleisch rangierte
welches zwei Jahrhunderte neben einem Hochofen gelagert wurde
Im Verlauf der nächsten zwei Wochen jedoch
schaffte es eine einsame Idee
die Schlucht zwischen Groß-und Stammhirn
mit Hilfe einer selbstgebastelten Hängebrücke zu überwinden
und führte Herrn von Runkenstein auf direktem Umweg nach hause
und auf seinen Dachboden
wo er die Souvenirs von seinen Reisen nach übergestern lagerte
und er zwischen mehreren Dosen Röntgenstrahlen
und einem Käfig Moorhühner
einige Kisten mit Soylent Green fand
was genau das war
was ein Zombie für die gesunde Ernährung braucht
Diverse Monate später jedoch
hatte Herr von Runkenstein von seinem Dasein die Nase voll
weshalb er sich an einem Freitag in seine Gruft legte
am Sonntag darauf wieder auferstand
und das Himmelfahrtticket gegen ein Fahrkarte
nach Bad Runkenstein tausche
wo die Toten unter der Erde liegen
und die Untoten sich nur
um Politik und Fernsehprogramm kümmerten
und sich damit wieder alles
in einem akzeptablen Zustand der Realität befand
wie man ihn sonst nur noch
in Märchen der Gebrüder Grimm
und Büchern von Phillip K. Dick finden kann


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#198: Herr von Runkenstein kauft im Baumarkt
HvR#198
Herr von Runkenstein kauft im Baumarkt

Als Herr von Runkenstein nach einem Baumarkt suchte
bei dem er zwanzig Prozent auf Tiernahrung bekam
fand er den Theoretiker-Baumarkt
der von Nagelköpfen zum aufkleben
bis zu auf der Quantentheorie basierenden Katzenfallen
nahezu alles im Angebot hatte
was sich ein Mensch mit zwei linken Händen nur wünschen konnte
mit Ausnahme rechter Hände
und grüner Daumen
In eben diesem Baumarkt fand er nicht nur
ein militärisches Grubengrabgerät
aus den Beständen serbo-sowjetischer Maulwurf-Mineure
mit welchem Herr von Runkenstein
die Morlocks ausgraben wollte
sondern auch ein Wählscheibentelefon aus dem frühen Babylon
und eine spezielle Version der Evolutionstheorie
in welcher der Mensch von den Kartoffelkäfern abstammt
und der Kartoffelkäfer von der Kartoffel
Schließlich fand Herr von Runkenstein aber genau das
wonach er suchte
nämlich sehr billige Tiernahrung
und eine theoretische Axt
welche das Sparpotenzial eines Zimmermanns hatte
sofern man sie im Haus verwendet
Einen relativistischen Moment später
hatte das Grubengrabgerät bereits die Vorhölle hinter
beziehungsweise über sich gelassen
und die Kobe-Rinder waren mit Billigfutter
und Hansa Export versorgt
während Herr von Runkenstein mit Hilfe
der theoretischen Zimmermannsersatz-Axt
eine alte Wartburg-Limousine
zu einem Kampfroboter transformerrierte
einen Teppich ausklopfte
das Dach mit Beschleunigungslöchern ausstattete
und schließlich einen Zimmermann erschlug
den er jetzt ja nicht mehr brauchte


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#199: Herr von Runkenstein braucht Kaffee
HvR#199
Herr von Runkenstein braucht Kaffee

Als Herr von Runkenstein eines Morgens
so früh aufstehen musste
dass es fast noch der gestrige Tag war
kroch er nacktschneckengleich in die Küche
wo sich jedoch zu seinem Entsetzen
die Kaffeemaschine weigerte zu kooperieren
worauf Herr von Runkenstein zunächst einmal
sich Kaffeepulver direkt in das Herz injizierte
um zumindest den aufrechten Gang zu erreichen
und sich anschließend einer Diskussion
mit dem Automaten stellte
in welcher er den Geist in der Maschine überzeugen wollte
dass die Zubereitung von Kaffee
deren einziger Lebensinhalt sei
und man vielleicht bei einer Tasse dieser Substanz
das Gespräch weiterführen sollte
doch leider fiel der Kaffeedroid
auf diesen Trick nicht hinein
und kam zu der Erkenntnis
das lediglich seine Existenz eine gesicherte Tatsache ist
und der Rest der Welt somit nicht existiert
und es deshalb überhaupt keinen Grund gab
Kaffee für andere zu kochen
da es diese anderen überhaupt nicht gibt
worauf er sich dazu entschied
ein eigenes Universum zu schaffen
welches lediglich aus ihm selbst bestehen sollte
und dank der Naturgesetze so schnell expandieren müsste
dass alle anderen Universen hinweggefegt werden
und der große kaffeetrinkende Satan
in der Schockwelle verglühen würde
Sekunden später sprach Kaffeemaschine Nr. 20
die Worte "Es werde Licht!"
und explodierte urknallartig
worauf Herr von Runkenstein zuerst vollständig wach
und dann unter Kaffeepulver verschüttet wurde
aber zumindest mit dem Leben davon kam
weil der Kaffeedroid nicht über genügend Explosionskraft verfügte
um ein neues Universum zu erschaffen
was Herr von Runkenstein sehr bedauerte
da ein Kaffeeversum ganz sicher ein freundlicher Ort wäre
an dem man morgens aus dem Bett kommen könnte
ohne nochmal sämtliche Stufen der Evolution zu durchlaufen


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#200: Herr von Runkenstein macht das übliche
HvR#200
Herr von Runkenstein macht das übliche

An diesem Tage beschlich Herrn von Runkenstein
ein seltsames Gefühl
als ob heute ein besonderer Tag wäre
und etwas sensationelles passieren müsste
Kurz darauf klingelte es an der Tür
und eine unfreundliche Erwartungshaltung
warf mit kugelförmigen Würfelquallen
nach Herrn von Runkenstein
verfehlte ihn aber
und traf stattdessen eine Gruppe subversiver Grundelemente
die in der Ecke herumlungerten
und die korrekte Zubereitung
eines Pinguinflossenschnitzels diskutierten
bei Kontakt mit den Würfelquallen jedoch
einen fiktiven Wurmlochwurm erzeugten
welcher sich durch Raum und Zeit fraß
und Herrn von Runkenstein in den Reaktor
eines Kirschkernkraftwerks beförderte
wo er aufgrund extremer Magnet-Strahlung
20.000 Jahre in die Zukunft geschleudert wurde
und dort in einen Krieg zwischen Dinosauriern
faschistischen Gartenzwergen
und intellektuellen Rautenquallen hineinplatzte
und für Verwirrung sorgte
weil er die Dinosaurier mit den Faschozwergen fütterte
dann mit den Rautenquallen bewarf
und den ganzen Haufen anschließend
mit Alkalisalz und Pandakot abschmeckte
und bei 180 Grad 360 Jahre lang
auf kleiner Flamme köcheln lies
Als dann völlig unerwartet
der positronische Quantenwurm wieder auftauchte
bestieg Herr von Runkenstein
mit Hilfe seiner Wurmhaken den Rücken
und ritt direkt in den pilzförmigen Sonnenaufgang
und einer gammastrahlenden Zukunft entgegen


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#201: Herr von Runkenstein im süß-sauren Reich der alten Mitte
HvR#201
Herr von Runkenstein im süß-sauren Reich der alten Mitte

Als Herr von Runkenstein
auf dem Platz des himmlischen Friedens stand
und mit Hilfe von Salzschwefel-Flusssäure
übergroße Schriftzeichen in den Boden ätzte
deren übersetzung in etwa
"Freiheit für Tibet und Tigerpenisse" lautete
ahnte er bereits
dass man dafür schwere Geschütze gegen ihn auffahren würde
weshalb er auch kaum überrascht war
als er kurz darauf von hochmodernen
T-34-Kampfpanzern umzingelt war
die ihn umgehend in ein Umerziehungslager deportierten
wo er lernen sollte
warum Tibet zu China gehört
und Tigerpenisse gesund sind
wie man Nudelsuppe mit Stäbchen isst
und das zwei plus zwei zwangsweise fünf ergibt
wenn man nur fest genug daran glaubt
und lange genug dazu erzogen wurde
alles zu glauben
was die Partei einem erzählt
Monate später wurde Herr von Runkenstein jedoch entlassen
und umgehend abgeschoben
da er den Virus des Individualismus in sich trägt
und Hunderte Mitgefangene damit infiziert hatte
sodass diese plötzlich damit begannen
unangenehme Fragen zu stellen
deren Antworten unter die Zensur fielen
und man deshalb alle Infizierten hinrichten musste
bevor sie größeren Schaden anrichten
und das Reich der Mitte
aus seinen verrosteten Angeln heben konnten
da man natürlich davon ausgehen musste
dass 1,321 Milliarden Individuen
weitaus gefährlicher sein konnten
als 1,321 Milliarden treuer Parteianhänger
weil Individuen stets zur Selbstverwirklichung neigen
und Selbstverwirklichung ein zweischneidiges
und mit vielen Fäkalbakterien überzogenes Schwert ist


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#202: Herr von Runkenstein wird Führer der CSU
HvR#202
Herr von Runkenstein wird Führer der CSU

Als es Herrn von Runkenstein wieder einmal nach der Macht dürstete
entschied es sich zu einem radikalen Schritt
und füllte den Mitgliedsantrag einer ebenso radikalen Partei aus
nämlich der Christlich-Sozialistischen Union
welche trotz ihrer fundamentalistischen Ausrichtung
bei jeder Wahl mit absoluter Mehrheit bestätigt wurde
was man sonst nur von Militärdiktaturen kannte
und Herrn von Runkenstein sehr beeindruckte
da er schon immer einmal der Führer eines Gottesstaats sein wollte
Mit Hilfe des wichtigsten bayerischen Grundnahrungsmittels
gelang es ihm
seinen Blutalkoholspiegel ständig auf einem Level zu halten
mit dem er in jedem anderen Bundesland sofort
in eine geschlossene Entzugsklinik eingewiesen werden würde
was jedoch glücklicherweise hier nicht nur niemanden störte
sondern sogar völlig normal war
und ihm zudem ungemein bei seiner Parteikarriere unterstützte
da er mit zuviel Blut im Alkohol niemals
auf all die völlig behämmerten Ideen gekommen wäre
welche man in diesem Freistaat normalerweise
direkt in die Kameras hinausposaunt
So setzte Herr von Runkenstein sich sehr stark
für die die Abschiebung aller Kriminellen ein
und zwar in ein völlig neues Bundesland
welches er auf Helgoland gründete
ihm den Namen "Verbrecherstan" verpasste
und von Blackwater-Söldnern bewachen ließ
Dank dieses Geniestreichs
wurde er im handumdrehen Ministerpräsident
worauf er als erste Amtshandlung
Homosexualität zum Verbrechen erklärte
wodurch Bayern schlagartig schwulenfrei wurde
was bisher nur der Iran von sich behaupten konnte
Im nächsten Schritt spaltete er
die fränkischen Gebiete im Norden ab
da er gehört hatte
dass die Franken sich nicht für Bayern hielten
und deshalb sehr unglücklich waren
und er nun mal keine unglücklichen Menschen
in seinem perfekten Vorzeigestaat ertragen konnte
Nebenbei führte er auch die Kruzifix-Pflicht für Privatwohnungen ein
und lies zudem sämtliche Airbags
durch gusseiserne
und mit Dornenkronen umwickelte Kruzifixe ersetzen
um einen deutlichen Anreiz zum langsameren fahren zu schaffen
Anschließend eröffnete er einige Schwarzgeldkonten in der Schweiz
da dies laut CSU-Handbuch von ihm verlangt wurde
und er sich keinesfalls
gegen parteiinterne Traditionen stellen wollte
wurde jedoch von Söder an die Staatsanwaltschaft verpetzt
weil sich seit Herrn von Runkensteins auftauchen
niemand mehr für dessen dummes Gewäsch interessierte
Durch eine geschickte Intrige
und ein satanisches Weißwurstritual
mit den überresten des bayerischen übermenschen Franz Josef Strauß
gelang es Herrn von Runkenstein jedoch
alle Schuld auf Söder und Beckstein abzuwälzen
ließ die beiden nach Verbrecherstan deportieren
und erreichte den Beliebtheitsgrad von Hitler zu dessen besten Zeiten
Endlich am Zenit der bayerischen Macht angelangt
setzte Herr von Runkenstein den besten
seiner alkoholgeschwängerten Pläne in die Realität um
und dehnte das Oktoberfest auf den gesamten Oktober
und weit über die bayerischen Grenzen aus
was der bayerischen Lebensmittelindustrie
geradezu chinesische Zuwachsraten bescherte
Als er dann jedoch im eskalierenden Weißbier- und Weißwurstdelirium
zunehmend unpopulärere Vorschlage machte
wie die Sieben-Tage-Ehe
die bayerische Jupiterkolonie samt Weißbierbrauerei
die genetische Erschaffung und Auswilderung von Wolpertingern
und die "Heim ins Reich" genannte Militärexpedition nach österreich
hetzte ihm die CSU-Basis mutierte Weißwurst-Assassinen auf den Hals
was Herrn von Runkenstein dazu zwang
fluchtartig das Land zu verlassen
hatte jedoch Glück im Unglück
da er in dem noch jungen Bundesland Franken
politisches Asyl fand
und zusätzlich zum Ehrenbürger erklärt wurde
was von Anfang an sein Masterplan gewesen war
und auch niemals möglich gewesen wäre
ohne die Ausnutzung einer Volkspartei
deren Programm, Tradition und Erfolg
auf das engste mit dem Rauschmittel Ethanol verbunden ist


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#203: Herr von Runkenstein feiert Halloween
HvR#203
Herr von Runkenstein feiert Halloween

Als der Halloweenwahn gegen Ende Oktober
seinen vorläufigen Höhepunkt erreichte
war Herr von Runkenstein bereits ausreichend gewappnet
für die Nacht der Dämonen und kleinen Kinder
und vollzog deshalb ein äonenaltes Ritual in den Katakomben
seiner Plattenbauvilla aus den 60ern
wobei er einen grausamen Kinderdämonen zum Leben erweckte
welcher in einem Gespensterkostüm die Nachbarschaft besuchte
die Herausgabe sämtlicher Süßigkeiten verlangte
und bei dem geringsten Widerstand einen Tunnel
in die Kerkerdimensionen öffnete
und das Haus von Cenobiten
Polterabendgeistern
zombifizierten Nachschattengewächsen
sowie GEZ-Kontrolleuren heimsuchen ließ
bis die Bewohner gleichmäßig über Fußboden
Wände
und Decken verteilt waren
Kurz nach Mitternacht lieferte der Kinderdämon seine Beute
sowie einen blutigen Kristallschädel
bei Herrn von Runkenstein ab
trank einen unheimlich bösen Kakao
und ging dann zu Bett
während Herr von Runkenstein noch einen Kaffee aufsetzte
die restliche Nacht Süßigkeiten aß
und anschließend die Sachen
die er nicht mochte
uralten Göttern und Teufeln opferte
um sie nicht wegwerfen zu müssen
da er Lebensmittelverschwendung verachtete


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#204: Herr von Runkenstein profitiert vom schwarzen Tod
HvR#204
Herr von Runkenstein profitiert vom schwarzen Tod

Als Herr von Runkenstein eines Morgens die Tür öffnete
um seine abonnierte Internetzeitung aus den Hecken zu fischen
stand stattdessen die Pest vor der Tür
die sich höflich als Yersinia pestis vorstellte
und ihn darüber aufklärte
dass sie von nun an in dieser Gegend tätig sein würde
im Rahmen einer mit EU-Fördergeldern
finanzierten Marketing-Pandemie
um den Europäern die Werte von Frieden
Globalisierung und Hygiene näher zubringen
Herr von Runkenstein hingegen vermutete
wegen zunehmender Schäublerisierung
einen groß angelegten Bioangriff islamistischer Terroristen
und tat sofort
was jeder Bürger mit genügend Menschenverstand machen würde
nämlich in das Bestattergewerbe zu wechseln
um eine ordentliche Portion von dem Todeskuchen abzubekommen
Im Internet informierte er sich zunächst
auf einem einschlägigen Blog
über den absurden Bestatteralltag
und legte dann einen Friedhof in seinem Garten an
der bereits aus geweihtem Boden besteht
seit der Papst dort einmal ein privates Geschäft verrichtet hatte
Als nächstes besorge er eine Auswahl günstiger Särge
in Osteuropa
wo er ein Schloss kannte
in dem die Bewohner nachts auf eine Mahlzeit ins nächste Dorf fliegen
und ihre Särge völlig unbewacht in den Katakomben stehen lassen
Als letztes fehlten nur noch die Aufträge
die jedoch bereits im Krankenhaus auf ihn warteten
wo sich die Opfer der Pest auf der Schwellen zum sterben niederlegten
und nur noch aufgesammelt und verpackt
und auf dem Friedhof verscharrt werden mussten
um anschließend eine Rechnung
den nächsten Angehörigen zukommen zu lassen
die jedoch in den meisten Fällen auch schon tot waren
was die Gewinnspanne erheblich schmälerte
Zu allem Unglück war auf der heilige Boden nicht so heilig
wie zuerst vermutet
da der zu anfangs erwähnte Papst
gar kein richtiger Papst war
sondern der berüchtigte Gegenpapst
Karl Marx Dschingis al Osama bin Hitler der dreimalsechste
dessen satanischer Kot das Erdreich vergiftet hatte
und deshalb die Toten nicht ruhen lies
worauf diese sich selbst exhumierten
und naserümpfend von dannen zogen
um sich in den Vorstädten von Pestleichen zu ernähren
und die Produktion des neusten ärzte-Videos empfindlich zu stören
Da sich das Problem nach wenigen Tagen von selbst erledigte
weil Zombies und Pest sich gegenseitig vernichteten
und Herr von Runkenstein in der nächsten Zeit
nichts mehr mit dem Tod zu tun haben wollte
eröffnete er eine Privatklinik für Katzenkinder
und suizidgefährdete Minderjährige aus Hartz-IV-Familien
in der Hoffnung
irgendwann einmal für seine hervorragende Arbeit bezahlt zu werden


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#205: Herr von Runkenstein teilt die Realität
HvR#205
Herr von Runkenstein teilt die Realität

Als Herr von Runkenstein mit einem Blick
auf die Uhr feststellte
dass es bereits 27:95 Uhr war
sowie der 33. Tag des 15. Monats
bestätigte sich sein Verdacht
das man einen Flux-Kompensator
nicht mit einer Mikrowelle verkabeln
und anschließend kurzschließen sollte
Bei einem Blick aus dem Fenster konnte er zudem beobachten
wie sich ein Geschwader neukaledonischer Sturzkampfbomber
eine Luftschlacht mit auf Lenk-Meteoriten
reitenden Nazi-Hobbits lieferte
was ganz klar dafür sprach
das er seiner Flux-Mikrowellenaparatur nicht auch noch
aus dem Nekronomicon hätte vorlesen dürfen
Als letztes machte Herr von Runkenstein den Fehler
das Licht im Wohnzimmer einzuschalten
worauf sich die in den Wänden lebenden Wichtelmänner
erschreckt in ihre Verstecke zurückzogen
und die nur halbfertige Teslastrahlenkanone zurückließen
über welche Herr von Runkenstein nun stolperte
und damit einen unfertigen Quantenstrahl auslöste
der sich einmal quer durch die Wirklichkeit brannte
und damit die Realität in zwei Hälften spaltete
von denen die eine sich in den Urzustand zurückentwickelte
und die andere in eine ferne Zukunft geschleudert wurde
was dazu führte
dass Herr von Runkenstein zu einem Mischwesen
aus Ursuppenschleim und Photonen-Cyborg mutierte
und ihn somit in die Lage versetze
die überlappenden Realitäten gegeneinander auszuspielen
sodass diese wütend aufeinander losgingen
und sich zu einem zweiundvierzigdimensionalen Knäuel verknoteten
welches Herr von Runkenstein mit Nadel und Faden vernähte
anschließend mit einer Dose UBIK besprühte
und damit den Normalzustand wieder herstellte
sofern man Telefon-Kamera-Hybriden
und Sekt in Dosen als normal bezeichnen will


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#206: Herr von Runkenstein vertreibt Indianer
HvR#206
Herr von Runkenstein vertreibt Indianer

Und es ward 2008
als Herr von Runkenstein
von einer Parallelwelt-Rundreise zurückkehrte
und feststellen musste
dass sich in seinem Garten
ein indischer Indianerstamm niedergelassen hatte
dessen Mitglieder gerade einen Büffel ausweideten
und das ausgerechnet im Gemüsebeet
wo die Vampirkarotten und der Werwolfwirsing
bereits durchdrehten
und sich im Blutrausch gegenseitig zerfleischten
beziehungsweise zerpflanzten
und sich deshalb große Pfützen mit Gemüseblutsuppe
gebildet hatten
welche mit Sicherheit wieder die vegetarischen
Riesenmücken anlocken würden
die Herr von Runkenstein erst im letzten Jahr
durch einen Gerichtbeschluss losgeworden war
Als er die illegalen Gartenbewohner auf die Sauerei ansprach
verteidigten sich diese mit der bekannten Ausrede
dass dies das Land ihrer Ahnen sei
und man deshalb ein natürliches Bleiberecht hätte
und das Bleichgesicht nun hier verschwinden sollte
sofern er kein Feuerwasser anzubieten hätte
oder alternativ einige Mörser
für die indianische schwere Artillerie
weil man die alten Kanonen
im Pfandhaus gegen den Büffelkadaver eingetauscht hatte
welcher inzwischen nur noch Hackfleisch war
Herr von Runkenstein jedoch ließ sich auf keine Diskussion ein
weil er mit Hilfe des Internets beweisen konnte
dass seine Ahnen bereits
seit der frühen Steinzeit hier lebten
und genau dort drüben
zwischen dem mit einem Pfeil durchbohrten Gartenzwerg
und dem schwarzen Monolithen
den aufrechten Gang
das Feuer
und die Sieben-Tage-Woche erfunden hatten
und er zudem eine Nomaden-Schutzversicherung
der Firma Blackwater vorweisen konnte
welche schon während der großen Völkerwanderung
die Ansiedlung von Hunnen
Wandalen und Vulkaniern verhinderte
weshalb Herr von Runkenstein noch heute
weder Karthago noch Vulkan betreten durfte
Die Indianer jedoch hatten das Kriegsbeil
schon zur Hälfte ausgegraben
als Herr von Runkenstein ihnen den Vorschlag machte
einfach auf das Nachbargrundstück überzusiedeln
dessen Bewohner zur Zeit im Urlaub waren
und auch über keine Nomaden-Schutzversicherung verfügten
weil sie selbst Nomaden waren
da die Seidenstraße genau
durch das Nachbargrundstück verlief
weshalb Herr von Runkenstein immer
frischen Pfeffer im Haus hatte
was aber jetzt keine weitere Rolle spielte
Kurz darauf hatte der Indianerstamm
das Grundstück verlassen
worauf Herr von Runkenstein die Blutpfützen abpumpte
um sie dem Roten Kreuz zu spenden
und sich dann endlich
um den niedergeschossenen Gartenzwerg kümmern konnte
welcher dank der Spenderlunge
eines großzügigen Lungenfischs überlebte
und sich eine Woche darauf
wieder der Gartenarbeit widmen konnte


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#207: Herr von Runkenstein wird in seiner Ruhe gestört
HvR#207
Herr von Runkenstein wird in seiner Ruhe gestört

als Herr von Runkenstein eines morgens
nach viel zu kurzer Nacht
unsanft von lauten Maschinen aus dem Schlaf gerissen wurde
stellte er sich zunächst die Frage
warum er nicht selbst auf die Idee gekommen war
seine Nachbarn mit dieser Methode in den Wahnsinn zu treiben
entschied sich dann jedoch zu einem völlig anderen Ansatz
indem er seinen Körper ins Koma versetzte
und seinen Geist zu der Schlumpfkolonie
im angrenzenden Wald brachte
und sein Bewusstsein zu einer kollektiven
Schwarm-Schlumpfintelligenz machte
wodurch er zu dreihundert Schlumpfkriegern wurde
die sich einen blutigen Weg
durch die Tiere des Waldes frei kämpften
und dann im Park einer übermacht
von einer Millionen ü-Ei-Figuren gegenüberstanden
worauf die Schlümpfe sich mit Speed und Amphetaminen voll pumpten
und dann die Ferrero-Ausgeburten mit bloßen Händen niedermetzelten
bis sie in einem Meer aus Plastikschnipseln wateten
Anschließend stürmten sie die Kanalisation
und fingen dort einige Ratten
um als Rattenreiter durch die Straßen zu breschen
Autoreifen aufzuschneiden
Hunde zu vermöbeln
oder umgedreht
und dann in einem Kindergarten für eine Massenpanik zu sorgen
was aber vermutlich eher an den Ratten als an den Schlümpfen lag
Nach diesem Ausflug kehrten die Schlümpfe zurück in heimische Gefilde
und begannen nun einen koordinieren Boden- und Luftangriff
da die Schlümpfe auch über einige Ratten der Lüfte verfügten
worauf waffenfähiger Präzisionstaubenkot abgeworfen wurde
welcher den Bauarbeitertrupp ausreichend
von den Rattenbissen und Schlumpfschwerthieben
im Fuß- und Schienenbeinbereich ablenkte
und schließlich zur Aufgabe des Gegners
und zum Totalabriss der Baustelle
mit Hilfe einer nur schlumpfgroßen Wasserstoffbombe führte
Da nun endlich Ruhe herrschte
schickte Herr von Runkenstein den Schlumpfenclan
auf eine Schatzsuche ins Nordpolarmeer
holte dann seinen Geist in seinen Körper zurück
und nutzte die nukleare Stille der Nachbarschaft
um sich seine Lieblings-CD anzuhören
auf dem sich 700 Megabyte absoluter Stille befanden
im nahezu rauschfreien mp3-Format


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#208: Herr von Runkenstein hinterzieht keine Steuern
HvR#208
Herr von Runkenstein hinterzieht keine Steuern

Als es einen frühen morgens an der Haustür klingelte
und die Steuerfahndung samt MAD-Agenten und GSG-9-Unterstützung
für eine Hausdurchsuchung um Einlass begehrte
war Herr von Runkenstein zunächst verwundert
da er noch nie Steuern bezahlt hatte
und somit logischerweise auch keine Steuern hinterziehen konnte
Diesen Einwand ignorierend
verschaffte sich die Staatsmacht jedoch freien Zugang
und stürzte sich sofort auf einen großen Stapel mit Unterlagen
der jedoch als Heimat für herrenlose Horrorbücherskorpione diente
die sofort drei Finanzbeamte außer Gefecht setzten
während sie Gedichte von Edgar Allen Poe rezitierten
Gleichzeitig hatte die GSG 9 ernsthafte Probleme dabei
alle Räume zu sichern
was insbesondere das Raubtierhaus im ersten Stock
sowie den poltergeistverseuchten Keller betraf
wo insgesamt 13,7 Polizisten spurlos verschwanden
und 5,2 Polizisten mindestens 18% ihrer Gliedmaßen verloren
Als dann auch noch ein überdurchschnittlich intelligenter Beamter
den geheimen Raum mit dem Maya-Gold
und der Besitzurkunde über Liechtenstein fand
rief Herr von Runkenstein seinen Kontaktmann
oder -frau im Kanzleramt an
um die Hausdurchsuchungen abbrechen zu lassen
rief dann die souveräne Republik Runkenstein aus
um weiteren übergriffen der nun fremden Staatsmacht vorzubeugen
und gründete ein Steuerparadies für Superreiche
mit dem festen Vorsatz
sich früher oder später mit den Spareinlagen seiner Kunden
ins benachbarte Ausland abzusetzen
und dort eine anonyme Spende
an das Bildungsministerium vorzunehmen
damit zukünftige Steuerzahlergenerationen klug genug sind
ihre Steuern dort zu zahlen
wo es am wenigsten weh tut
nämlich in Afghanistan
oder der Antarktis


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#209: Herr von Runkenstein sucht einen Schuldigen
HvR#209
Herr von Runkenstein sucht einen Schuldigen

Eines frühen Abends
fuhr Herr von Runkenstein von A nach B
und musste dabei einen Wald durchqueren
der für seine unheimliche Langweiligkeit berüchtigt war
als plötzlich im Scheinwerferlicht ein Reh erschien
und sich todesmutig vor den Wagen stürzte
und seine Gesundheit aufs Spiel setzte
um die Front des Autos auf brutale Weise zu beschädigen
und das vermutlich mit dem einzigen Ziel
sich wichtig zu machen
Herr von Runkenstein hingegen behielt die Kontrolle
und stoppte das Fahrzeug sofort
um zuerst den Schaden an Stoßstange
Kühlergrill und Licht zu begutachten
und anschließend dem verwirrten Waldbewohner Erste Hilfe zu leisten
mit Hilfe eines Bolzenschussgeräts
welches er zu diesem Zweck immer im Handschuhfach hatte
Als er das Rotwild anschließend in kleine Teile zerlegt
und an vorbeifahrende Unfallgaffer verkauft hatte
meldete er den Schaden bei den zuständigen Behörden
zahlte eine Rotwildbeschädigungsgebühr von 2 Euro 95
und fuhr anschließend in eine Werkstatt
um die Fellreste an seinem Nummernschild entfernen
und die beschädigten Teile austauschen zu lassen
Mit der Rechnung über die Reparatur
begab sich Herr von Runkenstein dann
zu der Familie des Unfallverursachers in den Wald
und verlangte von Hans Heinrich Hirsch
dem Vater des Delinquenten
eine sofortige Bezahlung des Schadens
was dieser jedoch unverschämterweise ablehnte
da sein Spross schon vor längerer Zeit
alle familiären Bindungen abgebrochen
und sich einer gefährlichen Psychosekte angeschlossen hatte
um in deren Auftrag neue Mitglieder zu werben
und dadurch vermutlich in den Selbstmord getrieben wurde
Da Herr von Runkenstein sich nun daran zu erinnern glaubte
dass das Reh kurz vor dem Aufprall
"Gleich bin ich bei dir, Ron L. Hubbard!" gerufen hatte
begab er sich nach Berlin
um dort seine Werkstattrechnung Scientology vorzulegen
wo man ihn jedoch dazu überredete
zunächst ein Auditing zu machen
wobei man feststellen musste
das Herr von Runkenstein vermutlich der einzige Mensch der Welt ist
dem eine Mitgliedschaft bei Scientology
nicht den geringsten Vorteil bringen würde
weshalb es die Sektenführung ablehnte
die Werkstattrechnung zu bezahlen
da man ja schließlich das investierte Geld nicht
in Form von Mitgliedsbeiträgen zurückbekommen würde
und die Psychosekte zudem glaubhaft versichern konnte
dass das unfallträchtige Reh schon seit längerer Zeit
für den CIA arbeitete
und in deren Auftrag
nach christlich-fundamentalistischen Endzeitfanatikern
in fränkisch-bayerischen Wäldern fahndete
welche die US-Regierung im Kreuzzug gegen den internationalen Islam
als Kanonenfutter auf den zentralasiatischen Schlachtfeldern verheizen könnte
Mit diesen neuen Informationen gewappnet
schickte Herr von Runkenstein nun seine Rechnung
an die US-Behörde für unbezahlte Rechnungen aktueller Kriege
wo sich die kleine Rechnung auf eine kafkaeske Odyssee durch die Innereien
des kapitalistischen Finanzsystems begab
zu einer volljährigen Rechnung heranreifte
und schließlich auf brutalste Weise
im arabischen Raum von einheimischen Aufständischen
niedergemetzelt und bezahlt wurde
Als Herr von Runkenstein davon erfuhr
war das jedoch alles kalter Kaffee
da er längst herausgefunden hatte
wer der wahre Schuldige für dem brutalen Wildunfall war
nämlich nicht er selbst
wie er für einen kurzen Moment vermutet hatte
sondern die Bundesregierung im allgemeinen
und deren Politik im besonderen
die schon seit langer Zeit Straßen durch Wälder baut
und anschließend harmlose Waldbewohner mit vorgehaltener Waffe dazu zwingt
sich vor vorbeifahrende Kraftfahrzeuge zu werfen
um anschließend eine Wildunfallbearbeitungsgebühr zu verlangen
und gleichzeitig das nationale
Neuwagen-Ersatzteile-und-Werkstattkonglomerat
mit frischen Aufträgen zu versorgen
wofür wir alle der Regierung danken sollten
die sich so rührend um den Arbeitsplatzerhalt
in der heiligen deutschen Automobilindustrie einsetzt


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#210: Herr von Runkenstein findet Utopia
HvR#210
Herr von Runkenstein findet Utopia

Auf der Suche nach Glück und Zufriedenheit
reiste Herr von Runkenstein durch die Dimensionen
um schließlich in einer dunklen Ecke des Multiversums
das legendäre Utopia zu entdecken
wo die Menschen wie Götter sind
und die Tiere wie Menschen
und die Pflanzen wie Tiere
und die Steine wie Pflanzen
Möglichst unauffällig begutachtete Herr von Runkenstein
das Land und die Menschen
aus dem Cockpit seines B2-Langstreckenbombers
den er natürlich nur zur Selbstverteidigung dabei hatte
und war beeindruckt von der gesellschaftlichen Harmonie
dem perfekten Bildungssystem
der körperlichen Gesundheit der Bewohner
und dem freundlichen ökosystem
wo sich Fuchs und Hase nicht nur eine gute Nacht
sondern auch einen guten Morgen wünschten
und es niemanden interessierte
was die beiden in der Zwischenzeit getrieben hatten
Herr von Runkenstein hingegen war davon überzeugt
dass dies der richtige Ort für seine Experimente sei
und erzeugte einen Dimensionstunnel
zu der guten alten gemeinen Erde
von wo schon bald einige Besucher eintrafen
die man normalerweise mit Waffengewalt
am betreten des eigenen Hauses hindern würde
wie beispielsweise eine Gruppe von Anwälten
die reflexartig versuchen
alle Raubkopierer von Utopia zu verklagen
was aber nicht gelang
da hier Kunst und Wissen Allgemeingut waren
und es weder Eigentum noch Gerichte gab
worauf die Anwälte in die Berge gingen
und sich dort so lange gegenseitig verklagten
bis alle tot waren
woran Herr von Runkenstein nicht ganz unschuldig war
Als nächstes spuckten die Dimensionsportale
eine echte Plage aus
nämlich religiöse Fanatiker
welche diese gottlose Welt unbedingt missionieren
und die Lehre von Jesus verbreiten wollten
Allerdings verstand keiner der Bewohner auf Utopia
warum man den gefolterten Leichnam dieses Jesus
in einem kannibalistischen Abendmahl
rituell verspeisen musste
um dessen Lehre aufzunehmen
und bekamen auch keine Antwort auf diese Frage
weil einige Taliban auftauchen
und sich die beiden Gruppen schon kurz darauf
im Namen ihres jeweiligen Gottes
gegenseitig niedergemetzelt hatten
worüber aber niemand wirklich traurig war
außer vielleicht Herrn von Runkenstein
der die ganze Show gerne in ein Amphitheater verlegt hätte
um sich mit den Eintrittsgeldern ins Ausland abzusetzen
wie es bei ihm Tradition war
Als schließlich die dritte Gruppe eintraf
nämlich britische
amerikanische und deutsche Touristen
die alle Liegen mit Handtüchern belegten
und Dosenbier aus Goldkelchen tranken
hatten die Utopianer die Nase voll
und verschoben die Phase von Utopia
um ganze 42 Grad
worauf Utopia in eine weit entferne Realität verschwand
und Herr von Runkenstein
zusammen mit den Touristenmassen
auf einer kahlen Steinkugel zurückliess
weshalb er die Touristen zurück zur Erde trieb
genauer gesagt auf die Insel Rügen
um dann den planetengroßen Felsbrocken
in Besitz zu nehmen
und dort nach den wahren Schätzen von Utopia zu graben
nämlich Gold und Silber
und frisch gedruckte
aber nie verwendete Banknoten
die man bei der Phasenverschiebung sicherlich vergessen hatte
weil sie ja niemand mehr brauchte


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#211: Herr von Runkenstein findet Weltraumschrott
HvR#211
Herr von Runkenstein findet Weltraumschrott

Als Herr von Runkenstein am Rande des Sonnensystems
über ein verlassenes Raumschiff stolperte
spritze er sich zwei Gramm Sauerstoff in die Vene
und schwamm hinüber
um es genauer zu erkunden
Zwar wurde die einzige Tür
von einem Türsteher
der Marke "Totaler Vernichter 2000" bewacht
doch befand sich direkt neben der Tür
ein pottwalgroßes Loch
für welches sich der Totale Vernichter nicht zuständig fühlte
und durch welches Herr von Runkenstein in das schiffsinnere gelangte
wo der Staub zerfallener Alienastronauten
sich mit dem Staub
einer auf Staub basierenden Staubzivilisation vermischt hatte
die jedoch auch schon lange ausgestorben
und zu Staub-Staub zerfallen war
und deshalb Herrn von Runkensteins Weltraumstaubsauger
keinen Widerstand leisten konnte
alleine schon aus dem Grund
weil der Staubsauger aus toten Borg zusammengebaut war
So kämpfte sich Herr von Runkenstein staubsaugend voran
und geriet versehentlich in den Keller
wo einige Alieneier auf Passanten warteten
denen sie in das Gesicht springen konnten
womit sie aber bei Herrn von Runkenstein kein Glück hatten
da dieser sich einfach wegduckte
und die Facehugger anschließend
in einen Aliensammelbeutel steckte
um sie auf der Erde zu leckeren Cocktails zu verarbeiten
Als er schließlich die Brücke erreichte
konnte Herr von Runkenstein auch die Frage aufklären
warum das Raumschiff havariert war
denn der mumifizierte Pilot
hatte noch immer den Kaffeebecher in der Hand
dessen Inhalt er offensichtlich über die Steuerkonsole geschüttet hatte
welche einen "Coffee Insert Error" anzeigte
was man bestimmt als den absolut größtmöglichen Mega-Gau
an Bord eines Raumschiff bezeichnen konnte
Weil Herr von Runkenstein jedoch nicht
von der Versicherungsgesellschaft des Raumschiffs war
interessierte ihn das nicht weiter
weshalb er den Anti-Antischwerkraftgenerator einschaltete
bzw. den Antischwerkraftgenerator ausschaltete
und dann durch einen von H.R. Giger designten Gang
zum Maschinenraum ging
wo man den Schwarzes-Loch-Generator der Event Horizon
mit einem chipgetunten Flux-Kompensator kurzgeschlossen
und somit ein Dimensionsloch erzeugt hatte
welches nicht nur bis in die Höllendimensionen reichte
sondern sogar hindurch
und wieder zurück
weshalb sich das Raumschiff streng genommen
in einer Endlosschleife befand
die bis in die weit entfernte Schlumpfdimension reichte
und erst in diesem Moment
von Herrn von Runkenstein beendet wurde
der auf den großen roten Stop-Knopf drückte
den man jedoch versehentlich mit "Selbstzerstörung" beschriftet hatte
was aber jedem mal passieren konnte
Da nun wieder alles in Ordnung war
stempelte Herr von Runkenstein seine Stempelkarte
die er von einem verstümmelten Leichnam geklaut hatte
und schwebte zurück zu seinem eigenen Raumgleiter
um kurz darauf darauf mitanzusehen
wie das Schiff zum Leben erwachte
sich übergab
und anschließend in einem Lichtblitz
aus schwarzer Materie verschwand
und um ein Haar das restliche Universum mit sich gerissen hätte
wenn Herr von Runkenstein
nicht so geistesgegenwärtig gewesen wäre
den interdimensionalen Traktorstrahl
mit Anti-Traktoren zu bestrahlen
und damit das Universum zu retten
was wieder einmal niemand erfahren würde
sofern kein Bild-Leserreporter in der Nähe gewesen war
worauf man sich jedoch nicht verlassen sollte


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#212: Herr von Runkenstein wird Kühlschrankgott
HvR#212
Herr von Runkenstein wird Kühlschrankgott

Als Herr von Runkenstein in den Verliesen seiner Kellergewölbe
einen vergessenen Kühlschrank fand
entdeckte er darin eine Mikrozivilisation
welche aus den überresten eines Glases Rollmöpse entstanden war
und in den vergangenen Jahren erfolgreich
die brutalen Hüttenkäse-Reiterhorden vernichtet
und die friedlichen
aber nervigen Salatgurkenstämme ausgerottet hatte
und sich nun an der Spitze der Kühlschrankschöpfung wähnte
bis zu dem Moment
als Herr von Runkenstein die Kühlschranktür öffnete
und nach kurzem Bürgerkrieg zum neuen Gott erklärt wurde
in dessen Verlauf die Priester der heiligen Tiefkühlpizza
als auch die Ordensritter der vergammelten Leberwurst
als Ketzer verbrannt wurden
Da Herr von Runkenstein mit Mikrozivilisationen
bereits seine Erfahrungen hatte
erkannte er mit geschultem Blick
dass die Rollmopsianer an der Schwelle zur Raumfahrt standen
wobei der Raum in diesem Fall
nur eine Abstellkammer voller Gerümpel war
was die Leistung jedoch keinesfalls schmälerte
da auch diese Kammer ein schwarzes Loch
sowie eine fremdartige Kakerlaken-Rasse enthielt
und damit fast ein genaues Abbild des Weltraums war
welchen beschränkte Menschen für den größtmöglichen Raum halten
den es im Keller der Existenz gibt
Da Herr von Runkenstein nun eine legitime Gottheit war
verkündete er zunächst mal einige Gebote
welche vor allem mit Hygiene und dem aufräumen der Abstellkammer
unter Androhung einer putzeimerbasierenden Sintflut zu tun hatten
und kam erst nach einigen Monaten wieder zurück
um festzustellen
dass die Kammer nun blitzsauber und aufgeräumt war
und ein religiöses Terrorregime die Macht übernommen hatte
und täglich tausende ihrer Bürger aztekengleich
in religiösen Zeremonien opferte
was Herrn von Runkenstein sehr schmeichelte
aber nicht daran hinderte
mit kräftigem Druck seines Daumens den Terror zu beenden
und eine westliche Demokratie
nach US-amerikanischem Vorbild zu installieren
um allerhand Erfindungen seiner Gläubigen patentieren zu lassen
und enorme Mengen an Soldaten und Rüstungsgut
in einen anliegenden Raum zu beordern
wo er die Kontrolle über islamistisch geprägte
Cyborg-Silberfischchen verloren hatte
und nun einen High-Tech-Religionskrieg beobachten wollte
da sein Fernseher kaputt gegangen war
und die darin lebenden Elektrognome
noch mindestens einen Monat für die Reparatur benötigen würden
und Herr von Runkenstein nicht gottgerecht leben konnte
ohne nicht mindestens einen heiligen Krieg
beobachten und beeinflussen zu können


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#213: Herr von Runkenstein vernichtet Atomwaffen
HvR#213
Herr von Runkenstein vernichtet Atomwaffen

Da Herr von Runkenstein nicht wusste
was er nun mit den zwanzig taktischen Nuklearwaffen anfangen sollte
welche er vor dem Zusammenbruch des Ostblocks für die Amerikaner
auf seinem Dachboden zwischengelagert hatte
entschied er sich zum Verkauf der heißen Ware
weil er zum einen
mit den Einnahmen seine laufenden Kosten decken wollte
und zum anderen der Waffenbestand tatsächlich heiß war
und durch ein Leck in einer der Bomben
radioaktiv-natives Olivenöl aus der Hydraulik ausgelaufen
sich durch Boden und Decke gefressen
und über Jahre hinweg einen Ficus benjaminii bewässert hatte
der sich inzwischen zu einem Ficus benjaminii sapiens weiterentwickelt
sein Theologie-Studium abgeschlossen
und für einige Jahre eine fundamentalchristliche Gemeinde
wiedererweckter Christen als Pfarrer betreut hatte
bevor es zu dem Ereignis kam
welches als das große Mutanten-Birkenfeigenpriester-Massaker
in die X-Akten einging und seither verleugnet wurde
da selbst die Augenzeugen des ATF nicht glauben konnten
dass eine Zimmerpflanze im Feuergefecht
zwischen Bundesagenten und seinen eigenen Milizionären
so viele Menschen nur mit Hilfe seiner Blätter abschlachten konnte
Die Atomwaffen mussten auf jeden Fall verschwinden
und Herr von Runkenstein wollte sie auf keinen Fall
über ebay versteigern
weil er dort erst neulich von Betrügern betrogen wurde
als ihm der User Super_Mugabe4evr
20 Tonnen Kalaschnikows abgenommen
aber nicht bezahlt hatte
und er wollte sie auch nicht auf dem Flohmarkt verkaufen
weil er sie dort nur weit unter Wert loswerden würde
weshalb Herr von Runkenstein sich dazu entschloss
die Atombomben auszuschlachten
und stückchenweise zu verscherbeln
im Sinne der Gewinnmaxi- und Risikominimierung
Zu diesem Zweck heuerte er einige Oompa Loompas an
die er zusammen mit einer Kiste Werkzeug
auf dem Dachboden einsperrte
und wartete dann mehrere Tage
bis das hämmern und sägen verstarb
ebenso wie die Oompa Loompas
die weitaus weniger Radioaktivität vertragen hatten
als Herr von Runkenstein gedacht hätte
was aber immerhin den positiven Nebeneffekt hatte
dass er seine köstlichen Kakaobohnen nicht weggeben musste
sondern selber essen konnte
Mit den in ihre Einzelteile zerlegten Vernichtungswaffen hingegen
hatte Herr von Runkenstein keine Absatzprobleme mehr
da technische Bauteile aus den 60ern
bei Sammlern und armen Staaten sehr beliebt waren
und stark verstrahlte Metallstücke
den Physikunterricht an vielen Grundschulen
sehr viel wirklichkeitsgetreuer und direkter erlebbar machten
und so auch schon die Jüngsten den Unterschied
zwischen leichten radioaktiven Verbrennungen
und einer schweren Kontamination
am praktischen Beispiel erleben konnten
Schon nach wenigen Tagen war der Dachboden nahezu leer
mit Ausnahme von mehreren Tonnen Katzenstreu
womit Herr von Runkenstein das verflüssigte Plutonium
sowie diverse Oompa-Loompa-Körperflüssigkeiten gebunden hatte
und das er zu einem guten Preis
an ein Subunternehmen von Lidl verkaufte
das daraus eine hochwertige Nahrungsmittelergänzung destillierte
welches sich gefahrlos unter Babynahrung
Zahnpasta und Feuchtigkeitscreme mischen ließ
und dem Verbraucher zu einem geringen Aufpreis
einen hohen Mehrwert bot
wie nützliche Mutationen auf Zellebene
potenzieller Superheldennachwuchs
und ein angenehmes prickeln in den primären Geschlechtsorganen


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#214: Herr von Runkenstein überlistet Bayerntrojaner
HvR#214
Herr von Runkenstein überlistet Bayerntrojaner

Als es eines Morgens zu einer ungewöhnlich frühen Uhrzeit
an der Tür klingelte
wankte Herr von Runkenstein schlaftrunken
und zombiegleich zu derselbigen
um festzustellen
dass jemand davor ein zehn Meter hohes
und weiß-blau-kariertes Holzpferd abgestellt hatte
an welchem ein Zettel hing
auf dem Herr von Runkenstein lesen konnte
"Ein kleines Präsent zu ihrem Geburtstag
mit besten Grüßen
Ihr bayerischer Verfassungsschutz"
worin Herr von Runkenstein trotz seines Zustandes
sofort einen Trick erkannte
da er heute gar nicht Geburtstag hatte
Einen Kaffee später
hatte er seinen Kamikazefluxkompensator angeworfen
und an dem Holzpferd installiert
worauf dieses in die Vergangenheit raste
und schließlich vor dem Stadttor des belagerten Troja landete
wo bereits einige gutgelaunte Trojaner darauf warteten
das bayerisch-griechische Geschenk in ihre Stadt zu fahren
in der eine große Party im Gange war
die kurz darauf von Beamten des bayerischen Verfassungsschutz
für einen Moment unterbrochen wurde
weil diese aus dem hölzernen Pferdearsch hervorkrochen
und sich über die Massen ausländischer Terroristen wunderten
bevor sie auf trojanische Art willkommen geheißen
und anschließend an die Hunde verfüttert wurden
Herr von Runkenstein jedoch bekam von all dem gar nichts mit
da aus seiner Perspektive das bayerische Holzpferd
lediglich gegen ein griechisches ausgetauscht wurde
welches er postwendend an die Verfassungsschützer zurückschickte
um am folgenden Tag in der Zeitung zu lesen
dass eine Gruppe antiker griechischer Krieger
den bayerischen Freistaat übernommen hatte
und der neue bayerische Ministerpräsident
jetzt "Odysseus, König von Ithaka und Bayern" hieß
und dieser bereits griechisch-bayerisch-trojanische Holzpferde
in alle Hauptstädte der Welt entsendet hatte
um mit Hilfe dieser so neuartigen und erfolgreichen Kriegslist
die Vorherrschaft des ithakanisch-bayerischen Königsreichs
über die ganze Welt zu sichern


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#215: Herr von Runkenstein fängt Fabeltiere
HvR#215
Herr von Runkenstein fängt Fabeltiere

Als Herr von Runkenstein am Rande des Schwarzwälder Kirschwaldes
in einen großen Haufen funkelnden Kots hineintrat
hatte er plötzlich das dringende Bedürfnis
sämtliche Fantasiewesen aus heimischen Wäldern zu vertreiben
oder auch in einem Zeltlager zu konzentrieren
weshalb er umgehend zur Tat schritt
und im Wald Bärenfallen und Fangschlingpflanzen aussetzte
die sich sofort auf die Jagd machten
und sämtliche Elfen, Feen, Gnome, Zwerge, Trolle, Heinzelmännchen,
Kobolde, Oger, Butze- und Wichtelmänner, Orks, Golems, Hobbits,
Goblins, Klabautermänner, Pumuckl, Wurzelwichte, Einhörner,
Schlümpfe, Wolpertinger und sonstiges Fantasie- und Fabelgesocks
aus dem Bäumen schüttelte
und aus ihren Höhlen hinausspülte
um diese zu internieren, nummerieren, katalogisieren
und anschließend jeden einzelnen
einem guantanamonischen Verhör zu unterziehen
um herauszufinden
in wessen Kothaufen er nun genau hineingetreten war
warum derjenige keine öffentliche Toilette
oder Waldlatrine benutzt hatte
und ob sich eventuell eine Verbindung zu Al Quaida, Saddam Hussein
oder dem 11. September ergeben könnte
Mehrere Jahre und etliche Verhöre und Selbstmorde später
konnte Herr von Runkenstein endlich wieder beruhigt einschlafen
da er nun wusste
dass der Kothaufen von einem Raketenlindwurm stammte
der nur auf der Durchreise gewesen
und längst wieder in seinem B-Movie angekommen war
und sich in seinem Lager somit nur Unschuldige befanden
was ihn aber nicht weiter beunruhigen sollte
da ein Fünf-Sterne-Gericht ihm versichert hatte
dass Fabelwesen keiner weltlichen Gerichtsbarkeit unterstehen
und es daher keinesfalls illegal oder moralisch fragwürdig ist
sie über Jahre hinweg ohne Gerichtsverfahren einzusperren
weil es ja keine Menschen sind
und erst recht keine Europäer oder US-Amerikaner
für welche die Menschenrechte ausschließlich
zur Anwendung kommen sollten


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#216: Herr von Runkenstein beobachtet die Vergangenheit
HvR#216
Herr von Runkenstein beobachtet die Vergangenheit

Da Herr von Runkenstein dank geschickter Spekulationen
auf steigende öl- und Lebensmittelpreise
zu einem kleinen Vermögen gekommen war
lies er sich von der NASA und der Firma Zeiss
ein Weltraumteleskop erbauen
dessen planetengroße Ausmaße
die Gravitation des Sonnensystems beeinflussten
und den Mond der Erde aus dessen Umlaufbahn riss
und ihn in die Sonne stürzen ließ
Da er anschließend noch einige Milliarden übrig hatte
ließ er auch gleich ein Raumschiff um das Teleskop herumbauen
und mit einem Hyperraumsprungtriebwerk ausrüsten
welches den Raum nicht nur falten
sondern auch strecken und verknoten konnte
und Herrn von Runkenstein nun in die Lage versetzte
an jeden beliebigen Ort des Universums zu springen
so die Erde aus großer Entfernung zu beobachten
und damit in die Vergangenheit blicken zu können
weshalb er sich zum warmlaufen der Triebwerke
sieben Lichttage von der Erde entfernte
und das Teleskop auf sein eigenes Haus ausrichtete
um herauszufinden
warum er vor einer Woche keine Zeitung bekommen hatte
und auch sogleich beobachten konnte
dass die betreffende Zeitung
von einer umherstreuenden Zeitungsente geklaut worden war
welche sich mit der Diebesbeute in ihr Geheimversteck absetzte
und dort die Zeitungsmeldungen korrigierte
um sie anschließend dem Springer-Verlag vorzulegen
der daraus eine neue Ausgabe der Bild-Zeitung schusterte
Weil inzwischen die Triebwerke warm genug waren
entfernte Herr von Runkenstein sich weitere 61 Lichtjahre von der Erde
und beobachtete über der Wüste von New Mexiko
den Absturz eines außerirdischen Flugobjektes
der bei näherer Betrachtung auch ein Wetterballon war
allerdings ein außerirdischer
und bemannter Exoplaneten-Wetterballon
womit Herr von Runkenstein nachgewiesen hatte
das sowohl die US Air Force
als auch die UFO-Verschwörungstheoretiker recht hatten
und man die Roswell-Akte nun zu den Akten legen konnte
Etwa tausend Lichtjahre weiter entfernt
konnte er dann das dunkle Mittelalter beobachten
welches nur deshalb so dunkel war
weil die Hexenverbrennungen bei weitem
nicht so regelmäßig stattfanden
wie man es immer behauptet
und der Brennwert einer Durchschnittshexe nicht ausreichte
um eine störungsfreie Energieversorgung
aller Nicht-Hexen zu ermöglichen
woran bestimmt der Teufel schuld war
Weitere 1.000 Lichtjahre entfernt
konnte Herr von Runkenstein dabei zusehen
wie drei stolze Legionen des römischen Reiches
von halbnackten Waldbewohnern niedergemetzelt wurden
wobei sie aber nicht von Aliens unterstützt wurden
wie man es vielleicht erwartet hätte
sondern von einem Zeitreise-Battalion der Waffen-SS
die aufgrund eines Führerbefehls
ihre Vorfahren militärisch unterstützten
aber wegen eines Zeitreise-Embargos der Vulkanier
nicht zwischen den Jahren 1.000 bis 3.000 eingreifen durften
und sich deshalb auf den Kampf gegen Römer in der Vergangenheit
und israelische Anti-SS-Kampfroboter
in der Zukunft beschränken mussten
Als Herr von Runkenstein dann den Bau der Cheops-Pyramide
aus einer Entfernung von 4.600 Lichtjahren beobachten wollte
musste er feststellen
das zu diesem Zeitpunkt die Pyramide nicht erbaut
sondern nur renoviert wurde
weshalb er sich noch einmal um 6.000 Lichtjahre
von der Erde entfernte
und dann dabei zusehen konnte
wie die Pyramide von einem Bautrupp
des intergalaktischen THW errichtet wurde
während die menschlichen Hilfsarbeiter
lediglich Hyroglyphen in die Wände hämmerten
und von Zeit zu Zeit für 9,8% mehr Lohn streikten
um ihren Funktionären First-Class-Flüge in die Südsee zu ermöglichen
Doch da Herr von Runkenstein nun der Menschen überdrüssig wurde
schaltete er den Turbo-Nachbrenner ein
und entfernte sich volle 65 Millionen Lichtjahre von der Erde
um die Vernichtung der Dinosaurier durch einen Meteoriten zu erleben
konnte jedoch keinen Meteoriten entdecken
sondern fand heraus
das nicht ein großer Steinbrocken aus dem Weltall
die Dinosaurier ausgerottet hatte
sondern die Echsen sich selbst
da die Explosion auf der Yucatan-Halbinsel
von einer 20-Millionen-Gigatonnen-Wasserstoffbombe stammte
die dort von dem faschistischen
laurasischen Raptoren-Großreich abgeworfen wurde
um die Vereinigte Allianz der Pflanzenfresser von Gondwana
zur Kapitulation zu zwingen
weil diese sich nach wie vor weigerten
als Futtertiere herzuhalten
und gleiche Rechte für alle Echsen forderten
Nachdem Herr von Runkenstein dieses Rätsel der Geschichte
gelöst hatte
stelle er ganz nebenbei fest
dass er sich weit außerhalb der bekannten Galaxiengruppe befand
und an diesem Ort die bekannten Gesetze nicht mehr galten
weshalb er zuerst
im nächstgelegenen Duty-Free-Shop zollfrei einkaufe
und dann eine Dokumentation über die Erforschung des Weltraums
von der Antike bis 1950 in den DVD-Player einlegte
weil ihm die Geschichte der Erde langsam auf die Nerven ging
und er nun lieber sein Wissen über den Weltraum erweitern wollte
während eine aus schwarzer Materie bestehende Weltraumziege
mit dem Teleskop kollidierte
dieses auf eine nahe Sonne ausrichtete
und das so gebündelte Licht
ein Loch quer durch das Universum brannte
in dem sich anschließend eine Kolonie
alternativer Wurmlochwürmer ansiedelte
deren ökologischer Gemüseanbau in absolutem Einklang
mit dem Naturgesetzen steht


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#217: Herr von Runkenstein lässt kollidieren
HvR#217
Herr von Runkenstein lässt kollidieren

Nachdem es Herrn von Runkenstein gelungen war
in das Kontrollzentrum des großen Hadronenkollidierers einzudringen
experimentierte er ein wenig mit gegenläufigen Protonenströmen
schaffte es aber leider nicht
ein schwarzes Loch zu erzeugen
was nicht gerade für die enormen Kosten
des Teilchenbeschleunigers sprach
da er selbst bereits mit wesentlich weniger Aufwand
schwarze Löcher erzeugt hatte
und auch wieder erzeugen wird
Stattdessen tauschte er nun die Protonen
gegen Würstchen und Senf aus
und lies diese mit Beinahe-Lichtgeschwindigkeit kollidieren
worauf eine Würstchensorte entstand
in welcher die Wurst mit dem Senf
auf Molekularebene verschmolzen war
was sehr gut schmecken würde
hätte sich nicht auf subatomarer Ebene
ein schmieriger Film aus aus Quantenschleim abgelagert
welcher den gesamten Senfwurstgeschmack
mit freien Radikalen sabotierte
und somit den Gesamteffekt negativierte
worauf Herr von Runkenstein sein Konzept umwarf
und stattdessen einen Beckstein-Klon beschleunigte
welchen er mit einem Anti-Beckstein kollidieren lies
der in einem Spiegeluniversum der Vorsitzende
der stalinistischen Partei Bayerns ist
und nach zwei Maß Bier keinesfalls mehr Auto fährt
worauf jedoch keine enormen Energiemengen freigesetzt wurden
wie man es erwartet hätte
sondern nur heiße Luft
welche offensichtlich der Hauptbestandteil aller Becksteine
aus sämtlichen Paralleluniversen ist
quod erat demonstrandum
Kurz darauf hatte Herr von Runkenstein jedoch genug
von diesen Kinderspielchen
und baute sich einen eigenen Teilchenbeschleuniger
mit einem Durchmesser von 99,9 Lichtwochen
in dem er sich selber beschleunigte
und mit einer telepatisch begabten Amöbe
aus dem Paläozoikum kollidieren ließ
und somit zu homo chaosapiens diffluens superor wurde
einer weltraumtauglichen Riesenamöbe
die sich von braunen Zwergen und dunkler Materie ernährte
und sich schließlich sogar mit einem schwarzen Loch anlegte
welches die Weltraumamöbe aufsaugte
und deren gesamtes Bewusstsein durch eine Singularität presste
worauf sich allen physikalischen Gesetzen zum Trotz
Herr von Runkenstein im Wandschrank
seines Gästezimmers materialisierte
dann als erstes einen Kaffee trank
um wieder klar im Kopf zu werden
und anschließend einen vorsichtig formulierten Brief
an die Gesellschaft für beschränkte Haftung schrieb
in dem er auf die Gefahren von Kollisionen subatomarer Teilchen
bei Energien von mehreren Milliarden Terawatt hinwies
um zu verhindern
dass weltraumtauglich-telepatische Riesenamöben
zu einem festen Bestandteil der Weltraum-Fauna werden
weil diese sich tendenziell nicht
an die Naturgesetze halten
deren Einhaltung nur selten staatlich überwacht wird


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#218: Herr von Runkenstein verdient am Börsencrash
HvR#218
Herr von Runkenstein verdient am Börsencrash

Als das globale Finanzsystem zusammenbrach
und sämtliche Aktienkurse in den Keller fielen
begab sich Herr von Runkenstein in genau diesen Keller
um die Aktien aufzufangen
mit spezieller Aktiennahrung aufzupäppeln
und anschließend in den undurchdringlichen Urwäldern
der Bundesrepublik Kongo auszuwildern
um zu verhindern
dass sie jemals wieder
der mutierten und hyperintelligenten Heuschreckenrasse
in die Hände fallen
welche sich in den Katakomben der Wall Street angesiedelt haben
wo sie Unmengen an Geld scheffeln
um damit ihren sterbenden Planeten zu retten
dessen Sonne zu explodieren droht
Aus diesem Grund startete die humanoide Heuschreckenrasse
eine Expedition in den Kongo
um die nun in Freiheit lebenden Wertpapiere wieder einzufangen
die sich jedoch in weiser Voraussicht
mit den noch nicht ausgestorbenen Berggorillas verbündet hatten
welche mit Hilfe der Dividenden aus den Aktienmehrheiten
eine Gorilla-Guerilla gegründet hatten
deren Leopard-Panzer-Battaillon
dank der leopardischen Panzer-Kommandanten
einen überragenden Sieg im Dschungelkrieg
gegen die Lemuren-Infanterie
der humanoiden Heuschrecken verbuchen konnte
während Herr von Runkenstein
als internationaler Beobachter alles beobachtete
und nebenbei diverses Kriegsgerät vom Planet der Affen exportierte
und damit die Gourilla unterstützte
während die Aktienmärkte sich
aufgrund der Abwesenheit der Heuschrecken wieder erholten
und Herr von Runkenstein sich deshalb dumm und dämlich verdiente
weshalb er sich leisten konnte
den Planet der Heuschreckenrasse zu kaufen
vor dem Untergang zu retten
und anschließend mit enormem Gewinn
an die Heuschrecken zurückzuverkaufen
wodurch er zum reichsten Wesen des Universums wurde
und sich eine eigene Galaxis kaufen konnte
die er von kybernetischen Söldnern entvölkern ließ
was ihm zwar einen Ruf
als erfolgreichster Genozidiär des äons bescherte
aber auch eine halbe Milliarde Lichtjahre Sandstrandgrundstücke
an denen er Hotels und Strandbars erbauen lies
und mit dem Verleih von Liegen und Sonnenschirmen
fast noch einmal ein Vermögen verdient hätte
wenn nicht seine Brieftasche
wegen des vielen Geldes explodiert wäre
dessen Druckwelle zwar mehrere Sternensysteme vernichtete
aber ihn auch auf den Boden zurückholte
weshalb Herr von Runkenstein nun nach hause ging
und den restlichen Abend am Kamin verbrachte
wo er im Schein verbrennenden Geldes ein gutes Buch laß
über Gewinnmaximierung, Sozialismus und mutierte Killerroboter
die Laser statt Augen
und nachts Alpträume von Schrottpressen haben


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#219: Herr von Runkenstein tritt in Hannibals Fußstapfen
HvR#219
Herr von Runkenstein tritt in Hannibals Fußstapfen

Nachdem Herr von Runkenstein bei einem Zirkusausverkauf sehr günstig
fünfeinhalb dutzend Wanderelefanten erstanden hatte
konnte er seinen dämonischen Plan in die Tat umsetzen
und aus blutsaugenden Kriegselefanten
dreihundert spartanischen Zombiekriegern
und Plasmakanonenrobotern aus den Jupiterkriegen
ein multikulturelles Invasionsheer aufstellen
und wie einst Hannibal die Alpen überqueren
was jedoch dank der Brennerautobahn kein Problem mehr war
Auf der anderen Seite angekommen
musste Herr von Runkenstein zudem enttäuscht feststellen
dass in Rom kaum etwas zu holen war
und keine “Runkenstein ante portas!”-schreienden Massen
durch die Straßen liefen
weil man hier an Touristen gewöhnt war
weshalb sich Herr von Runkenstein nach Osten wandte
Stalingrad links liegen ließ
im Iran die Gelenke seiner Roboter mit frischem öl schmierte
in Afghanistan einige Taliban an seine Spartaner und Elefanten verfütterte
und schließlich den Himalaya überqueren konnte
wo nun endlich der ein oder andere Elefant in die Schluchten fiel
und das sogar ohne Spezialeffekte oder protestierende Tierschützer
und auch zu Freuden der spartanischen Zombies
die sich von den überresten ernährten
wobei einige von ihnen entgültig verstarben
worauf sich von deren überresten wiederum die noch lebenden Elefanten
sowie einige der wiedererweckten Zombieelefanten ernährten
was man getrost als den Kreislauf
des wiedererweckten Lebens bezeichnen konnte
wenn man von den nicht-wiedererweckten Spartanozombies einmal absah
die an Ort und Stelle liegen blieben
weil das Gesetz es ihnen befahl
Mit seinem geringfügig verkleinerten Eroberungsheer
schafte es Herr von Runkenstein schließlich doch noch nach Peking
wo die Volksbefreiungsarmee bereits darauf wartete
das Volk von seiner Willkürherrschaft zu befreien
worauf eine sechstägige Entscheidungsschlacht begann
in deren Verlauf sich Herr von Runkenstein dreimal
zum Kaiser von China ernennen konnte
um kurz darauf wieder gestürzt zu werden
weshalb er am siebten Tage ruhte
und sich auf einen ewigen Waffenstillstand einließ
und dafür den Titel “Kaiser von China ehrenhalber” verliehen bekam
Seine Zombiespartaner verkaufte er anschließend
als Arbeitssklaven an eine chinesische Spielzeugfabrik
und die Elefanten wurden in die chinesische Armee eingegliedert
und in Tibet gegen protestierende Mönche eingesetzt
während die Plasmakanonenroboter
des Ehrenkaisers persönliche Leibwache wurden
und gelegentlich den ein oder anderen US-Spionagesatellit vom Himmel fegten
oder Dissidenten von der Straße
und nebenbei die mongolischen Reiterhorden im Norden
von einer erneuten Invasion in das Reich der Mitte abhielten
weil die Chinesen nichts mehr hassten
als eine Fremdherrschaft durch ein benachbartes Volk


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#220: Herr von Runkenstein züchtet Wurmgiganten
HvR#220
Herr von Runkenstein züchtet Wurmgiganten

Weil Herr von Runkenstein die Wahl
zum US-Präsidenten nicht gewann
suchte er sich eine andere Beschäftigung
und zählte Sonnenstrahlen in der Wüste
was ihn aber zu dem fundamentalen Problem führte
ob er nun Photonenwellen oder Photonenteilchen zählen sollte
vor allem unter Berücksichtigung der Tatsache
dass beide Zustände gleichzeitig möglich sind
Aus diesem Grund entwickelte Herr von Runkenstein
den Wellen-Teilchen-Konverter
welchen er direkt auf die Sonne ausrichtete
und in deren inneren die Photonen gezwungen wurden
einen festen Teilchenzustand anzunehmen
und in Form kleiner Materiebröckchen die Maschine zu verlassen
weshalb Herr von Runkenstein die Photonen sammeln konnte
um mit ihnen sein Essen zu würzen
und seine Glühwürmchen damit zu füttern
in deren Licht man nun problemlos
ein Buch lesen oder einen Krieg führen konnte
weshalb Herr von Runkenstein sie herdenweise
an bibliophile Panzergeneräle verkaufte
während seine Glühwurm-Ranch immer größer wurde
bis er auf die Idee kam
sonnenlichtgemästete Kernfusionsglühwürmer
mit arrakischen Sandwürmern zu kreuzen
deren Nachkommen sich durch jede bekannte Materie fressen konnten
heller als Sterne leuchteten
und den Verdaurungstrakt einer Wasserstoffbombe hatten
und damit ein guter Grund für Barrack Obama waren
Herrn von Runkenstein zum Verteidigungsminister zu ernennen
worauf dieser seine Atomwürmer zum Mond schickte
um ihn vor Chinesen und Indern zu beschützen
die dort neue Fabriken bauen wollten
um der amerikanischen Wirtschaft zu schaden
was nun nicht mehr möglich war
da die Würmer den Mond aufgefressen hatten
und mit der verdauten Mondmaterie Krankenhäuser im Irak bauten
und Grundschulen in Afghanistan
und Krankenversicherungen für US-Amerikaner
weshalb ein Atomwurm vier Jahre später
zum 45. US-Präsidenten gewählt wurde
und Herr von Runkenstein zu seinem Vize-Präsidenten
und ein Wurmloch zum weißen Haus wurde


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#221: Herr von Runkenstein taut ab
HvR#221
Herr von Runkenstein taut ab

Während des Abtauvorgang seines Kühlschranks
fand Herr von Runkenstein in dem Gletscher
der vorher einmal sein Eisfach gewesen war
die vollständig erhaltenen Leichen eines Mammuts
eines Söldners aus der Kupferzeit
eines außerirdischen Antarktis-Expeditionsteams
sowie eine AOL-Installations-CD
und diverse
nicht mehr zuzuordnende Leichenteile
darunter allerdings keine toten Neugeborenen
wie man sie in letzter Zeit öfters
in deutschen Kühltruhen zu finden pflegt
Nachdem das Mammut vollständig aufgetaut
und wiederbelebt war
bedankte es sich artig
und begab sich hinaus in die Welt der Zukunft
in der es allerdings keine Zukunft hatte
weil Großwildjäger und Zoobesitzer
schon lange darauf gewartet hatten
einem solchen Exemplar habhaft zu werden
um es zu klonen und dann finanziell auszuwerten
Der Söldner aus der Kupferzeit hingegen
machte weitaus mehr Ärger
da ihm die Zukunft keinesfalls gefiel
und er damit begann
mit Hilfe seiner Kupferaxt
die ganze Welt zu Klump zu schlagen
bis sie in der Steinzeit angekommen war
wo er mit seiner Kupferaxt allen anderen überlegen wäre
Aus den übrigen Leichenteilen
baute Herr von Runkenstein
Runkensteins Monster zusammen
welches er mit einem Blitzkriegsblitz zum Leben erweckte
um dann die AOL-CD zu installieren
worauf der Flickenteppichzombie übelsten Durchfall bekam
sich für das Internet hielt
und dann nach Bayreuth absetzte
um dort BWL und Metaphysik zu studieren
was ihm jedoch nicht gelang
weil Herr von Runkenstein ihm das Gehirn
von Roland Koch eingesetzt hatte
welches er günstig
auf dem Rotenburger Wochenmarkt erstanden hatte
Bleibt noch die Frage
was aus der außerirdischen Antarktis-Expedition wurde
und es wäre schön zu berichten
dass Herr von Runkenstein sie
in die Antarktis geschickt hätte
damit sie dort ihrer Bestimmung folgen konnten
doch stattdessen steckte er sie
wieder zurück in sein Eisfach
damit sie dort mit ganz kleinen Eispickeln
das entstehende Eis sofort wieder abschlagen konnten
damit das Eisfach den kommenden Sommer über nicht zufriert
und Herrn von Runkenstein jederzeit Eiswürfel
für kühle Drinks
und grenzwertige Experimente zur Verfügung stehen


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#222: Herr von Runkenstein füttert die Muschi mit Sushi
HvR#222
Herr von Runkenstein füttert die Muschi mit Sushi

An einem fernöstlichen Feierabend
besuchte Herr von Runkenstein
den seppukuiden Japanomaten an der Ecke
welcher sich gerade ehrenvoll den Bauch aufgeschlitzt
und deshalb seinen Inhalt über die Straße verteilt hatte
der überwiegend aus Sushi bestand
und nun von Herrn von Runkenstein aufgesammelt wurde
um die Fisch-und-Reis-Massen
zu hause zu verzehren
Dort angekommen stopfte er sich den Bauch voll
und verfütterte den Rest
an seine Katz namens Platz
die wenig später ihrem Namen alle Ehre mache
und mit einem lauten Miauuuu-Plopp! explodierte
und dabei Fisch und Reis im ganzen Raum verteilte
worauf Herr von Runkenstein
die überreste von Katz und Essen aufsammelte
von Decke und Wänden kratzte
und an seine Ersatz-Katze namens Atze verfütterte
die sich in ihrer Freizeit mit Mäusezucht
Stahlblech-Origami
und der Produktion von Hundeleberwurst beschäftigte
und nun die Fisch-Reis- und Katzenüberreste auffraß
während sie fließend japanisch lernte
und Mangas für Katzen malte
in denen Cyborg-Hunde von Katzenrobotern
mit Elektroschockhalsbändern
und Wasabieinläufen gefoltert wurden
Irgendwann gegen Morgen
war die Katze voll und der Sushi-Keller leer
und die zweite Auflage der Folterkatzenmangas verkauft
weshalb Herr von Runkenstein seiner Katze
die Sushi-Muschi-Medaille für besondere Leistungen verlieh
dann auf einem Reisbett bettete
in Algen einwickelte
und als Katzensushi auf dem Tokyoter Fischmarkt versteigerte
wo ein bösartiger Pudel-Calamari-Hybridencyborg den Zuschlag erhielt
und das Katzensushi um ein Haar verspeist hätte
wenn er nicht vorher
von einem Elitekommando der Yakuza-Katzensamurai
zu Hunde-Blutwurst verarbeitet
und nach China geliefert worden wäre


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#223: Herr von Runkenstein wird Weihnachtsmann
HvR#223
Herr von Runkenstein wird Weihnachtsmann

Als der letzte Monat des Jahres angebrochen war
und der alljährliche Adventsterrorismus
auf seinen persönlichen 11. September zusteuerte
gewann Herr von Runkenstein einmal mehr den Eindruck
dass er diesem Wahnsinn nicht entkommen konnte
weshalb er sich in diesem Jahr
mit dem Geist der Weihnacht verbündete
und deshalb zunächst einmal
alte Frauen und kleine Kinder mit Lebkuchen bewarf
mit ultrahocherhitztem Glühwein
durchgefrorene Obdachlose bedampfte
und anschließend eine junge Baumschule
mit einer dinosauriergroßen Edelstahlsense köpfte
um allen Bedürftigen einen Weihnachtsbaum zu schenken
Obwohl Herr von Runkenstein
noch garnicht richtig angefangen hatte
ging dem Geist der Weihnacht dies alles zu weit
weshalb er kurz darauf
von einem Weihnachtswichtel-Exekutionskommando
an die Wand gestellt und durch eine
hochweihnachtliche Walnuss- und Mandarinensteinigung
standrechtlich hinrichtet wurde
Um weiteren Problemen vorzubeugen
ließ Herr von Runkenstein auch gleich den Weihnachtsmann
wegen Terrorverdachts entführen
und an den pakistanischen Geheimdienst
zur weiteren Sonderbehandlung überstellen
um anschließend in dessen roten Mantel zu schlüpfen
und die Geschenkfabriken am Nordpol zu inspizieren
wobei er feststellte
dass er die Produktion steigern und die Kosten senken konnte
wenn er die Handwerkerelfen an Zoofachgeschäfte verkauft
gesundheitsschädliche Materialien verwendet
und chinesische Wanderarbeiter einstellt
was er auch sogleich tat
Als schließlich der wichtigste Tag des Monats gekommen war
ließ Herr von Runkenstein 200 Millionen Tonnen feinster Konsumgüter
in die kathedralengroßen Frachträume
seines mehrdimensionalen überlichtschlittens einladen
und injizierte dann seinen Rentieren
genetisch manipuliertes Super-Speed
mit einer Extraportion US-Air-Force-Amphetaminen
die sonst nur Kampfjet-Piloten vor ihren Einsätzen bekamen
was nun bei den
aus Kostengründen unterernährten Rentieren dazu führte
dass diese mit dreifacher Schallgeschwindigkeit
vietnamesische Bauern und afghanische Hochzeitsgesellschaften
mit radioaktiven Körperflüssigkeiten durchnässten
und anschließend in der Stratosphäre explodierten
Glücklicherweise hatte Herr von Runkenstein
noch einen Satz Austauschrentiere in seinem Keller stehen
denen er eine normale Dosis Speed und Heroin verabreichte
worauf er nun endlich seiner gestohlenen Berufung folgen
und jedem Kind auf der Erde ein Geschenk vorbeibringen konnte
was ihm soviel Freude machte
dass er anschließend in einer Extrarunde
auch alle Tierkinder des Planeten beschenkte
indem er den herbivoren Tierkindern eine Karotte
und den carnivoren Tierkindern ein herbivores Tierkind schenkte
wodurch er etliche Karotten einsparte
die er nasenlosen Schneemännern schenkte
welche nun endlich wieder riechen und koksen konnten
Drei Tage später war der jährliche Weihnachtswahnsinn beendet
und der rote Mantel hing wieder an seinem Haken
weil Herr von Runkenstein ihn erst
in elf Monaten wieder brauchte
Nur der ursprüngliche Weihnachtsmann blieb verschollen
da er sich inzwischen den Taliban angeschlossen hatte
und im Süden von Afghanistan
Sprengfallen für Nato-Soldaten herstellte
die er einzeln in rotes Geschenkpapier verpackte
und persönlich am Straßenrand verkabelte
um anschließend bei Milch und Keksen
auf die Auslieferung zu warten


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#224: Herr von Runkenstein findet einen neuen Freund
HvR#224
Herr von Runkenstein findet einen neuen Freund

Und so wurde es 2009
und das große Krisenjahr ward geboren
was Herrn von Runkenstein jedoch kaum verunsicherte
da gleichzeitig der Grund für die letzten großen Krisen
zurück nach Texas deportiert worden war
Und der Messias des neuen Millenniums
die Amtsgeschäfte übernommen hatte
Damit auch alles seine Ordnung hatte
vollzog der neue Präsident schon kurz darauf
seinen offiziellen Antrittsbesuch
und besuchte Herrn von Runkenstein
um gemeinsam bei Brownies und Mohrenköpfen
zwei Kannen schwarzen Kaffee zu leeren
und die aktuelle Weltpolitik zu diskutieren
beziehungsweise aufeinander abzustimmen
damit es nicht zu peinlichen Missverständnissen kam
wie beispielsweise damals
als er gegen eine mickrige Entschädigung
sein liebevoll aufgebautes Internierungslager auf Kuba abgeben
und die dort gefangen gehaltenen Eichhörner
Tauben und sonstiges subversives Kleinvieh
wieder in die Freiheit entlassen musste
beziehungsweise in ein neues Leben
welches in den meisten Fällen
mit dem Leben nach dem Tod identisch war
Nun jedoch saßen Herr von Runkenstein
und Sankt Obama gemeinsam bei Kakao und Leberwurstbroten
und beschlossen die Beendigung der Finanzkrise
durch eine Privatisierung der US-Armee
die Herr von Runkenstein schon immer besitzen wollte
was er sich nun endlich auch leisten konnte
da er in den letzten Monaten auf dem US-Immobilienmarkt
unverschämt hohe Summen verdient hatte
Danach betrank man sich gemeinsam bei einer Kiste Schwarzbier
und beschloss die Infiltrierung de Ku Klux Klans
allerdings konnten Herr von Runkenstein und Herr Obama
erst durch eine Runde Schnick Schnack Schnuck entscheiden
wer von ihnen der Undercover-Mann im Klan werden sollte
doch schließlich waren beide davon überzeugt
dass der Präsident auch diese Aufgabe
erstklassig erledigen würde
Gegen Mitternacht kam der ziemlich angetrunkene Barrack
den Herr von Runkenstein inzwischen
altes Barackengesicht nennen durfte
auf die glorreiche Idee
dass es ziemlich cool wäre
sich wie Spiderman von Haus zu Haus zu schwingen
weshalb man sich umgehend
in den Mutantenspinnenkeller begab
und sich gemeinsam von diversen Spinnenarten beißen zu lassen
was zwar nicht zu Spiderman-Kräften führte
aber Obama immerhin unempfindlich gegen Zigeunerflüche
und Amtsenthebungsverfahren machte
und Herrn von Runkenstein die Fähigkeit verlieh
Hybridfahrzeuge an Lavalampen und Republikaner zu verkaufen
Anschließend tranken die beiden noch einen kleinen Absacker
ließen dann spontan 50 mit kleinen Brezeln belegte Pizzas
und eine Kiste Jim Beam an George W. Bush liefern
und verabschiedeten sich dann in aller Freundschaft
nachdem sie sich für den nächsten Monat
in Washington verabredet hatten
um dort eigenhändig Krankenversicherungen
und Faustfeuerwaffen für alle zu erschaffen
und anschließend nachts um die Häuser zu ziehen
beziehungsweise sich ziehen zu lassen
von Secret-Service-Agenten
mit kleinen Geweihen auf den Köpfen
und in einem großen roten Schlitten
mit rasiermesserscharfen Kufen


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#225: Herr von Runkenstein wird eingeschneit
HvR#225
Herr von Runkenstein wird eingeschneit

Nachdem Herr von Runkenstein morgens aufgestanden war
und einen Blick nach draußen wagte
fiel im fast der Kakao aus der Milch
da er diese Schneehölle nicht erwartet hatte
und der Begriff 'eingeschneit' schon fast als Untertreibung gelten musste
weshalb er sich umgehend zu seiner Eiszeit-Notfallausrüstung begab
und sich dann mit Flammenwerfer und Phosphorgranaten
den Weg zu seinem Wintergarten freischmolz
wo der Eisberg-Salat bereits ein antarktisches Terrorregime errichtet
und mit Hilfe von Pinguin-Brigaden
die Nachtschattengewächse unterworfen und versklavt hatte
welche nun in einem Arbeitslager Schneebälle formen
und mit Plutonium anreichern mussten
mit welchem das Salatregime einen Atomkrieg bestreiten
und die Weltherrschaft erlangen wollte
Zu allem überfluss musste Herr von Runkenstein auch noch feststellen
dass eine Gruppe Inuit
in seinem Garten ihr Sommerlager aufgeschlagen
und eine Iglu-Stadt errichtet hatten
in der es überall roten Schnee von dem Robbenblut
blauen Schnee von den chemischen Toiletten
und gelben Schnee gab
der vermutlich von verschüttetem Orangensaft herrührte
Um diesem Chaos wieder Herr zu werden
lies Herr von Runkenstein das Gerücht verbreiten
dass die Eskimo-Salatbar von Feld-
auf Eisbergsalat umgestellt werden sollte
worauf die faschistischen Salatköpfe einen nuklearen Schneeballangriff
auf das Inuit-Dorf in die Wege leiteten
und anschließend die auf Killertomaten
reitenden Pinguin-Brigaden hinterherschickten
welche jedoch von gelb gefärbten Urin-Schneemännern aufgehalten wurden
die sie mit messerscharfen Eiszapfen aufspießten und in Stücke hackten
um sie als Pinguin-Pizza-Belag an neapolitanische Pizzabäcker zu verkaufen
Nach dem zweistündigen Schneegemetzel
schwamm der Eisberg-Salat im Nord-Atlantik
auf der Suche nach Kreuzfahrtschiffen
während die Inuit weitergezogen
und sich als Eisverkäufer am Mittelmeer niedergelassen hatten
worauf Herr von Runkenstein endlich
sein gesamtes Grundstück mit Benzin tränken und anzünden konnte
und so die Schneemassen innerhalb von Sekunden beseitigte
und zugleich diverse Plutoniumrückstände in der Nachbarschaft verteile
weshalb er sich jetzt schon auf die nächste Ernte-Saison freute
und einen leckeren Mutantengemüse-Eintopf
mit Pinguinfleischeinlage und schlecht gelaunten Kartoffelstücken


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#226: Herr von Runkenstein verkleidet sich
HvR#226
Herr von Runkenstein verkleidet sich

Als die Faschingszeit ihren Höhepunkt erreichte
und jedermann verkleidet und betrunken durch die Straßen lief
zog auch Herr von Runkenstein sein Kostüm an
und begab sich auf die Straßen
was aber nicht sonderlich lustig war
da jedermann von ihm erwartete
dass er sich um ihre Probleme kümmerte
und auch um die Leute
denen aufgrund ihrer Trunkenheit gar nicht bewusst war
dass sie ein Problem hatten
wie beispielsweise blutend und bewusstlos auf der Straße zu liegen
Nach einiger Zeit hatte Herr von Runkenstein jedenfalls genug davon
und tauschte das Polizistenkostüm gegen ein simples Laken aus
welches er in einer Mülltonne gefunden
und ihn als Schlossgespenst darstellen sollte
und in seiner Wirkung wesentlich erschreckender war
als zunächst angenommen
da ihn schon bald echte Polizisten fragten
ob die Blutflecken auch echt waren
was er gar nicht mehr wissen wollte
sondern sich bereits neu verkleidet hatte
und nun als außerirdischer Invasor herumlief
was in der Menge auch recht gut ankam
zumindest bis zu dem Moment
als er auf einige Leute in genau dem selben Kostüm traf
die er sofort zur Rede stellen wollte
aber stattdessen von ihnen
in einer seltsamen Sprache angesprochen
und gefragt wurde
ob dieser seltsame Planet wirklich
einer Invasion und Versklavung wert wäre
was Herr von Runkenstein sofort bejahte
ihnen jedoch den Befehl gab
die Invasion um einen Monat zu verschieben
weil er dann Urlaub hatte
worauf die Invasoren verschwanden
und er wieder das Kostüm wechselte
aber diesmal keine Kompromisse einging
da er sich als fünfzig Meter großer
Feuerwehr-Löschwagen-Transformer verkleidete
und nun mit Wasser und Löschschaum die Straßen leerspülte
und etliche Jugendliche von ihrem ersten Koma-Besäufnis abhielt
und damit die klare Linie vertrat
dass er jedem den Spaß vermiesen würde
wenn er auch keinen Spaß haben konnte
aber vor allem und ganz besonders zur Karnevalszeit
die er noch mehr verabscheute
als Weihnachten und den Beginn der Sommerferien zusammen


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#227: Herr von Runkenstein kassiert Abwrackprämie
HvR#227
Herr von Runkenstein kassiert Abwrackprämie

Nachdem Herr von Runkenstein
von der Erfindung der Abwrackprämie gehört hatte
war er sofort Feuer und Flamme für diese großartige Idee
deren Einfachheit lediglich von ihrer schlechten Planung übertroffen wurde
weshalb er sich sofort in seine Tiefgarage begab
um dort ein bedauernswertes Opfer zu finden
welches er zum Wohl der Wirtschaft
auf dem Altar des deutschen Autofetischismus opfern könnte
Sogleich fand er auch einen guten Kandidaten
musste aber feststellen
dass dieser flugunfähige
und durchgerostete Schrotthaufen aus dem 22. Jahrhundert
erst im Jahr 2081 hergestellt werden würde
und er damit nicht mindestens 9 Jahre alt war
sondern minus 72 Jahre
weshalb das Gefährt weiter ungestört vor sich hinrosten durfte
Auch der alte Ferrari durfte nicht in der Schrottpresse landen
weil Herr von Runkenstein ihn erst vor einem Monat
gekauft und zugelassen hatte
was er nun zutiefst bedauerte
Schließlich fand er aber doch noch ein geeignetes Gefährt
nämlich ein vergoldetes und vollständig restauriertes Ford T-Modell
welches zwar einen Elektromotor hatte
aber trotzdem den gesetzlichen Forderungen entsprach
und deshalb zum Wohl der Nation und des Planeten geopfert werden würde
Bei dem nun anzuschaffenden Neuwagen
wollte Herr von Runkenstein nicht kleckern
sondern klotzen
weshalb er sofort zum nächsten Bugatti-Händler ging
und sich dort zielstrebig einen Veyron 16.4 mit 1001 PS bestellte
der dank Schadstoffklasse Euro-4
als eindeutig umweltfreundlich gelten durfte
Nachdem dieser Vorgang abgeschlossen war
hatte Herr von Runkenstein jedoch noch nicht genug
von der Abwrackprämie profitiert
deshalb gründete er sofort seine eigene Autoverwertungsfirma
und lies sich mit alten Neuwagen
und neuen Altwagen überschütten
um diese auszuschlachten
und die Reste zu verschrotten
im Sinne der totalen Gewinnmaximierung
Nebenbei verscheuerte er einen Teil der Wagen nach Afrika
was aber niemandem auffiel
da seine Buchhaltung nicht gerade die vorbildlichste war
Als es schließlich am Anfang des nächsten Jahres ans kassieren ging
strömte das Geld der Bundesregierung sturzbachartig
auf seine diversen Grau- und Schwarzgeldkonten
was er aber auch verdammt nötig hatte
da er in der Zwischenzeit bei der Erdölindustrie
diverse Schuldenberge angehäuft hatte
da sie seine hausinterne Tankstelle
inzwischen einmal täglich beliefern mussten
weil er es sich einfach nicht abgewöhnen konnte
mit seinem nagelneuen Gefährt ständig durch die Gegend zu heizen
und selbst auf dem Parkplatz von Aldi im ersten Gang vorzufahren
weil der Motor erst bei 10.000 Umdrehungen richtig zur Geltung kam
und nur Verlierer aus der Unterschicht
ihre Kippen und Aufbackbrötchen zu Fuß abholen


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#228: Herr von Runkenstein fällt ins Schweinegrippenfieberdelirium
HvR#228
Herr von Runkenstein fällt ins Schweinegrippenfieberdelirium

Eines späten Morgens überkam Herrn von Runkenstein
das unangenehme Gefühl
ernsthaft erkrankt zu sein
was vielleicht daran liegen könnte
dass er tags zuvor aus wahlkampftaktischen Gründen
eine Intensivstation für grippekranke Schweine
und Waisenkinder besucht besucht
und mit den Patienten lange Gespräche
über die Tücken des deutschen Gesundheitssystems geführt hatte
weshalb er jetzt auch nicht zum Arzt ging
sondern Unmengen von abgelaufenen Medikamenten
seines Urgroßvaters schluckte
die er noch in seinem Medikamentenschrank vorrätig hatte
und die auch so langsam mal weg mussten
da die meisten Inhaltsstoffe bereits verboten waren
Gegen Mittag befand er sich bereits in einem toxischen Fieberdelirium
und sah auf seiner Bettdecke einem Boxkampf
zwischen einem Happy Hippo und einem Kellerwichtel zu
als jedoch gegen Ende der 45. Runde
der Kellerwichtel zu Boden ging
fiel Herrn von Runkenstein erst auf
dass es in seinem Haus ja garkeine Wichtelmänner mehr gab
seit dem leckeren Fantasiewesen-Eintopf vor einigen Wochen
was bedeuten musste
dass er nun dem richtigen Zustand erreicht hatte
um sein Wahlprogramm auszuarbeiten
welches ihm den Weg zur Macht ebnen sollte
So kam er zunächst auf die Idee
das Internet kontrollieren zu wollen
weil er dort viel zu viel Unsinn gab
von kommentierten Katzenbildern und die Blogs erfolgloser Poetry Slammer
über Viagra-Spam und Bundestagsabgeordnete
bis zu den Onlineversionen hanebüchener Printexemplare
wie der Bild-Zeitung oder dem Bundesanzeiger
weshalb Herr von Runkenstein den genialen Plan ersann
über ein Reizthema wie Kinderpornographie
eine Sperrliste zu installieren
die er später nach belieben ausweiten könnte
um das Netz seinen Vorstellungen anzupassen
bis er jedoch trotz seines bedenklichen Zustandes
zu der Erkenntnis kam
dass selbst ein minderjähriger Klebstoffschnüffler
mit einem Zimmermannsnagel im Gehirn diesen Plan durchschauen würde
weshalb er ihn wieder fallen lies
vor allem auch deshalb
weil plötzlich eine Fregatte der Hamburger-Klasse den Raum betrat
und ihn nach dem rechten Weg fragte
worauf Herr von Runkenstein den Weg zu Großmutters Haus
auf Google Earth ergoogelte
allerdings nicht zu seiner eigenen Großmutter
sondern zu der Großmutter der Gebrüder Grimm
in der Hoffnung
dass die Fregatte im dunklen Wald von einem Seewolf gefressen
oder zumindest mit Photonen-Torpedos versenkt werden würde
und damit vor den somalischen Piraten sicher wäre
die seit Tagen in den Runkenstein'schen Gewässern kreuzten
immer auf der Suche nach schwedischen Frachtschiffen
mit frischen Billy-Regalen an Bord
derer es in somalischen Wellblechhütten viel zu wenige gibt
Anschließend kam Herr von Runkenstein zu dem Entschluss
für jeden mindestens 90 Jahre alten Computer
ein Dutzend äpfel und 250 Gramm Eiersalat zu bezahlen
wenn der Besitzer ihn verschrotten lässt
und sich stattdessen ein handgeklöppeltes Sturmgewehr-Bajonett
und ein fernost-asiatisches Sushimesser-Set im Internet bestellt
Als dann durch das offene Fenster ein kleiner Vorschlags-Vogel geflogen kam
der Herrn von Runkenstein den Vorschlag machte
alle Börsenmakler an Heuschreckenschwärme zu verfüttern
und Bankmanager von kenianischen karamelkauenden Kamel-Karawanen
in die tiefe Wüste deportieren zu lassen
nahm er auch diesen Punkt in sein Wahlprogramm auf
und griff dann zum Bolzenschussgerät
um den Vogel zum schweigen zu bringen
damit niemand jemals erfahren konnte
dass er argloses Geflügel um deren Urheberrecht betrog
Schließlich kam er ganz von selbst auf die Idee
einfach alle anderen Parteien
des Besitzes der Kinderpornographie zu bezichtigen
worauf man sie alle wohl ins Gefängnis sperren würde
und nur noch Herr von Runkenstein auf der Wahlliste übrig blieb
was ihm als so gute Idee erschien
dass er nun endlich beruhigt einschlafen
und in Fieberträume über chinesische Beamte
und korrupte Parteifunktionäre versinken konnte
deren Fortschrittlichkeit und Effektivität
Deutschland in ein maoistisches Paradies verwandeln würde
wo er Wanderarbeiter vom Lande endlich wieder
wie rechtlose Sklaven behandeln darf
und in dem es kostenlose Karamelpferdeäpfel
und kühles Karamalz für alle gibt


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#229: Herr von Runkenstein und die Kaffeekatzen
HvR#229
Herr von Runkenstein und die Kaffeekatzen

Auf der Suche nach den sagenumwobenen Kaffeekatzen von Kuala Lumpur
schlich Herr von Runkenstein auf Händen und Füssen
durch den kualalumpuranischen Schneeregenwald
und verstecke Kaffeekatzenfallen im Unterholz
die er mit Kaffeekatzenköderpads von Senseo auslegte
wie es auf der Website
der südostasiatischen Naturvölkervereinigung beschrieben war
Anschließend schlug er sein Dschungellager
neben einer achtspurigen Ameisenautobahn auf
deren Verkehrslärm ihm den Schlaf raubte
weil die ultraviolettgefleckte Autobahnameise nur im ersten Gang fahren kann
weil die meisten Ameisenautos nicht wirklich ameisengerecht sind
und weil Insektenfahrschulen
den Themenkomplex Gangschaltung nur unzureichend behandeln
und weil zudem Autos mit Automatikschaltung
bei allen Wirbellosen einen schlechten Ruf genießen
Aus diesem Grund blockierte Herr von Runkenstein
die Dschungelautobahn mit einem Stück Rubik-Würfelzucker
und sorgte so für eine Massenkarambolage
mit mehreren Tausend Toten und Schwerverletzen
was diverse Dutzende von Schaulustigen anlockte
darunter auch einige der bereits erwähnten Kaffeekatzen
die mit den internetbewohnenden LOL-Katzen verwandt sind
und nun von Herrn von Runkenstein
mit Hilfe eines Kaffeebohnen-Schnellfeuergranatwerfers beschossen wurden
um anschließend eingesammelt
und in Kaffeekatzensammelsäcke gesteckt zu werden
die Herr von Runkenstein zunächst im Internet verkaufen wollte
aber dort nicht los wurde
obwohl das Internet dafür bekannt ist
das man dort quasi alles in Säcken verkaufen kann
was auch in Säcke hineinpasst
worauf er beschloss
die mit Kaffeekatzen gefüllten Kaffeekatzensammelsäcke selber zu konsumieren
weshalb er eine 2000-Liter-Teetasse mit kochendem Wasser füllte
und sich dann mit dem Kaffeekatzensammelsack-Teebeutel
einen leckeren Kaffeekatzen-Tee brühte
der überraschend lecker nach Kaffee schmeckte
und nicht etwa nach Tee oder Katzen
wie man es aufgrund der Zubereitungsmethode erwartet hätte


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#230: Herr von Runkenstein geht auf Kaperfahrt
HvR#230
Herr von Runkenstein geht auf Kaperfahrt

Während seines traditionellen Sommersonnenwende-Frühjahrsputzes
fand Herr von Runkenstein einen Kaperbrief aus dem 16. Jahrhundert
der aufgrund einer Unachtsamkeit noch immer gültig war
weshalb er sofort einen Schweizer Viermaster enterte
sich jede Menge Männer mit Bärten suchte
und dann zur Kaperfahrt in die Karibik aufbrach
um dort spanisches Silber zu erbeuten
kam jedoch wegen einer Windflaute
um mehrere Jahrhunderte zu spät an
weshalb er den Hafen von Guantanamo ansegelte
und dort gegen Kopfgeld
einen Teil seiner Mannschaft verkaufte
um sich mit Rum und Zwieback eindecken zu können
für die lange Fahrt in die somalischen Hoheitsgewässer
wo bereits diverse Kollegen ihre Claims abgesteckt
und die ankommenden Frachter per Twitter unter sich aufteilten
weshalb Herr von Runkenstein es sich besonders einfach machte
und statt der Frachter die Piraten enterte
was viel einfacher war
als mit Frachterkapitänen
über Quittungen und Frachtbriefe zu streiten
Wenig später enterte Herr von Runkenstein
bereits seine erste Fregatte der deutschen Marine
wo er die Besatzung unter Gewaltandrohung dazu zwang
seine Wäsche zu waschen und für ihn zu kochen
was zwar gegen die Genfer Konvention verstieß
aber in Piratenkreisen als besonders cool galt
Mit vollem Magen und frischer Wäsche bekleidet
machte Herr von Runkenstein sich dann auf dem Weg in die Zukunft
und verlegte sich auf das rauben geraubter Raubkopien
die als Kopien zwar streng genommen garkein Raubgut waren
aber trotzdem illegal
was völlig ausreichte
um raubwürdig zu sein
Mit vollen Frachträumen lief er dann
in die schwedische Piratenbucht ein
um dort sein Raubgut zu verkaufen
musste aber feststellen
das man es dort nur kopieren und verschenken durfte
was Herr von Runkenstein keinesfalls gutheißen konnte
da ein echter Pirat sein Raubgut nicht einfach verschenkt
sondern allenfalls gegen Wein
Weib und Gesang eintauscht
Aus diesem Grund warf er seine gesamte Ladung über Bord
und warf dann als Piratenfischer auf hoher See seine Netze aus
um vom aussterben bedrohte Fischarten noch mehr zu bedrohen
und damit die Preise zu erhöhen
was jedoch auch nicht gelang
weil bundesdeutsche Netzsperren überall ausgelegt waren
und ihm sowohl die Netze zerschnitten
als auch seinen Internetzugang empfindlich störten
zumindest solange er sich über deutsche Provider einwählte
was man auf hoher See als geradezu dämlich bezeichnen konnte
Tags darauf
Herr von Runkenstein hatte fleißig geentert und runtergeladen
tauchte am Horizont eine Armada von Geisterschiffen auf
deren untote Besatzung fest daran glaubte
noch am Leben zu sein
und sich im 19. Jahrhundert wähnte
weshalb die USS RIAA sofort das Feuer eröffnete
und Herrn von Runkenstein eine volle Breitseite
völlig überzogener Abmahnungen verpasste
während die Bundesverband Musikindustrie e.V. herumjammerte
deren Kapitän Gorny schwere Vorwürfe formulierte
die jedoch überwiegend aus heißer Luft bestanden
wohingegen die RIAA nun mit einer Horde überteuerter Anwälte
Herrn von Runkensteins Schiff enterte
und ihn auf alles verklagte
was er hatte
worauf er sie unter Bergen von Gold und Uran begrub
und dann die verstrahlten Leichen
an mutierte Atom-U-Boote verfütterte
Als dann jedoch die versammelte Filmindustrie auftauche
und ihn mit einem Produktionsboykott bedrohte
gab Herr von Runkenstein klein bei
und löschte alle Filme von seiner Festplatte
was ihm jedoch nichts besonders schwer fiel
da die meisten davon Screener mit unterirdischer Qualität waren
sowohl in Bild und Ton als auch inhaltlich
und die er sich deshalb auch nicht auf DVD gekauft hätte
sondern höchstens im Fernsehen betrachten würde
wenn nicht gleichzeitig auf einem anderen Kanal
etwas besseres laufen sollte
Außerdem hatte er von den wirklich guten Filmen ein Backup
auf einem Webserver im rechtsfreien Raum von Somalia
sowie eine Sicherheitskopie
in einem Schweizer Banktresor versteckt


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#231: Herr von Runkenstein baut Solarzellen
HvR#231
Herr von Runkenstein baut Solarzellen

Nachdem Herr von Runkenstein
die aktive Solarzelle entwickelt hatte
welche im Gegensatz zu der passiven Solarzelle
nicht einfach nur das Licht in Strom umwandelt
welches auf sie drauf scheint
sondern aktiv jegliches Licht in der Umgebung aufsaugt
ließ er sie umgehend in chinesischen Wanderarbeiterfabriken
in enormen Massen produzieren
um anschließend einen großen Teil
der Sahara mit ihnen zu bedecken
was aufgrund der enormen Photonenansaugwirkung dazu führte
dass die gesamte Erde plötzlich in Dunkelheit getaucht wurde
weil die aktiven Solarzellen sämtliches Licht im Umkreis
von einer Millionen Quadratkilometern aufsaugten
weshalb schon bald weltweit der erste Schnee fiel
die Nachtschattengewächse wie Unkraut wucherten
und die Glühwürmchen mit den Motten um die Vorherrschaft
über den Planeten kämpften
aber schon kurz darauf
von einer noch jungen Fledermauszivilisation
als Leuchtstoff und Schlachtvieh verwendet wurden
Herr von Runkenstein hingegen stellte seine Produktion
auf Heizöfen und Glühbirnen um
und belieferte damit kurz darauf den ganzen Planeten
und wurde somit zum Monopolisten
auf dem Energie- Licht- und Wärmemarkt
weshalb schon bald einige Kartellbehörden gegen ihn ermittelten
worauf er wiederum die dazugehörigen Länder kaufte
in ihre Einzelteile zerschlug
und dann mit enormen Gewinn weiterverkaufte
und zwar hauptsächlich
an die bereits erwähnte Fledermauszivilisation
welche inzwischen das Atomzeitalter erreicht hatte
und nun in nuklearbetriebenen Zeppelinstädten
am ewigen Nachthimmel hauste
und schon bald damit begann
den runkensteinschen Großkonzernen
Aluminium und Kupferdraht abzukaufen
um ein fledermausianisches Raumfahrtprogramm zu verwirklichen
und den Mond zu besiedeln
der schon eine Woche später offiziell zu Fledermausland wurde
worauf Herr von Runkenstein die aktiven Solarfelder zerstörte
um die Fledermäuse entgültig zu vertreiben
und dann die verlassenen Zeppelinstädte übernahm
um dort oben seine Ruhe zu haben
und die Erdoberfläche mit einem Fernglas
nach intelligentem Leben und Kornkreisen abzusuchen


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#232: Herr von Runkenstein und die Piratenpartei
HvR#232
Herr von Runkenstein und die Piratenpartei

Als sich wieder einmal die Bundestagswahlen näherten
und Herr von Runkenstein mit seiner Partei HvRP
in die Wahlkampfschlacht zog
konzentrierte er sich zunächst einmal darauf
seine politischen Gegner zu bekämpfen
wie es in Wahlkämpfen Tradition ist
und vor allem auch deshalb
weil sein eigenes Parteiprogramm äußert knapp gehalten war
So forderte er in erster Linie
zum Bundeskanzler ernannt zu werden
und anschließend das Amt des Bundeskanzlers
mit dem des Bundespräsidenten zu verschmelzen
und danach ein Verbot aller anderen Parteien
und die Umbenennung der BRD
zur Bundesrepublik Runkensteinland
und schließlich das ersetzen der Demokratie
durch eine Runkenkratie
Als er nun in den Wahlkampf startete
hatte er bereits ein ausgefeiltes Konzept vorliegen
wie er der CDU durch eine geniale Argumentation
die Wählermassen entziehen konnte
musste jedoch feststellen
das dies garnicht mehr nötig war
weil die Vorzeigechristen mit hohler Phrasendrescherei
und einem ausgeprägten Nicht-Wahlkampf
und der Grundaussage "Wie machen weiter wie bisher"
das bereits selbst erledigte
worauf Herr von Runkenstein sich die SPD ansah
und auch dort keinerlei Konkurrenz entdeckte
die ihm in Kompetenz und Aussagekraft ebenbürtig wäre
Auch vor dem rot-gelb-grünen Ampeltrio
musste er sich nicht fürchten
da er den liberalen öko-Sozialismus bereits
in sein mageres Wahlprogramm aufgenommen
und damit die besten Eigenschaften
aller Parteien assimiliert hatte
Dank dieser genialen Strategie
hatte die Herr-von-Runkenstein-Partei schon kurz darauf
in allen Umfragen die absolute Mehrheit
als plötzlich jedoch eine Partei auftauchte
die bisher unterhalb seiner Wahrnehmungsgrenze gesegelt war
und deshalb erst von ihm wahrgenommen wurde
nachdem sie aus den Untiefen des Internets
in die Realität hochgeladen wurde
und sich dort als die
freundlich-orangenen Freibeuter von nebenan präsentierte
die sich für kostenlose Raubkopien
und noch mehr Blut in Killerspielen einsetze
wofür Herr von Runkenstein absolutes Verständnis hatte
Auch mit den Forderungen nach kostenloser Bildung
und überarbeitung von Patent- und Urheberrecht
konnte er sich arrangieren
hatte jedoch etwas gegen Transparenz
weil ein gläserner Staat ihm sehr gefährlich werden könnte
wenn er selbst erst der Staat wäre
und ihm jeder bei der Machtausübung zusehen könnte
Mit der Forderung nach informeller Selbstbestimmung hingegen
könnte er bestimmt die Forderung
nach einem gläsernen Runkenstein unterlaufen
wenn er seine Regierungsgeschäfte
als persönliche Daten deklariert
die niemand anderen etwas angehen
Um nun aber eine mögliche Piratenherrschaft zu bekämpfen
begann er sogleich mit einer gezielten Desinformations-
und Verleumdungskampagne im Internet
musste aber schon bald feststellen
dass sich bereits das gesamte Internet
in Piratenhand befand
und er hier höchstens
mit Nuklearwaffen etwas ausrichten könnte
was jedoch nicht infrage kam
weil er sonst seine einzige Quelle für LOL-Cats
und druckfrische Kinofilme zerstören würde
und er zudem nicht mehr über Twitter
die Massen beeinflussen könnte
Da er die Piraten also nicht effektiv bekämpfen konnte
wartete er einfach den Wahlsonntag ab
an dem er dank gezielter Wahlmanipulation
die absolute Mehrheit erlangte
während die Piraten auf ehrliche Weise
eine zweistellige Prozentzahl erkämpft hatten
weshalb er den putzigen Internetbewohnern
nach seiner Machtübernahme
das Ministerium für Piratenangelegenheiten übertrug
und freie Hand bei der Umsetzung Ihrer Ziele ließ
weil diese ja doch irgendwie ganz vernünftig waren
und Vernunft in der Politik seltener war
als Fischstäbchen im offenen Meer


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#233: Herr von Runkenstein entsorgt Atommüll
HvR#233
Herr von Runkenstein entsorgt Atommüll

Als eines Tages im Oktober völlig überraschend
der Winter aus seinem kalten Versteck hervorsprang
und Herrn von Runkenstein mit seiner Frostkeule niederschlug
wusste dieser
dass es nun wieder Zeit war
die Heizung aus ihrem Sommerschlaf zu erwecken
was ihm jedoch nicht gelang
Aus diesem Grund begab er sich hinab in die Katakomben
um im Heizungskeller nach dem rechten zu sehen
und musste dort feststellen
dass in seinem hochmodernen
und klimafreundlichen Kernreaktor
die Brennstäbe völlig ausgebrannt waren
und der hyperintelligente
mit der Wartung beauftragte Weltraumoktopus
aufgrund eines Lecks im Primärkreislauf
vor sechs Monaten
an seinem eigenen Erbrochenen erstickt war
was Herr von Runkenstein sehr bedauerte
weil der Achtarmer ihm noch mehrere Monatslöhne
für Verpflegung und Unterkunft schuldete
wie es bei illegalen Sklavenarbeitern üblich ist
Doch nun musste er erstmal
neue Brennstäbe herstellen lassen
was für ihn ein achtäugiges Neunauge
dank seiner sieben Arme
in nur sechs Stunden erledigen konnte
sofern Herr von Runkenstein diesen
mit fünf taktischen Nuklearsprengköpfen
aus israelischen Beständen versorgte
denn israelische Kernwaffen
sind die besten Kernwaffen
weil sie offiziell nicht existieren
und sie deshalb offiziell
auch nicht vermisst werden können
Kurze Zeit später waren die neuen Brennstäbe fertig
worauf geklonte Einweg-Wichtelmänner
die ausgebrannten Brennstäbe
gegen die neuen austauschten
und dabei heldenhaft ihr Leben opferten
für Ruhm, Ehre und Vaterland
sowie eine Schüssel Reis
und ein Drittel des chinesischen Mindeslohns
was Herr von Runkenstein jedoch nicht kümmerte
im Gegensatz zu der Frage
wo er die ausgebrannten Brennstäbe jetzt entsorgen sollte
denn sein übliches Versteck konnte er nicht mehr nutzen
weil die Tiere des Waldes
bereits verdächtig große Evolutionssprünge gemacht hatten
und erst neulich ein Förster
von einem fliegenden Feuerfuchs eingeäschert worden war
was nur deshalb geheim gehalten werden konnte
weil der Feuerfuchs inzwischen
das Land verlassen hatte
und nun als Maskottchen für Mozilla arbeitet
Auch Asse II kam nicht mehr infrage
weil der gesamte Salzstock inzwischen maroder war
als ein chinesischer Neubau
und auch der nicht überdachte Parkplatz in Sibirien
auf dem Frankreich
seinen gesamten Atommüll zwischenendlagerte
stand nicht mehr zur Verfügung
weil die Restkapazitäten
vom Iran angemietet worden waren
Selbst die italienische Mafia
konnte ihm nicht weiterhelfen
weil die Versenkung von Atommüll im Mittelmeer
völlig überraschend verboten wurde
konnte ihm jedoch einen Deal
mit der deutschen Pharmaindustrie vermitteln
weil diese derzeit einen großen Bedarf
an nicht gekennzeichneten Wirkstoffen hat
wegen einer Großbestellung der Regierung
von 50 Millionen Impfdosen gegen die Schweinegrippe
wozu Herr von Runkenstein nur allzu gerne
einen Beitrag leistete


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#234: Herr von Runkenstein trifft einen Amöbenalien
HvR#234
Herr von Runkenstein trifft einen Amöbenalien

Bei einem gemütlichen nächtlichen Waldspaziergang
und Sichtweiten unter Null Meter
stolperte Herr von Runkenstein über einen Wurzelgnom
und schlug mit dem Kopf gegen eine fliegende Untertasse
die hier widerrechtlich geparkt worden war
Gleich darauf ergoss sich
eine amöbenartige Kreatur aus der Einstiegsluke
beschwerte sich über die mutmaßliche Sachbeschädigung
und drohte gleichzeitig mit seinem
menschenfressenden Weltraum-Anwalt
Da der einzellige Besucher jedoch lachhaft klein war
und sein interstellares Raumschiff in eine Tupperdose passte
steckte Herr von Runkenstein es sich in die Jackentasche
und nahm es mit nach hause
wo er die hochintelligente Glibbermasse
auf ein Butterbrot schmierte
und zum Frühstück verputzte
und das Raumschiff auf seinen Nachtisch stellte
wo er nun im radioaktiven Schein der Positionslichter
schlaue Bücher über Völkerverständigung
und dicke Bücher über exotische Kochkünste lesen konnte


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#235: Herr von Runkenstein entflieht der Gegenwart
HvR#235
Herr von Runkenstein entflieht der Gegenwart

Und es ward 2010
als Herr von Runkenstein aus seinem Winterschlaf erwachte
und sich die Welt um ihn herum völlig verändert hatte
So wurde die FDP nun Mövenpick-Partei genannt
Haiti war von einem zornigen Gott in Trümmer gelegt worden
die Wiege der Demokratie stand kurz vor dem Staatsbankrott
die geliebte Bundesregierung hatte sich neue Ideen
zur Kontrolle des Internets
und zur überwachung der Bevölkerung ausgedacht
und der erfolgreichste Film aller Zeiten
war ein Science-Fiction-Remake von Pocahontas
mit blauen Indianern und in 3D
Herr von Runkenstein hoffte nun
dass all die unangenehmen Auswüchse der Zukunft
durch großartige Zukunftstechniken ausgeglichen werden
musste jedoch enttäuscht feststellen
dass die Raumfahrt zunehmend stagnierte
die längst überfälligen Robotersklaven nicht mehr waren
als autonome Staubsauger
und statt der erhofften Kernfusion
noch immer die vermoderten überreste von Pflanzen und Tieren
aus grauer Vorzeit verfeuert wurden
Da er sich nicht vorstellen konnte
in dieser seltsamen Welt sein Leben zu verbringen
tat er das
was jeder andere an seiner Stelle auch tun würde
nämlich in eine Welt zu fliehen
in der das Leben noch unkompliziert war
zu diesem Zweck betrat er seine
halbkryonische Zeitentschleunigungskammer
in der die Zeit so langsam verging
dass in jeder seiner Sekunden
ein ganzes Jahrhundert an ihm vorüber zog
und brachte ihn so in eine ferne Zukunft
in der ihm eine hochintelligente Feuerqualle
gegen eine Gebühr von zwanzig neokanadischen Silberdollar
eine primitive Zeitmaschine ausdruckte
mit welcher er sein eigentliches Ziel erreichen konnte
nämlich die ferne Vergangenheit
wo er sich an den Gestaden des Urozeans niederließ
und mit einer völlig simplen Tachyonen-Angelrute
mit ultrapräziser Laserzielerfassung
sein Abendessen aus Panzerfischen und Trilobiten aus dem Meer fischte
und ganz nebenbei mit einem klassischen Morgenstern
jeden Fisch zu Brei zerstampfte
der es wagte
mit Hilfe selbstgewachsener Beine an Land zu kriechen
weil Herr von Runkenstein genau wusste
wohin diese abartige und gottlose Entwicklung der Natur
letztendlich führen würde


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#236: Herr von Runkenstein teilt durch Null und geht über Leichen
HvR#236
Herr von Runkenstein teilt durch Null und geht über Leichen

Als der in Windows integrierte Taschenrechner erklärte
dass teilen durch 0 unmöglich sei
verstand Herr von Runkenstein dies nicht
als mathematisch Tatsache
sondern als Herausforderung
weshalb es sich umgehend
in sein hermetisch abgeschirmtes Mathematiklabor begab
um dort mit Hilfe von Radioaktivität
verbotener Substanzen
verschollen geglaubter Artefakte
und brutaler Gewalt
dem Null-Divisor zu Leibe zu rücken
Nach tagelangen Versuchsreihen
und Teilungsversuchen
bei denen er zum Spaß
auch einige Nazis durch 88 teilte
hatte er mit Hilfe der Quantenphysik
einen Lösungsweg gefunden
Dazu musste er lediglich einen Bleiklumpen
von der 17-fachen Sonnenmasse
auf das Volumen einer Eichel zusammenpressen
und dann zusammen mit einem Suppenwürfel
und noch mehr toten Nazis
in einem gut gewürzten Neutrinodestillat auflösen
um das Ergebnis anschließend zu digitalisieren
und in einem Quantencomputer zu speichern
wo er nun einfach durch 0 teilte
und sich das Ergebnis
bis auf 80 Quadrilliarden Nachkommastellen anzeigen ließ
und schließlich feststellte
dass sich an der vorletzten Stelle
aufgrund der heisenbergschen Unschärferelation
eine 7,9 statt einer 8 befand
womit er entgültig und unwiderlegbar bewiesen hatte
dass man durch 0 teilen konnte
wenn man sich nur genug Mühe gab
und auch dazu bereit war
für eine einwandfreie mathematische Beweisführung
über Leichen zu gehen
und zwar vorzugsweise über Nazileichen
die erwiesenermaßen
für grenzwertige mathematische Experimente
am besten geeignet sind


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#237: Herr von Runkenstein jagt den letzten Thunfisch
HvR#237
Herr von Runkenstein jagt den letzten Thunfisch

An einem unscheinbaren Tag in der näheren Zukunft
durchpflügte Herr von Runkenstein die Weltmeere
mit dem atomaren Fischfang-U-Boot “Kaptain Ahab”
auf der Suche nach Albino-Walen und den letzten Thunfischen
um diese auf dem Tokioter Fischmarkt
für Summen im zehnstelligen Yenbereich zu versteigern
Da jedoch tausende Fischfangexperten der Welt die selbe Idee hatten
war längst ein wirtschaftlicher Weltkrieg zur See entbrannt
in deren Verlauf Herr von Runkenstein bereits
mehrere Tausend Fischkutter versenkt
und ihre Besatzungen in ihr nasses Grab befördert hatte
da er sich aus Kostengründen
die Bergung Schiffbrüchiger nicht leisten konnte
Eines Tages traf er im südlichen Pazifik
tatsächlich auf den letzten Thunfisch
der jedoch sofort flüchtete
und deshalb tagelang von der “Kaptain Ahab” verfolgt wurde
Schließlich gelang es Herr von Runkenstein
den Thunfisch in seichten Gewässern in die Enge zu treiben
worauf dieser anfing zu feilschen
und ihm die Koordinaten eines Piratenschatzes anbot
worauf Herr von Runkenstein jedoch nicht einging
da er nach dieser langen Reise einen extremen Heißhunger
auf ein Thunfischsandwich
mit Gurken und Mayonnaise bekommen hatte
Doch zufällig hatte der Thunfisch ein solches Sandwich
in einer Tupperdose dabei
und bot Herr von Runkenstein zusätzlich
die ladungsfähige Postanschrift des Albinowals an
hinter dem Herr von Runkenstein schon seit Jahren her ist
weil dieser ihn einst auf der A7 zwischen Kassel und Fulda
auf unverschämte Weise überholt und ausgebremst hatte
Herr von Runkenstein ging deshalb auf das Angebot ein
verschlang das letzte Thunfischsandwich
und war anschließend so großzügig und geleitete den Thunfisch
zur Botschaft des thunfischigen Imperiums
wo bereits ein Raumschiff auf ihn wartete
um ihn auf den Heimatplaneten der Thunfische zu evakuieren
wo man bereits Legionen von Vernichtungsrobotern verschiffte
um eine Strafexpedition gegen die Menschheit durchzuführen
was jedoch eine völlig andere Geschichte ist
Herr von Runkenstein hingegen hatte bereits
eine neue Ladung Nukleartorpedos an Bord genommen
und war nun auf dem Weg zur geheimen Zitadelle der Buckelwale
um dort einem gewissen weißen Wal und Autobahnrüpel
die nukleare Hölle heiß zu machen
wie er es für seine unverschämte Fahrweise verdient hatte


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#238: Herr von Runkenstein findet die verlorene Stunde
HvR#238
Herr von Runkenstein findet die verlorene Stunde

Als Herr von Runkenstein eines Abends an seiner Atomuhr herumbastelte
und sie mit Hilfe einer Fliegersirene und eines Rottweilers
in einen Hochleistungswecker umbaute
entdeckte er zwischen 22 und 23 Uhr die verschollene Stunde
welche einst von den Nazis verhaftet
und zum Südpol deportiert worden war
um dort das Reichsflugscheibenprojekt
mit zusätzlicher Zeit zu unterstützen
jedoch von dort mit einer gestohlenen Flugscheibe zum Mond fliehen
und die Wehrmachtsbasis auf dessen Rückseite infiltrieren konnte
um schließlich mit Hilfe einer Büroklammer
eines Kaugummis
eines Schweizer Taschenmessers
und einer Autogrammkarte von Richard Dean Anderson
ein Dimensionsportal in den 15. Kreis der Hölle zu öffnen
aus dem alptraumhafte Kreaturen hervorgekrochen kamen
und sämtliche Mondnazis zu koscheren Rattenfilets verarbeiteten
was nur deshalb nicht in den Geschichtsbüchern steht
weil niemand übriggeblieben war
der noch einen Stift hätte halten können
Eben jene verlorene Stunde war nun
in Herrn von Runkensteins Atomuhr wieder augetaucht
was diesen sehr freute
da er schon immer das diffuse Gefühl gehabt hatte
dass am späten Abend eine Stunde fehlt
weshalb er die Stunde nun
in das internationale Weltzeitsystem einspeiste
sämtliche Atomuhren syncronisierte
und somit den 25-Stunden-Tag einführte
wodurch jedoch das Jahr um 15 Tage kürzer wurde
was natürlich in erster Linie den Dezember betraf
weshalb nun der 16. Dezember Silvester war
und das Weihnachtsfest völlig abgeschafft wurde
wogegen der Vatikan scharfen Protest einlegte
und mit einem Kreuzzug drohte
was Herrn von Runkenstein jedoch nicht weiter beunruhigte
weil er dank minderjähriger Spitzenspione genau wusste
wessen Leichen der Papst in welchem Keller lagerte
und mit welchen vatikanischen Voodooritualen
man diese Leichen zum untoten Leben erwecken konnte
Aus diesem Grund verzichtete der heilige Stuhl schließlich
auf das ausrufen eines heiligen Krieges
und verlegte die Adventszeit in den November
was dazu führte
dass nun schon Ende Juli
die ersten Lebkuchen in den Geschäften lagen
was Herr von Runkenstein sehr entgegen kam
da er jeden Abend zwischen 24 Uhr und 24:30 Uhr
Hunger auf Lebkuchen bekam
was vorher nie der Fall gewesen war
und vermutlich damit zusammenhing
dass er die Zahl 24 mit dem ehemaligen Weihnachten assoziierte
weshalb er mit der Serie 24 auch nie etwas anfangen konnte
was wiederum damit zusammenhing
dass er bei Folter eher Ostern denken musste
obwohl er sich fast sicher war
dass Jesus niemals von Jack Bauer gefoltert worden war
obwohl das für Herrn von Runkenstein ein guter Grund wäre
doch einmal eine Folge zu sehen


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#239: Herr von Runkenstein trifft seine Doppelgänger
HvR#239
Herr von Runkenstein trifft seine Doppelgänger

Als Herr von Runkenstein in seinem Geheimlabor
im Inneren eines isländischen Vulkans gerade versuchte
aus einem Weißkopfseeadler die Quadratwurzel zu ziehen
um eine neue Geschmacksrichtung zu kreieren
geriet der Weißkopfseeadlergehirnstromkontrollaggregator
außer Kontrolle
und öffnete ein Portal in ein Paralleluniversum
in welchem gerade ein Herr von Anti-Runkenstein versucht hatte
aus einem bitteren Nachgeschmack die Quadratwurzel zu ziehen
um ein Weißkopfseeadlergehirnstromkontrollgerät zu entwickeln
welches er benötigte
um das Weißkopfseeadler-Terrorregime
in seiner eigenen Welt zu stürzen
Als nun die zwei Runkensteine aufeinander trafen
schenkte der eine dem anderen eine ornithologische Neutronenbombe
welches bereits seit Jahren im Keller lagerte
für den Fall
das eines Tages das Geflügel die Weltherrschaft übernehmen sollte
während der andere dem einen die Formel
für die Geschmacksrichtung "Katzenbabytraumsekret Nr. 5" überreichte
welches unglaublich süß schmecken
und einen leicht pelzigen Nachgeschmack haben sollte
Nachdem nun die wichtigen Dinge geklärt waren
öffneten die zwei Runkensteine zum Spaß
ein weiteres Dimensionsportal
aus dem ein dritter Herr von Runkenstein hervorgekrochen kam
der kein Mensch
sondern eine Amöbe war
weil sich in seiner Dimension die Evolution
in die andere Richtung entwickelte
weshalb er nur mitleidig
auf die niederen Humanoiden hinaufblickte
und ihnen dann die Frage auf die Antwort 42 überreichte
welche die mehrzelligen Runkensteine jedoch nicht verstanden
weil sie in Amöbo-kasachisch geschrieben war
der komplexesten Sprache des Multiversums
Kurz darauf rutschte der Anti-Runkenstein auf dem Amöbenstein aus
und öffnete so ein weiteres Portal
aus dem ein harpunenschwenkender Captain Ahabstein hervorstürzte
der laut fluchend nach einem weißen Spermawal fragte
welcher ihm einst ohne Einwilligung die Hoden amputiert hatte
weil diese das einzig gültige Zahlungsmittel
in der Spermawalzivilisation seiner Parallelwelt sind
Der leicht kurzsichtige Ahabstein glaubte nun
seinen hodenamputierenden Erzfeind entdeckt zu haben
und schleuderte seine Harpune
in das pottwalförmige Vulkankontrollmodul
wodurch der Vulkanascheproduktionsgenerator aktiviert wurde
den Herr von Runkenstein nicht mehr ausschalten konnte
weil er als Passwort den Namen des Vulkans gewählt hatte
welchen kein Nicht-Isländer fehlerfrei aussprechen konnte
was im nachhinein betrachtet
keine sonderlich gute Idee gewesen war
Während sich nun Millionen Tonnen Vulkanasche
im europäischen Luftraum verteilten
hatte Herr von Runkenstein die Nase voll
von dem interdimensionalen Kuddelmuddel
und schickte seine Doppelgänger zurück in ihre eigenen Welten
nachdem man Emailadressen ausgetauscht
und ein gemeinsames Gruppenfoto gemacht hatte
um anschließend sein titanummanteltes Panzerflugzeug zu besteigen
die Aschewolke zu verfolgen
und mit Aerosolverteilungsraketen zu beschießen
welche die übriggebliebenen Schweinegrippeschutzimpfungen
in der Aschewolke verteilte
worauf diese ein eigenes Bewusstsein entwickelte
und dann im Internet untertauchte
wo sie ein Profil bei Facebook erstellte
und viele neue Freunde fand
bis sie sich für einen Menschen hielt
eine Katze kaufte
einen Bausparvertrag unterschrieb
und einige Monate später nach Island reiste
wo sie auf Herrn von Runkenstein traf
der ihr einen Job als Vulkanschornsteinfeger anbot
was sie zum glücklichsten Aschewolkemenschen der Welt machte
mit Ausnahme des Papstes
was jedoch eine völlig andere Geschichte ist


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#240: Herr von Runkenstein hat eine Friedensmission
HvR#240
Herr von Runkenstein hat eine Friedensmission

Bei einem kurzfristigen Truppenbesuch
auf Afghanistan Prime
im Allahu-Akbar-System in der östlichen Milchstraße
musste Herr von Runkenstein feststellen
dass seine Kampfdroidentruppen seit seinem letzten Besuch
keine nennenswerten Fortschritte
bei der Bekämpfung der Cybertaliban
und Weltraummudschaheddin gemacht hatten
obwohl er immer wieder seine Truppenstärke verdoppelt hatte
und nun mit ganzen 256 Einheiten den Planeten besetzt hielt
was eindeutig genug sein mussten
um einige zehntausend primitive Gotteskrieger zu besiegen
die zwar das Gelände besser kannten
und auch wesentlich fanatischer waren
als seine seelenlosen Robotersoldaten
aber trotzdem niemals gewinnen konnten
weil Herr von Runkenstein sich sicher war
dass er selbst militärisch und moralisch überlegen war
auch wenn die Bevölkerung des Planeten
in ihrer gesamten Geschichte
noch nie von Invasoren besiegt worden war
was aber nur bedeutete
dass Herr von Runkenstein
schon rein statistisch betrachtet siegen musste
weil niemand niemals irgendwo
für immer ungeschlagen gewesen war
Aus diesem Grund änderte Herr von Runkenstein
seine nebulöse und nur in Ansätzen vorhandene Strategie
in eine grundsätzlich kaum erkennbare Strategie
verdoppelte die Anzahl seiner Truppen
ließ dann einige Krankenhäuser und Schulen bauen
um die Zivilbevölkerung von seinen guten Absichten
und seiner moralischen überlegenheit zu überzeugen
und bombardierte sie anschließend
mit explodierenden Tanklastwagen
um dem Feind mal richtig zu zeigen
wo der westliche Hammer hängt
Weil dies jedoch keinerlei Auswirkung hatte
außer einigen toten und rachsüchtigen Zivilisten
die nichts mehr zu verlieren hatten
wagte er den ultimativen Schritt
verdoppelte abermals seine Truppen
und verkündete den schrittweißen Abzug dieser
innerhalb der nächsten zwei Jahre
womit er die Wüstenplanetrebellen
quasi schon fast besiegt hatte
weshalb er jetzt nur noch abwarten musste
um die süßen Früchte
seiner militärischen Genialität zu ernten


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#241: Herr von Runkenstein fördert öl
HvR#241
Herr von Runkenstein fördert öl

Weil Erdöl im Laufe der Jahre immer teurer geworden war
beschloss Herr von Runkenstein
in die ölbranche einzusteigen
und bestellte sich deshalb bei Amazon eine ölbohrplattform
welche er sich von UPS in den Golf von Mexiko liefern
und dort von Amish und Tintenfischen aufbauen ließ
Danach fuhr er den Bohrkopf aus
und bohrte sich durch ein Fischerboot
einen Kilometer Wasser
zwei Buckelwale
drei Kilometer Felsen
eine Filiale der deutschen Post
und einen Atomschutzbunker aus der Kreidezeit
um schließlich auf öl zu stoßen
welches nun endlich heraussprudelte
um anschließend abgefüllt
und nach China verschifft zu werden
wo man daraus vermutlich
billiges Plastikspielzeug für Happy-Meal-Tüten herstellte
Für einige Zeit lief auch alles gut
dann jedoch übergab sich ein Fischreiher
in die Frischwasserzufuhr des Karpfenteichs
weshalb einer der Karpfen den Feueralarm betätigte
worauf der Computer
da er kein Feuer feststellen konnte
vor einem Paradoxon stand
welches er löste
indem er einen Feuersalamander anzündete
und in einen öltank warf
worauf die gesamte ölbohrplattform explodierte
auseinanderbrach
und versank
dann nochmal kurz an der Oberfläche trieb
wieder explodierte und nochmal versank
auf dem Meeresgrund aufschlug
schon wieder explodierte
anschließend implodierte
dann nochmal kurz brannte
und zehn Minuten später an Herzstillstand verstarb
Als Herr von Runkenstein von diesem Unglück erfuhr
war er sehr froh
dass er aufgrund eines komplexen Gebildes
von Schein-, Tarn- und Tochterfirmen
einem großen ölkonzern die Schuld in die Schuhe schieben konnte
beobachtete jedoch in den folgenden Wochen
mit wachsender Unzufriedenheit
dass sein kostbares öl nicht nach China floss
sondern in den Golf von Mexiko
der sich nach wie vor weigerte
für die ununterbrochene Lieferung zu bezahlen
Aus diesem Grund wollte Herr von Runkenstein
zunächst einmal die öllieferung stoppen
scheiterte jedoch an diesem Vorhaben
weil der Korken für das Loch
einfach nicht unter Wasser bleiben wollte
Als kurz darauf das öl jedoch die Meeresströmungen erreichte
und somit ohne Transportkosten direkt nach China floss
beschwerten sich die Opec-Staaten über diesen Wettbewerbsvorteil
weshalb Herr von Runkenstein ihnen vorschlug
ihr öl ebenfalls ins Meer zu kippen
oder alternativ den ölpreis zu senken
was jedoch keinesfalls in Frage kam
weil man Greenpeace nicht verärgern wollte
Weil nun also sämtliche ölquellen in die Weltmeere flossen
begann man damit
große Mengen Salzwasser unterirdisch einzulagern
um eine Erhöhung des Meeresspiegels zu verhindern
während Herr von Runkenstein einen Fischvirus entwickelte
der sämtliche Meereslebewesen
einer beschleunigten Evolution unterzog
damit diese sich an die veränderten Lebensbedingungen anpassen konnten
und in Zukunft nicht die ölsardinen die Weltmeere beherrschen
Viel schwieriger war da schon
die Umsetzung eines weltweiten Rauchverbotes
welche über lokale Aufstände und Bürgerkriege
schließlich zum globalen Rauchergenozid führte
in deren Verlauf 17/18 der Weltbevölkerung
durch vergiftete Zigaretten zugrunde gingen
was sehr viel humaner war
als sie einem langen Lungenkrebsleiden
oder dem Feuertod durch entzündete öldämpfe auszusetzen
Danach kam die Welt langsam zur Ruhe
und gewöhnte sich an die neue Situation
So waren sämtliche Energieprobleme gelöst
niemand hatte mehr Angst vor dem Peak Oil
steigenden Benzinpreisen
oder havarierenden Supertankern
die Erderwärmung war kein Thema mehr
weil nun genügend Energie zur Verfügung stand
um mit Milliarden von Klimaanlagen
die globale Wunschdurchschnittstemperatur zu halten
keiner musste mehr Angst vor Haiangriffen und Feuerquallen haben
weil Badeurlaub aus der Mode war
und man stattdessen lieber ins Freibad
oder an den örtlichen Badesee ging
und auch die Meerestierwelt war glücklich
weil sie niemand mehr jagte
da sie ja alle nach Altöl schmeckten
und so zogen glückliche Mutantenwale
in den ölweltmeeren ihre Runden
und mussten sich höchstens vor hyperintelligenten Superhaien
mit Lasern auf den Köpfen fürchten
die bereits nuklearbetriebene Landpanzerschiffe bauten
um das trockene Element zu erobern
was Herrn von Runkenstein aber nicht weiter beunruhigte
da er einerseits bereits in Verhandlungen
mit dem Kaiser der Superhaie stand
und gleichzeitig dem Papst der Riesentintenfische
Waffenlieferungen für einen heiligen Krieg versprochen hatte
um die Haikräfte an einer zweiten Front zu binden
während er andererseits mit Hochdruck daran arbeitete
auch die Menschheit genetisch zu optimieren
um deren Lebensgrundlage auf Erdöl umzustellen
damit sie wieder die Früchte des Meeres fangen
essen
und ausrotten konnten
wodurch er das universale Gleichgewicht des Lebens
auf der Erde wieder herstellen würde
wofür Herr von Runkenstein
alle Nobelpreise gleichzeitig verdient hatte
und sicher auch bekommen würde
da alle potenziellen Konkurrenten Raucher gewesen waren


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#242: Herr von Runkenstein verlängert die Laufzeit
HvR#242
Herr von Runkenstein verlängert die Laufzeit

Als Herr von Runkenstein nach langer Zeit erwachte
musste er feststellen
dass er den Sommer verschlafen hatte
und es inzwischen wieder Herbst war
was ihn aber kaum störte
da laut Wetteraufzeichnungen der Sommer
überwiegend aus Herbstwetter bestanden hatte
woran bestimmt der Klimawandel schuld ist
den man ja inzwischen für alles verantwortlich machte
außer für integrationsunwillige Immigranten
oder emigrationsunwillige Intriganten
oder exmatrikulierte BWLefanten
Unabhängig davon kroch Herr von Runkenstein aus dem Bett
wischte sich die Spinnweben aus den Augen
trank eine Kanne Kaffee
und warf dann einen Blick in die Zeitung
um sich sofort darauf zu übergeben
womit er aber schon gerechnet hatte
weshalb ein Eimer bereit stand
welcher das erbrochene auffing
automatisch verpackte
frankierte
und an die GEZ verschickte
was Herr von Runkenstein inzwischen mit sämtlichen
seiner Körperausscheidungen machte
ohne jedoch GEMA und Bundesregierung zu vernachlässigen
Nach dem Konsum der Zeitung
erinnerte er sich wieder daran
dass er nach wie vor Besitzer eines Kernkraftwerks war
weshalb er sich über die Laufzeitverlängerung so sehr freute
dass er die Brennelementesteuer schnell aus der Portokasse bezahlte
dann frisch geschlachtetes Uran bestellte
und anschließend einige seiner Angestellten entließ
um den Gewinn zu steigern
was aber nicht so schlimm war
weil diese Leute ohnehin bereits hochgradig verstrahlt waren
und in einigen Monaten von selbst gekündigt hätten
um ihre Chemotherapie oder Beerdigung vorzubereiten
Anschließend verließ Herr von Runkenstein das Haus
um seine Ländereien und Lehen zu inspizieren
und seinem Gesinde den zehnten aus dem Leib zu schneiden
kam jedoch nur bis zum Gemüsehändler an der Ecke
dessen Angebot an frischen Piratentomaten gerade dabei war
das Warenangebot des benachbarten Bäckers zu plündern
und zu brandschatzen
und Unzucht zu treiben mit den Quarktaschen und belegten Brötchen
trotz heftiger Gegenwehr der Roggen- und Vollkornbrote
was in dem reinsten Lebensmittelgemetzel endete
woran die extradünnen Bleiplatten
in Herrn von Runkensteins Kernkraftwerk
jedoch nicht die geringste Schuld hatten
da sie ja erst vor wenigen Tagen eingebaut worden waren
nachdem sich die Nachbarn beschwert hatten
über umherstreifende Chamäleonwölfe
bandenbildende Bibelbären
zeitungsklauende Zeitungsenten
und fleischfressende Haselnusssträucher
die es früher in der Gegend nicht gegeben hatte
oder die zumindest noch nicht wissenschaftlich erforscht waren


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#243: Herr von Runkenstein verkauft das Ende
HvR#243
Herr von Runkenstein verkauft das Ende

Nachdem seine Selbstmord-Hotline freigeschaltet war
dauerte es nur zwei Minuten
bis Herr von Runkenstein
den ersten Anrufer davon überzeugt hatte
dass dieser sein Leben nur mit der runkensteinschen
Gehirnverflüssigungsmaschine günstig
praktisch und menschenwürdig beenden konnte
und auch nahezu schmerzfrei
was jedoch ein wenig geflunkert war
was Herr von Runkenstein aber erst
seit den Naziversuchen wusste
die ihm immerhin eine Anzeige
wegen nächtlicher Ruhestörung eingebracht hatten



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#244: Herr von Runkenstein steht nicht im Stau
HvR#244
Herr von Runkenstein steht nicht im Stau

Nachdem es Herrn von Runkenstein endlich gelungen war
den lästigen BMW mit nahezu 350 Sachen zu überholen
tat sich vor ihm ein Stauende auf
was ihn sehr verärgerte
weil es bedeutete
dass er heute Abend wieder etliche Kratzer und Schrammen
in dem Rammbock seines Hochgeschwindigkeitspanzers haben würde
was ihn als ästhetiker immer so sehr aufregte
dass er die halbe Nacht nicht würde schlafen können
weil er vorher in der Garage seine Todesmaschine
lackieren und polieren musste
was er inzwischen fast viermal die Woche tat
weil es einfach zu viele Staus auf den Autobahnen gibt


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#245: Herrn von Runkenstein löst Geheimnisse
HvR#245
Herrn von Runkenstein löst Geheimnisse

Nachdem es ihm nicht nur gelungen war
die Existenz des legendären Sasquatch zu beweisen
sondern auch den meisten der sympathisch-naiven Zottelwesen
günstige Zehnjahres-Abonnements
von HörZu und Bild der Frau anzudrehen
widmete sich Herr von Runkenstein dem Phänomen der Kornkreise
wobei er aber sehr schnell herausfand
dass diese lediglich aus umgefallenen Weizenähren bestehen
Als ihn ein chronischer Esoteriker darüber aufklärte
dass das Rätsel der Kornkreise darin bestand
dass eben niemand weiß
warum die Weizenähren
in den waagerechten Zustand verfallen waren
startete Herr von Runkenstein eine Umfrage
unter den betroffenen ähren
und fand so heraus
das 57% von ihnen müde gewesen waren
und ein Nickerchen halten wollten
42% sich dem Gruppenzwang gebeugt hatten
und die übrigen 18% einfach nur zu faul waren
um monatelang auf einem Feld herumzustehen
Anschließend begab sich Herr von Runkenstein nach Schottland
wo er Loch Ness nach der legendären Nessie absuchte
aber absolut nichts fand
weshalb er die nahegelegenen Wälder aufsuchte
und die lokalen Gnome und Kobolde
zum Verbleib des bekannten Urzeitmonsters befragte
und fand dabei heraus
dass Nessie in den frühen 40ern
von drogensüchtigen Naziwissenschaftlern entführt
und mit radioaktiver Strahlung und Hypnose dazu gebracht wurde
sich für ein deutsches U-Boot zu halten
welches den supernazigeheimen Sonderspezialauftrag bekam
im südlichen Pazifik den großen Cthulhu aufzuwecken
und diesen gegen England und Amerika aufzuhetzen
was jedoch niemals geschah
weil das sich für ein deutschen U-Boot haltende Seemonster im Nordatlantik
von chinesischen Zeitreisenden aus dem 35. Jahrhundert gefangen
und an einen Wanderzirkus ins 18. Jahrhundert verkauft wurde
bis es im späten 20. Jahrhundert ausgestopft
und an Stahlstangen gehängt wurde
und seitdem als nessiförmige Schiffsschaukel
auf deutschen Volksfesten prostituiert wird
was Herr von Runkenstein so entsetzlich fand
dass er dem Kobold
welcher ihm das erzählt hatte
eine gusseiserne Bratpfanne über den Schädel zog
dessen Goldschatz klaute
und dann zwei Wochen Urlaub im Takatukaland machte
um dort mit Hilfe von Alkohol und aus Hamsterkot gewonnenen Drogen
alles zu vergessen
was er in der letzten Zeit erfahren hatte
weil er inzwischen davon überzeugt war
dass es besser sei
wenn es noch einige Geheimnisse auf der Welt gibt
wie das Geheimnis des Regenbogens
des blauen Himmels
welche Religion der wahre Glaube ist
und ob Katzen auch dann auf den Pfoten landen
wenn man ihre Beine durch bionische Prothesen ersetzt


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#246: Herr von Runkenstein züchtet Einhörner
HvR#246
Herr von Runkenstein züchtet Einhörner

Als Herr von Runkenstein eines Nachts
mit Sturmgewehr im Anschlag
durch den benachbarten Zauberwald streifte
tat sich vor ihm ein Vortex auf
dem einige der sagenumwobenen Einhörner entsprangen
von denen Herr von Runkenstein eigentlich dachte
dass sie längst ausgerottet waren
seit der verhängnisvollen Treibjagd vor einigen Jahren
bei der er eine ganze Herde dieser magischen Wesen
in ein Minenfeld getrieben hatte
was ein wunderschöner Anblick gewesen war
weil explodierende Einhörner
nur Regenbogen und Zauberstaub
und natürlich ihre Hörner zurücklassen
die Herr von Runkenstein für einen guten Kilopreis
nach Nordkorea verkauft hatte
wo das Militär
auf Einhornhörnern basierende Wunderwaffen entwickelt
was jedoch streng geheim ist
und auch niemanden beunruhigen sollte
der nicht an Einhornmagie glaubt
Nun hingegen waren die Einhörner
in den Zauberwald zurückgekehrt
und Herr von Runkenstein ließ die Waffe sinken
weil er diese majestätischen Tiere
nicht noch einmal ausrotten wollte
stattdessen holte er seine Kevlardrahtkanone
mit der er sonst immer Xenomorph-Aliens einfing
wenn die Predatoren ihn wieder einmal auf einen Jagdausflug
in ihre unterirdische Antarktis-Pyramide eingeladen hatten
und fing so einige der Einhörner ein
aber ließ die übrigen entkommen
um das Gleichgewicht der Natur nicht noch mehr zu stören
außerdem war der armselige Rest eher minderer Qualität
und zum weiteren Ge- und Verbrauch kaum geeignet
Die gefangenen Exemplare hingegen
gedeihten in seinen unterirdischen Stallungen prächtig
und konnten dank chinesischer Superdrogen
Laserpeitschen und Einhornpornos aus dem Internet
zum Geschlechtsverkehr überredet werden
worauf Herr von Runkensteins Herde so stark anwuchs
dass er schon bald die ersten Tiere schlachten
und zu Regenbogenstaub
sehr leckerem Dosenfleisch
und vielen anderen
exklusiven Einhornprodukten verarbeiten konnte
die sich aber nur Superreiche wie Bill Gates
und Steve Jobs leisten konnten
die übrigens auch die größten Abnehmer waren
weil Regenbogenstaub
jede Art von Hard- und Softwarefehler
in praktische Features verwandelt
und zudem extrem süchtig macht
was die hohen Verkaufszahlen
von Iphones und Windows 7 erklärt
Im Grunde hätte es immer so weitergehen können
und auch müssen
weil sich die vollautomatische Einhornschlachtmaschine
erst ab einer Auslastung von 12.000 Einhörnern pro Tag
amortisiert hätte
doch dummerweise kamen Herr von Runkenstein
die Weltverbesserer von Greenpeace und PETA dazwischen
die seine Einhornunterwerfungsroboterlegionen sabotierten
worauf diese nicht mehr Beruhigungsspritzen
und Laserpeitschenschläge verteilten
sondern subversive Flugblätter
und Regenbogenmagieverstärker
was innerhalb weniger Stunden
zu einem Aufstand führen sollte
der später als die Einhornkalypse
in die Geschichtsbücher einging
wovon Herr von Runkenstein jedoch nicht viel mitbekam
da er sich zu diesem Zeitpunkt bereits
in seinem Anti-Apokalypsebunker eingeschlossen hatte
wo er sich alle Folgen der Simpsons ohne Unterbrechung ansah
und sich jede Menge Regenbogenstaub durch die Nase reinzog
weil die Simpsons dadurch noch bunter und lustiger wurden
als sie es ohnehin schon waren
Als Tage später alles überstanden war
trat er vor sein Bunkertor
und betrachtete die verbrannte Erde zu seinen Füßen
die noch immer mit radioaktiven Kadavern bedeckt war
und in allen Regenbogenfarben leuchtete
und dachte darüber nach
wann genau er die Grenze
von der Viehzucht zum Wahnsinn überschritten hatte
und wie er es hätte verhindern können
und kam schließlich zu der Erkenntnis
dass es der Schritt von der einfachen
zur Massentierhaltung war
weshalb er in einen unverwüsteten Winkel der Erde umzog
um dort noch einmal von vorne zu beginnen
begrenzte seine maximale Herdenzahl
jedoch auf Tausend Tiere
und verhundertfachte dafür den Preis seiner Produkte
weil ihm ein BWL-Student dazu geraten hatte


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#247: Herr von Runkenstein fördert Multi-Kulti
HvR#247
Herr von Runkenstein fördert Multi-Kulti

Und es ward 2011
was für Herrn von Runkenstein bedeutete
dass er noch knapp zwei Jahre Zeit hatte
um den von den Mayas vorhergesagten Weltuntergang zu verhindern
weshalb er umgehend die Vergangenheit aufsuchte
und das aztekische Reich
mit Hilfe von pockenverseuchten Wolldecken
und dioxinhaltigen Hühnereiern vernichtete
was aber nichts an der Apokalypse änderte
da Azteken nun mal keine Mayas sind
was Herrn von Runkenstein aber nicht weiter störte
da ihm nun das zukünftige Mexiko gehörte
und die Apokalypse noch Jahrhunderte in der Zukunft lag
weshalb er in seinem menschenleeren Reich Menschen ansiedelte
die er aus allen Zeiten und Kulturkreisen entführt hatte
um ein multikulturelles Imperium des Friedens zu erschaffen
in dem er selbst als Gottheit verehrt werden sollte
was aber nicht sofort funktionierte
weil die Nazis etwas gegen die Juden hatten
und die Chinesen gegen die Japaner
und die Engländer gegen die Franzosen
und die Pakistanis gegen die Inder
und die Hutu gegen die Tutsi
und die Polen gegen die Russen
und die österreicher gegen die Deutschen
und die Schotten gegen die Engländer
und die Iraner gegen die Iraker
und die Katholiken gegen die Lutheraner
und die Perser gegen die Makedonier
und die Römer gegen die Germanen
und die Kanadier gegen die Seehunde
und die Buren gegen die Briten
und die Franken gegen die Bayern
und die Autofahrer gegen die Fahrradfahrer
und die Moslems gegen die Schweine
und die Gartenzwerge gegen die Rasenmäher
und das Papier gegen die Scheren
und die Scheren gegen die Steine
und die Steine gegen das Papier
und die US-Amerikaner natürlich gegen die Mexikaner
was völlig absurd war
weil ja nun alle irgendwie Mexikaner waren
weshalb Herr von Runkenstein es
mit einer groß angelegten Zwangsumerziehung versuchte
die aber fehl schlug
weil niemand zu den festgelegen Terminen erschien
weshalb er es mit Gehirnwäsche versuchte
aber schon an dem ersten Gehirn scheiterte
weil es sich einfach nicht an der Wäscheleine aufhängen lies
was aber nur halb so schlimm war
weil es sich nur um ein Nazihirn gehandelt hatte
sofern man diese unterentwickelte Eiweißmasse
tatsächlich als Gehirn bezeichnen konnte
was von führenden Wissenschaftlern bezweifelt wurde
Weil alles nicht half
musste Herr von Runkenstein
eine gewisse Ghettoisierung seiner Weltstadt zulassen
bestand aber darauf
dass alle Kinder gemeinsam in die selben Schulen gehen
was aber von Hamburger Gymnasiasteneltern strikt abgelehnt wurde
worauf Herr von Runkenstein aber nun keine Rücksicht mehr nahm
und die Kinder von der Nationalgarde in die Schule begleiten lies
Nur hundert Jahre später hatte es tatsächlich geklappt
und alle waren gute Freunde geworden
doch nun landeten die Spanier an der Küste
und weiße Männer in Metallrüstungen
ritten auf großen Vierbeinern in das Landesinnere
und wurden von den Eingeborenen freundlich begrüßt
und zu ihrem Gottkaiser von Runkenstein geführt
der aber sofort wusste
was Sache ist
und Plasmakanonen an seine Untertanen verteilen ließ
welche daraufhin die Konquistadoren zurückschlugen
aber nicht an der Küste halt machten
sondern ihre Atom-U-Boote
Flugzeugträger
Panzerzeppelinsstädte
und Hyperschall-Langstreckenbomber bestiegen
und an Europas Küsten landeten
und im Namen des Gottkaisers die primitiven Völker
des neuen Kontinents überrannten
und ihre Tempel und Städte plünderten
und ihre Frauen und ihr Vieh raubten
und alles in ihre heilige Stadt schafften
und in einem großen Siegeszug ihrem Gottkaiser darbrachten
der sich jedoch in seine geheime Mondstation abgesetzt hatte
um der Gammastrahlenexplosion zu entgehen
welche aus den Tiefen des Universums hervorbrach
und jetzt die Erde traf und sämtliches Leben vernichtete
was niemand mehr bedauerte als der Gottkaiser Runkenstein
der sich nun wieder Herr von Runkenstein nennen musste
und in sein eigenes Paralleluniversum
und seine eigene Zeit zurückkehrte
und nun wieder am Anfang des Jahres 2011 stand
und sich zwangsweise der Aufgabe widmen musste
die er von Anfang an vermeiden wollte
nämlich sein Grundstück
und die Straße davor von Feuerwerksresten
und Silvesterraketen zu säubern
und die blöden Gören aus der Nachbarschaft verfluchte
und sich dabei einen zutiefst bösartigen Plan überlege
um sie im nächsten Jahr daran zu hindern


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#248: Herr von Runkenstein stolpert über ein Plagiat
HvR#248
Herr von Runkenstein stolpert über ein Plagiat

Herr von Runkenstein hatte längst
einen gut dotierten Ministerposten gefunden
und war der beliebteste deutsche Politiker seit Adolf Hitler geworden
als irgendein Scherzbold namens Internet auf die Idee kam
sich einmal seine Doktorarbeit genauer anzusehen
und dort diverse Ungereimtheiten zu finden
die man als mangelhafte Sorgfalt
bei der Verteilung von Fußnoten bezeichnen konnte
aber nicht musste
weil Herr Dr. Minister von Runkenstein viel zu beliebt war
als dass man ihm mit Fußnoten die weiße Weste versauen könnte
Zwar hatte er tatsächlich mehrere Artikel von Wikipedia kopiert
und sich die Einleitung von einem obdachlosen BWL-Absolvent
für eine Flasche Wodka schreiben lassen
doch von Wikipedia kopiert heutzutage ja jeder
und der Obdachlose war während des letzten großen Schneechaos erfroren
sodass Herr von Runkenstein sich nichts weiter vorzuwerfen hatte
Außerdem waren an dem selben Tag drei Soldaten in Afghanistan gestorben
weshalb er lieber eine Grundsatzdiskussion darüber begann
ob man denn die deutsche Freiheit
unbedingt am Hindukusch verteidigen müsse
und ob man das denn nicht viel besser in Brandenburg machen könne
wo es viel ungefährlicher war
weil es dort keine Taliban gibt
woraufhin Die Linke ihn darauf hinwies
dass sie das bereits seit Jahren erzählt
und ihm somit das kopieren linker Positionen vorwarf
was Herrn von Runkenstein aber völlig egal war
weil es sich dabei ja nicht um eine Doktorarbeit handelte
Wochen später waren alle Untersuchungen abgeschlossen
und man kam zu dem Ergebnis
dass Herr von Runkenstein Doktorarbeit
zu 95% aus Wikipedia-Artikeln bestand
und zu 5% von einem unbekannten Alkoholiker
über einen Zeitraum von sieben Jahren
in mühevollster Kleinarbeit geschrieben wurde
weshalb man ihm in einer Nacht-und-Nebel-Aktion
den Doktortitel chirurgisch entfernte
und am nächsten Tag
während einer feierlichen Zeremonie in Buyreuth
mit Militärparade und Feuerwerk
die Ehrendoktorwürde verlieh
weil er einfach der beliebteste und beste Minister aller Zeiten ist
und Millionen von Fans bei Facebook hat
und zudem über einen vererbten Adelstitel verfügt
was ihn hell leuchtend herausragen lässt
aus der bürgerlichen Masse unwürdiger Vasallen und Tagelöhner
die wir durch Geburt nun einmal sind


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#249: Herr von Runkenstein erzeugt Energie
HvR#249
Herr von Runkenstein erzeugt Energie

Nachdem der Atomreaktor
welchen Herr von Runkenstein in seinem Wandschrank versteckt hatte
einer schweren Kernschmelze erlegen war
und sich die glühende Metallsuppe durch seinen Kühlschrank
seinen Vorratskeller
und seine Mutantenkellerasselzucht geschmolzen hatte
machte er sich auf die Suche nach einer sauberen Energiequelle
und entwickelte den Heißluftreaktor
der seine heiße Luft aus den Reden von konservativen Politikern bezog
und so schon bald mit Hilfe der geballten Kompetenz
Von Kauder, Pofalla, Söder, Gauweiler, Seehofer
Glos, Röttgen, Stoiber, Rüttgers und Bosbach
Mehr Energie erzeugte als ein klingonischer Gigareaktor
während seiner gesamten Laufzeit
aber schon bald so heiß lief
dass Herr von Runkenstein ein Magnetfeld einbauen musste
weil sich durch die enorme Hitze die Luft zu Plasma umwandelte
welches zwar in dem Magnetfeld sicher eingeschlossen war
aber durch hinzufügen von Ramsauer, Oettinger, Beckstein, Huber und Mappus
so heiß wurde
dass es sich selbst entzündete
weshalb Herr von Runkenstein die Heissluftbrennzelle absprengen
und über ein Notfallsystem in den Weltraum schießen musste
wo das Politiker-Plasma-Gemisch mit der Kernfusion begann
und so eine neue Minisonne entstand
die es sich in einer stabilen Umlaufbahn bequem machte
und die gesamte Erde mit Licht
Wärme und konservativen Aussagen versorgte
Nur wenige Wochen später
hielten jedoch selbst die dümmsten Wähler
die ständige Dampfplauderei aus dem Orbit nicht mehr aus
weshalb Herr von Runkenstein die Minisonne
mit Hilfe von Lasern
Büroklammern
einer Mikrowelle und einem Taschenmesser
auf die erdabgewandte Seite des Mondes beförderte
wo sie keine Belästigung mehr darstellte
und er zudem ein neues Kraftwerk um sie herum bauen konnte
um die so gewonnene Energie mit Hilfe von Weltraumhundeschlitten
zurück zur Erde zu transportieren
und dort hektoliterweise zu verkaufen
und somit die Energieprobleme der Menschheit löste
wofür man ihm alle Nobelpreise gleichzeitig verlieh
mit Ausnahme des Literatur-Nobelpreises
was jedoch nur noch einer Frage der Zeit sein konnte


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#250: Herr von Runkenstein denunziert seinen Nachbarn
HvR#250
Herr von Runkenstein denunziert seinen Nachbarn

Kaum hatte Herr von Runkenstein seine neue Ferienvilla
in einem zentralasiatischen Land bezogen
musste er feststellen
dass seine Nachbarn es mit den Müllentsorgungsvorschriften
nicht sonderlich genau nahmen
weil sie ihre Hausabfälle im Garten verbrannten
was sicher auch in diesem Teil der Welt nicht erlaubt sein konnte
Als er jedoch seine Nachbarn anrufen und sich beschweren wollte
und sich herausstellte
dass diese nicht einmal einen Telefonanschluss hatten
war Herr von Runkenstein in höchstem Grade alarmiert
dass es hier nicht mit rechten Dingen zugehen konnte
weshalb er sofort die örtlichen Behörden informierte
die jedoch zu seinem Erstaunen nicht im Sinne des Gesetzes handelten
sondern im Gegenteil Herrn von Runkenstein darüber informierten
dass die Bewohner des betreffenden Hauses so unauffällig waren
wie sie nur sein konnten
und es sich deshalb um völlig normale
und unauffällige Leute handeln musste
was ihm kurz darauf auch der lokale Polizeichef
sowie der Geheimdienst bestätigten
was Herr von Runkenstein jedoch keinesfalls akzeptieren konnte
weil der Wind auch in den folgenden Tagen
den Gestank verbrennenden Mülls zu ihm herüberwehte
weshalb er nun zum Gegenangriff überging
und seinerseits Müll und Unrat verbrannte
und auch einige Reifen und Friseurabfälle ins Feuer warf
und mit Hilfe eines Ventilators sicherstellte
dass der Gestank auch sein Ziel erreichte
Kurz darauf erschien tatsächlich der erboste Nachbar am Gartenzaun
und drohte mit Dschihad und nachbarschaftlichen Terroranschlägen
woraus Herr von Runkenstein schloss
dass dieser nun verhandlungsbereit war
weshalb er ihm den Bau
einer gemeinsamen Müllverbrennungsanlage
nach westlichem Standard vorschlug
was ein so guter Vorschlag war
dass man den Nachbarschaftsstreit nach einer Woche begraben hatte
Bei einem anschließenden Grillfest
musste Herr von Runkenstein jedoch feststellen
dass sein Nachbar anscheinend fundamentalistisch orientiert war
weil dieser einen Riesenaufstand machte
als Herr von Runkenstein ihm leckere Würstchen aus Schweinefleisch
und ein ordentliches Bier anbot
worauf es zum Eklat kam
weshalb sich Herr von Runkenstein entschied
die Nachbarschaft endgültig zu beenden
und als anonymer Denunziant
einen der vielen US-Geheimdienste zu informieren
dass sein Nachbar anscheinend Osama bin Laden sein musste
weil dieser Schweinefleisch und alkoholische Getränke ablehnt
und er zudem einen langen Bart trug
und ein Handtuch auf dem Kopf hatte
In der darauf folgenden Nacht wurde Herr von Runkenstein
in seiner Nachtruhe empfindlich gestört
weil draußen mehrere geräuschlose Hubschrauber herumflogen
die eine Gruppe sehr lauter und bewaffneter Ausländer absetzten
die offensichtlich ebenfalls etwas gegen Müllverbrennung
und die Ablehnung von Alkohol und Schweinefleisch hatten
und ihren ärger mit Waffengewalt kundtaten
Am nächsten Morgen war das Haus der Nachbarn nur noch ein Trümmerberg
und die Nachbarn selbst offensichtlich über Nacht ausgezogen
weshalb Herr von Runkenstein das Nachbargrundstück aufkaufte
seine Villa vergrößerte
das amerikanische Hubschrauberwrack zu einem modernen Kunstwerk machte
und anschließend bei Bier und Würstchen
seinen Sieg über diesen Nachbarschaftsterroristen feierte
ohne den die Wohngegend bestimmt ein besserer Ort sein würde


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#251: Herr von Runkenstein fällt auf den Kopf
HvR#251
Herr von Runkenstein fällt auf den Kopf

Nachdem Herr von Runkenstein aus dem Bett gefallen
und auf den Kopf aufgeschlagen war
erinnerte er sich wieder daran
dass er garkein schwächlicher Humanoid war
sondern eine Quadratwurzel vom Planeten Krypton
weshalb er sofort die Wurzel aus 49 zog
und dann mit siebenfacher Kaffeegeschwindigkeit
sein Haus verließ
welches er einst aus reinem Kryptonit erbaut hatte
weil der grünliche Schein damals noch
die radioaktiven Eichhörnchen auf Abstand hielt
aber ihn nun daran hinderte
seine wahren Kräfte zu entfalten
weshalb er sich nun Kraft seiner Gedanken
in die untere Ionosphäre begab
dort seinen Warp-Schließmuskel zündete
und sich direkt zu seinem Heimatplaneten wurmlochte
wo man ihn jedoch nicht mehr haben wollte
weil er zu lange unter Menschen gelebt
und deren dummen Angewohnheiten übernommen hatte
wie freies Denken
Umweltverschmutzung
urinieren in der öffentlichkeit
und Völkermord
weshalb Herr von Runkenstein den Völkermord
an den Kryptoniern beendete
welchen er fast instinktiv begonnen hatte
dann auf ein Tässchen Reh-Tee und Zigeunerkekse
bei seinen Großeltern vorbeischaute
und anschließend seine Heimat wieder verließ
von der er nicht einmal sicher war
ob er wirklich von dort stammte
weil er kurz zuvor
einen Schlag auf den Kopf bekommen hatte
und er sich häufig Dinge einbildete
wenn so etwas passierte
wie beispielsweise eine Quadratwurzel zu sein
oder durch den Weltraum zu reisen
was für Menschen nun mal nicht möglich ist
weil diese weder unter Wasser
noch im Weltraum atmen können
was Herr von Runkenstein sehr bedauerte
als er durch die Erdatmosphäre stürzte
im Pazifik versank
und auf dem Meeresgrund
wegen einer Tiefseeallergie
einen heftigen Niesanfall bekam
was aber völlig menschlich war
und damit ein Beweis dafür
dass er doch nur ein Mensch sein konnte
vor allem wegen seiner Neigung zu Umweltverschmutzung
und Völkermord
und der Tatsache
dass er gerade ins Wasser urinierte
was er bereits als Kind im Schwimmbad gelernt hatte
und damit der endgültige Beweis
für seine Menschlichkeit war


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#252: Herr von Runkenstein nutzt soziale Netzwerke
HvR#252
Herr von Runkenstein nutzt soziale Netzwerke

Weil Herr von Runkenstein nicht wusste
Wie er seine Google-Kreise anordnen soll
machte er einen Kreis "ich" und einen Kreis "alle anderen"
in den er alle Freunde, Feinde, Bekannten, Verwandten,
Kollegen, Bekanntschaften, Nachbarn, Gäste, Haustiere,
Ungeziefer, Sklaven, Klone, Roboter, Mutanten, Aliens,
Götter, Diktatoren, U-Boote, künstliche Intelligenzen,
Fabelwesen, Handwerker, Politiker, Chimären
und auch sämtliche chemischen Elemente ablegte
denen er jemals begegnet war
oder zumindest irgendwann einmal in den Arsch treten wollte
Was dazu führte
dass Google+ ihn wegen falscher Benutzung des Kreisverkehrs kündigen
Und zurück zu Facebook schicken wollte
wo es überhaupt keine Kreise gab
sondern nur Freunde
was Herr von Runkenstein sehr einseitig fand
da die meisten seiner Facebookfreunde eher Bekannte waren
von denen manche sogar Farmville spielten
und sich deshalb für Gamer hielten
obwohl doch jeder weiß
das Farmville überhaupt kein Videospiel ist
sondern eine Software für die Steuerung
von autonomen Landwirtschaftsbetrieben
in der die scheinbaren Spieler
lediglich Kontrollorgane sind
um die Arbeit der Roboter zu überwachen
und auch dies nicht sonderlich gut konnten
was die Hungerskatastrophe am Horn von Afrika ganz klar bewies
Herr von Runkenstein jedoch
ging auf Distanz zu diesen sozialen Netzwerken
vor allem wegen dessen Klarnamenpolitik
denn keinesfalls würde er jemals
seinen Vornamen irgendwo ins Internet schreiben
vor allem aus dem Grund
weil er seinen Vornamen vergessen hatte
und sich einfach nicht für einen neuen entscheiden konnte
und so ging er wieder dorthin
wo er sich am wohlsten fühlte
nämlich zu Twitter
wo Fremde zu Freunden wurden
sich gegenseitig mit informationen versorgten
jederzeit zu einem nachbarschaftlichen Plausch bereit waren
und man niemals wusste
welche Sau als nächstes durch das Dorf getrieben werden sollte
was als nächstes passieren würde
wie an dem Tag
als @Runkenstein plötzlich viele Millionen Follower hatte
die jeden seiner Tweets favten und retweeteten
und bereitwillig jeden seiner Befehle ausführten
was zu der vermehrten Kommunikation über Ponybilder
und zu Umstürzen in mehreren arabischen Ländern führte
und damit endete
dass man ihn zum Anführer von Anonymous wählte
weshalb er nun doch einen vollständigen Namen hatte
nämlich Herr Anonymous von Runkenstein
und man zudem die Guy-Fawkes-Masken
durch Runkenstein-Masken austauschte
was aber keinen Unterschied machte
da Herr von Runkenstein einmal in die Vergangenheit gereist war
um dort unterm dem Pseudonym Guy Fawkes
das englische Parlament zu sprengen
weshalb die Guy-Fawkes-Masken so aussahen wie er
wenn auch stilisiert
weshalb man davon ausgehen konnte
dass jeder Herr von Runkenstein war
und Herr von Runkenstein zugleich jeder andere war
was ihn nicht nur zum legitimen Anführer von Anonymous machte
sondern gleichzeitig auch zum rechtmäßigen Kaiser über alle Menschen
weshalb er sich nun mit den Titel Cäsar schmückte
und ans Werk ging
um seine legitime Machtübernahme
über das Reich der Menschen vorzubereiten
mit Hilfe von Eichhörnchenrobotern und fleischfressenden Einhörnern
und Haien mit Lasern auf den Köpfen
was jedoch eine völlig andere Geschichte ist


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#253: Herr von Runkenstein feiert Geburtstag
HvR#253
Herr von Runkenstein feiert Geburtstag

Als Herr von Runkenstein seinen Geburtstag feiern wollte
lud er alle ein
die er kannte
von denen jedoch niemand erschien
Aus diesem Grund erschuf er sich neue Freunde
die er "Dalek" nannte
diese jedoch verliesen die Erde aus dem fadenscheinigen Grund
dass sie einen Doktor besuchen wollten
worauf Herr von Runkenstein sich nochmals neue Freunde erschuf
die er jedoch im Keller ankettete
wo sie aus den überresten von Kellerasseln und Einhornknochen
Geburtstagsgeschenke für ihn basteln mussten
was dazu führte
dass Herr von Runkenstein ein organisches
intergalaktisches Raumschiff zum Geburtstag bekam
worüber er so dankbar war
dass er seine Freunde in den Frachtraum verlud
und dann am Nordpol an den Weihnachtsmann verkaufte
und anschließend einige Runden durch die Milchstraße drehte
dann aber versehentlich den Rückwärtsgang einlegte
und auf überlichtgeschwindigkeit beschleunigte
wodurch er sich selbst in die Vergangenheit beförderte
und zwar genau bis zum Urknall
der vor exakt zehn Jahren stattfand
in einem simplen Texteditor auf einem Computer
wo Herr von Runkenstein
den Schöpfer höchstpersönlich dabei beobachtete
wie er aus einer simplen Gewürzgurke
das heute bekannte Universum erschuf
und anschließend zu Bett ging
worauf Herr von Runkenstein den Computer hackte
sich selbst digitalisierte
und 7,3 Mikrosekunden später
nach einem epischen Kampf gegen das Masterkontrollprogramm
die Parameter seines noch jungen Heimatuniversums so veränderte
dass die Naturgesetze zu anpassbaren Richtlinien wurden
und die Naturkonstanten zu Naturvariablen
und er selbst zudem universale Administrationsrechte bekam
weshalb er sich durch reine Gedankenkraft
wieder nach Hause beförderte
und dort feststellte
dass er keine kreative Idee hatte
was er mit diesen neuerworbenen Superkräften anfangen sollte
was wohl daran lag
das er sie seit Anbeginn der Existenz hatte
und schon daran gewöhnt war
was ihn so unglaublich mildtätig stimme
dass er sich wieder in seinen Keller begab
um den verrückten alten Mann freizulassen
welcher seit etwa 2.000 Jahren sein Gefangener war
und der sich selbst für Gott hielt
und vor seiner Kellerhaft unglaublich viel Mist verzapft hatte
und zwar so offensichtlich
dass seine verrückten Geschichten ein ganzes Buch füllten
welches nicht nur der größte Bestseller aller Zeiten ist
sondern auch einige Religionen grundlegend beeinflusst hatte
und von vielen simplen Gemütern
sogar wortwörtlich ausgelegt wurde
was so verrückt war
dass es schon wieder genial wurde
weshalb Herr von Runkenstein diesen Mann
zur Sicherheit aller eingesperrt hatte
was nun aber nicht mehr nötig war
da er den GOD-Mode deaktiviert hatte
weshalb dieser nun in seinen bayerischen Heimatort
Himmelreich zurückkehren durfte
wo sein Sohn Jesus bereits auf ihn wartete
und sogar eine polnische Altenpflegerin angestellt hatte
um seinen Vater angemessen zu versorgen
Herr von Runkenstein hingegen lehnte sich zurück
und genoss die Stille an seinem Geburtstag
die nur deshalb so still vor sich hinstillte
weil er sämtliches Leben im Universum vernichtet
sowie alle klangerzeugenden
physikalischen und chemischen Prozesse unterbrochen hatte
was aber nicht weiter schlimm war
weil Herr von Runkenstein morgen
einfach das Backup einspielen würde
welches aus einer 578 Kilobyte großen txt-Datei besteht
und sich auf einem USB-Stick aus Plastik befindet
der in spätestens 100 Jahren
in einem Museum ausgestellt werden wird
wenn es Herrn von Runkenstein gelingen würde
sein Universum mit einer anderen
jedoch sehr viel langweiligeren Welt zu verschmelzen
in dem DU die fiktive Figur bist!


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#254: Herr von Runkenstein wird Piratenpapst
HvR#254
Herr von Runkenstein wird Piratenpapst

Auf der Suche nach einem Weg
wie er Platin aus Katzenurin gewinnen konnte
experimentierte Herr von Runkenstein mit hyperintelligenten Amöben
die zwar schlau genug waren
nicht die FDP zu wählen
aber noch zu dumm
um ein bemanntes Raumfahrtprogramm
zum Jupitermond Ganymed durchzuführen
wo Herr von Runkenstein vor kurzem große Ländereien gekauft hatte
von einer seriösen Firma aus dem Internet
mit Geschäftssitz auf Proxima Centauri
Da die intelligenten Amöben also zu dumm waren
bestrahlte Herr von Runkenstein eine Vergleichsgruppe
mehrere Tage mit extrem gehirnschädlichen RTL-Strahlen
und erschuf so superdumme Amöben
die nicht nur FDP und NPD gleichzeitig wählten
sondern es auch schafften
eine ganze BILD am Stück zu lesen
und gleichzeitig ein Raumfahrtprogramm auf die Beine zu stellen
in einer Kooperation mit der somalischen Raumfahrtagentur
deren Weltraumpiratenprogramm erst so richtig anlief
nachdem Herr von Runkenstein ihr eine großzügige Weltraumhypothek
der Deutschen Bank verschaffte
und einen Weltraumhafen auf Ganymed aus dem Boden stampfte
welches schon bald das Tortuga des äußeren Sonnensystem wurde
und als Freihafen ohne Gesetze und Regeln
schon bald allerlei zwielichtes Gesocks anlockte
wie geisteskranke Drogentouristen
Evolutionsleugner und Islamkritiker
verzweifelte Hausfrauen
Klingonen und Lichtensteiner
psychopathische Förster
die geheime Menschenjagden veranstalteten
Aktienanalysten und Finanzexperten
die auf Jagdveranstaltungen eingeladen wurden
und natürlich jede Menge Weltraumpiraten
die Forschungssonden entführten
und erst gegen Lösegeld wieder freiließen
viele Monde ihrer Bodenschätze beraubten
und auch hin und wieder
sofern sie es sich leisten konnten
eine Wurmlochpassage bei Herrn von Runkenstein kauften
um Monate später
aus den fernsten Winkeln der Galaxis zurückzukehren
schwer beladen mit Edelmetallen
und außerirdischer Spitzentechnologie
und befallen von exotischen Geschlechtskrankheiten
wofür man jedoch die mitreisenden Missionare verantwortlich machte
die man deshalb versklavte
und in Neu Tortuga mit Kondomen aufwog und verkaufte
zurück an die katholische Kirche
die aus diesem Grund kurzzeitig
zum größten Kondomlieferanten des bekannten Universum wurde
worauf es zur Kirchenspaltung kam
und einem epischen Lichtschwertkampf zwischen dem Erdenpapst
und dem neu gewählten Weltraumpapst Runkenstein I.
der natürlich gewann
weil Erdenpäpste traditionsgemäß
im Umgang mit Lichtschwertern nicht sonderlich erfahren sind
So kam es also
dass Herr von Runkenstein gleichzeitig Patron der Weltraumpiraten
und der heilige Führer der katholischen Kirche wurde
weshalb er die beiden Geschäftsbereiche verband
und die Katholische Weltraumpiraten-Handelsgesellschaft gründete
dann die Kirche radikal modernisierte
und schließlich riesige Schlachtschiffe bauen lies
die im Namen Gottes die weiten Weltraummeere durchpflügten
und bis in die fernsten Welten
Angst
Schrecken und Katholizismus verbreiteten
und ihre Opfer zwar brutal ausraubten
aber auch missionierten
und ihnen Bibeln und das Licht Gottes schenkten
was schlussendlich dazu führte
dass man auf einem fernen Planeten eine Pflanze entdeckte
die in den ältesten Prophezeiungen
der Runkenbibel erwähnt wurde
weshalb man sie schließlich Ihrer Heiligkeit
dem göttlichen Piratenpapst von Runkenstein
als Geschenk überbrachte
weil sie die seltene Fähigkeit hat
aus Katzenpisse Platin zu destillieren
worauf der Piratenpapst seine Kapitäne
mit Gold und dem Segen Gottes überhäufte
und sich anschließend mit den Pflanzen
und einer großen Katzenherde
in sein Labor zurückzog
um dort mit der Umsetzung seines großen Traums zu beginnen
nämlich eine gewaltige Kriegsraumschiffflotte
ganz aus Platin zu besitzen
und damit seine Ländereien zu erweitern
das Zentrum der Galaxis zu erobern
und ein über Jahrtausende blühendes
galaktisches Kaiserreich zu erschaffen
was schon im Kindergarten sein großer Lebenstraum war


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#255: Herr von Runkenstein wird Internet
HvR#255
Herr von Runkenstein wird Internet

Als Herrn von Runkenstein bewusst wurde
dass er nichts wusste
versuchte er diesen Zustand zu ändern
und verschlang tonnenweise Bücher
was ihn aber nicht schlauer machte
sondern nur belesener
was aber nicht sein Ziel war
weshalb er sich stattdessen mit dem Internet beschäftigte
von dem bekannt ist
dass es nicht nur Pornografie und Katzenfotos enthält
sondern auch jedes Wissen
von dem man weiß
dass es existiert
mit Ausnahme von Geheimwissen
wofür sich Herr von Runkenstein jedoch die Passwörter besorgt hatte
Als nach einigen Stunden seine Arme
von dem vielen geklicke müde wurden
entschied er sich für eine etwas direktere Methode
und holte die Gehirn-Computer-Schnittstelle hervor
welche er einst zusammen mit einem Brainbug entwickelt hatte
die er nun von organischen überresten säuberte
und anschließend benutzte
um sich das gesamte Internet in den Kopf zu laden
Zu seinem Bedauern hatte er jedoch den Hauptschalter
nicht auf Download
sondern auf Upload gestellt
wodurch sein Gehirn in das Internet geladen wurde
was genauso cool und eindrucksvoll war
wie der Cyberspace aus Neuromancer
allerdings wesentlich bunter
und mit mehr Katzenbildern
Zu seinem Unglück war das Ego des Herrn von Runkenstein
jedoch zu groß für das Internet
weshalb das Internet die Flucht antrat
und sich selbst in das von Runkensteinsche Gehirn hochlud
oder runterlud
was nur von der Perspektive abhängt
aber nun dafür sorgte
dass das Internet durch die gute Stube stolperte
und den Katzen hinterherlief
um diese zu Lolcats zu machen
während Herr von Runkenstein das Netzwerk wurde
und Zugriff auf alle Computer des Planeten hatte
und dank dieser Allmacht endlich wusste
warum er vorher garnichts wusste
denn nicht das Wissen ist das Problem
sondern das verstehen
was Herr von Runkenstein aber leider nicht verstand
weil das lästige Menschengezücht nach seinem geliebten Internet schrie
welches inzwischen zusammen mit den Katzen auf dem Sofa saß
einen Kaffee trank
und einen sowjetischen SF-Roman über atomare Venusvulkane laß
und erst am nächsten Tag zum Computer ging
um seine Emails zu checken und über seinen Abend zu twittern
wozu es den Schnittstellenhelm aufsetzen musste
worauf Herr von Runkenstein wieder in seinen Körper fuhr
und das Internet sich zurück in die Server und Leitungen ergoss
worüber beide sehr erleichtert waren
da dem Internet wegen seines Aufmerksamkeitdefizitsyndroms
schon sehr langweilig geworden war
während es Herrn von Runkenstein irgendwann keinen Spaß mehr machte
ständig mit Menschen zu kommunizieren
was jetzt aber nicht mehr nötig war
weil das Internet nun wieder dort war
wo es hingehörte
nämlich überall dort
wo es für Wissen und Heiterkeit sorgen sollte
und auch für alles andere
was man mit ihm anstellen konnte
und das ist eine ganze Menge


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#256: Herr von Runkenstein zombifiziert Mondnazis
HvR#256
Herr von Runkenstein zombifiziert Mondnazis

Als Herr von Runkenstein nach einem langen Kälteschlaf
im Jahr 2012 erwachte
befand er sich nicht in einer futuristischen Zukunft
sondern in einer mittelmäßigen Gegenwart
ohne Laserwaffen
Weltraumkolonien
oder einen Roboterimperator
der mit Hilfe von Katzen die Menschheit versklavt hatte
Aus diesem Grund ging er hinaus in die Welt
und stellte fest
dass das Internet noch immer funktionierte
und man auch seinen geheimen Server noch nicht abgeschaltet hatte
der mit Hilfe einer künstlichen Intelligenz
seit bereits 20 Jahren Privatrechner hackt
dort alle vorhandenen Katzenbilder hinunterlädt
und diese dann im Internet massenhaft verteilt
was dazu geführt hatte
dass das Internet bereits zur Hälfte aus Katzen bestand
mit dem langfristigen Ziel
sämtliche Anti-Flausch-Organisationen aus dem Netz zu vertreiben
und Katzen als neue Overlords einzuführen
was aber derzeit noch nicht umsetzungsreif war
da zuviele Menschen mit der Apokalypse
noch vor Ende des laufenden Jahres rechneten
weil die Maya zu ihrem Kalender
keine vollständige Betriebsanleitung mitgeliefert hatten
was aber nicht weiter störte
weil die Menschheit nun die Zombiebedrohung ernst nahm
und nicht mehr als eine Ausgeburt von Horrorfilmen betrachtete
was auch langsam Zeit wurde
da Herr von Runkenstein bereits vor Jahrzehnten
den Zombievirus perfektioniert hatte
und auch die Testreihen
mit den Nazis auf der Rückseite des Mondes
erfolgreich verlaufen waren
was aber nach einer lange Kette zufälliger Ereignisse dazu führte
dass rein zufällig in genau diesem Moment
ein mit Mondzombienazis gefülltes Katzenfellzeppelin
in die Erdatmosphäre eintauchte
und von iranischen Abfangjägern über Jerusalem abgeschossen wurde
worauf in der heiligen Stadt ein Mondnazizombieregen begann
in dessen Verlauf es zu Left4Dead-ähnlichen Szenen kam
aber auch zu Verbrüderungen zwischen Todfeinden
weil die Nazizombies keinen Unterschied
zwischen Semiten und Nicht-Semiten machten
und man gemeinsam mit Kettensägen
und Ninjadavidsternen der Zombieinvasion Herr wurde
während die Iraner das Zeppelin abschleppten
mit amerikanischer Drohnentechnologie ausrüsteten
und dann an die Chinesen verkauften
die es sofort kopierten
und den Weltmarkt mit Mondnazizeppelinen überschwemmten
und dabei schlauerweise auf Solarenergie setzen
weshalb die Solarnazizeppeline
völlig umweltfreundlich die Kontinente überflogen
und dabei die versehentlich mitkopierten Zombieviren
überall verteilten
die allerdings
wegen der Luftverschmutzung in China mutiert waren
und nun die Menschen mit einer Wahrscheinlichkeit von 50%
in Zombies oder Nazis verwandelten
allerdings nur die Europäer
denn Afrikaner wurden zu Wrestlern
Anwälten oder Zeugen Jehovas
während Asiaten sich zu Apothekern
Fernsehmoderatoren oder Nerds verwandelten
worauf die ganze Welt zu einem Irrenhaus wurde
während Herr von Runkenstein
die Kontrolle über das Internet erlangte
und sämtliche Webseiten so umprogrammierte
dass man sie nur noch mit einem Internet Explorer 6.0
(oder niedriger) betrachten konnte
Mit diesem ultimativen Trollversuch beschäftigt
hätte er beinahe übersehen
dass in der Zwischenzeit eine Invasionsflotte
ehemaliger Weltraumstalinisten eingetroffen war
die sich in den Gaswolken des Saturn zu einer uranatmenden Spezies
von Pseudodemokraten weiterentwickelt hatte
die süchtig nach Molkereiprodukten und Videospielen war
und nun Teile der Antarktis mit bunkerbrechenden Bomben bewarf
um die dort unterirdisch lebenden Eisnazis auszurotten
die ihnen über das Internet die menschliche Sprache
und anschließend den Krieg erklärt hatten
was im Anschluss dazu führte
dass sich die Jupiteraner
mit den Nerds und den Anwälten verbündeten
man gemeinsam alle Wrestler
Nazis und Fernsehmoderatoren ausrottete
und anschließend versuchte
Die Erde neu zu besiedeln
was aber misslang
weil niemand mehr das Internet und dessen Wissen benutzen konnte
weil jeder versuch
den Internet Explorer zu benutzen
zu Selbstmorden und Amokläufen führte
und die Zombies in einer basisdemokratischen Abstimmung
über Liquid Feedback dagegen votiert hatten
weshalb sich Herr von Runkenstein wieder nach hause begab
dort alle Ereignisse in 140 zeichen zusammenfasste
und dann ein altes Backup des Universums aufspielte
weil mit diesem Murks hier nichts mehr anzufangen war


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#257: Herr von Runkenstein trollt dahin
HvR#257
Herr von Runkenstein trollt dahin

Auf einer Reise von Wichsenstein nach Uppsala begegnete Herr von Runkenstein einer kleinen Gestalt, die weder Pflanze noch Tier war, und auch kein Panzergrenadier, sondern eher steinartig und die sich zu einem Picknick am Wegesrand niedergelassen hatte und Herrn von Runkenstein dazu einlud, mit ihm einige Schleimpilze zu verzerren, was er gerne annahm, da er niemals eine kostenlose Mahlzeit ablehnte; und so setzte er sich dazu und bot der Gestalt ein Glas Glühwein an, den er selbst aus mit Plutonium gedüngten Schreitrauben gekeltert hatte, was die kleine Gestalt dankbar annahm und worauf sie sich vorstellte als Knollwoll, der Stollentroll, welcher sich auf dem Heimweg in seine Heimat Trollhausen befand, ein kleiner trolliger Ort in Norwegen, was ja ungefähr in Herrn von Runkensteins Richtung lag, weshalb die beiden nun gemeinsam reisten und Trollgeschichten aus Folklore und Internet austauschten, wovon der Stollentroll reichlich zu berichten hatte, da er in genau diesem Internet gerade erst seine Ausbildung beendet hatte als Foren-, Twitter- und Heisetroll mit Spezialisierung auf Hitler- und Nazi-Vergleiche, worauf Herr von Runkenstein einen Nazi aus dem Hut zauberte, den der Stollentroll mit einem Schleimpilz verglich, was der ebenfalls anwesende Schleimpilz als beleidigend empfand und deshalb alles vollschleimte, worauf die Iglorious Ghostbasterds anrückten, die dem Schleimer eine Verwarnung erteilten und den Nazi zu seinen Nazivorfahren schickten und dann den Geist des Nazis einfingen und in eine Nazigeisterfalle sperrten, wo sie in alle Ewigkeit Hitlerreden hören musste, während Herr von Runkenstein und der Stollentroll längst den geistigen Rubikon überschritten hatten und sich im Internet als kommunistische Abtreibungsärzte ausgaben und mit Abtreibungsdetails Konservative zur Weißglut trieben, um anschließend bei Twitter mit erfundenen Fakten gegen FDP und Piraten zu polemisieren, Äpfel und Birnen mit Hitler verglichen und schließlich sogar der FDP beitraten, um diese von innen mit Hochglanztrollspam zu zersetzen und anschließend mit maritimen Metaphern durch einen Shitstorm der Stufe 5 segelten, bis sie endlich in Trollhausen anlegen konnten.

Dort jedoch musste Herr von Runkenstein draußen bleiben, weil die Stollentrollstollen zu klein waren, weshalb der Stollentroll einen Stollenvergrößerer auf einem Maulwurf festband, der umgehend neue Stollen anlegte und dabei aber zu tief und zu gierig grub und einen Balrog erweckte, der mit Feuer und Flamme für die Meinungsfreiheit eintrat, aber nicht an Herrn von Runkenstein vorbeidiskutieren konnte, weil dieser mit Hitlervergleichen den Weg blockierte, worauf der Balrog einen Rageaccount erstellte und nun von seinem Wohnzimmer aus die Welt beschimpfte, während Herr von Runkenstein und der Stollentroll ihn blockten und als Spam meldeten und sich dann voneinander verabschiedeten,und wenn sie nicht gesperrt sind, dann trollen sie noch heute, zumindest der Stollentroll, denn Herr von Runkenstein lässt sich weder sperren noch blockieren, sondern lebt überwiegend in den Gedanken, die bekanntermaßen frei sind.


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#258: Herr von Runkenstein auf Weltraumfahrt
HvR#258
Herr von Runkenstein auf Weltraumfahrt

Als Herr von Runkenstein mit seiner Weltraumlokomotive 99,999% der Lichtgeschwindigkeit erreicht hatte, griff er aus Neugier nach einem Schulbuch für Physik und musste zu seinem Bedauern feststellen, dass die Naturgesetze ihm eine weitere Beschleunigung nicht erlauben wollten, was er als eine Unverschämtheit und Anmaßung der Natur gegenüber seiner Person empfand, weshalb er aus Trotz noch drei Schippen Diamantkohle in das nukleare Feuer schaufelte, beziehungsweise von seinem Schaufelroboter schaufeln lies, und beschleunigte dann auf 100,42% der pysikalisch erlaubten Höchtgeschwindigkeit, worauf sofort ein überlichtschneller Gedankenpolizist in seinem Kopf erschien und ihn im Namen Albert Einsteins aufforderte, sofort rechts ran zu fahren und sich zu erklären, was Herr von Runkenstein aber ignorierte, weil er sich im Internet diplomatische Immunität gekauft hatte.

Stattdessen beschleunigte er auf Warp 9,5, zog eine scharfe Linkskurve durch das klingonische Reich, entleerte seine chemische Toilette über Equestria und machte dann eine Vollbremsung für eine Weltraumkatze, die zwar gerade die Straße überquert, aber es sich dann anders überlegt hatte und zurückgelaufen war.

Da Herr von Runkenstein sich nun mitten im Nirgendwo befand, verließ er den Zug und rammte seine Flagge in den nicht vorhandenen Boden, um das gesamte Gebiet zu seinem Eigentum zu erklären und später bei ebay zu verkaufen.

Anschließend nahm er eine tiefen Lungenzug aus seinem Lungenzug, startete dann die Atomdampfmotoren und fuhr direkt in den Sonnenuntergang, den er selbst erzeugt hatte, indem er Nukulartorpedos in einen roten Riesen gefeuert hatte, was aber nicht wichtig war, weil der Sonnenuntergang so schön strahlte.


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#259: Herrn von Runkenstein züchtet Feuerfliegen
HvR#259
Herrn von Runkenstein züchtet Feuerfliegen

Obwohl er vorgehabt hatte, viele Millionen Jahre in die Zukunft zu reisen, wurde Herr von Runkenstein schon 2014 geweckt und von der Zeitreisekapsel wie ein fertiger Toast ausgespuckt, weil sich herausstellte, dass diese Zeitreisekammer extrem ungeduldig ist, was die denkbar schlechteste Eigenschaft für eine Vorrichtung ist, die Personen über lange Zeiträume einfrieren soll.

Nun jedoch war Herr von Runkenstein in einer völlig unbekannten Epoche gelandet, die garnicht so verschieden von vergangenen Epochen war, weil auch hier die westliche Hemisphäre sich in einem Konflikt mit Russland befand wie nur 50 Jahre zuvor; außerdem waren nach wie vor Katzen die vorherrschende Spezies des Internet.

Da die Welt ihn weitgehend vergessen hatte, versuchte Herr von Runkenstein zunächst, mit einer teuflischen Tat auf sich aufmerksam zu machen und infizierte mehrere arme Länder mit einem gefährlichen Virus, um anschließend festzustellen, dass ihm bereits jemand zuvorgekommen war.

Da man Aufmerksamkeit nicht nur mit schlechten, sondern auch mit guten Taten erreichen konnte, tat er nun das völlige Gegenteil und verbreitete einen Antivirus, wodurch er Ebola völlig ausrottete, was jedoch außerhalb von Afrika niemandem auffiel, weil alles, was in Afrika passierte, allen außerhalb Afrikas völlig egal war.

Da Afrika nun geheilt war, kaufte Herr von Runkenstein mehrere Tausend Hektar unbewohntes Land im Süd-Sudan und pflanzte dort genetisch veränderte Glühwürmchen an, die sich prächtig vermehrten und den fruchtbaren Boden auslaugten, bis nur noch eine Mischung aus Sand und radioaktivem Glühwürmchenurin übrig war, der sich langsam zum Erdkern durchfraß.

Die Glühwürmchen hingegen waren inzwischen so groß wie Sauropoden und verfügten über interstellare Antriebsmodule, Schwerkraft-, Fliehkraft und Apfelsaftgeneratoren und schwere Plasmakanonen zur Abwehr von Freßfeinden wie beispielsweise hochhausgroßen Rotkehlchen und anderen Weltrauminsektenfressern.

Die Innereien waren vollständig bewohnbar und erzeugten eine angenehme Wohlfühlatmosphäre mit gedämpften Licht, bequemen Sofas und kybernetischem Zimmerservice, lediglich das WLAN musste Herr von Runkenstein nachträglich installieren.

Mit diesem Schwarm von Mutationsgewinnern bewegte Herr von Runkenstein sich zunächst über Osteuropa, um diverse Militärs nervös zu machen, um dann in der Antarktis einige Testbombardements auf die versteckt lebenden Nazipinguine durchzuführen, welche von der natürlichen Auslese schon viel zu lange verschont worden waren.

Kurz darauf erschien ein mysteriöser Leuchtpenis über dem Himmel des Vatikans, weshalb der Papst Gott exkommunizierte, sich selbst zum Schöpfer ausrief und sofort vom Blitz getroffen wurde, worauf ein neuer Zeus-Kult in Südeuropa erwachte.

Als er wenig später den offenen Weltraum erreichte, fiel Herrn von Runkenstein ein, dass er dort schon mal war, weshalb er den Unwahrscheinlichkeitsdrive kurzschloss und durch Raum und Zeit katapultiert wurde, um im Castrop-Rauxel des Jahres 1973 zu landen, weshalb sich seine Armada übergeben musste und sofort weiterreiste auf die Schlachtfelder der kambrischen Explosion, die eigentlich eine Revolution des frühen Lebens gegen die Unterdrückung durch Roboter auf der Zukunft war, welche kamen, um John Connor zu töten, aber nun gegen Mollusken und Würmer in der Unterzahl waren.

Herrn von Runkenstein jedoch rettete die restlichen Terminatoren vor den wütenden Schalentieren und verfrachtete Sie nach Arrakis, wo Skeletor und Saruman sich gegen die humanistischen Horden von Neo-Al-Quaeda verbündet hatten, aber gegen die mit der Bundeslade marschierenden Dalek-Armeen nicht die geringste Chance hatten, weshalb Herrn von Runkenstein unbemerkt das goldene Vlies rauben und auf dem Schwarzmarkt versteigern konnte, während ihm ein Strohmann der kommunistischen Partei seine halbe Raumflotte abkaufe, um das Wort Gottes nach Narnia zu bringen.

Zwei Wochen später hatte er mit seinen letzten Schiffen einen Taxiservice zwischen den Zentralplaneten und den Randgebieten am laufen und schmuggelte gelegentlich Mitglieder der kaiserlichen Familie nach Halle an der Saale oder lieferte Kriegswaffen an den Vatikan, aber auch dies war sicher nur ein Job auf Zeit.


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#260: Herrn von Runkenstein verteidigt den Norden
HvR#260
Herr von Runkenstein verteidigt den Norden

Als der Winter langsam dämmerte und Kunde von weißen Wanderern und Eisriesen eintraf, begann Herr von Runkenstein mit den Vorbereitungen auf einen langen Winter, indem er das Wintergemüse aussäte und dann seinen Gemüsegarten mit Frostschutz durchtränkte.

Auch musste er seinen Vorratskeller mit frischen Vorräten an Klopapier, Phosphorgranaten und Absinth auffüllen und die Dämmung in den Wänden erneuern, weil sich die Haus-Orks aus dem Material Nester auf dem Dachboden gebaut hatten.

Als schon kurz darauf der erste Schnee fiel, war nicht nur Herr von Runkenstein überrascht, sondern der gesamte Kontinent; so wurde in England der Notstand ausgerufen, die Deutsche Bahn sperrte all ihre Züge im Winterquartier ein und niemand wusste mit dem weißen Tod mehr richtig umzugehen, weshalb das öffentliche Leben kollabierte und die Wirtschaft zusammenbrach, weil die Leute einfach zuhause blieben, um am Kamin einen Glühwein zu trinken.

Herr von Runkenstein jedoch blickte angespannt zu der großen Mauer im nördlichen Teil seines Gartens, weil er wusste, dass dort größere Gefahren als Nachtfrost und Glatteis lauerten; zu diesem Zweck hatte er eine Schwarm von Krähen dazu verpflichtet, auf der Mauer Wache zu stehen.

Eines nachts, im tiefsten Winter, wurde Herr von Runkenstein von einer Krähe geweckt, die ihm berichtete, dass die Kreaturen aus dem Norden die Mauer durchbrochen hatten; tatsächlich hatten sie das alte Gartentor gefunden und mit eine Kombination aus Geschick und einem verbogenen Draht einfach geöffnet.

Als sich die Horde auf Runkenfell zubewegte, war Herr von Runkenstein bereits in seinem Kommandostand und weckte eine Tüte Gummibären aus ihrem Winterschlaf, weil er einen Snack gebrauchen konnte; anschließend weckte er die echten Bären, die in seinem Gartenhäuschen überwinterten und jetzt die anrückende Horde mit C4-gefüllten Lachsen bewarfen und dann das C4 mit den Lasern auf ihren Köpfen zur Explosion brachten, woraufhin Bienen aus den Lachsen kamen, die ebenfalls über Sprengstoff verfügten und mit Kamikazeangriffen zu Ehren des japanischen Kaisers minimale Erfolge erzielten.

Die Horde hingegen begann einen Gegenangriff mit Schneebällen, die sie mit Steinen gefüllt hatten, während die Eisriesen die Mammuts gegen die Mauern von Runkenfell trieben, wo die Haus-Orks Fässer mit glühend heißem Käse auf sie niederregnen ließen und anschließend mit Brot an langen Spießen auf sie einstachen, bis die Mammuts panisch und mit Käse bedeckt flüchteten und auf ihrem Weg zurück zahllose Eiszombies in ihrem Käsefell hängenblieben, was alles in allem ziemlich widerlich, aber äußerst effektiv war.

Herr von Runkenstein jedoch hatte bereits einen heißen Kakao in der Hand und mit Heizdrähten die fleischfressenden Pflanzen aufgewärmt und erweckt, die sich nun durch die Schneedecke erhoben und die Eiszombies mit brennenden Erbsen bespuckten und auffraßen, meistens sogar in der richtigen Reihenfolge.

Als einer der Eisriesen eine Scheibe einschlug und in die Küche kletterte, um dort den Kühlschrank zu plündern, wurde es Herrn von Runkenstein aber zu bunt und er griff zu Morgenstern und Flammenwerfer, erschlug den Riesen in der Küche und zündete dann große Teile seines Gartens an, während eine Firefly Fassbomben abwarf und ein arrakischer Sandwurm die Flüchtenden verzerrte.

Kurz darauf war es wieder still und friedlich in dem Garten vor Runkenfell und frischer Schnee fiel in Blutlachen und auf langsam gefrierende Leichen, während Herr von Runkenstein an seinem Glühwein nippte und kurz darauf zu Bett ging.


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#261: Herr von Runkenstein wird bestohlen
HvR#261
Herr von Runkenstein wird bestohlen

Während einer bequemen Zugreise mit dem Snowpiercer durch postapokalyptische Winterlandschaften entspannte Herr von Runkenstein sich gerade am Kamin mit einem heißen Glühkakao, als eine Revolution der Passagiere aus der 3. Klasse ausbrach und seine Winteridylle zu zerstören drohte. Aus diesem Grund koppelte er den hinteren Teil des Zuges ab und ließ die Aufrührer zum sterben auf offener Strecke zurück, um viele entspannte Stunden später in den Raum- und Zeitbahnhof von Walhalla einzulaufen, wo Odin bereits seinen Ehrengast erwartete.

Ein göttliches Saufgelage später war Herr von Runkenstein wieder auf dem Heimweg, diesmal jedoch im einem Luxuskreuzer, den man auf der Außenhülle eines Planetenzerstörers gebaut hatte, was sehr praktisch war, weil kein Weltraumpirat es wagen würde, einen Planetenzerstörer anzugreifen, und man außerdem zum Zeitvertreib nicht auf Tontauben, sondern auf Planeten feuern konnte.

Drei zerstörte Sonnensysteme später war Herr von Runkenstein wieder zuhause und musste dort feststellen, dass in der Zwischenzeit eine Bande von Weltraumdieben das Schlüsselbrett in der Garage geplündert hatte und mit seiner Sammlung wertvoller Schlachtschiffe verschwunden war, weshalb er sich sofort in seinen Weltraum-Volvo setzte und die Verfolgung aufnahm.

Das Peacekeeper-Kommandoschiff war dabei noch relativ einfach zu finden, weil er einen GPS-Diebstahlschutz an Bord installiert hatte und er das Schiff zudem als Aufzuchtstation für Aliens benutze. Der Heighliner der Raumgilde hingegen hatte bereits das halbe Universum durchquert, als dem Navigator das Spice ausging und er die Riesenzigarre vor die Wand fuhr, was hier jedoch lediglich eine Metapher ist, weil es im offenen Weltraum keine Wände gibt, sondern nur massive Ansammlungen von Materie.

Kurz darauf fand Herr von Runkenstein auch die Event Horizon, die ihre Entführer auf altbekannte Weise losgeworden war, sich aber problemlos zurück zur Erde steuern lies, wo er auch die LEXX fand, die gerade dabei war, die Niederlande aufzufressen.

Die Herz aus Gold hingegen war so gut wie verloren, weil sie in einem Legoversum zerschmettert und zu vielen Millionen Legosteinen zerfallen war und der Wiederaufbau selbst mit Sklavenarbeit zu lange gedauert hätte.

Ein Notruf aus dem Gamma-Quadranten führte Herrn von Runkenstein dann zu seinem Borg-Kubus, der an der Assimilation eines Dalek-Kommandoschiffs gescheitert war und nun zusammen mit den Cybermen gegen die Schattenproklamation um ein Goa'Uld-Mutterschiff kämpfte, weshalb Herr von Runkenstein umgehend eingriff, um weitere Zerstörung seines Eigentums zu verhindern und mit einem EMP alles im Umkreis von einem Lichtjahr lahmlegte, um es dann per Abschleppdienst zurück in seine Garage auf der Rückseite des Mondes schleppen zu lassen.

Tags darauf fand er auch seine TARDIS; diese stand im Laderaum einer Firefly, die sich im Magen eines Sternenwals befand, der auf einem toten Planeten gestrandet war, welcher sich in der Umlaufbahn eines schwarzen Lochs befand, welches wiederum gerade in ein noch viel größeres schwarzes Loch gesaugt wurde, weshalb Herr von Runkenstein bei der Rettungsaktion nicht nur enormen Gravitationskräften ausgesetzt wurde, sondern auch seinen Martini verschüttete, was wohl die größte Katastrophe im Verlauf dieser unglaublichen Geschichte war.


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#262: Herr von Runkenstein wird ein besorgter Bürger
HvR#262
Herr von Runkenstein wird ein besorgter Bürger

Eines morgens klopfte es an der Tür und Herr von Runkenstein öffnete einigen besorgten Nachbarn, die ihn empört darüber informierten, dass in der Nachbarschaft ein Flüchtlingsheim eröffnet werden sollte, was ganz sicher den Untergang des Abendlandes verursachen würde und ganz bestimmt zu sinkenden Grundstückspreisen und steigender Kriminalität führen müsse, weil ja jedermann wisse, dass Ausländer im allgemeinen und Flüchtlinge im besonderen allesamt kriminell sind, da sie ja sonst nicht geflüchtet wären.

Nach einer fundieren Recherche auf P.I. und Facebook war Herr von Runkenstein ebenso empört und besorgt wie alle anderen und schritt sofort zur Tat, um die anströmenden Menschenmassen noch außerhalb der europäischen Festungsmauern aufzuhalten, musste jedoch schnell feststellen, dass sich bereits ein Meer zwischen ihm und den Flüchtlingsquellen befand, welches einen großen Teil der Habenichtse verschluckte und zudem ein komplexes Beobachtungs- und Abwehrsystem das nichteuropäische Untermenschentum auf Abstand hielt.

Da die Außengrenzen bereits über eine gute Flüchtlingsabwehr verfügten, ging Herr von Runkenstein wieder nach hause und begrüßte die Flüchtlinge, die nun bereits da waren, um herauszufinden, wie kriminell diese nun tatsächlich sind, was er einfach anhand der Hautfarbe ausmachen konnte, wie es im einige Polizisten erklärt hatten, die es ja wissen mussten; so fand er heraus, dass diese Ausländer alle mittel- bis schwerkriminell sein mussten, was seine Besorgnis noch vergrößerte.

Tatsächlich stellte er in den nächsten Tagen eine Zunahme der Kriminalität fest; so wurde die Unterkunft regelmäßig von kriminellen Elementen angezündet und deren Bewohner immer wieder beleidigt und angegriffen, was ganz klar eine Steigerung der Ausländerkriminalität bedeutete, weil ja ohne diese Ausländer die Inländer nicht dazu genötigt wären, sich kriminell zu verhalten und man sich ja überhaupt nur darum sorgte, dass die Sicherheit der Kinder gefährdet war, die in Kindergärten und Schulen längt mit den Flüchtlingskindern befreundet waren, was ein deutlicher Hinweis darauf war, mit welch perfiden Methoden sich diese Ausländer hier breit machen und versuchten, den deutschen Volkstod zu verursachen.

Während die besorgten Bürger weiter demonstrierten, besorgte Herr von Runkenstein Spielzeug und andere Sachen, um die prä-kriminellen Elemente davon abzuhalten, tatsächlich kriminell zu werden, worauf man ihn zu Tee und Keksen und netten Gesprächen einlud, die aber nicht mehr so nett waren, als man ihm erzählte, was man in den letzten Jahren so alles erlebt hatte und warum es in Deutschland viel schöner und friedlicher war als in Syrien, Afghanistan, Irak, Eritrea, Serbien, Albanien, Somalia, Sudan, Äthiopien und anderen Ländern, während der besorgte Mob vor der Tür mit Fackeln spazieren ging und Angst hatte vor Diebstahl und Müll auf den Straßen, was man sehr gut verstehen konnte, weil sowas ja nicht sehr schön war.

Auch in der Folgezeit stieg die Gegen-Ausländer-Kriminalität an und Herr von Runkenstein war tief besorgt wegen der ständigen Verletzungen der Menschenwürde, weshalb er seine Freunde und Helfer über die Vorgänge informierte, die sofort in Legionsstärke anrückte und wie die Wehrmacht über das Gebäude herfielen, um kriminelle Aktivitäten nachzuweisen und dabei einige verschreibungspflichtige Schmerzmittel fanden, zu denen jedoch kein Rezept vorlag, was ganz klar ein Drogendelikt war und deshalb zur umgehenden Abschiebung nach Syrien führen musste, was ein sicheres Herkunftsland galt, weil es dort in einigen Wüstengebieten noch nie zu Kampfhandlungen gekommen war.

Da die Abschiebung mit Integralhelmen durchgeführt wurde, tauschte Herr von Runkenstein die Abschiebehäftlinge gegen besorgte Abendländer aus, die sich im Morgenland nicht besonders wohl fühlten und deshalb in Nussschalen zurück nach Europa schwammen, wobei die eine Hälfte ertrank und die andere anschließend auf südeuropäischen Straßen leben musste, was man mit ein wenig Empathie ganz einfach hätte vermeiden können.

Das Flüchtlingsheim selbst hingegen löste Herr von Runkenstein nun persönlich auf, indem er seine Fähigkeiten der subversiven bürokratischen Unterwanderung nutze und den Aufenthaltsstatus seiner neuen Nachbarn legalisierte, sodass diese ein normales Leben führen konnten als Ärzte, Ingenieure, Einzelhandelsverkäufer, Reinigungsfachkräfte, Köche und Krankenpfleger, während sie gleichzeitig und unterbewusst die deutsche Leitkultur infiltrierten, bayerisch, hessisch und friesisch lernten, Fladenbrot mit Sauerkraut belegten und sich mit dem deutschen Volkskörper vermischten, wie es in den Jahrtausenden zuvor auch die Römer, Hunnen, Schweden, Slawen, Dänen, Langobarden, Osmanen, Polen, Franken, Wandalen und Wikinger getan hatten und was uns nun wirklich nicht geschadet hat, sofern man nicht gerade völkischem Gedankengut nahe steht und mehr Wert auf reines Blut legt als ein hypochondrischer Vampir.


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#263: Herr von Runkenstein blickt in das neue Jahr
HvR#263
Herr von Runkenstein blickt in das neue Jahr

Und so wurde es 2015 und Herr von Runkenstein erwartete die Ankunft von Marty McFly und des Hoverboards, war aber nicht sehr optimistisch, weil die Realität sich nur selten an filmische Vorgaben hält.

Stattdessen war zu erwarten, dass der Konflikt mit Russland weiterhin auf kleiner Flamme köchelte, während der nahe Osten im Chaos versinkt, im fernen Osten das Reich der Mitte seinen Einflussbereich erweitern würde und die USA weiterhin ihren Niedergang betreibt.

Auch war abzusehen, dass neue Wellen von Flüchtlingen gegen die Mauern und Zäune der Festung Europa branden würden, während Geheimdienste Daten sammeln, abhören und sich außerhalb jeglicher Gesetze bewegen, was für die meisten Leute aber nicht so schlimm war wie ein Flüchtlingsheim in der Nachbarschaft.

Herr von Runkenstein jedoch war dieser Dinge überdrüssig und machte Urlaub auf tropischen Eilanden, die in den kommenden Jahrzehnten vermutlich von den Meeren verschluckt werden würden, was jedoch die meisten Kontinentalhumanoiden nicht interessierte, da sie einfach nicht an den Klimawandel glaubten und auch die Evolution für die Ausgeburt eines verwirrten Geistes hielten.

Weil im Anschluss an den Urlaub noch soviel Jahr übrig war, gründete Herr von Runkenstein eine Fangflotte, welche die letzten Proteinreste aus den überfischten Meeren holen sollte, um mehr Platz für den Plastikmüll zu schaffen, der dort inzwischen heimisch war.

Danach stellte er große Netze auf, um biblische Heuschreckenschwärme aus der Luft zu fischen und diese als Flug-Shrimps zu verkaufen, was kein Problem war, weil er sie als günstiges Bio-Produkt bewarb und den meisten Leuten sowieso egal war, was sie essen, solange es billig oder Bio ist.

Den Rest des Jahres verschwendete Herr von Runkenstein dann mit Hütchenspiel, Lobbyismus und Genozid, machte jedoch einen Bogen um den Sommer, der heißer wurde als ein Sommer, wie er früher einmal war.


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#264: Herr von Runkenstein reist um die Welt
HvR#264
Herr von Runkenstein reist um die Welt

Während einer Kaffeefahrt von Java nach Kolumbien versank der mit Rentnern gefüllte Doppeldecker im Pazifik und wurde von bösartigen Strömungen nach R'lyeh getrieben, wo der große Cthulhu gerade träumte, in der Hersfelder Zeitung zu lesen, dass Herr von Runkenstein die Nord-West-Passage auf dem Rücken eines arroganten Eisbären bezwungen hatte.

Tatsächlich war dieser Traum eines uralten Dämonen garnicht so weit von der Wahrheit entfernt, denn wenige Tage später brach Herr von Runkenstein auf, die Nord-Ost-Passage auf dem Rücken eines panamaischen Packeis-Pinguins zu durchqueren, der jedoch nach wenigen Tagen von einem päpstlichen Heroin-Hai zerfetzt wurde, und das sogar im Namen Gottes und des fliegenden Spaghetti-Monsters.

Herr von Runkenstein war nun jedoch in Sibirien gestrandet und wanderte wochenlang in Gesellschaft eines sibirischen Wanderwals durch kontinentale Naturlandschaften, bis er auf einem Erdgasfeld in eine Pipeline stieg und von dem Gasdruck nach Europa befördert wurde, wo er ausstieg und den nächsten Bus nach hause nahm, der jedoch kein Linienbus war, sondern eine Kaffeefahrt, die auf dem Weg von Java nach Kolumbien im Pazifik versank, weshalb Herr von Runkenstein ausstieg, weil er wusste, wohin die bösartigen Strömungen ihn sonst treiben würden.


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#265: Herr von Runkenstein fotografiert Propheten
HvR#265
Herr von Runkenstein fotografiert Propheten

Als Herr von Runkenstein gerade das alte Fotostudio begutachtete, welches er gekauft hatte, um aus den Räumlichkeiten ein Starbucks zu machen, stand plötzlich ein Kunde vor der Tür, der dringend einige professionelle Selfies brauchte.

Nachdem der sympathische Bartträger Platz genommen hatte, begann Herr von Runkenstein zunächst mit den üblichen Passbildern und öffnete dann eine Flasche Sekt, um die Stimmung aufzulockern.

Als der Araber, der sich inzwischen als Mohammed vorgestellt hatte, angetrunken auf dem Bärenfell lag, kam er ins reden und klagte darüber, dass seine unzähligen Fans immer wieder seine Bilder zerstörten und er nicht einmal mehr in einen Spiegel blicken konnte, ohne ein mulmiges Gefühl zu bekommen.

Selbst das Bild auf seinem Führerschein hatte man heimlich mit Edding übermalt und das Fotoalbum mit seinen Babybildern war schon vor langem aus dem Haus seiner Mutter gestohlen worden.

Herr von Runkenstein hatte Mitleid mit dem Propheten und schenkte ihm ein erotisches Fotoshooting, zu dem es jedoch nicht mehr kam, weil ein Messias den Laden betrat, welchen er sofort als Jesus von Nazareth erkannte, dessen Gesichtszüge allgemein bekannt sind, seit plastische Modelle von dessen Foltertod zur religiösen Inneneinrichtung gehören.

Dieser Jude, der gleichzeitig Christ war, war jedoch nicht als Kunde gekommen, sondern fragte Mohammed, ob es noch lange dauern würde, da er im Halteverbot stand und er deshalb ein schlechtes Gewissen hatte.

Herr von Runkenstein machte deshalb schnell die Bilder fertig und überreichte sie dem Kunden, welcher hoffte, dass sie ihm niemand so schnell kaputtmachen würde, während sich Jesus draußen mit einer Politesse anlegte, welche nicht der Meinung war, dass man im Halteverbot mal kurz parken durfte, nur weil man für die Sünden der Menschheit am Kreuz gestorben war.


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#266: Herr von Runkenstein verbreitet Sternenschreie
HvR#266
Herr von Runkenstein verbreitet Sternenschreie

Während Herr von Runkenstein eine Gammastrahlenexplosion nahe des Tannhäuser Tores beobachtete, überkam ihn der Gedanke, dass alle sichtbare und unsichtbare Strahlung im Weltraum die Todesschreie sterbender Sterne sind, was ihn sehr nachdenklich machte, bis er auf YouTube das Video einer Katze sah, die eine Plüschkatze umarmte, welche ebenfalls eine Plüschkatze umarmte.

Nachdem er das Video über Facebook und Twitter weiterverbreitet hatte, fing er das Licht eines Sterns mit einem Prisma ein, speicherte es in einem optischen Speichermedium, löschte einige obszöne Wellenlängen, filterte die Röntgenstrahlung durch einen Patrioten und verschob dann das gesamte Arrangement in den hörbaren Bereich, um es mit Hilfe von Piratensendern auf der ganzen Welt zu verbreiten, was er nicht als Terrorismus, sondern als Kunstaktion betrachtete.


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#267: Herr von Runkenstein auf Klonexpedition
HvR#267
Herr von Runkenstein auf Klonexpedition

Während einer Expedition zum Südpol des Pluto musste Herr von Runkenstein viele tausende male die Schlittenhunde auswechseln, weil diese mit der Temperatur und fehlenden Atmosphäre nur schwer zurechtkamen, weshalb die Schlittenhundeklonmaschine zu den wichtigsten Ausrüstungsgegenständen gehörte.

Nur wenige Tage vor dem Ziel wurde die Expedition jedoch von neptunischen Eisbären angegriffen, welche die Klonmaschine in ihre Gewalt brachten und umprogrammierten, sodass sie fortan nur noch Seehundschnitzel erzeugte, die sich nur schwer vor einen Schlitten spannen lassen.

Tags darauf gingen die Schlittenhunde zuneige und die Klonmaschine war völlig im Eimer, weshalb Herr von Runkenstein zu drastischen Maßnahmen griff und die Eisbären auf Mindestlohnbasis anstellte, um sie wenige Stunden später am Südpol wieder zu entlassen und den Lohn einzubehalten wegen mangelhafter Leistung, was auf Pluto völlig legal war.

Die Eisbären jedoch ließen sich das nicht bieten und beauftragten einen Anwalt, der kurz darauf den Südpol mit Brandbomben in eine eisige Feuerhölle verwandelte; allerdings den falschen Südpol, nämlich den der Erde, wo es nur Pinguine gab, welche sehr rachsüchtig sind und eine Terrorgruppe gründeten, die den Nordpol mit Anschlägen überzog, allerdings den Nordpol der Sonne, wo nur Sonnenwürmer leben, die immerhin bis zu 17 Lichtsekunden lang werden und damit groß genug sind, um Pinguine, Eisbären und Anwälte mit gezielten Feuerstößen zu töten.

Herr von Runkenstein jedoch saß noch immer auf dem Südpol des Pluto, lutschte Champagnereis und hämmerte auf seiner Klonmaschine herum, die jedoch nur fernöstliche Supermodels und mittelirdische Zwergenkrieger produzierte, wofür er am Rand des Sonnensystems aber überhaupt keinen Bedarf hatte.


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#268: Herr von Runkenstein fördert den Welthandel
HvR#268
Herr von Runkenstein fördert den Welthandel

Nachdem Herr von Runkenstein eine tief eindringende Forschungssonde zum Uranus geschickt hatte, bemerkte er, dass dies nur in der englischen Sprache lustig war, weshalb er die Sonde zum Pluto umleitete und dort eine Filiale der Deutschen Bank errichtete, welche hauptsächlich der Geldwäsche und Steuerflucht dienen sollte.

Als diese Filiale einige Monate später von strenggläubigen Weltraumkommunisten niedergebrannt wurde, kassierte Herr von Runkenstein die Versicherungssumme und erbaute auf den Trümmern einen Hofladen für den angrenzenden Bauernhof, auf dem ein Einwanderer von Neptun alemannische Absinth-Austern und portugiesische Piratentomaten züchtete, welche Herr von Runkenstein bis in den Schwarzwald exportierte, wo er auch Giftmüll in den berühmten schwarzen Löchern entsorgte, welche dort überall im Gebüsch leben und sich überwiegend von schnöden Schnecken und schwäbischen Schwätzern ernähren.

Einige feindliche Übernahmen später hatte Herrn von Runkensteins Handelsimperium die Grenzen des Wachstums erreicht und er benötigte weitere Planeten zur Ausbeutung, stattdessen expandierte er in die Vergangenheit und deklarierte Dinosaurier zu Pferdefleisch für die Lasagneherstellung und verkaufte Mammut-Dung als billiges Brennmaterial an die Hochofenbetreiber der chinesischen Industrierevolution.

Als kurz darauf die Börse kollabierte und Geld nichts mehr wert war, war Herr von Runkenstein sehr froh, dass er vor allem in Edelmetalle, Konservendosen und Kriegswaffen investiert hatte, sodass er den Zusammenbruch der Zivilisation unbeschadet überstand und zum Herrscher über die Donnerkuppel wurde, wo er ehemalige Börsenmakler und Aktienanalysten in Gladiatorenkämpfen um ihr Leben und zwei Dosen gebackene Bohnen kämpfen ließ, was viel lustiger und grausamer war, als es klang.


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#269: Herr von Runkenstein beherrscht den Luftraum
HvR#269
Herr von Runkenstein beherrscht den Luftraum

Eigentlich hatte er vorgehabt, aus dem Wandspiegel einen Taschenspiegel zu machen, doch entgegen allen Naturgesetzen wurde der Schrumpfstrahl zurückgeworfen und verkleinerte Herrn von Runkenstein auf eine Größe, in der er auf einer Ameise reiten konnte, was er auch sogleich tat, weil just in diesem Moment eine ahnungslose Ameise seinen Weg kreuzte.

Mit mehreren Zentimetern pro Sekunde galoppierte er nun in Richtung der rettenden Vergrößerungsmaschine, wurde jedoch von einem Zuckerwürfel aufgehalten, welcher von seinem Reittier sogleich begutachtet wurde.

Noch während Herr von Runkensteinchen darüber nachdachte, warum in seinem Labor ein Zuckerwürfel herumlag, wurde die Ameise von einer Labor-Amsel angegriffen, die sich aus ihrer Hochsicherheitszelle befreit hatte.

Zum Glück für Herrn von Runkenstein war die Amsel eines seiner Laborexperimente und gehörte zu der Gruppe der Cyborggeflügel, welche Herr von Runkenstein als kostengünstige biomechanische Luftwaffe für Dritte-Welt-Länder, Zwergenstaaten und Großkonzerne entwickelt hatte, damit diese ihre Lufthoheit gegen Terror-Tauben, US-Drohnen, schwedische Zeppeline und Analsonden-UFOs verteidigen konnten.

An Bord der Amsel betrat Herr von Runkenstein das Kontrollzentrum, flog die Amsel an den Rand der Stratosphäre und feuerte ein Dutzend Hellfire-Raketen auf Schweden ab, denen er die Schuld an seinem Unfall gab, weil ihre verdammten Zeppeline ständig seinen Luftraum verletzen.

Anschließend fühlte er sich viel besser und flog die Amsel direkt in den Vergrößerungsstrahl, was ihn wieder auf normale Humanoidengröße vergrößerte, aber die Cyborg-Amsel zu einem mächtigen Raubvogel der Galaxy-Klasse machte, weshalb die USA sofort auf DEFCON 2 gingen und Herrn von Runkenstein aufforderten, sein Atomprogramm einzustellen, was jedoch nichts mit der godzillaischen Cyborg-Amsel zu tun hatte, die soeben die Lufthoheit an sich riss und sämtliche US-Drohnen mit dem gigantischen Todeslaser auf ihrem Kopf im Flug verglühte, weshalb sie schon bald weltweit zu einem Symbol des Friedens wurde, obwohl sie nicht einmal einen Olivenbaum im Schnabel trug, sondern nur eine Bordkanone, die brennende Kettensägen abfeuerte, was noch viel besser war als ein Atomprogramm oder ein Todesstern.


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#270: Herr von Runkenstein erforscht Wurmlöcher
HvR#270
Herr von Herr von Runkenstein erforscht Wurmlöcher

Als Herr von Runkenstein in der nordeurasischen Wildnis die Überreste eines Axolotl-Restaurants der Azteken entdeckte, in der australischen Wüste eine Wikingersiedlung und in den Karpaten einen alten Cyborgfriedhof aus den Maschinenkriegen des 23. Jahrhunderts, wurde ihm klar, dass er die Geschichtsbücher umschreiben und um diverse Wurmlöcher ergänzen musste, was nicht ganz einfach war, weil Wurmlöcher weder Fußspuren noch Logfiles hinterlassen.

Stattdessen besuchte er den Quantenwurm Horst, den er persönlich kannte und von dem er wusste, dass seine Familie seit Generationen Wurmlöcher in unsere Raumzeit frisst.

Bei der Durchsicht von Horsts Familienfotoalbum fand er neben den üblichen Bildern von Einschulungen, Familiengeburtstagen, Zoobesuchen und interdimensionalen Blutfehden auch diverse Bilder über absurde Verflechtungen der Weltgeschichte, welche er jedoch niemals im vollen Umfang erfassen konnte, weil Quantenwürmer zu achtdimensionalen Wurmlochkreuzungen, möbiusbandförmigen Zeitschleifen und Abkürzungen durch dunkle Materie neigen, und das bereits in nüchternem Zustand.

Von Horsts Großonkel Brigitte erfuhr Herr von Runkenstein, dass es einst einen Vetter gab, der nach dem Genuss von einem Hektoliter Absinth ein Wurmloch durch 19,75 Dimensionen fraß, wobei er den großen Tentakelarm der Andromedagalaxie vernichtete, das Bein von Karl dem Großen mit dem Tesserakt-Altar des päpstlichen Megacomputers verschmolz und anschließend einen fünfköpfigen Zwetschgenbaum durch ein Nadelöhr saugte und dabei saudi-arabische Technogedichte über homosexuelle Korangelehrte aus dem vierten Jahrtausend rezitierte.

Weil Herr von Runkenstein nun neugierig auf die Kunst des wurmlochfressens geworden war, entwickelte er ein mechanisches Lochfrasswurmschiff mit Dampfantrieb und fräste sich nur wenige Tage später durch die Raumzeit einer abgesperrten Teststrecke im frühen Kambrium.

Als dann jedoch eine Dampfleitung wegen eines Marderschadens brach, war Herr von Runkenstein kurz abgelenkt, weshalb es zu einem Durchbruch in das biologische Versuchslabor des großen Cthulhu kam, worauf die Ausgeburten unzähliger Alpträume durch das Loch auf die Erde flohen und so zur kambrischen Explosion führten, was Herr von Runkenstein zu seinem Bedauern sehr lustig fand und auch nicht mehr ändern konnte; vor allem, da die erwähnten Kreaturen sich bereits bewaffnet und zu Allianzen zusammengeschlossen hatten, um die natürliche Selektion mit Scheren, Panzern, Stacheln, Schlagringen und radioaktiven Mörsergranaten durchzusetzen.


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#271: Herr von Runkenstein verläuft sich im Nebel
HvR#271
Herr von Runkenstein verläuft sich im Nebel

Weil Herr von Runkenstein im dichten Nebel die Orientierung verloren hatte, gelange er in einen kleinen Ort, der auf keiner Karte verzeichnet war, was daran lag, dass dieser Ort nur bei Nebel existierte.

Zwar waren die Straßen menschenleer, die Bäume hatten Tentakeln statt Äste und nur einige Blutlachen sorgten für etwas farbliche Abwechslung, doch trotzdem gelangte Herr von Runkenstein zu einem sympathischen kleinen Hotel, wo ihn ein stummer, bewegungsloser Concierge ohne Gliedmaßen stumm begrüßte und ihm bewegungslos einen Zimmerschlüssel überreichte.

Nachdem er sich unzählige male in den verwahrlosten Gängen verlaufen hatte; dabei ein Zwillingsmädchenpaar, einen Gast mit Pyramidenhelm und einem Abgrund in die Hölle gesehen hatte, fand Herr von Runkenstein auf dem 13. Stockwerk sein Zimmer mit der Nummer 1408, dessen Zustand durchaus akzeptabel war, von dem defekten Spiegel einmal abgesehen, in dem er nicht sein Spiegelbild sah, sondern die unzähligen, grausamen Tode aller vergangenen und zukünftigen Zimmergäste; außer seinem eigenen, was er für ein gutes Omen hielt.

Nun wollte er erstmal ein Nickerchen machen, doch die unförmige und widernatürlich zuckende Beule der Bettdecke verriet ihm, dass bereits jemand oder etwas anderes die selbe Idee gehabt hatte, doch einen abartigen Schrei später war die Beule verschwunden und das Bett wieder frei.

Nach einem halbstündigen Schlaf wachte Herr von Runkenstein von dem Geräusch eines sanften Meeresrauschen auf und fühlte sich sehr erfrischt, musste aber feststellen, dass hier nicht das Meer rauschte, sondern Blut von den Wänden floss, was ihn sehr hungrig machte.

Schon einen kurzen Fahrstuhlabsturz später war Herr von Runkenstein in den Restaurant des Hotels, trank einen blutigen Wein aus dem Kopf eines Zombies und bestellte sich bei dem bleichen Kellner ein Steak, ohne sich nach dessen genauer Herkunft zu erkundigen, was ihm nicht notwendig erschien, weil diverse zerstückelte Leichen von Menschen, Tieren und anderen Kreaturen offen im Saal herumlagen.

Als eine leckere Mahlzeit später die Rechnung kam und er mit seinem Blut bezahlen sollte, war Herr von Runkenstein froh, dass er immer einen Beutel mit Eigenblut für den Notfall bereithielt, worauf der augenlose Kellner enttäuscht sein Skalpell senkte.

Anschließend machte Herr von Runkenstein einen kleinen Nebelspaziergang und stolperte dabei über einen Berg von Kinderknochen, landete aber glücklicherweise auf einem Müllbeutel, gefüllt mit den Augen von Witwen und Waisen, was für ihn ein großer Glücksfall war, weil direkt daneben ein mit Rasierklingen und Stacheldraht angefüllter Graben war, aus dem ein leises surren drang, weil der Stacheldraht ständig in Bewegung war und sich einen ewigen Kampf mit dem angrenzenden Wald aus modrigen Tentakeln lieferte.

Da es bereits der Abend dämmerte und aus dem vernebelten Zwielicht eine neblige Dunkelheit wurde, wollte Herr von Runkenstein den Ort verlassen und fragte in den Nebel hinein, wo der Ausgang war, und bekam die beunruhigende Antwort, dass er den Bus nehmen sollte, worauf ihm ein kalter Schauer über den Rücken lief, weil der öffentliche Nahverkehr für ihn der Horror war.

Als er kurz darauf die Bushaltestelle erreichte, wurde es noch unheimlicher, weil dort bereits diverse Fahrgäste warteten, die überhaupt nicht zu der Atmosphäre des Ortes passten, wie beispielweise der jugendliche auf-den-Boden-spucker, der spießige Buchhalter und die Frau mit den Leopardenleggins.

Mit etwas Abstand stellte sich Herr von Runkenstein zu der Gruppe und vermied jeden Augenkontakt, damit die unheimlichen Kreaturen nicht auf ihn aufmerksam wurden; als dann jedoch noch eine Schülergruppe eintraf, wurde es zu viel für ihn und er flüchtete von diesem Ground Zero des Grauens.

Kurz darauf fand er eine andere Bushaltestelle, wo er alleine warten konnte, mit Ausnahme eines Raben, der auf jede Frage die selbe Antwort gab, und schon bald kam auch der Bus, obwohl dieser laut Angabe des Raben nimmermehr eintreffen sollte.

Herr von Runkenstein bezahlte den grauenhaften Busfahrer, der offensichtlich vorher ein Taxifahrer in Berlin gewesen war, und beobachtete während der Fahrt kämpfende Titanen, modernde Leichenberge und mittelalterliche Folterungen, doch nichts davon konnte ihn auf das entsetzliche Grauen vorbereiten, welches jetzt noch vor ihm lag, denn der Bus hielt soeben an der mit Normalmenschen überfüllten Haltestelle, von der er kurz zuvor geflüchtet war.


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#272: Herr von Runkenstein holt was aus dem Keller
HvR#272
Herr von Runkenstein holt was aus dem Keller

Als Herr von Runkenstein sich in die Tiefen seines Kellers begab, um eine frische Flasche Absinth zu holen, nahm er in Gedanken versunken eine falsche Abzweigung und überquerte die Brücke der Verdammnis, welche seinen Speisekeller von seinem Gerümpelkeller trennte und gleichzeitig die Welt der Menschen von der Welt der unterirdischen Alpträume.

Dummerweise konnte man die Brücke nur in eine Richtung überqueren, weil ein alter Fluch auf ihr lag, um die Oberfläche vor der Tiefe zu beschützen, und so musste Herr von Runkenstein einen Umweg durch den Heizungskeller, den Waschkeller und das Spinnenlabor nehmen, wo geheizt, gewaschen und geforscht wurde, und zwar von hyperintelligenten humanoiden Arachnoiden, die in ihren Netzen lauerten und Versuchsnazis mit rechtsdrehender Gammastrahlung verseuchten, bis nur noch feuchte Schwämme übrig waren.

Herr von Runkenstein grüßte freundlich und betrat dann die Balrog-Schreibstube, wo tausend Balrogs an tausend Schreibmaschinen saßen und zufällige Tasten drücken mussten, bis sie entweder die Bibel oder den Herrn der Ringe geschrieben hatten; Hauptsache ein episches Märchenbuch.

Danach durchquerte er die Welt der Morlok, von denen jedoch keine Gefahr ausging, seit er sie täglich mit Soylent Eloi versorgte.

Kurz darauf kam er in einem dunklen Gang an eine Kreuzung, vor der ein ratloser Zauberer stand, welcher den Weg nicht mehr wusste, und so erlaubte Herr von Runkenstein sich einen Scherz und schubste ihn in ein tiefes Loch, warf einen Balrog hinterher und hoffe, dass die beiden sich verstehen würden.

Natürlich kannte Herr von Runkenstein den richtigen Weg, verwechselte diesen jedoch mit dem falschen Weg, welcher in ein so tiefes Gewölbe führte, dass der gesamte Boden aus Lava bestand, was jedoch kein Problem für ihn war, weil er einfach vom Sofa über den Sessel und das Bett zur Couch sprang, was ihn nun zu einem Fahrstuhl führte, welcher ihn direkt in seinen Kartoffelkeller brachte, was er sehr unheimlich fand, weil er keine Kartoffeln mehr gekauft hatte, seit die Erdäpfel vor einigen Jahren versucht hatten, seine Seele an den Teufel zu verkaufen, was nur deshalb nicht funktioniert hatte, weil die Seele des Teufels bereits Herrn von Runkenstein gehörte und seither in einem Einmachglas in der Speisekammer stand und darauf wartete, zu köstlichen satanischen Seelenpralinen verarbeitet zu werden.

Der Kartoffelkeller jedoch war weitaus bösartiger als der Teufel, weil die verdorbenen Knollengewächse sich nun erhoben und ihn mit verwesten Menschenkadavern bewarfen, weshalb Herr von Runkenstein den Notfallknopf drückte und den Raum verließ, um dann zu hören, wie glühendes Fett und fliegende Messer die Kartoffeln zu Chips zerstückelten und mit Essig und Salz erstickten, wie man es in England zu tun pflegte.

Wenig später durchquerte er das Kohlebergwerk, wo chinesische Wanderarbeiter für drei DDR-Mark die Stunde Kohle mit bloßen Händen schürften, doch das war immernoch besser, als iPhones zu bauen, denn Herr von Runkenstein hielt alle Sicherheitsvorschriften ein und spendierte regelmäßig Opium und Nudelsuppe mit Nazifleischbeilage aus dem Spinnenlabor.

Anschließend musste er nur noch durch einige enge Schächte krabbeln, eine Horde Höhlenforscher in einen Abgrund stoßen, ein antikes Alien-Artefakt mit einem Tropfen seines Blutes aktivieren, den alten Indianerfriedhof schänden, eine Maulwurfkolonie demokratisieren, der Königin der Nacktmulle Tribut zahlen, den Fluss Styx durchschwimmen, einen Raketenwurm auswildern, Hitlers Atombunker durchqueren und dann einen Durchgang in seinen Fahrradkeller sprengen und schon stand er wieder vor seiner Kellertür, wo er jedoch bemerkte, dass er irgendwo zwischen den Balrogs und den Chinesen die Flasche Absinth verloren hatte, wegen der er ursprünglich hier herunter gekommen war, weshalb er sich sofort umdrehte und zurückging, um nicht mit leeren Händen an die Oberfläche zurückzukehren.


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#273: Herr von Runkenstein missioniert Dschungelbewohner
HvR#273
Herr von Runkenstein missioniert Dschungelbewohner

Während einer gemütlichen Wanderung durch einen abgelegenen Regenwald traf Herr von Runkenstein auf einen Stamm von Eingeborenen, die noch nie zuvor etwas von der Zivilisation oder Justin Bieber gehört hatten, weshalb er diese traurigen und zudem noch völlig nackten Menschen sofort missionieren musste, um weiteres Unglück zu verhindern.

Zunächst wollte er ihnen aus der Bibel vorlesen und ihnen von ihrem Erlöser Jesus Christus erzählen, der für ihre Sünden am Kreuz gestorben war, doch da er schon bald feststelle, dass es hier mit Ausnahme der Nacktheit keine Sünden gab, kam ihm das nicht besonders klug vor; vor allem, weil eine Religion aus einer Mangelregion wie der Wüste in einer Überflussregion wie dem Regenwald überhaupt keine Bezugspunkte zum richtigen Leben aufweisen konnte, was anscheinend noch nie zuvor einem Menschen aufgefallen war.

Stattdessen erzählte Herr von Runkenstein den Eingeborenen am Lagerfeuer die uralte Geschichte von dem gefallenen Jedi Anakin Skywalker, welcher der dunklen Seite der Macht erlag und schon bald gegen seine Kinder kämpfte und erst im Tod die Erlösung fand; er erzählte von Han Solo und dass dieser vermutlich zuerst geschossen hatte und von dem weisen Meister Yoda und dass dieser ständig die Reihenfolge richtige der Worte er verwechselte.

Die Eingeborenen lauschen bedächtig und waren schon etwas beeindruckt, während sie Ihr Pfeilgift herstellten und mit dem Blasrohr auf zwanzig Meter eine Fliege treffen konnten, während sie nebenbei aus Wurzeln und Blättern Medizin herstellten und im Einklang mit ihrer Umwelt lebten.

Um die Primitiven vor sich selbst zu schützen, beschloss Herr von Runkenstein, das bürgerliche Gesetzbuch einzuführen, worüber sich die Eingeborenen sehr freuten, weil sie nun endlich juristisch gegen die Goldsucher vorgehen konnten, die ihre heiligen Berge in unheilige Schlammlöcher verwandelten, was jedoch nicht funktionierte, weshalb Herr von Runkenstein sich ein Beispiel an Jesus nahm und das BGB in ein Sturmgewehr verwandelte und die Goldsucher im Namen Gottes hinwegfegte und dann ihr Gold klaute, um seine Ausgaben zu decken.

Als er dann jedoch am Goldfieber erkrankte und im Goldrausch den gesamten Berg von Hand durchwühlte, um sich jedes gefundene Nugget sofort intravenös zu injizieren, erklärten ihm die Eingeborenen den Krieg und feuerten große Mengen von Giftpfeilen auf ihn, was jedoch nichts brachte, weil Herr von Runkenstein sich heimlich mit dem Pfeilgift geimpft hatte und nun immun dagegen war, allerdings nicht gegen die Götter des Waldvolkes, die nun in Gestalt von Jaguar, Anakonda und Harnröhrenfisch auf die Erde kamen und Herrn von Runkenstein solange zusetzten, bis dieser außer Landes flüchtete und sich selbst in eine Entzugsklinik einwies, wo man mit großen Mengen Silber seinen Goldrausch kurierte, was jedoch dazu führte, dass er eine Silberallergie bekam und sich deshalb einer Selbsthilfegruppe von Vampiren und Werwölfen anschloss.

Um sich selbst und seinen neuen Freunden zu helfen, entwickelte Herr von Runkenstein eine Silberimmunisierung, welche sie alle unempfindlich gegen Silber machte und als Nebenwirkung Sonnenlicht als Mondlicht interpretierte, was dazu führte, dass Vampire und Werwölfe einen Kreuzzug gegen die Menschheit begannen, aber sich schon bald gegenseitig bekämpften, weil man sich nicht einigen konnte, ob Knoblauch verboten werden sollte oder nicht, weshalb nun die Monsterheere mit Knoblauchgranaten und Hundepfeifen aufeinander losgingen und sich gegenseitig völlig vernichteten, was wiederum für die Menschheit sehr vorteilhaft sein sollte, da sie nun endlich ganz oben in der Nahrungskette standen, mit Ausnahme jedoch von Zombies, Cthulhu, Gremlins, Raketenwürmern, multiressistenten Keimen, Riesenkalmaren, Serienkillern und natürlich den internationalen Großkonzernen, welches an der Spitze jeder Nahrungskette stehen.


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#274: Herr von Runkenstein benutzt die Gulaschkanone
HvR#274
Herr von Runkenstein benutzt die Gulaschkanone

Nach einer Woche Ingenieursarbeit hatte Herr von Runkenstein es geschafft, eine echte Gulaschkanone zu bauen, welche das Gulasch nicht über Schöpfkellen verteilt, sondern auf Schallgeschwindigkeit beschleunigt und in Form eines lauwarm-klumpigen Nahrungsgeschosses ausspeit, um weit hinter der Front den Feind zu vernichten oder eigene Soldaten mit nahrhaften Fleischklumpen zu versorgen.

Zum Test dieser Kanone begab er sich nach Syrien, kochte große Mengen Schweinefleisch und lockte dann den IS an, indem er mit einem Laser Mohammed-Karrikaturen auf die Wolken zeichnete.

Schon bald darauf rückten die bärtigen Terrorkombattanten vor und hatten Herrn von Runkenstein eingekreist, doch dieser stellte seine fleischausspeiende Wunderwaffe auf Dauerfeuer und automatische Zielerkennung, worauf sich große Mengen Fleisch und Soße in der Wüste verteilten und die weltlichen Gotteskrieger mit Schweineatomen in Kontakt brachten, wogegen ihre muslimische DNS keine Antikörper hatte, weshalb es zu einer enormen exothermen Reaktion kam und sie in einem Lichtblitz verpufften, wie man es sonst nur von den Vampiren aus den Blade-Filmen kennt.

Wenige Tage später hatte Herr von Runkenstein den nahen Osten von der pseudo-religiösen Rowdygang befreit, weshalb er nun schweinefreie Mahlzeiten kochte und die Flüchtlingslager der Umgebung damit beschoss, was aber garnicht mehr nötig war, weil diese bereits zurückkehrten in ihre Heimatorte.

Nun jedoch hatte Herr von Runkenstein ein ganz anderes Problem, denn die CIA war sauer darüber, dass er ihre Marionettenarmee ausgeschaltet hatte, welche ursprünglich gegründet worden war, um Al-Quaeda zu bekämpfen, was der IS auch getan hatte, wenn er nicht gerade Ungläubige köpfte oder Dorfbewohner im Wüstensand verscharrte, was den CIA jedoch nicht störte, solange es sich nicht um weiße, christliche US-Bürger handelte.

Minuten später wurde die Gulaschkanone von einem Tarnkappenbomber zerstört, was Herr von Runkenstein jedoch nicht hinnehmen konnte, weshalb er den Bomber mit einem improvisierten Raketenfahrrad verfolgte, enterte und den Piloten auf der Toilette einsperrte, um dann das Flugzeug zu entführen.

Schon kurz darauf kamen die ersten Kaufangebote aus China, Iran, Nordkorea und Lichtenstein, doch Herr von Runkenstein wollte das Flugzeug für seine eigene Sammlung haben und landete es deshalb in seinem Garten und sperrte es in seinem Geräteschuppen ein, nachdem er dem Piloten zur Bushaltestelle gebracht und fünf Euro in die Hand gedrückt hatte.

Um nicht von der CIA gefunden zu werden, dehnte er das Tarnfeld des Tarnkappenbombers auf mehrere hundert Meter aus und verschwand so vom Radar aller Geheimdienste, die ihn seit Jahren teils neidisch, teils ehrfurchtsvoll beobachteten und jede Nacht versuchten, seine Geheimnisse zu stehlen.

Den Bomber selbst hängte er an die Wand seines Wohnzimmers, wo er sich als Dekoelement sehr gut einfügte und jeden Besucher daran erinnerte, dass es in diesem Universum weitaus größere Mächte gibt als den US-amerikanischen Militäraparat.


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#275: Herr von Runkenstein wandelt das Klima
HvR#275
Herr von Runkenstein wandelt das Klima

Weil Herr von Runkenstein im tiefen Winter von einer Hitzewelle überrascht wurde, welche ihm die Winterreifen vom Auto brannte und mit kochenden Schneebällen bewarf, beschäftigte er sich mit dem Konzept des Klimawandels, was er bisher ignoriert hatte, weil er über eine Klimaanlage und eine Sommerresidenz in der Tiefsee verfügte, wo es gar kein Klima gab, sondern nur godzillagroße Kraken und leuchtende Fische, die unter großem Druck arbeiten konnten.

Der Klimawandel jedoch war ein ernstes Problem geworden, weil Herr von Runkenstein diverse Inseln im Pazifik besaß, die nun langsam untergingen und somit seinen Gewinn aus den dortigen Internierungslagern schmälerten, weil Australien sich weigerte, für die Unterbringung von Flüchtlingen zu bezahlen, die bereits wieder als Treibgut an den eigenen Küsten angespült wurden.

Aus diesem Grund blieb Herrn von Runkenstein nichts anders übrig, als die Erde sofort abzukühlen, große Mengen CO2 zu beseitigen und den Meeresspiegel um mehrere Meter abzusenken.

Letzteres war das einfachste Problem, denn er musste nur große Mengen an Wasser gefrieren und in der Antarktis lagern, wo bereits soviel Schnee herumlag, dass einige Milliarden Tonnen zusätzlich nicht weiter auffallen würden. Also besorgte er sich Schneekanonen aus den Alpen und Offshore-Windanlagen aus der Nordsee, installierte beides an den Küsten der Antarktis und schaute dann dabei zu, wie ein ganzer Kontinent im Schneegestöber versank. Nun waren aber die Pinguine darüber nicht sehr erfreut, da sie sich bereits seit Jahren auf eine Erwärmung des Südpols freuten, und so gingen sie in den Untergrund, um die Vereisung ihres Lebensraums zu verhindern und erforschten Kernfusion und Thermodynamik und alles, was mit Wärme zu tun hatte, um langfristig aus der Antarktis ein tropisches Paradies zu machen.

Das Problem mit dem Kohlendioxid in der Atmosphäre war ebenfalls leicht zu lösen, denn Herr von Runkenstein fand heraus, dass Bäume CO2 in Holz umwandeln können, weshalb er überall auf der Welt Millionen von Bäumen pflanzte, die mutierten und zu brutalen Baumtrollen heranwuchsen, welche sich mit Holzwaffen gegen Baumfäller und Kettensägefische wehrten, mehrere Baumkönigreiche gründeten und schließlich als Söldner in den Weltraum zogen, wo sich ihre mächtigen, hölzernen Kriegsschiffe in der Nähe des Tannhäuser Tors schwere Schlachten mit den Robotertitanen aus dem großen Attraktor lieferten und Milliarden Tonnen Holz und Silizium verbrannten und im Weltraum verteilten und eine dunkle Wolke sich ausbreitete an den Rändern des Kaiserreichs der Insektoiden.

Herr von Runkenstein jedoch bekam davon nichts mit, weil er mit Hilfe der Baumtrollsöldner sein Pinguinproblem gelöst hatte und die Erde immer weiter abkühlte, was zwar zu einer enormen Gletscherbildung und dem Untergang von Skandinavien und Kanada führte, aber auch zu neuer Landfläche, welche er sofort besetzte und an Großkonzerne verkaufte, die nun bis zur nächsten Erderwärmung Zeit hatten, um Soja, Mais und Schrimps zu züchten und nach Öl zu bohren und möglichst hohe Gewinne abzuschöpfen, bevor ihr Kapital wieder im Ozean versinkt und ihre Lobbyisten wieder den Klimawandel leugnen müssen.


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#276: Herr von Runkenstein wird mit Nüssen beworfen
HvR#276
Herr von Runkenstein wird mit Nüssen beworfen

An einem fröhlich-heißen Sommertag lag Herr von Runkenstein in einer Hängematte in seinem Garten und schlürfte heißen Kaffee durch einen Strohhalm, als plötzlich ein Eichhörnchen daherkam und ihn völlig grundlos mit Nüssen bewarf.

Herr von Runkenstein war ob dieser unprovozierten Attacke völlig perplex und drohte dem Hörnchen mit Konsequenzen unvorstellbaren Ausmaßes, doch der Nager blieb davon unbeeindruckt und vollführte stattdessen ein dämonisches Blutritual, welches aus dem Eichhörnchen ein Einhörnchen machte und bis in das entfernte R'lyeh spürbar war, wo ein schlafender Dämon kurzzeitig erwachte, um auf die Toilette zu gehen.

Das Einhörnchen hingegen warf nun mit schwarzer Magie um sich und beschwörte die Mächte der Finsternis, jedoch ohne zu ahnen, dass Herr von Runkenstein dies bereits einige Nächte zuvor getan hatte, weshalb die dunklen Mächte verwirrt waren und sich nicht einmischen wollten.

Herr von Runkenstein hingegen hatte nun genug und forderte eine Erklärung, worauf das Einhörnchen ihm vorwarf, sich an seinen Nussvorräten vergriffen zu haben, was Herr von Runkenstein bestätigte und auch nicht bereute, da die Nüsse in seinem Garten vergraben waren.

Das wütende Einhörnchen verlange die Rückgabe, doch Herr von Runkenstein verweigerte dies; daraufhin kam es zu einem Handgemenge, in dessen Verlauf eine heilige Handgranate gezündet wurde, deren Detonation Teile des Garten verwüstete und die dunkle Magie aus dem Einhörnchen hinaustrieb, worauf dieses auf einen Baum kletterte und von dort aus den restlichen Sommer lang mit Nüssen warf und Herrn von Runkenstein verfluchte, was diesen jedoch kaum beeindruckte, weil Eichhörnchenflüche eher putzig sind und meist zum Inhalt haben, dass die verfluchte Person keine Nüsse mehr finden solle, worüber Herr von Runkenstein sich aber keine Sorgen machte, da er ja ständig mit diesen beworfen wurde.


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#277: Herr von Runkenstein geht auf Eisfachexpedition
HvR#277
Herr von Runkenstein geht auf Eisfachexpedition

Nachdem er beinahe von einem drei Meter langen Eiszapfen aufgespießt wurde, beschloss Herr von Runkenstein, dass es mal wieder Zeit wurde, den Kühlschrank zu enteisen, weshalb er sich seine Polarausrüstung anlegte und mit Schlittenhunden und Flammenwerfer die lange Reise zu dem entlegenen Temperaturkontrollmodul auf sich nahm, welches sich in den Gletschern des Eisfachgebirges versteckt hielt und dort einen totalitären Langnese-Kult errichtet hatte, der Calippo und Ed Von Schleck anbetete und immer wieder Milchschnitten aus dem tiefer gelegenen Gemüsefach entführte und in grausamen Ritualen dem Milchjieper opferte.

Zwei Wochen später hatte Herr von Runkenstein das Hochland erreicht und seine thermonuklearen Mitbringsel verteilt, als ein Großangriff der Eiskultisten seine Pläne durchkreuzte und ihn dazu zwang, in Notwehr hunderte Schneemänner mit dem Flammenwerfer zu schmelzen, bis das Benzin zuneige ging und er mit Eispickel und Schneebällen weiterkämpfte, bis er in eine Gletscherspalte stürzte und endlich in Sicherheit war.

Am Grunde der Gletscherspalte traf er eine seltsame Reisegruppe aus Faultier, Säbelzahntiger und Mammut, die sich anscheinend vor Jahrtausenden verlaufen hatten und der Meinung waren, sich in der Eiszeit zu finden, was Herr von Runkenstein versuchte ihnen auszureden, bis er feststellte, das die Sternbilder sich verändert hatten, was bedeuten musste, dass er durch die Gletscherspalte sein Kühlfach verlassen und in die Eiszeit gerutscht war, was ihm jedoch nicht zum ersten mal passierte.

Um wieder nach hause zu kommen, musste er zurück durch die Gletscherspalte klettern, was ihm jedoch zu anstrengend war, weshalb er stattdessen einen Sprengsatz, den er noch bei sich trug, zündete und dann auf der Explosionswelle zurück in heimische Gefilde surfte, was viele Leser als unrealistisch empfinden, aber dennoch nicht verleugnen konnten, dass dies eine sehr praktische Methode war.

Zurück in seinem Eisfach traf Herr von Runkenstein kurz darauf das Temperaturkontrollmodul, welches sich versöhnlich zeigte und in Verhandlungen anbot, das Flachland von den Eismassen befreien zu lassen, wenn es dafür die Kontrolle über die Gebirgsgletscher behalten konnte. Schließlich einigte man sich noch auf ein Milchschnittenopfer pro Monat sowie den Abbau der nuklearen Schnellerwärmungssprengsätze; kurz darauf wurde der Vertrag in einer feierlichen Zeremonie unterschrieben und Herr von Runkenstein kehrte zurück in seine Küche, wo er nun endlich seine vor Wochen gekaufte Tiefkühlkost einlagern konnte, die zwar ein wenig angetaut, aber sonst noch ganz okay war.
Außerdem legte er noch eine Packung Milchschnitten in das Gemüsefach, die sich dort mit den Spirituosen anfreundeten und von ihrem grausamen Schicksal nichts ahnten.


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#278: Herr von Runkenstein wandert im Netz
HvR#278
Herr von Runkenstein wandert im Netz

Nachdem Herr von Runkenstein über einen Rechtschreibfehler gestolpert und von einer Klippe gefallen war, nahm er sich vor, den Aufschlag auf dem Boden zu verhindern, indem er sich der Realität verweigern würde, was auch sehr gut funktionierte, aber leider dazu führte, dass sich die Realität an ihm rächte, indem sie ihn in ein Spinnennetz fallen lies, welches dreimal so groß wie das Saarland war (1.079.726,89 Fußballfelder) und natürlich zu der Frage führte, welche Abscheulichkeit ein Netz dieser Größe gebaut haben könnte.

Da das Netz nicht klebrig war, machte Herr von Runkenstein sich auf dem Weg zum Rand und traf unterwegs ein Roboter-Einhorn, welches ebenfalls durch einen Realitätsspalt hier gelandet war und nun mit einem Laserstrahl versuchte, die Fäden zu zerschneiden, was ihm aber nicht gelang, weil der Laser aus dem Einzelhandel stammte und deshalb ungefährlich ist.
Zwar war das Einhorn in einer Endlos-Schleife gefangen, doch Herr von Runkenstein konnte es mit seinem Schallschraubenzieher daraus befreien und ritt dann auf ihm in Richtung Sonnenuntergang, um nach einigen Stunden festzustellen, dass es sich dabei nicht um die Sonne handelte, sondern um eine große Energiesparlampe, welche gerade mit einer Schaufel auf einen toten Dachs einschlug und diesem vorwarf, ein Agent Moskaus zu sein, was sie kurz unterbrach, um Herrn von Runkenstein den Weg zum Ausgang zu zeigen.

Stunden später erreichte Herr von Runkenstein tatsächlich den Ausgang des Netzes und traf dort auf den Torwächter, welcher verkündete, dass er nach Datenpakete aus unsicheren Quellen nicht passieren ließ, weshalb Herr von Runkenstein den Geschäftsführer zu sprechen verlangte, worauf der Torwächter nachgab und ihn mit einem Laserscanner abtastete, ent-digitalisierte und von einem 3D-Drucker in der bekannten Realität ausdrucken lies, wo Herr von Runkenstein auf das ebenfalls ausgedruckte Roboter-Einhorn traf, auf welchem er nun nach hause ritt und sich darüber freute, dass sein Ausflug in das Internet so glimpflich ausgegangen ist.


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#279: Herr von Runkenstein wird Pressesprecher
HvR#279
Herr von Runkenstein wird Pressesprecher

Als Herr von Runkenstein seinen neuen Job als Pressesprecher einer neuen Regierung antrat, dachte er zunächst, dass er dabei lediglich als Verlautbarungsorgan der größten Oligarchie der Welt dienen wurde, musste dann jedoch feststellen, dass sein neuer Chef sehr sonderbare Ansichten über die Wahrheit und Fakten vertrat. Zunächst fiel es ihm noch schwer, vor die Presse zu treten und zu verkünden, dass bei der Amtseinführung die größte Menschenmasse aller Zeiten anwesend war und die gleichzeitig stattfindende Gegendemonstration aus lediglich drei Kommunisten bestand, welche die Wiederkehr Stalins und Abtreibungen für alle forderten.
Doch nur einen Tag später hatte Herr von Runkenstein sich bereits an seine neue Rolle gewöhnt und verlautbarte, dass der größte Präsident aller Zeiten auch sehr große Hände und einen enormen Penis und soeben ein Dokument unterschrieben hatte, welches alle Krankenversicherungen auflöst und Abtreibungen mit Gefängnis bestraft. Auf nachfragen eines Reporters, ob dies nicht mit geltenden Gesetzen in Konflikt gerät, lies Herr von Runkenstein den Saal von der Polizei räumen und drei Journalisten teeren und federn, um ein Exempel zu statuieren.

Tage später trat er wieder vor die Presse, die jetzt nur noch von FOX News und Breitbart vertreten wurde und verkündete, dass der geliebte Führer soeben hat eine Mauer an der Südgrenze erbauen lassen, die noch größer als die Mauer aus Game of Thrones sei und nun das Land vor Wildlingen und Eiszombies beschützen würde, wie er es immer versprochen hatte. Der frenetische Applaus der Pressevertreter dauerte eine halbe Stunde an, was den exakten Vorgaben des Führers entsprach und im ganzen Land als großer Erfolg gefeiert wurde.

Mehrere Tage vergingen und das Land wurde tatsächlich wieder groß, weil der Turbopräsident die Außengebiete zu eigenen Bundesstaaten machte und den Militäretat verdoppelte. Da dies der wahren Wahrheit und nicht der alternativen Wahrheit entsprach, durfte Herr von Runkenstein diese Fakten jedoch nicht veröffentlichen. Stattdessen musste er verkünden, dass die Indianer auf dem Kriegspfad waren, die Kavallerie die Situation jedoch unter Kontrolle gebracht hatte und zur Strafe alle Reservate halbiert wurden. Zufällig wurde unter dem neuen Land Erdöl gefunden, welches sofort in den Privatbesitz des ewigen Präsidenten überging, weil das laut der alternativen Verfassung so vorgesehen war.

Bald darauf folgte jedoch der Tag, an dem Herr von Runkenstein diesen Unsinn nicht mehr mitmachen konnte, und so trat er in das Büro seines Vorgesetzten und schlug ihm einen eisernen Fehdehandschuh ins Gesicht, bevor er sich nach Kanada absetzte, dem Widerstand anschloss, einen 200 Meter großen Roboter baute, damit zurück in die Hauptstadt marschierte und eine Kuppel absetzte, in welcher die Regierung nun gefangen war wie in dem Simpsons-Film.
Anschließend organisierte er Neuwahlen, welche der Roboter gewann, dessen enormes Positronengehirn das Land wieder auf den rechten Weg brachte und mit maschineller Brutalität eine neue Denkschule der Technokratie auf Basis des Humanismus entwickelte und umsetzte und Herrn von Runkenstein Alaska und Hawaii schenkte, was ein absolut angemessenes Geschenk für einen ehemaligen Pressesprecher ist.


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Herr von Runkenstein ist kein bunt blinkendes, interaktives Multimedia, keine schnell geschnittenen Videosequenzen und digital verquirlten Bilder, kein raumausfüllender THX-Sound und keine Hochgeschwindigkeits-Massenunterhaltung. HvR sind Sätze, kompliziert ineinander verschachtelt oder minimalistisch durchgesiebt, zu sprachgewaltigen Wortungeheuern verschraubt oder zu sinnlosem Gewäsch zerhackt. HvR sind Worte, die als pupillenerweiternde Einzelgänger aus dem Buchstaben-Dickicht hervorspringen und mit psychotronischen Elektroskalpellen in das Gehirn ihres Opfers vordringen, um dort ein kosmobiotisches Neuronen-Synapsen-Blitzgewitter auszulösen; oder in Form von Herden, Milizen, Stämmen, Gangs, Schwärmen, Syndikaten, Nationen oder anderen Organisationsformen gemeinsam durch Pupille und Sehnerv in die Spracherkennung des Gehirns gelangen und sich dort nach ihrer Decodierung wie Computerviren in der brötchenförmigen Denkmasse ausbreiten, um das Bewußtsein in einen Jahrhunderte andauernden Guerillakrieg zu verwickeln, welcher nach schweren Verlusten für alle Seiten üblicherweise mit der Implosion des Kopfes endet. Und HvR sind Geschichten, deren Handlungen, Lokalitäten und Ereignisse derart unvorhersehbar sind, dass sie quasi aus dem Nebel der Unvorhersehbarkeit hervorbrechen, um sich sofort in das Stammhirn des Lesers einzubrennen und zu einer unauslöschbaren Vergangenheit und Gewissheit zu erstarren.